Die Wahrheit über den 11. Spieltag

Vielleicht hätte ich es mir denken können, denn für einen abergläubischen Menschen, wie es ein Fußball-Fan nun mal ist, konnte nach einem so schönen Tag wie vor einer Woche nur ein herber Rückschlag kommen. Dafür allerdings sprachen auch noch andere Indizien, nämlich dass im deutschen Classico, der eigentlich gar keiner ist, weil weder Dortmund noch die Bayern in der Bundesliga gerade den Ton angeben, auf bayerischen Boden für die Dortmunder nichts zu holen ist. Noch mehr, dass sich das schon traditionelle Desaster immer weiter fortsetzt. Seit 2015 gab es ein 1:5, 1:4, 0:6, 0:5 und nun ein 0:4, und damit kam die Borussia noch gut davon. Zunächst sprach nicht unbedingt alles dafür, denn die besseren Erlebnisse in der letzten Zeit hatten die Dortmunder, die einen 0:2-Rückstand gegen Inter Mailand zur Pause noch in ein 3:2 umbogen, so dass man sogar versucht war, von einer weiteren magischen Nacht zu sprechen. Auch den bislang ungeschlagenen Wolfsburgern fügte man eine 3:0-Niederlage zu. Fast schon war man verführt, die Borussen im Aufwind zu wähnen, denn parallel dazu befanden sich die Bayern in einem ihrer seltenen Tiefs, als man in Frankfurt 5:1 unterging und diese Niederlage die Entlassung Kovacs zur Folge hatte. Aber wie Thomas Müller betonte: »Immer wieder herrlich, wenn die Dortmunder nach München kommen.« Die Dortmunder erwiesen sich als exzellenter Aufbaugegner für die Münchner, die, und das bleibt dann doch das Rätselhafte, plötzlich all das wieder zeigten, was sie vorher vermissen ließen, Laufbereitschaft, Zweikampfstärke, Kompaktheit, Ballsicherheit und ein Pressing, mit dem die Dortmunder nicht umgehen konnten. Zwar liefen die Dortmunder sogar mehr, aber das nur, weil sie dem Ball, der bei den Münchnern wie am Schnürchen lief, hinterherhetzen mussten. Den Zweikampf suchten die Dortmunder nicht. Julian Brandt ging da mit gutem Beispiel voran, denn sein Anlaufen hatte immer nur Alibifunktion, während Sancho von drei Bayern umringt war, kaum dass er den Ball hatte. Er war es auch, der das 1:0 durch Lewandowski einleitete, weshalb er dann auch als zu großes Risiko ausgewechselt wurde. Aber ohne seine Einfälle und seinen Esprit, blieben Götze, Hazard, Brandt und später auch die eingewechselten Reus und Alcacer völlig wirkungslos. Eine einzige torgefährliche Situation brachten die Dortmunder zustande, während es vor dem Dortmunder Tor ständig brannte. Nur Hummels wehrte sich, aber es passte zu diesem Abend, dass ihm dann noch das Eigentor zum 4:0 Endstand unterlief. Das die Bayern all das zeigten, was sie vorher vermissen ließen, hängt vielleicht damit zusammen, dass es für jeden Spieler gegen Dortmund eben um das Topspiel geht, also gegen den unmittelbaren Konkurrenten, während Dortmund als völlig verunsicherter Haufen erscheint, der jeglichen Glauben an sich verloren hat. In solchen Situationen gehen Rummenigge & Co. rigoros vor und entlassen den Trainer. Dortmund hingegen übt sich in Geduld, obwohl klar ist, dass Favre mit dem von Zorc geforderten »Männersport« nicht so viel anfangen kann. Er setzt auf die Techniker, die dem Zweikampf lieber aus dem Weg gehen, während Flick bei den Bayern Thiago und Couthino auf der Bank ließ, weil er wusste, dass sich mit ihnen, wenn es hart auf hart kommt, kein Staat machen lässt. Auch wenn »Männersport« an den alten ranzigen Begriff aus dem letzten Jahrhundert erinnert, letztlich beruht das Wesen des Spiels eben doch auf Kampf. Technik ist darüberhinaus das entscheidende Moment, wenn die Voraussetzung stimmt. Und diese Voraussetzung, quasi das Einmaleins des Fußballs, lassen die Dortmunder vermissen. Das Warum ist Psychologie, die in einem Mannschaftsgefüge ihre eigene Dynamik entwickelt, und um diese Dynamik zu steuern, die Spieler zu motivieren, ihnen den Glauben an sich einzupflanzen, ist Favre nicht der richtige Mann.

