Die Wahrheit über den 4. Spieltag

Nach der Blamage vor zwei Wochen bei Union Berlin, wo die Dortmunder einen ziemlich ratlosen Eindruck gemacht haben, als sie einem ständigen Pressing ausgesetzt waren und nach der Devise Favres sich »geduldig« den Ball um den Strafraum zuschoben, aber nie gefährlich zum Abschluss kamen, um sich mit sehenswerten Fehlern auskontern zu lassen, nach diesem Grottenspiel war natürlich »Wiedergutmachung« angesagt. Man munkelte sogar, dass es im Mannschaftsgefüge knisterte, dass Hummels die hierarchischen Strukturen durcheinandergebracht hätte, dass Reus einfach kein Leader sei, was ja auch stimmt, dass Favre nicht unumstritten sei, weil er nicht mit der Leidenschaft ans Werk gehe, die notwendig ist, um junge Spieler begeistern, und stattdessen immer nur »Geduld Geduld« predige, was ebenfalls stimmt. Und deshalb galt es nach der nicht eingeplanten Niederlage gegen einen Aufsteiger mit begrenzten Mitteln gegen Leverkusen die andere Seite des BVB zu zeigen. Und tatsächlich gelang das ganz gut, denn der auf Offensive setzende Bosz, der mit diesem Konzept bislang ganz gute und bessere Ergebnisse als damals in Dortmund erzielt hatte, schaffte sogar den besten Saisonstart seit wer weiß wieviel Jahren. Leverkusen spielte also vor allem in den ersten zwanzig Minuten gut mit und hatte einige Großchancen, die Bellarabi großzügig vertat. Nach einer halben Stunde aber gab es im Zuspiel der Leverkusener ein Missverständnis, so dass sich Hakimi den Ball schnappen konnte, während Bellarabi hinterhertrottete (wofür er eigentlich sofort ausgewechselt hätte werden müssen), sodass Hakimi in aller Ruhe eine wundervolle sanfte Flanke aus dem Halbfeld in den Strafraum chippen konnte, die Alcacer direkt und auf elegante Weise verwandelte. Jetzt fing der BVB an, das Spiel zu dominieren und kurz nach der Halbzeit war es mal wieder der auf der rechten Seite sträflich alleingelassene Sancho, der in den Strafraum laufen und auf Alcacer zurückpassen konnte, der soviel Übersicht besaß, dass er einen Schuss nur antäuschte, der sowieso abgeblockt worden wäre und für Reus durchließ, der unhaltbar in die lange Ecke schoss. Das sah schon alles ziemlich gut aus, und als dann der Glaube der Leverkusener an sich selber schwand und nach dem 3:0 der unauffällig bleibende Havertz ein Frustfoul beging, war klar, das kein Anschlusstreffer mehr fallen würde, sondern höchstens das 4:0, was dann ja auch so war. Ob die Leistung ausreicht, um am Dienstag gegen Barcelona zu bestehen, darf man bezweifeln, aber immerhin war es schon mal ein Anfang. Da Bayern im 4. Spiel bereits das 2. Unentschieden hinnehmen musste, und zwar in Leipzig, die einen optimalen Start hingelegt hatten, konnte sich der BVB wieder vor die Bayern schieben. Leipzig wollte zwar unbedingt gewinnen, aber vor allem in der ersten Halbzeit hatten sie Glück, dass Lewandowski von drei Großchancen nur eine verwertete und ein Elfer nicht gegeben wurde, der zwar tatsächlich keiner war, aber normalerweise sonst immer für Bayern gegeben wird. Und sonst: Hertha verliert in Mainz und hat nur einen Punkt vorzuweisen. Und das Hochrisikospiel Köln gegen Gladbach geht ganz undramatisch 1:0 für die Fohlen aus, also alles so, wie es sein muss.

