Kategorie-Archiv: Blutgrätsche

Die Wahrheit über den 23. Spieltag

Die Liga wird hierarchisch gesehen immer flacher, und ansehen mag man sich das zunehmend öder werdende Gekicke auch nicht. Das fällt einem umso mehr auf, wenn man sich ein Spiel wie das von Real Madrid gegen PSG ansieht und dann weiß, welche Attraktivität in einem solchen Spiel stecken kann, wie präzise Pässe sein können, wie ein Rädchen sich ins andere fügt, wie Spieler wie Neymar sich zwischen seinen Gegenspielern hindurchschlängelt. Dann fällt einem plötzlich das Gewürge wie zwischen Freiburg und Bremen sehr unangenehm auf. Nun kann sich nicht jeder Verein einen Neymar leisten, aber attraktive Spiele können auch Freiburg und Bremen liefern. Vielleicht hatten sie einen schlechten Tag, was vorkommen kann, aber vermutlich war das in der vorgegebenen Taktik angelegt, dass beide Vereine unbedingt gewinnen wollten, um aus dem Abstiegssumpf herauszukommen. Und deswegen war es eben eher ein Geholze und Gebolze, ein unbedingtes Wollen, aber nicht Können. Aber so geht es fast allen Mannschaften, selbst solchen, die eigentlich um einen internationalen Platz spielen, denn sie brauchen nur zwei, drei Spiele zu verlieren, um Anschluss nach unten zu kriegen, und deshalb legt sich eine Verkrampfung über die Spiele, in denen nichts klappt und nur der Gegenspieler und der Rasen zu Schaden kommen, was nicht sehr viel ist für das Geld, das man zahlt, um sich sowas anzusehen. Dass dafür der Freiburger Trainer Streich gelobt wird, hat etwas absurdes an sich. Niemand will absteigen, das ist verständlich, aber eigentlich will auch niemand mehr in die Euroleague, denn wie man an zahlreichen Beispielen gesehen hat, wie aktuell bei Köln, heißt das, seine Existenz in der Liga zu gefährden. Wenn eine Mannschaft also mal zufällig eine gute Phase erwischt, die einen sehr schnell nach oben katapultiert, weil sonst jeder gegen jeden verlieren oder auch gewinnen kann, dann verheißt das inzwischen nichts mehr gutes. Darauf sind inzwischen auch die Vereine gekommen, dass die paar Millionen, die sie aus dem europäischen Fußball bekommen, nichts sind gegen den Verlust, den es bedeutet, aus der 1. Liga zu fliegen. Deshalb ist Neapel in der Euroleague mit einer 2. Mannschaft gegen Leipzig angetreten. Lieber will man aus dem Wettbewerb fliegen, als die vor Augen liegende italienische Meisterschaft zu gefährden. Dort liefert man sich ein Kopf an Kopf Rennen mit Juventus, und zum ersten Mal seit fünf oder sechs Jahren ist es im Bereich des Möglichen, das die Turiner mal nicht Meister werden. Und auch für Köln scheint der Preis ziemlich hoch zu sein, abzusteigen dafür, dass man einmal gegen Arsenal spielen durfte. Nur die Bayern können machen, was sie wollen, sie kriegen einfach keine Niederlage zustande, weil es niemanden gibt, der die Gelegenheit beim Schopf ergreifen würde, wenn sich die Möglichkeit schon mal bietet, wie Wolfsburg, die nicht mal eine B-Elf der Bayern davon abhalten konnten, in letzter Minute den Siegtreffer zu erzielen. Aber auch Dortmund würde sich da schwer tun, würde ihnen diese Chance mal eingeräumt werden, was nicht der Fall ist, weil die Bayern Dortmund immer noch für einen ernst zu nehmenden Gegner halten, der er aber nicht mehr ist. Inzwischen hält man sogar Schürrle für einen guten Spieler, der in Bayern nicht mal zum Training zugelassen werden würde, nur weil er mal wieder aus Zufall getroffen hat.