Die Wahrheit über den 10. Spieltag

Endlich mal wieder ein Spieltag, der nicht wie früher im üblichen Einerlei schnell vergessen wird, denn die Bayern haben bei ihrer heftigen 5:1-Klatsche in Frankfurt bewiesen, dass nicht nur die Dortmunder Krise können. Was bei den Bayern los ist, weiß niemand so genau, denn vor nicht allzu langer Zeit haben sie in der CL den letztjährigen CL-Finalisten Tottenham mit 7:2 deklassiert. Danach aber folgten nur noch Rumpelspiele wie zuletzt das Pokalspiel gegen den Zweitligisten Bochum, das nur durch Glück und unverdient gewonnen wurde. Diese 5:1-Niederlage wird nicht nur das Ende von Kovac einläuten, der bei den Bossen sowieso immer nur als Notnagel begriffen wurde, sie könnte auch allen Bundesligavereinen signalisieren, dass Bayern eben auch nur mit Wasser kocht, d.h. andere Mannschaften gehen nicht mehr in ein Match mit der Haltung, hoffentlich wird es nicht so schlimm, sondern: gegen die Bayern kann man auch gewinnen, wenn man nur will. Darauf weist auch eine Aussage von Timo Werner hin: »Wenn jetzt schon Frankfurt die Bayern weghaut…«, ließ allerdings offen, was das heißen könnte. Es heißt in jedem Fall, dass sogar Leipzig Meister werden könnte, denn die haben gerade einen sensationellen Lauf, den die Mainzer über sich ergehen lassen mussten, denn sie gerieten gegen die Red-Bull-Truppe mit 8:0 unter die Räder. Im Vergleich dazu ist Dortmund gerade Mittelmaß. Gegen Wolfsburg traten sie zwar ohne Alcacer, Bürki, Sancho, Witsel, Delany und ab der 28. Minute auch ohne Reus an, aber die Restelf spielte auch nicht schlechter als die übliche Startelf, jedenfalls nicht in der ersten Halbzeit. Da hatte auch der glückliche 2:1-Sieg gegen Gladbach im Pokal nichts genutzt. Von Schwung keine Spur, sondern der übliche Ballbesitzfußball. Das änderte sich erst in der 2. Halbzeit, als Hazard freistehend von Hakimi angespielt werden konnte, weil sich kein Wolfsburger wirklich zuständig fühlte, und vom Sechzehner aus verwandelte. Kurz darauf war es Guerreiro, der auf 2:0 erhöhte. Danach hatte man nie das Gefühl, die Wolfsburger könnten zurückkommen, wie das noch bei den Remis-Spielen vorher der Fall war, als die Dortmunder krampfhaft bemüht waren, einen Sieg über die Linie zu schleppen, was regelmäßig mißlang, weil beim Gegner ein Wille vorhanden war. Den konnte man auch den in der Liga bislang ungeschlagenen Wolfsburgern zwar nicht unbedingt absprechen, aber sie waren einfach nicht in der Lage dazu, Druck zu erzeugen. Mönchengladbach ließ sich nicht von der letzten Niederlage gegen den BVB aus der Bahn werfen und gewann in Leverkusen mit 2:1, allerdings mit Hilfe einer ordentlichen Portion Glück, denn Leverkusen war in der 2. Hälfte bärenstark und hatte einige Möglichkeiten zumindest für ein Remis. Freiburg erwies sich auch in Bremen als Mannschaft des Last-Minute-Tores und erzwang sich gegen ebenfalls kämpferische Bremer ein 2:2. Im ersten Berliner Derby der Geschichte hatte Union die Nase vorn mit einem Elfmeter in der 87. Minute. Die Fans müssen allerdings noch üben. Die für ihr Proletentum bekannten Herthaner feuerten mit Leuchtmunition auf den Gegner, und die Zonen-Hooligans von Union ließen sich nach einem Ausbruchsversuch von ihren Rängen von ihren Spielern zurückscheuchen als wären sie unartige Jungs. Und das war schon fast irgendwie trollig. Jedenfalls hätte der Spieltag besser gar nicht verlaufen können.