Die Wahrheit über den 3. Spieltag

Dortmund knüpfte nahtlos an seine Leistung gegen Köln aus der ersten Halbzeit an. Ideenlos, leidenschaftslos, ohne Kampfgeist, und von den sogenannten Leadern Reus und Hummels kaum was zu sehen. Die in den Himmel gelobte junge Mannschaft hielt sich an das Credo ihres Trainers und spielte mit 75 Prozent Ballbesitz geduldig um den Strafraum herum. Man ist immer wieder aufs Neue überrascht, wie wenig Favre in der Lage ist, sich auszudrücken oder auch nur einen klaren Gedanken zu formulieren. Als er nach dem Spiel gefragt wurde, woran es lag, konnte er keine Spielanalyse erstellen, sondern sagte nur, dass man Geduld haben müsse und dass Laufen wichtig sei, weil Union Berlin 7 Kilometer mehr gelaufen war als die Dortmunder, die fast schon aufreizend behäbig spielten. Das Geduldsspiel, dass den Dortmunder auferlegt wurde und dass gegen Köln gerade mal noch so klappte, führte schließlich zu Fehlern der Dortmunder und nicht die Unioner. Vor allem Akanji brillierte als letzter Mann mit einem Stopfehler, indem ihm ein Ball als Vorlage für den Gegner geriet, von dem er sich dann auch noch tunneln ließ. Und auch das 3:1 verdeutlichte, dass die Unioner mit Doppelpass und Direktspiel den Spielwitz hatten, den Dortmund völlig vermissen ließ. Union gab zudem mehr Torschüsse ab als die Schwarzgelben, liefen mehr und holten mehr Ecken heraus. Die anderen Spielwerte, bei denen der BVB haushoch überlegen war, wie Passquote und Anzahl der Pässe, Ballbesitz und Zweikampfquote überließen die Unioner den Dortmundern. Und das ist interessant, denn das verdeutlicht mal wieder, wie wenig mit diesen Werten zu erreichen ist, wenn nicht auch noch Kampfgeist und Siegeswille dazukommt, die die Dortmunder völlig vermissen ließen. Und damit ist ja wohl schon alles gesagt zur vorab bereits vergebenen Meisterschaft, denn Bayern zeigte eindrucksvoll mit einem 6:1 gegen arme Mainzer, wie man Meister wird. Dass es nicht ein vollkommen vergurkter Abend war, lag an Neven Subotic, der in Dortmund die großen Triumphe an der Seite von Hummels feiern durfte und von den Dortmunder Fans immer noch auf rührende Weise verehrt wird. Subotic ist einer der wenigen Fußball-Millionäre, der mit seinem Geld sich nicht nur den neuesten Masserati in die Garage stellt, sondern mit seinem Geld etwas sinnvolles tut, der eine Stiftung gegründet hat, die in Afrika Trinkwasserbrunnen für Dörfer baut und den Bewohnern dort das Überleben ermöglicht. Und gerade deshalb ist es so schön, dass er auch noch als Spieler anderer Mannschaften mit großen Ovationen gefeiert wird und der an den Verein wirklich sein Herz verloren hat und dem man das glaubt, weil es kein bloßes Lippenbekenntnis ist. Schon nach dem 3. Spieltag hat es nur eine Mannschaft geschafft, die neun möglichen Punkte auch einzufahren, nämlich die von allen gehasste Retortenmannschaft RB Leipzig. Das ist bitter, aber sie haben zumindest mit Nagelsmann einen Trainer, der sich artikulieren kann. Und noch zwei Überraschungen: Freiburg, das die zwei Auftaktspiele gewonnen hat, verloren zu Hause gegen Köln, und die Wolfsburger kommen ebenfalls als Heimmannschaft gegen Paderborn über ein Unentschieden nicht hinaus.

Die Wahrheit über den 2. Spieltag

Auf amazon prime gibt es die Serie »Inside Borussia«, um in der Öffentlichkeit die Sympathiewerte zu steigern. Bayern ist da schon abgehängt. Wovon man sich bei der Serie unter anderem überzeugen kann, dass Favre eine völlige Fehlbesetzung ist, wenn es darum geht, die Spieler zu motivieren. Man sieht ihn, wie er sagt, »wir können es schaffen« und man denkt »Aha, wie interessant«. Es kann aber auch an etwas anderem gelegen haben, dass Dortmund in Köln wieder in alte Verhaltensmuster verfiel, die man nach den ganzen Vorschusslorbeeren und den hoch gelobten Neueinkäufen schon gar nicht mehr für möglich hielt. Der FC war natürlich bis in die Haarspitzen engagiert und lief die Dortmunder Verteidiger weit in deren Strafraum an. Das schienen die Dortmunder nicht gewohnt zu sein. Den Ball und damit den Gegner laufen lassen, hatte ihnen Favre eingehämmert mit seiner kleinen geballten Faust, wenn man dazu allerdings keinen Raum hat und man in Zweikämpfe gezwungen wird, denen man unbedingt aus dem Weg gehen wollte, dann schienen die Dortmunder von einer seltsamen Unsicherheit geschüttelt zu werden. Akanji semmelte unerklärlich den Ball ins Aus, Bürki hätte beim Versuch, einen heranstürzenden Düsseldorfer ins Leere laufen zu lassen, fast ein Eigentor fabriziert, die Spieler suchten verzweifelt nach einem freien Mitspieler und Weigl verlor einen Zweikampf nach dem anderen. Alles in allem eine trostlose Veranstaltung, die gekrönt wurde durch ein Tor der Kölner nach einer Ecke. Und das war keinesfalls unverdient. Aber was war mit der Dortmundern los? Hatten sie das Gerede vom kommenden Meister für bare Münze genommen? Wollten sie so körperlos spielen, wie ihnen das die Augsburger ermöglicht hatten? Leider weiß man nicht, was in der Köpfen der Dortmunder vor sich ging, aber nicht mal Sancho machte eine Ausnahme. Erst als Hakimi für Schulz und Brandt für Weigl kamen, bekam das Dortmunder Spiel langsam Konturen, wurden auch mal Zweikämpfe angenommen und kombiniert. Natürlich war es wieder Sancho, der mit einem schönen Linksschuss den Ausgleich schaffte. Die Kölner knickten aber nicht ein, sondern setzten alles auf eine Karte, wurden dann aber nach einer der wenigen tollen Kombinationen schachmatt gesetzt, Pisczcek konnte in Ruhe flanken und Hakimi den Ball per Kopf unter die Latte wuchten. Danach machten die Kölner noch weiter auf und liefen in einen Konter, den wer anderes als Sancho wunderbar vorbereitete, indem er den Ball für Alcacer auflegte. Aber sich immer auf die 2. Halbzeit zu verlassen und den Gegner sich müde spielen zu lassen, ist keine allzu attraktive Taktik, vor allem, weil sie nicht gerade verlässlich aufgeht, aber schön, dass es gegen die Kölner geklappt hat. Dicht auf den BVB-Fersen sitzt Freiburg, die in Paderborn etwas glücklich 3:1 gewonnen haben, Werder konnte auch gegen Hoffenheim nicht gewinnen und verlor nicht nur Eggestein mit einer roten Karte, sondern auch das hin und herwogende Spiel in der 88. Minute durch ein Tor von Bittencourt, Leverkusen zeigte im rheinischen Duell gegen Düsseldorf, wer die Nase vorn hat, und bei Bayern reichte Lewandowski aus, um gegen engagierte Schalker mit 3:0 zu gewinnen.