Die Wahrheit über den 22. Spieltag

Obwohl nach dem Abschied von Aubameyang zu Arsenal wieder Ruhe beim BVB eingekehrt sein müsste, nach der sich alle Beteiligten sehnen, die das sogenannte »Wechseltheater« für die schlechten Leistungen der Mannschaft verantwortlich machen, wird es nicht besser auf dem Rasen. Auch gegen den ziemlich sicheren Absteiger aus Hamburg, spielten die Dortmunder nicht etwa befreit auf, und auch die Rückkehr von Marco Reus nach acht Monaten Verletzungspause ließ die Leistungskurve nicht etwa steigen, nein, vor allem in der ersten Halbzeit konnte man ein müdes und ödes Hin- und Hergeschiebe des Balles bewundern, weil jeder offenbar Angst hatte, einen Fehlpass zu prouduzieren, von Kombinations- oder One-touch-Fußball war nichts zu sehen. Nur wenn Marco Reus am Ball war, blitzte ein bisschen von dem auf, was die Dortmunder früher ausmachte. So fiel das 1:0 für die Dortmunder eher überraschend und zufällig, als ein mißglückter Torschuss des ansonsten sehr schwachen Pulisic zur Torvorlage für Batshuayi geriet. Die Hamburger aber kämpften unverdrossen weiter und setzten die Dortmunder unter Druck, und immer wieder gelang es ihnen, gefährlich vors Tor zu kommen, oder Bürki glänzte mit einer seiner Spezialitäten, indem er dem Gegner den Ball zuspielte, aber die Hamburger ließen alle Möglichkeiten konsequent aus. Kein Wunder, dass die BVB-Spieler schon zur Halbzeit ausgepfiffen wurden, obwohl sich viele über das Comeback von Reus freuten. Niemand weiß genau, woran es liegt, dass fast alle unter ihren Möglichkeiten spielen und man gegen einen tief stehenden Gegner ratlos ist. Watzke sagte auf diese Situation angesprochen in einem Interview für die FAZ, dass der BVB im internationalen Ranking immer noch auf Platz 10 zwischen Manchester City und Manchester United stehe, und man merkte sofort, da will sich einer was schön reden, denn das diese Tabelle nicht die Wirklichkeit spiegelt ist so offensichtlich, dass man Watzke zurufen möchte, träum weiter. Schließlich waren laut Watzke Dembelé und Aubameyang die letzten Spieler, die der BVB habe ziehen lassen, das habe er vor versammelter Mannschaft sehr laut und deutlich zum Ausdruck gebracht, aber als börsennotierter Verein habe man nicht so einfach die Angebote ablehnen können. Klar, es ist ja auch niemand mehr da, den ein anderer Verein unbedingt haben möchte, abgesehen vielleicht von Marco Reus, aber der ist viel zu verletzungsanfällig, um für einen englischen Verein interessant zu sein. Es gibt eben nur noch Mittelmaß beim BVB wie Schürrle, der auch in diesem Spiel wieder sehr engagiert und maximal ineffektiv auf dem Platz herumstolperte und die einfachsten Bälle verlor, der überhaupt nur eine Aktion hatte, nämlich die Vorlage auf Götze zum 2:0 in der letzten Minute der Nachspielzeit, als die Partie bereits entschieden war. Batshuayi wird sich bereits fragen, wo er da hineingeraten ist, denn wenn Toprak bereits zu den besseren Spielern zählt, kann man sich vorstellen, wie traurig die Vorstellung seiner Kollegen war, sieht man vielleicht ein wenig von Götze ab, der aber immer nur eine Halbzeit gut ist. Schließlich sagte Watzke noch, dass man wieder mehr Spieler mit dem sogenannten »Siegergen« verpflichten wolle, solche Leute wie Bender, der zu Leverkusen wechselte. Aber wenn schon solche Spieler den Verein verlassen, dann stimmt irgendetwas im Verein ganz grundsätzlich nicht.