Die Wahrheit über den 9. Spieltag

Spätestens nach dieser Woche, nach dem 0:2 in Mailand und dem 0:0 gegen Schalke, ist klar: der BVB befindet sich in einer veritablen Krise. Und diese Krise betrifft die gesamte Mannschaft, die keine schnellen Kombinationen in die Tiefe mehr zustande bringt, jegliches Risiko scheut und eine ungewöhnliche Zweikampfstärke an den Tag legt. Vielleicht liegt es ja an den Vorschusslorbeeren und der Erwartungshaltung, mit der die Mannschaft konfrontiert wurde, jedenfalls leidet man sehr unter der Einfallslosigkeit der Dortmunder. In Mailand traten die Dortmunder auf, als wollten sie nach dem 1:0-Rückstand immer noch ein 0:0 halten, und erst auf dem allerletzten Drücker versuchte man etwas offensiver zu spielen, und dann war es Guerreiro, der den Ball verlor, der zum 2:0-Konter führte. Man musste froh darüber sein, dass die Schalker ihre Chancen nicht so eiskalt nutzten wie Inter. Immerhin traf Schalke zweimal den Pfosten und einmal musste Guerreiro auf der Linie klären, aber vor allem Matondo hatte mehrere gute Möglichkeiten, die er allesamt vergab. Zum Glück für Dortmund. Die Schwarzgelben brachten hingegen nach vorne gar nichts zustande, und es ist bezeichnend, dass der einzige, der ein paar Bälle aufs Schalker Tor schoss, Sancho war. Die Schalker spielten ruppig, einsatzfreudig und liefen die Dortmunder Abwehr schon weit in der gegnerischen Hälfte an. Die Folge waren immer neue Ungenauigkeiten, grandiose Fehlpässe und Missverständnisse der Dortmundern. Witsel verlor erstaunlich viele Zweikämpfe, was er sonst nie tut. Dennoch sagt die Zweikampfquote, dass die Dortmunder um 5 Prozentpunkte besser war, und auch viele andere statistischen Werte sprachen für Dortmund oder waren wie sogar die Laufleistung ausgeglichen, nur nicht die entscheidenden, nämlich die Torschüsse, was daran lag, dass die Dortmunder ohne Stürmer spielten, der in den Sechzehner gegangen wäre, und da sie auch keine Fernschussspezialisten sind, wird es natürlich schwer, überhaupt ein Tor zu erzielen. Allerdings würde man sich Illusionen machen, ginge man davon aus, dass mit der Rückkehr von Alcacer alles besser würde. Es ist das Zutrauen der Mannschaft in ihre eigenen Kräfte und Möglichkeiten, die den Dortmundern z.Z. abgeht. Immerhin gab es kurz vor Schluss, als den Schalkern die Luft ausging, eine schöne kleine Idee von Brandt, der den Ball für Reus in einer gefährlichen Zone durchsteckte, aber der Pass war zu unpräzise, wie vieles an dem unansehnlichen Spiel mit verbissenen Zweikämpfen, die kaum einen Spielfluss zuließen. Favre scheint nicht in der Lage zu sein, dem entgegenzuwirken, wobei ihm wenig mehr einfällt als die Backen aufzublasen und die Augenbrauen hochzuziehen. Immerhin tut sich auch Bayern schwer, sogar zu Hause gegen Union, als man mit Mühe und nur aufgrund eines verschossenen Elfers von Union sich mit einem 2:1 an die Spitze setzte. Dennoch hatte Bayern Chancen für fünf, sechs Tore, und wenn sie ihre Treffsicherheit wieder zurückgewinnen, dann werden sie auch wieder ihre einsamen Runden an der Tabellenspitze drehen. Das schönste an diesem Spieltag war der 2:1-Sieg der Freiburger gegen Leipzig, mit dem sie sich zumindest für eine Nacht auf Platz 2 gesetzt haben, denn es ist an der Tabellenspitze immer noch wahnsinnig eng, weil fast die Hälfte der Liga da vorne nur drei Punkte auseinander ist.

Die Wahrheit über den 8. Spieltag

Nur selten war die Liga so ausgeglichen wie in dieser Saison. Jeder scheint jeden schlagen zu können. Beim Wetten auf Wahrscheinlichkeit zu setzen, damit scheint man z.Z. garantiert falsch zu liegen. Auch diesmal gingen die meisten Spiele überraschend aus. Allen voran das glückliche Dortmunder 1:0 gegen den Tabellenführer aus Gladbach. Schon in der 1. Halbzeit lieferte Akanji eine präzise Vorlage für Embolo, die der herausstürzende Bürki nur mit großen Risiko klären konnte, und auch ein weiteres Mal musste Bürki alles aufbieten, um den allein auf ihn zulaufenden Gladbacher Stürmer zu stoppen. Die Dortmunder Abwehr ist so löchrig wie ein Schweizer Käse, die allerdings wieder einmal umgestellt werden musste, weil Favre Hakimi in die Offensive beorderte, wo er weitgehend wirkungslos blieb, weil seine Stärken auf der Außenbahn sind, denn nur wenn Hakimi von hinten Schwung und Schnelligkeit aufnehmen kann, ist er wirklich gegährlich. Der zuletzt ein- und dann wieder ausgewechselte Brandt musste im Sturm ran, weil Alcacer und Götze verletzt sind, alles in allem eine völlig neue Situation und Aufstellung. Zudem fehlten die Ideen und die Genialität Sanchos, der sich nach dem Länderspiel für die Brexit-Briten ein paar Tage frei nahm, bevor er nach Dortmund zurückkehrte. Dann verhinderte Reus gleich zweimal die Führung durch Hazard und Brandt durch Abseitsstellungen, einmal mit der Ferse, von der es nur einen sehr undeutlichen Videobeweis gibt. Immerhin gelang ihm dann doch der Siegtreffer, indem er den Ball Sommer durch die Beine schob. Zumindest hinsichtlich des Glücks war dieser Sieg ein eindeutiger Fortschritt gegenüber den 2:2-Ergebnissen, über die Dortmund in den letzten drei Begegnungen nicht hinauskam. Vor allem im letzten Spiel gegen Freiburg, als die Dortmunder auf Anweisung Favres einen erbärmlichen Angsthasenfußball spielten, der zurecht mit dem Freiburger Ausgleich in den letzten Minuten bestraft wurde, zeigten die Borussen eindrucksvoll, dass sie in diesem Jahr mit Sicherheit eins nicht werden, nämlich Meister. Aber Meister scheint auch sonst niemand werden zu wollen, nicht mal die Bayern, die die 2:2-Tradition der Dortmunder gegen die abstiegsbedrohten Augsburger fortsetzten und dabei wie schon zuletzt gegen Hoffenheim jede Menge Chancen ausließen. Aber im Unterschied zu Dortmund haben die Bayern wenigstens Chancen, was man von Dortmund nicht wirklich behaupten kann. Freiburg hingegen, die dem BVB zumindest einen Punkt abgeluchst haben und ganz vorne mitspielen, verloren aus lauter Angst vor ihrem Erfolg bei Union Berlin, das bislang nur ein Spiel gewinnen konnte, nämlich das gegen Dortmund. Und Wolfsburg hält sehr zäh an seiner Serie fest, nicht zu verlieren, diesmal allerdings sogar in Leipzig, bei denen man zunächst den Eindruck hatte, sie würden der Liga entfleuchen. Es war ein 1:1 der unattraktiven Sorte, ebenso wie das 1:1 der Herthaner bei den ersatzgeschwächten Bremern, die einfach nicht gewinnen können, obwohl es der Trainer seiner Mannschaft und den Fans versprochen hatte. Vielleicht handelt es sich gar nicht um eine Ausgeglichenheit der Liga, sondern nur um eine allgemeine Schwäche, die sie befallen hat, wo die sogenannten Underdogs durch großes Engagement und Kampfeswillen den Favoriten das Leben schwer machen, die Schwierigkeiten haben, sich zu motivieren.