Die Wahrheit über den 1. Spieltag

Herr Seethaler ist bereits nach dem 1. Spieltag überzeugt, dass der BVB Meister wird. »Ist doch sonnenklar, Dortmund wird Meister.« Ich sollte ihm eigentlich beipflichten, wenn es da nicht die bei Dortmund-Fans eingebaute Skepsis gäbe, die einem sofort tausend Gründe nennt, die dagegen sprechen. Nur, um mal ein paar zu nennen: Immer, wenn ein Verein für die kommende Saison Ambitionen angemeldet hat, ging es in der Regel schief. Zuletzt meldete Stuttgart Ansprüche auf einen internationalen Platz an mit der Folge, dass der Verein schließlich sogar im Relegationsspiel gegen Union das Nachsehen hatte. In diesem Fall, hatte ich zwar nichts dagegen, denn wer kann schon den VfB leiden? Nicht mal eingefleischte Stuttgarter, die was auf sich halten. Die sind nämlich Kickers-Fans. Außerdem liegen noch 33 Spiele vor einem. Und in denen wird es einem nicht so leicht gemacht, wie es die Augsburger (in der letzten Saison noch der Dortmunds Angstgegener) dem BVB gemacht haben, allen voran Torhüter Koubek, der in der ersten Halbzeit noch prima einige gar nicht so einfache Schüsse abgewehrt hat, dann aber in der 2. Hälfte einige Male daneben griff. Und nach dem Augsburg-Treffer nach 31 Sekunden, gelang dem BVB außer dem schnellen Ausgleich, natürlich und fast wie immer nach genialer Vorarbeit von Sancho, erst mal kein Tor mehr, so dass man schon anfing, sich Sorgen zu machen, denn im Prinzip wird das in dieser Saison die Spiele prägen: Totale Blockade gegen kontrollierten Angriff, denn das ist die einzig mögliche Strategie, die den kleinen Vereinen übrigbleibt. Und wenn dem überlegenen Verein keine Tore gelingen, dann kann es eben so ausgehen, wie am Freitag im Auftaktspiel der Bayern gegen Hertha. Dort stand es am Ende 2:2, weil den Herthanern zwei Glückstore gelangen und die Bayern aus ihrer drückenden Überlegenheit eben auch nicht mehr Tore. Aber das ist noch das einzige Spannungselement: Das Glück der schwächeren, bzw. Pech der besseren Mannschaften. Dortmund wird aber von einer Welle der Sympathie getragen, denn endlich soll mal jemand anders Meister werden und nicht zum 8. Mal Bayern, was ja auch extrem langweilig ist. Aber so leicht werden die Bayern nicht aufgeben. Nach dem geplatzten Sane-Transfer, haben sie jetzt Coutinho an der Angel, der sich bei Barcelona nie richtig durchsetzen konnte und nach den spektakulären Transfers der Spanier noch weniger Chancen hat. Perisic allerdings, der bei Juventus keine Chancen mehr hatte, ist nicht gerade der große Fisch. Trotzdem reicht der Kader der Bayern aus, um den Dortmundern mehr als nur Probleme zu bereiten, auch wenn jeder den Westfalen bescheinigt, wie gut und klug eingekauft wurde. Und tatsächlich ist Hazard ein Gewinn, wie alle anderen Neuen auch, Hummels mit seinen präzisen Außenristpässen (auch wenn er hinten nicht immer eine bella figure macht), Julian Brandt, der gleich nach seiner Einwechslung eine sensationelle Flanke aus dem Halbfeld von Witsel direkt zum 5:1 Endstand verwandelte, und der schnelle Nico Schulz, der viel Druck nach vorne zu machen versteht und endlich mal Schmelzer ablöst, der in der letzten Zeit viel zu ideenlos agierte. Aber der Beste ist nach wie vor nicht etwa Reus, sondern Sancho, bei dem es nicht nur eine Augenweide ist, ihm bei seinen Tricks zuzusehen, sondern der bei der Vorbereitung fast aller Treffer beteiligt ist. Okay, vielleicht hat Herr Seethaler ja doch recht. Ich wünsche es ihm. Manchmal sagt er, er ist Bayern-Fan, aber so richtig glaube ich es ihm nicht.

Die Wahrheit über den 34. Spieltag

Die Überraschung ist ausgeblieben, wie schon in England, wo City sich in den letzten beiden Ligaspielen den 1-Punkte-Vorsprung durch zwei Siege nicht mehr von Liverpool nehmen ließ. In Deutschland hätte ein bisschen mehr passieren müssen, aber die Konstellation war im vornherein so unwahrscheinlich, dass nur reiner Zweckoptimismus davon ausgehen konnte, weil man ja als Dortmunder sowieso nichts zu verlieren hatte. Aber schon nach vier Minuten stand es in München 1:0 gegen die Eintracht, die in den letzten Ligaspielen eine Klatsche nach der anderen kassierte und ausgequetscht war wie eine Zitrone, wie Adi Hütter sagte. Der BVB hingegen spielte abwartend, behäbig und auf Ballsicherung bedacht, also nicht schön, während Gladbach durchaus noch an die Chance glaubte, die CL zu erreichen. Das glücklichere Ende der ersten Halbzeit erwischte dann aber Dortmund mit einem umstrittenen Tor durch Sancho nach Vorarbeit von Reus, der den Ball haarscharf am Toraus noch die Mitte flankte. Aber Manuel Gräfe war nicht geneigt, den Ball in vollem Umfang über der Linie gesehen zu haben, wieder so eine Millimeterentscheidung, die umso schwachsinniger ist, je länger sie nachgeprüft wird. Aber nachdem man zweimal jubeln durfte über ein Tor, nämlich nachdem es gefallen war und dann noch einmal, nachdem es offiziell gegeben wurde, lobten die Dortmunder Fans den Videobeweis in höchsten Tönen. Als der Eintracht dann zu Beginn der 2. Hälfte der Ausgleich gelang, keimte noch einmal kurz Hoffnung auf, aber nur für drei Minuten, denn dann legten die Bayern los und kanonierten die Frankfurter in Grund und Boden, bis es schließlich 5:1 stand, als ob die Bayern unbedingt noch am Torverhältnis was drehen wollten. Die Dortmunder spielten in der 2. Hälfte entschlossener und drückten, bis schließlich nach einem Konter Reus nach scharfer Hereingabe von Pulisic auf 2:0 erhöhen konnte. Jetzt war nur noch die Frage, ob der BVB wieder einknicken würde, wie sie das in den letzten Spielen immer gemacht haben, aber vielleicht, weil es um nichts mehr ging, konnten ihnen die Bemühungen der Gladbacher keinen Schrecken mehr einjagen. Immerhin aber ging es noch um einen CL-Platz, den sich die Leverkusener mit einem 5:1-Sieg »auf überschaubaren Niveau« in Berlin sicherten. Hoffenheim hätte mit einem Sieg in Mainz noch in die Euroleague einziehen können und zunächst sah das auch ganz gut aus, denn zur Pause führte Hoffenheim 2:0, aber dann ließ man sich von Mainz die Butter vom Brot nehmen und verschenkte in der Nachspielzeit den sicher geglaubten Sieg mit einem 4:2. Wolfsburg durfte sich in Augsburg gegen eine Mannschaft, bei der es um nichts ging und die wahrscheinlich schon in Urlaub war, mit einem 8:1 wettbewerbswidrig noch auf Platz 6 schießen und darf jetzt wieder in der europäischen Gruppenphase scheitern, was aber nichts macht, weil niemand weder Wolfsburg noch die Gegner angucken will, nicht mal, wenn der Konzern die Getränke zahlen würde, die man beim Gucken verkonsumiert. Immerhin hat der BVB Platz 2 geschafft, und als alten BVB-Afficionado hätte Wiglaf das sehr gefreut. Zumindest das also haben die Schwarzgelben nicht vergeigt.