Die Wahrheit über den 6. Spieltag

Der BVB kann nicht mehr gewinnen. Schon zum 3. Mal hintereinander sprang nur ein Unentschieden heraus, dabei hätte man alle drei Spiele eigentlich gewinnen müssen. Zu Hause gegen Barcelona erlaubte sich Reus sogar, einen Elfer zu verschießen, aber während die Dortmunder gegen Barcelona so gut wie nichts zuließen, sah das gegen die Eintracht und Bremen schon ganz anders aus. Sowohl der Eintracht als auch Werder brauchten nicht viele Chancen, um ihre Tore zu machen. Gegen die Eintracht war es noch ein Motivationsproblem, denn im Gegensatz zu den Frankfurtern hatte man bei den Dortmundern nie das Gefühl, dass sie das Spiel wirklich gewinnen wollten. Darauf angesprochen verlor Reus die Contenance, aber es stimmte nun mal leider. Und vor allem wäre die Alternative weit schlimmer, denn dann hieße der Spielverlauf, dass Dortmund einfach nicht mehr drauf hat, obwohl den Frankfurtern noch ein anstrengendes Spiel gegen Arsenal in den Knochen steckte und die Dortmunder zwei Tage mehr Zeit zur Erholung hatten. Davon war aber nichts zu merken, weil die Frankfurter trotz dieser Tatsache mehr rannten und ackerten. Gegen Bremen hingegen versäumten die Dortmunder wieder einmal, aus ihrer Überlegenheit vor allem in der ersten Halbzeit mehr zu machen. Sie hatten Bremen völlig eingeschnürt und trotz des Rückstands durch den ersten Schuss aufs Tor nach einer Kette von verlorenen Zweikämpfen kam man ebenso überraschend nur eine Minute später nach einer Flanke von Piszczek durch einen Kopfball vom Götze zum Ausgleich, der sehr nach einem Stellungsfehler der Bremer aussah. Kurze Zeit später köpfte Reus nach Flanke von Hazard zur Führung ein, woraufhin der Reporter die überaus interessante Information beisteuerte, dass Reus und Götze noch nie im gleichen Spiel je ein Kopfballtreffer gelang. Immerhin war Reus sein 13. Treffer im 13. Spiel gegen Bremen gelungen. Aber wie häufig bei einer Führung versuchte Dortmund das Ergebnis spielerisch zu verwalten, obwohl ein weiterer Treffer ziemlich wichtig gewesen wäre, aber den vergab Dahoud nach glänzender Vorlage durch Götze, weil er an der Zehenspitze des Bremer Torwarts scheiterte. In der 2. Hälfte dann kam Bremen besser ins Spiel, und weil sie nie aufsteckten und immer an eine Ergebniskorrektur glaubten, gelang es ihnen auch. Dem BVB hingegen ging die Dominanz verloren, die in hinreißend anzusehendem Kombinationsfußball bestand, auch weil letztlich zu wenig dabei herauskam. Den Bremern genügte ein Standard, um zum Ausgleich zu kommen. Jetzt hat der BVB nur 11 Punkte von möglichen 18, und da Leipzig zwar nach einem Rotationsexperiment zu Hause gegen Schalke 3:1 verlor, aber die Mitkonkurrenten alle gewannen, ist man jetzt auf Platz 7 abgerutscht. Drei Punkte hinter Bayern, die sich beim Aufsteiger Paderborn zwar schwer taten, aber eben trotzdem gewannen, genauso wie Gladbach, Leverkusen und Wolfsburg. Favre sah nicht sehr glücklich an diesem Abend aus. Er wusste einfach nicht, woran es lag, denn Dortmund ist zwar spielerisch besser, aber es springt einfach nichts dabei heraus.