Die Wahrheit über den 33. Spieltag

»Und Ihr wollt deutscher Meister werden?«, sangen die Fortuna-Fans voller Spott über eine weitere Zitterpartie, die die Dortmunder im eigenen Stadion hingelegt hatten, als die Düsseldorfer in der Nachspielzeit mit einem Spieler weniger noch den 3:2-Anschlusstreffer erzielten, die Dortmunder in ihrer eigenen Hälfte festnagelten und in der allerletzten Minute noch zwei Riesenchancen erspielten. Sogar einen Elfmeter, der allerdings zu Unrecht gegeben wurde, auch wenn sich der Dortmunder Ersatztorhüter Hitz mehr als dämlich dabei anstellte, mussten die Düsseldorfer danebenschießen, um dem BVB zu drei Punkten zu verhelfen. Nein, man kann nicht sagen, dass die Dortmunder diese Partie verdient gewonnen haben, sondern mal wieder unter Beweis gestellt haben, wie unglaublich wacklig und verunsichert sie sind, wenn der Gegner mit Courage, Leidenschaft und Willen auftritt, auch wenn ihre spielerischen Mittel beschränkt sind, was der Fortuna allerdings nicht wirklich anzusehen war, im Gegenteil, hatte man nicht den Eindruck, dass sie spielerisch nicht mithalten könnte. Ihr schnelles und durchaus präzises Konterspiel brachte die Dortmunder ein ums andere Mal schwer in Bedrängnis. Trotzdem sorgten die Dortmunder mal wieder selbst für die gegnerischen Tore. Diesmal war es der für den verletzten Bürki spielende Hitz, der sich an seinem Kollegen ein Vorbild nahm und ebenfalls einen harmlosen Ball durch die Beine rutschen ließ. Und man kann nur froh sein, dass die Saison nächste Woche zu Ende geht, denn man kann z.Z. bei den Dortmundern nur in einer Sache sicher sein, nämlich, dass sie mit haarsträubenden Fehlern hart an der Niederlage arbeiten, was ihnen im Abschlussspiel gegen wieder erstarkte Gladbacher ganz gut gelingen dürfte. Pulisic, neben Delany der einzige Lichtblick in der Dortmunder Elf, wurde verabschiedet, Schmelzer kam in der Nachspielzeit, damit der zuletzt nicht mehr berücksichtigte ehemalige Dortmunder Kapitän sich verabschieden konnte. Es war wie immer ein Drama, aber ein Drama der peinlichen Art, und dass die deutsche Meisterschaft noch nicht entschieden ist, ist nicht dem souveränen Auftreten der Dortmunder zu verdanken, sondern einer fragwürdigen Videoentscheidung aus Köln im Spiel Leipzig gegen Bayern, als wieder mal ein Millimeter-Abseitstor nicht gegeben wurde. Bayern jedenfalls spielte gegen den Tabellendritten aus Leipzig über weite Strecken überlegen und verpasste einige Mal mit dicken Chancen den letzten Punkt, der rechnerisch für die Meisterschaft gereicht hätte. Watzke meinte in der Pressekonferenz, dass jetzt der Druck in München liege, denn die müssten jetzt mindestens ein Unentschieden gegen die Eintracht schaffen, während der BVB befreit aufspielen könne, was sich wie ein Hintertreppenwitz anhörte, denn nichts spricht dafür, dass die Dortmunder im letzten Spiel nicht vor sich hinzittern, und die Bayern gegen die Eintracht kaum Schwierigkeiten haben dürften, denn seit des verpassten Einzugs ins Euroleague-Endspiel gegen Chelsea ist die Eintracht deprimiert und verliert ein Bundesligaspiel nach dem anderen, sogar zu Hause gegen Mainz. Analysten haben schon in Zeiten des 9-Punkte-Vorsprungs den Dortmundern keine großen Chancen eingeräumt, jetzt sind bei Null. Was man vorher auch schon wusste: Hannover und Nürnberg sind abgestiegen, Stuttgart ist in der Relegation. Nur um den letzten CL-Platz rangeln sich noch Gladbach, Leverkusen und Frankfurt. Gladbach konnte mal wieder drei Punkte holen, wenngleich nur beim Club, während Leverkusen nach dem furiosen 6:1 gegen die Eintracht über ein mittelmäßiges 1:1 gegen Schalke nicht hinauskam.

Die Wahrheit über den 32. Spieltag

Die Dortmunder Abwehr ist z.Z. immer für einen folgenreichen Schnitzer gut. Vor allem unter Druck schlingert sie manchmal wie bei schwerem Seegang und man stellt sich unwillkürlich vor, dass es für jede europäische Spitzenmannschaft eine wahre Freude wäre, gegen eine solche indisponierte Abwehr fröhlich Tore zu schießen, die man auch noch geschenkt bekommt. Bis zur 70. Minute machte Werder kaum einen Stich. Der BVB spielte überlegen gegen eine ersatzgeschwächte Bremer Elf. Pulisic, der für die gesperrten Reus und Wolf in die Starelf rückte, nahm sich bereits in der 6. Minute ein Herz und lief einfach in den Strafraum und schob den Ball am Torhüter vorbei ins Netz. Da sah alles noch leicht und schön aus. Und als Alcacer nach Foul an Pulisic den Strafstoß messilike verwandelte, ging bei dieser Überlegenheit, die sich in zahlreichen weiteren Chancen zeigte, kaum einer davon aus, dass noch etwas anbrennen könnte, vor allem als auch nach der Pause die Dortmunder weiter hoch überlegen spielten. Kaum einer rechnete mit den Dortmundern Blackouts, denn sonst wäre das Spiel ja auch nicht wirklich spannend gewesen, und spannend machen es die Dortmunder immer, nur leider nicht zu ihren Gunsten. Schon ab der 60. Minute zeichnete sich ab, dass die Dortmunder, verführt durch ihre Überlegenheit, die Sache nicht mehr so ernst nahmen. Die Spannung war weg und man schien zu glauben, dass man spielerisch und locker wie beim Training den Rest der Zeit über die Runden bringen könnte, vor allem, als das 3:0 durch Alcacer fiel. Aber dann wurde das Tor wegen des berüchtigten Millimeterabseits nicht gegeben. Kurz darauf wurden Möhwald und Pizarro eingewechselt, das Spiel begann langsam zu kippen, und man muss es Favre ankreiden, dass er darauf nicht bzw. zu spät reagierte. In der 70. Minute ließ Bürki dann einen Ball durch die Beine rutschen, was man als sogenannter Top-Torhüter erstmal schaffen muss, und nur weitere fünf Minuten später wollte Akanji unbedingt einen Ball ins Toraus trudeln lassen und stellte sich dabei so ungeschickt an, dass Augustinsson den Ball auf Pizarro zurücklegen konnte, der dann keine Mühe mehr hatte, den Ausgleich zu erzielen. Es mussten erst weitere wertvolle acht Minuten verstreichen, bevor Favre endlich reagierte, bevor er Bruun Larsen für Götze und Dahoud für Delany brachte, um ein bisschen offensiver zu werden. Philipp brachte er erst in der 90. Minute, wenn andere mit einer solchen Auswechslung auf Zeit spielen. Nach dem 2:2 war dann das Spiel offen und spannend, und sowohl der BVB als auch Werder hätten noch den Siegtreffer erzielen können, wobei die Bremer die beste Chance hatten. Aus den letzten vier Spielen hat Dortmund jetzt vier Punkte geholt, ein bisschen wenig für eine Mannschaft, der man immer noch nachsagt, sie spiele um die Meisterschaft, die rein theoretisch noch drin wäre, wenn Bayern aus den letzten beiden Begegnungen nur noch einen Punkt holt, was ebenso absurd ist wie die Annahme, der BVB würde die beiden Spiele gegen Düsseldorf und Mönchengladbach gewinnen. Dass das nicht der Fall sein wird, dafür sorgt die BVB-Hintermannschaft schon selbst auf verlässliche Weise.

Die Wahrheit über den 31. Spieltag

Dass die Borussia nach dieser Niederlage die Meisterschaft verspielt habe, ist reiner Blödsinn, aber Dortmund hatte trotz des 1-Punkte-Rückstands keine Chance, selbst wenn sie das Spiel gewonnen hätten. Man musste nur die letzten Spiele gesehen haben, um zu wissen, das wird nichts mehr. Die Parallelen zu 2007, als die Dortmunder nach einer verkorksten Saison den Schalkern mit einem 2:0 die Meisterschaft versalzten, die stattdessen an Stuttgart ging, was auch nicht gerade schön war, sind krumm und schief und wurden nur als Mediennachricht aufgekocht. Auch wenn es niemand glaubte, spielte das Gefälle in der Punkteausbeute der beiden Mannschaften, das noch nie so groß war, keine entscheidende Rolle, denn in einem Derby ist alles auf Null gestellt. Und auch wenn Schalke in allen Spielen vorher unterirdisch gespielt hat, war das nicht aussagekräftig, denn die Dortmunder waren in der letzten Zeit auch nicht viel besser, und der souveräne Sieg in Freiburg hatte nicht viel zu bedeuten, weil Freiburg die falsche Taktik gegen den BVB gewählt hatte und Schalke die richtige, nämlich hinten zu stehen, zu mauern, nichts für das Spiel zu tun und sich hin und wieder eine gelbe Karte abzuholen. Dortmund und Favre wussten das, und trotzdem versuchten sie es wieder mit Ballbesitzfußball, mit dem sie schon gegen andere tiefstehende Mannschaften aus dem Tabellenkeller verloren hatten. Trotzdem schien das Spiel einen guten Verlauf zu nehmen, nach dem schönen Lupfer von Sancho in den Strafraum, den Götze mit dem Kopf verwandelte. Beim Torjubel wurde Sancho mit einem Gegenstand am Auge getroffen und musste am Rand behandelt werden, wo die Dortmunder Abwehr sich mit einigen dilettantischen Slapstickeinlagen hervortat, die schließlich zu einer Flanke führten, die Embolo im Zweikampf mit Weigl an dessen Arm schoss, aus ungefähr 30 cm. Der Schiedsrichter wurde von der Zentrale angewiesen, dem Reglement entsprechend einen Elfer zu geben, eine Entscheidung, die nicht nur für Favre »total lächerlich«, »skandalös« und eine »große Schande« ist, denn schließlich kann sich ein Spieler ja nicht die »Arme abschneiden«. Caligiuri verwandelte sicher, weil Bürki wie immer die falsche Ecke wählte. Nur zehn Minuten später sahen die Dortmunder bei einer Schalke Ecke wieder mehr als schlecht aus und ließen Sané das 2:1 köpfen. Dennoch war noch alles offen. Die Schalker versuchten es mit Härte und konnten sich ziemlich viel rausnehmen, ohne dass sie mehr als gelb sahen. Caligiuri beispielsweise hatte schon gelb, als er ein taktisches Foul beging, das nach dem Reglement mit gelb hätte bedacht werden müsste, aber nicht wurde. Für ein brutales Foul von McKennie gab es ebenfalls nur gelb. In dieser Hinsicht zeigte sich Referee Zwayer bei den Dortmundern weniger rücksichtsvoll, denn Reuss bekam in der 60. Minute für eine Blutgrätsche von hinten sofort rot, was nicht unangemessen war, aber man hatte nicht den Eindruck, dass Zwayer mit gleichen Maßstäben urteilen würde. Wolf, der bereits von den Schalkern übel attackiert wurde, eiferte nur fünf Minuten später Reus nach und kriegte ebenfalls rot. Beruhte die erste rote Karte auf einer falschen Einschätzung der Lage, war die zweite einfach nur bescheuert. Ab sofort bemühte sich Schalke, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, dennoch gelang den verbliebenen Dortmundern noch der Anschlusstreffer, aber im Gegenzug konnten sie aus einer Überzahlsituation den 4:2-Endstand nicht verhindern. Ein Spiel also, dass auch völlig anders hätte verlaufen können, wenn es nicht die idiotische Regel gäbe, die vermutlich nächste Saison wieder abgeschafft wird, das Spiel aber, das für Schalke eine verkorkste Saison rettete, nicht. Die Borussia hingegen belegte eindrucksvoll, dass sie kein ernstlicher Titelkandidat war, aber immerhin eine echte Drama-Queen, denn solche Auftritte sind es ja wohl, die einen emotional mitreißen und einem im Gedächtnis bleiben.