Die Wahrheit über den 5. Spieltag

Ein Tag, wie für Tipper geschaffen. Selten war es so leicht, den Tippzettel richtig auszufüllen, denn es gab keine Überraschungen, nur die Freiburger haben zu Hause den Sieg verpasst, den man ihnen gegen Augsburg eigentlich zugetraut hätte, den die Freiburger hatten bislang nur ein Spiel verloren und mischten oben mit, während Augsburg ziemlich katastrophal in die Saison gestartet war. Aber diesmal hakte es bei den Freiburgern, vor allem in der Chancenauswertung. In der ersten Hälfte spielten die Freiburger wie ein echter CL-Teilnehmer-Kandidat und gingen folgerichtig auch in Führung, aber den Augsburgern genügte ein schöner Spielzug, um durch den Ex-Freiburger Niederlechner den Ausgleich zu schaffen. Dann verflachte die Partie, weil sich die Augsburger aufs Ergebnis Halten beschränkten und den Freiburgern keine richtig klaren Aktionen mehr gelangen. Sonst verlief in der Bundesliga alles nach Plan. Die Bayern gewannen ganz nach Plan 4:0 zu Hause gegen Kölner, die nur eine halbe Stunde der bayerischen Dominanz widerstanden. Jetzt ist Bayern schon wieder die Dampfwalze, die sie schon seit jeher war. Mit Coutinho zählen sie auch wieder zu den Favoriten der Champions-League, denn mit ihm haben sie einen Weltklasse-Spieler bekommen, der eben den entscheidenden Unterschied machen kann. Dass Barcelona ihn hat gehen lassen, zeigt, dass es nicht reicht, ein Ensemble von Weltklasse-Leuten zusammenzustellen, sondern dass man es versteht, ihre Stärken auch mannschaftsdienlich einzusetzen. Und da scheint der Haussegen bei Barca gerade ziemlich schief zu sitzen, denn nicht nur im Champions-League-Gruppenspiel gegen Dortmund hatte man eine Menge Dusel und war mit einem 0:0 mehr als gut bedient, jetzt verlor man auch noch beim Aufsteiger Granada mit 2:0, und dass trotz Griezmann, de Jong, Messi und Suarez. Die Münchner hingegen wird Coutinho über das Dilemma zu Beginn der Saison hinweghelfen. In der Bundesliga scheint wieder alles nach Plan zu verlaufen. Da hat man es nur mit Leipzig und Dortmund zu tun, wobei sich Dortmund ja bereits einen Ausrutscher leistete. Nur Leipzig hat nun auch in Bremen gewonnen, ohne irgendwie in Bedrängnis zu geraten, Leverkusen siegte trotz katastrophaler Leistung in der Champions-League, die schon fast nach einem Blackout aussah, souverän und standesgemäß gegen chancenlose Unioner, Hertha feiert seinen ersten Sieg gegen die vorher punktgleichen Paderborner und hat jetzt schon vier Punkte. Da gibt es jetzt Zeit, ein bisschen zu spekulieren, ob der weltklasse auftrumpfende Hummels, der gegen Barcelona eine große Partie spielte, nicht doch wieder ein Fall für die Nationalmannschaft ist. Und es ist tatsächlich kaum verständlich, ihn nicht zu nominieren und stattdessen ein paar eher mittelmäßige Spieler aufzustellen, aber ich habe da nichts dagegen. Yogi Löw macht das schon. Vielleicht reicht es ja fürs Ausscheiden, und dagegen hätte ich überhaupt nichts einzuwenden.

Die Wahrheit über den 4. Spieltag

Nach der Blamage vor zwei Wochen bei Union Berlin, wo die Dortmunder einen ziemlich ratlosen Eindruck gemacht haben, als sie einem ständigen Pressing ausgesetzt waren und nach der Devise Favres sich »geduldig« den Ball um den Strafraum zuschoben, aber nie gefährlich zum Abschluss kamen, um sich mit sehenswerten Fehlern auskontern zu lassen, nach diesem Grottenspiel war natürlich »Wiedergutmachung« angesagt. Man munkelte sogar, dass es im Mannschaftsgefüge knisterte, dass Hummels die hierarchischen Strukturen durcheinandergebracht hätte, dass Reus einfach kein Leader sei, was ja auch stimmt, dass Favre nicht unumstritten sei, weil er nicht mit der Leidenschaft ans Werk gehe, die notwendig ist, um junge Spieler begeistern, und stattdessen immer nur »Geduld Geduld« predige, was ebenfalls stimmt. Und deshalb galt es nach der nicht eingeplanten Niederlage gegen einen Aufsteiger mit begrenzten Mitteln gegen Leverkusen die andere Seite des BVB zu zeigen. Und tatsächlich gelang das ganz gut, denn der auf Offensive setzende Bosz, der mit diesem Konzept bislang ganz gute und bessere Ergebnisse als damals in Dortmund erzielt hatte, schaffte sogar den besten Saisonstart seit wer weiß wieviel Jahren. Leverkusen spielte also vor allem in den ersten zwanzig Minuten gut mit und hatte einige Großchancen, die Bellarabi großzügig vertat. Nach einer halben Stunde aber gab es im Zuspiel der Leverkusener ein Missverständnis, so dass sich Hakimi den Ball schnappen konnte, während Bellarabi hinterhertrottete (wofür er eigentlich sofort ausgewechselt hätte werden müssen), sodass Hakimi in aller Ruhe eine wundervolle sanfte Flanke aus dem Halbfeld in den Strafraum chippen konnte, die Alcacer direkt und auf elegante Weise verwandelte. Jetzt fing der BVB an, das Spiel zu dominieren und kurz nach der Halbzeit war es mal wieder der auf der rechten Seite sträflich alleingelassene Sancho, der in den Strafraum laufen und auf Alcacer zurückpassen konnte, der soviel Übersicht besaß, dass er einen Schuss nur antäuschte, der sowieso abgeblockt worden wäre und für Reus durchließ, der unhaltbar in die lange Ecke schoss. Das sah schon alles ziemlich gut aus, und als dann der Glaube der Leverkusener an sich selber schwand und nach dem 3:0 der unauffällig bleibende Havertz ein Frustfoul beging, war klar, das kein Anschlusstreffer mehr fallen würde, sondern höchstens das 4:0, was dann ja auch so war. Ob die Leistung ausreicht, um am Dienstag gegen Barcelona zu bestehen, darf man bezweifeln, aber immerhin war es schon mal ein Anfang. Da Bayern im 4. Spiel bereits das 2. Unentschieden hinnehmen musste, und zwar in Leipzig, die einen optimalen Start hingelegt hatten, konnte sich der BVB wieder vor die Bayern schieben. Leipzig wollte zwar unbedingt gewinnen, aber vor allem in der ersten Halbzeit hatten sie Glück, dass Lewandowski von drei Großchancen nur eine verwertete und ein Elfer nicht gegeben wurde, der zwar tatsächlich keiner war, aber normalerweise sonst immer für Bayern gegeben wird. Und sonst: Hertha verliert in Mainz und hat nur einen Punkt vorzuweisen. Und das Hochrisikospiel Köln gegen Gladbach geht ganz undramatisch 1:0 für die Fohlen aus, also alles so, wie es sein muss.