Die Wahrheit über den 30. Spieltag

Nach der letzten sehr wackligen Leistung gegen Mainz, als der BVB in der Schlussphase unter dem Druck einer mittelmäßigen Mannschaft ins Schwimmen geriet und keine Lösungen mehr fand, sondern nur noch hoffen konnte, dass der Kelch eines späten Ausgleichs an ihnen vorüberziehen würde, war es in Freiburg bei Monsieur „Ausraster“ Streich mehr als fraglich, ob man etwas holen würde. Wieder begann man gefällig und flott und erzielte nach einer wunderschönen Kombination über Reus auf Sancho das 1:0, aber für die erste Halbzeit war es das auch schon. Die große Überraschung bestand dieses Mal darin, dass der BVB diesmal nicht in der 2. Hälfte einknickte, sondern einfach so weiter machte wie in der ersten Halbzeit, vielleicht weil dieses Mal wieder der überragende Guerreiro dabei war, der die letzten Spiele verletzungsbedingt fehlte. Zwar gerieten die Dortmunder auch diesmal immer wieder unter Druck und mussten einige gefährliche Situationen überstehen, aber da die Freiburger ihre Möglichkeiten nicht nutzten, konnten die Dortmunder einfach weiterspielen, als ob nichts gewesen wäre. Nachdem ihnen nach einer weiteren sehenswerten Kombination das 2:0 gelang, hatte man nicht den Eindruck, als könnte noch irgendetwas anbrennen, auch wenn Wolf nach dem Versuch zu flanken übel umknickte und Toprak für ihn eingewechselt werden musste, was immer ein schlechtes Omen ist. Aber auch mit Toprak gelang den Freiburgern kein Treffer, sehr wohl aber den Dortmundern. Am Ende gab es noch einen Handelfmeter, den der für Götze eingewechselte Alcacer sehr humorlos verwandelte, weil Reus so nett war, das spanische Tormonster ein bisschen aufzubauen, denn meistens ist er ja verletzt oder wird für Götze eingewechselt, dem an diesem Tag außer einem Tor nicht allzuviel gelang. Ein paar schöne, schnelle Spielzüge können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Dortmunder gegen die Bayern im Meisterschaftsrennen keine Chance haben, denn es gab einige Kontersituationen, die durch ein schlechtes Passspiel vergeigt wurden, was einer Mannschaft einfach nicht passieren darf, wenn sie auf internationalem Niveau mithalten will. Immerhin hat man die 8 Punkte Abstand zu Leipzig halten können, die in Münchengladbach mit 2:1 gewannen, was daran liegt, dass Hecking nicht gleich entlassen wurde, denn jetzt hat er die Möglichkeit, noch die CL zu verspielen, was er mit Sicherheit tun wird. Hoffenheim stürzte die Blauweißen auf Schalke in noch tiefere Depressionen mit einem heftigen 5:2, und das nicht mal, weil sie soviel besser gewesen wären, sondern weil der Trainingsanzugsproll Stevens einfach nichts kann, außer das Pech magisch anzuziehen, und nur weil Stuttgart noch schlechter ist und sich mit einem 6:0 von Augsburg abfertigen ließ, bleibt den Schalkern wahrscheinlich die Relegation erspart. Alles in allem also trübe Aussichten, denn es bleibt so wie es war. Die Plätze sind alle vergeben, Überraschungen wird es nicht mehr geben, und so soll es ja auch sein. Im Fußball darf es für die Verantwortlichen keine Überraschungen geben. Die sind das reine Gift. Alles läuft also nach Plan. Spannend wird die Liga deshalb nicht. Und man fragt, wer sich das alles eigentlich noch anguckt. Okay, ich und ein paar andere Unentwegte, aber man kann seine Zeit auch besser verbringen. Gottseidank war ich in Wien und aß im Café Engländer ein Schnitzel, wo man ohne Ton und sonstigem Rambazamba alles gucken kann, was man will, denn man ist der einzige. Das hat mich dann mit dem Spieltag doch wieder etwas versöhnt.