Die Wahrheit über den 3. Spieltag

Dortmund knüpfte nahtlos an seine Leistung gegen Köln aus der ersten Halbzeit an. Ideenlos, leidenschaftslos, ohne Kampfgeist, und von den sogenannten Leadern Reus und Hummels kaum was zu sehen. Die in den Himmel gelobte junge Mannschaft hielt sich an das Credo ihres Trainers und spielte mit 75 Prozent Ballbesitz geduldig um den Strafraum herum. Man ist immer wieder aufs Neue überrascht, wie wenig Favre in der Lage ist, sich auszudrücken oder auch nur einen klaren Gedanken zu formulieren. Als er nach dem Spiel gefragt wurde, woran es lag, konnte er keine Spielanalyse erstellen, sondern sagte nur, dass man Geduld haben müsse und dass Laufen wichtig sei, weil Union Berlin 7 Kilometer mehr gelaufen war als die Dortmunder, die fast schon aufreizend behäbig spielten. Das Geduldsspiel, dass den Dortmunder auferlegt wurde und dass gegen Köln gerade mal noch so klappte, führte schließlich zu Fehlern der Dortmunder und nicht die Unioner. Vor allem Akanji brillierte als letzter Mann mit einem Stopfehler, indem ihm ein Ball als Vorlage für den Gegner geriet, von dem er sich dann auch noch tunneln ließ. Und auch das 3:1 verdeutlichte, dass die Unioner mit Doppelpass und Direktspiel den Spielwitz hatten, den Dortmund völlig vermissen ließ. Union gab zudem mehr Torschüsse ab als die Schwarzgelben, liefen mehr und holten mehr Ecken heraus. Die anderen Spielwerte, bei denen der BVB haushoch überlegen war, wie Passquote und Anzahl der Pässe, Ballbesitz und Zweikampfquote überließen die Unioner den Dortmundern. Und das ist interessant, denn das verdeutlicht mal wieder, wie wenig mit diesen Werten zu erreichen ist, wenn nicht auch noch Kampfgeist und Siegeswille dazukommt, die die Dortmunder völlig vermissen ließen. Und damit ist ja wohl schon alles gesagt zur vorab bereits vergebenen Meisterschaft, denn Bayern zeigte eindrucksvoll mit einem 6:1 gegen arme Mainzer, wie man Meister wird. Dass es nicht ein vollkommen vergurkter Abend war, lag an Neven Subotic, der in Dortmund die großen Triumphe an der Seite von Hummels feiern durfte und von den Dortmunder Fans immer noch auf rührende Weise verehrt wird. Subotic ist einer der wenigen Fußball-Millionäre, der mit seinem Geld sich nicht nur den neuesten Masserati in die Garage stellt, sondern mit seinem Geld etwas sinnvolles tut, der eine Stiftung gegründet hat, die in Afrika Trinkwasserbrunnen für Dörfer baut und den Bewohnern dort das Überleben ermöglicht. Und gerade deshalb ist es so schön, dass er auch noch als Spieler anderer Mannschaften mit großen Ovationen gefeiert wird und der an den Verein wirklich sein Herz verloren hat und dem man das glaubt, weil es kein bloßes Lippenbekenntnis ist. Schon nach dem 3. Spieltag hat es nur eine Mannschaft geschafft, die neun möglichen Punkte auch einzufahren, nämlich die von allen gehasste Retortenmannschaft RB Leipzig. Das ist bitter, aber sie haben zumindest mit Nagelsmann einen Trainer, der sich artikulieren kann. Und noch zwei Überraschungen: Freiburg, das die zwei Auftaktspiele gewonnen hat, verloren zu Hause gegen Köln, und die Wolfsburger kommen ebenfalls als Heimmannschaft gegen Paderborn über ein Unentschieden nicht hinaus.

Die Wahrheit über den 2. Spieltag

Auf amazon prime gibt es die Serie »Inside Borussia«, um in der Öffentlichkeit die Sympathiewerte zu steigern. Bayern ist da schon abgehängt. Wovon man sich bei der Serie unter anderem überzeugen kann, dass Favre eine völlige Fehlbesetzung ist, wenn es darum geht, die Spieler zu motivieren. Man sieht ihn, wie er sagt, »wir können es schaffen« und man denkt »Aha, wie interessant«. Es kann aber auch an etwas anderem gelegen haben, dass Dortmund in Köln wieder in alte Verhaltensmuster verfiel, die man nach den ganzen Vorschusslorbeeren und den hoch gelobten Neueinkäufen schon gar nicht mehr für möglich hielt. Der FC war natürlich bis in die Haarspitzen engagiert und lief die Dortmunder Verteidiger weit in deren Strafraum an. Das schienen die Dortmunder nicht gewohnt zu sein. Den Ball und damit den Gegner laufen lassen, hatte ihnen Favre eingehämmert mit seiner kleinen geballten Faust, wenn man dazu allerdings keinen Raum hat und man in Zweikämpfe gezwungen wird, denen man unbedingt aus dem Weg gehen wollte, dann schienen die Dortmunder von einer seltsamen Unsicherheit geschüttelt zu werden. Akanji semmelte unerklärlich den Ball ins Aus, Bürki hätte beim Versuch, einen heranstürzenden Düsseldorfer ins Leere laufen zu lassen, fast ein Eigentor fabriziert, die Spieler suchten verzweifelt nach einem freien Mitspieler und Weigl verlor einen Zweikampf nach dem anderen. Alles in allem eine trostlose Veranstaltung, die gekrönt wurde durch ein Tor der Kölner nach einer Ecke. Und das war keinesfalls unverdient. Aber was war mit der Dortmundern los? Hatten sie das Gerede vom kommenden Meister für bare Münze genommen? Wollten sie so körperlos spielen, wie ihnen das die Augsburger ermöglicht hatten? Leider weiß man nicht, was in der Köpfen der Dortmunder vor sich ging, aber nicht mal Sancho machte eine Ausnahme. Erst als Hakimi für Schulz und Brandt für Weigl kamen, bekam das Dortmunder Spiel langsam Konturen, wurden auch mal Zweikämpfe angenommen und kombiniert. Natürlich war es wieder Sancho, der mit einem schönen Linksschuss den Ausgleich schaffte. Die Kölner knickten aber nicht ein, sondern setzten alles auf eine Karte, wurden dann aber nach einer der wenigen tollen Kombinationen schachmatt gesetzt, Pisczcek konnte in Ruhe flanken und Hakimi den Ball per Kopf unter die Latte wuchten. Danach machten die Kölner noch weiter auf und liefen in einen Konter, den wer anderes als Sancho wunderbar vorbereitete, indem er den Ball für Alcacer auflegte. Aber sich immer auf die 2. Halbzeit zu verlassen und den Gegner sich müde spielen zu lassen, ist keine allzu attraktive Taktik, vor allem, weil sie nicht gerade verlässlich aufgeht, aber schön, dass es gegen die Kölner geklappt hat. Dicht auf den BVB-Fersen sitzt Freiburg, die in Paderborn etwas glücklich 3:1 gewonnen haben, Werder konnte auch gegen Hoffenheim nicht gewinnen und verlor nicht nur Eggestein mit einer roten Karte, sondern auch das hin und herwogende Spiel in der 88. Minute durch ein Tor von Bittencourt, Leverkusen zeigte im rheinischen Duell gegen Düsseldorf, wer die Nase vorn hat, und bei Bayern reichte Lewandowski aus, um gegen engagierte Schalker mit 3:0 zu gewinnen.

Die Wahrheit über den 1. Spieltag

Herr Seethaler ist bereits nach dem 1. Spieltag überzeugt, dass der BVB Meister wird. »Ist doch sonnenklar, Dortmund wird Meister.« Ich sollte ihm eigentlich beipflichten, wenn es da nicht die bei Dortmund-Fans eingebaute Skepsis gäbe, die einem sofort tausend Gründe nennt, die dagegen sprechen. Nur, um mal ein paar zu nennen: Immer, wenn ein Verein für die kommende Saison Ambitionen angemeldet hat, ging es in der Regel schief. Zuletzt meldete Stuttgart Ansprüche auf einen internationalen Platz an mit der Folge, dass der Verein schließlich sogar im Relegationsspiel gegen Union das Nachsehen hatte. In diesem Fall, hatte ich zwar nichts dagegen, denn wer kann schon den VfB leiden? Nicht mal eingefleischte Stuttgarter, die was auf sich halten. Die sind nämlich Kickers-Fans. Außerdem liegen noch 33 Spiele vor einem. Und in denen wird es einem nicht so leicht gemacht, wie es die Augsburger (in der letzten Saison noch der Dortmunds Angstgegener) dem BVB gemacht haben, allen voran Torhüter Koubek, der in der ersten Halbzeit noch prima einige gar nicht so einfache Schüsse abgewehrt hat, dann aber in der 2. Hälfte einige Male daneben griff. Und nach dem Augsburg-Treffer nach 31 Sekunden, gelang dem BVB außer dem schnellen Ausgleich, natürlich und fast wie immer nach genialer Vorarbeit von Sancho, erst mal kein Tor mehr, so dass man schon anfing, sich Sorgen zu machen, denn im Prinzip wird das in dieser Saison die Spiele prägen: Totale Blockade gegen kontrollierten Angriff, denn das ist die einzig mögliche Strategie, die den kleinen Vereinen übrigbleibt. Und wenn dem überlegenen Verein keine Tore gelingen, dann kann es eben so ausgehen, wie am Freitag im Auftaktspiel der Bayern gegen Hertha. Dort stand es am Ende 2:2, weil den Herthanern zwei Glückstore gelangen und die Bayern aus ihrer drückenden Überlegenheit eben auch nicht mehr Tore. Aber das ist noch das einzige Spannungselement: Das Glück der schwächeren, bzw. Pech der besseren Mannschaften. Dortmund wird aber von einer Welle der Sympathie getragen, denn endlich soll mal jemand anders Meister werden und nicht zum 8. Mal Bayern, was ja auch extrem langweilig ist. Aber so leicht werden die Bayern nicht aufgeben. Nach dem geplatzten Sane-Transfer, haben sie jetzt Coutinho an der Angel, der sich bei Barcelona nie richtig durchsetzen konnte und nach den spektakulären Transfers der Spanier noch weniger Chancen hat. Perisic allerdings, der bei Juventus keine Chancen mehr hatte, ist nicht gerade der große Fisch. Trotzdem reicht der Kader der Bayern aus, um den Dortmundern mehr als nur Probleme zu bereiten, auch wenn jeder den Westfalen bescheinigt, wie gut und klug eingekauft wurde. Und tatsächlich ist Hazard ein Gewinn, wie alle anderen Neuen auch, Hummels mit seinen präzisen Außenristpässen (auch wenn er hinten nicht immer eine bella figure macht), Julian Brandt, der gleich nach seiner Einwechslung eine sensationelle Flanke aus dem Halbfeld von Witsel direkt zum 5:1 Endstand verwandelte, und der schnelle Nico Schulz, der viel Druck nach vorne zu machen versteht und endlich mal Schmelzer ablöst, der in der letzten Zeit viel zu ideenlos agierte. Aber der Beste ist nach wie vor nicht etwa Reus, sondern Sancho, bei dem es nicht nur eine Augenweide ist, ihm bei seinen Tricks zuzusehen, sondern der bei der Vorbereitung fast aller Treffer beteiligt ist. Okay, vielleicht hat Herr Seethaler ja doch recht. Ich wünsche es ihm. Manchmal sagt er, er ist Bayern-Fan, aber so richtig glaube ich es ihm nicht.