Die Wahrheit über den 29. Spieltag

Mainz hatte zuletzt Freiburg mit 5:0 versenkt, konnte also schlecht als irgendeine Gurkentruppe fehleingeschätzt werden. Dennoch wirkte Dortmund zunächst sehr aufgeräumt und zog sein schnelles Passspiel auf, ließ die Mainzer laufen und manchmal gelang ihnen sogar, was man in letzter Zeit selten gesehen hat, nämlich schnelle Vorstöße zur Grundlinie, um mit Pässen in den Rückraum einige gefährliche Situationen hervorzurufen. Und endlich gelang auch mal ein langer Pass in die Tiefe, der Dortmunds Stürmer Götze erreichte, weil zugegebenermaßen ein Mainzer den Ball falsch einschätzte. In diesem Fall war dieser Fehler tödlich, denn Götze schlug eine millimetergenaue Flanke in den Strafraum, wo Sancho souverän verwandelte. Das war schön anzusehen, genauso wie der schnelle Vorstoß von Delany und sein Rückpass wieder auf Sancho, dessen Direktabnahme noch von einem Mainzer unhaltbar ins Tor abgefälscht wurde. Obwohl man nach der letzten Pleite auf alles gefasst sein musste und dieser Spielverlauf alles andere als selbstverständlich war, fing ich bereits an, mich zu entspannen. Allerdings zu früh, denn in der zweiten Halbzeit dreht Mainz auf und ließ die Dortmunder nicht mehr wie in der ersten Halbzeit einfach spielen, sondern setzten sie unter Druck, und schon fingen die Borussen an zu wackeln. Es eröffneten sich zwar ein paar Konterchancen für die Dortmunder, aber häufig gingen sie eben kein Risiko, sondern brachen wieder ab, um sich wieder auf Ballkontrolle zu beschränken, was aber zunehmend nicht mehr funktionierte, weil die Mainzer das nicht mehr zuließen. Und daran konnte man sehen, wie fragil das Dortmunder Mannschaftgebilde z.Z. ist, wie anfällig es ist gegen kämpferische und laufstarke Mannschaften. Und wenn eine solche Mannschaft dann auch noch spielerisches Vermögen besitzt, dann geraten die Dortmunder wie zuletzt in München eben unter die Räder oder sind gegen Tottenham völlig ohne Chancen. Zum Glück ist Mainz in dieser Hinsicht etwas limitiert, aber sie hätten den Ausgleich noch geschafft, hätten sie noch ein paar Minuten länger Zeit dazu gehabt, denn je mehr sich das Spiel dem Ende zuneigte, desto mehr gerieten die Dortmunder ins Schwimmen und man musste die Einwechslung von Toprak zur Stablisierung der Abwehr schon als schlechtes Omen ansehen, denn als Favre ihn zuletzt aus diesem Grunde einwechselte kassierte Dortmund in der Schlussphase gegen Hoffenheim noch zwei Tore. Und das bahnte sich nun auch wieder an, als im Dortmunder Strafraum ein heilloses Chaos ausbrach, aus dem genausogut das 2:2 hätte passieren können. So landete der Ball in den Armen Bürkis, der zwar immer noch keine Abstöße kann, der aber auf der Linie zu einem der sensationellsten Keeper in der Liga gehört. Wenigstens konnte Gladbach mal wieder punkten und zwar in Hannover bei der Absteigern, die den Gladbachern das Leben zum glücklichen 1:0-Sieg erstaunlich schwer machten. Leipzig eilt von Sieg zu Sieg, diesmal gegen Wolfsburg und ist den Dortmundern weiterhin auf den Fersen. Auch Bremen liegt gut im Schlussspurt dieser Saison und machte gegen Freiburg drei Punkte, wie überhaupt alle Mannschaften auf den internationalen Plätzen gewonnen haben, weshalb der Sieg des BVB ein reiner Pflichtsieg war, mit dem man einfach nur den Abstand zu den Konkurrenten gehalten hat, aber es sind immer noch 15 Punkte im Topf.