Die Wahrheit über den 21. Spieltag

So wirklich verdient war der 3:2-Sieg der Dortmunder in Köln nicht, jedenfalls spielten sie alles andere als dominant gegen den Tabellenletzten, der durchaus auf Augenhöhe mithalten konnte. Das Spiel war ziemlich ausgeglichen und dank des Kölner Engagements wurde es sogar ein ziemlich lebendiges Spiel. Die Kölner hatten durch Jojic sogar die erste Großchance, aber der Ex-Kollege der Dortmunder schoss den Ball großzügig in die Arme von Bürki. Die Dortmunder taten sich schwer, aber als ausgerechnet Toljan, der sonst nie einen Ball in den Strafraum bekommt, es dann tatsächlich mal schaffte, stand da der Aubameyang-Ersatz und die Leihgabe von Chelsea Batshuayi bereit und zeigte seinen Kollegen mal, wie man das so in England macht. Dennoch kamen die Kölner, die sich dadurch überhaupt nicht aus dem Konzept bringen ließen, zurück, weil die Dortmunder das 1:0 offenbar über die Zeit retten wollten und die Kölner spielen ließen. Nach dem Ausgleich der Kölner kurz nach der Pause dauerte es allerdings nur zwei Minuten, bis Batshuayi den alten Toreabstand wieder herstellte, was allerdings nur durch einen Fehler in der Kölner Hintermannschaft möglich wurde und der ansonsten enttäuschende Pulisic mit der Vorlage mal einen Gedankenblitz hatte. Aber die Dortmunder schafften es auch diesmal nicht, den Vorsprung über die Zeit zu retten. Und als die Kölner erneut ausgeglichen hatten, da waren es die Rheinländer, die unbedingt einen Sieg wollten und es sich auch zutrauten. Allerdings haben sie dafür dann doch nicht das Format und liefen in einen hervorragend von Kagawa eingeleiteten Konter hinein. Batshuayi überließ den Ball dem wieder verlässlich herummurksenden Schürrle, wahrscheinlich weil er noch nicht mitbekommen hat, dass man Schürrle besser nicht anspielt, will man den Ball nicht wieder ganz schnell los sein, und natürlich rennt Schürrle los und schießt aus ziemlich großer Entfernung sinnlos aufs Tor, statt einen freien Mitspieler in Szene zu setzen, und was passiert? Vom Fuß eines Kölner Abwehrspielers abgefälscht senkt sich der Tor unhaltbar zum Siegtreffer ins Tor. Ein Glücksschuss, aber da der Ball im Tor landet, fragt niemand mehr danach, ob das klug war, was Schürrle tat, denn nach den Regeln des Fußballs hätte er den Ball unbedingt abspielen müssen. Aber genau nach diesem Prinzip funktioniert z.Z. der Fußball des BVB: dem Prinzip Hoffnung und Glück. Schon die beiden Tore gegen Freiburg waren Glückstore, und richtig herausgespielt war nur das erste Tor der Dortmunder. Auf diesem Level befinden sich gerade alle sechs Mannschaften, die sich um die Plätze hinter den Bayern balgen. Leverkusen, die noch zu den stabileren Mannschaften gehören, kommen über einen torloses Remis in Freiburg nicht hinaus, das nicht etwa glücklich für Freiburg zustande kommt, sondern durchaus leistungsgerecht ist. Schalke verliert zu Hause verdient gegen den Abstiegskandidaten Bremen, während Leipzig zur Abwechslung mal wieder gewinnt, und zwar gegen den Mitkonkurrenten auf die internationalen Plätze Gladbach. Von den letzten Liga-Spielen hatten die Leipziger nur eins gewonnen, befinden sich aber trotzdem auf Platz 3, punktgleich mit den Leverkusenern, während der BVB nur mit einem Punkt weniger auf Platz 4 steht, obwohl man von den letzten vier Liga-Spielen auch nur eins gewonnen hat. Leverkusen ist 18 Punkte von Bayern entfernt, aber nur 14 Punkte von einem Abstiegsplatz. Da müsste für Bremen noch ein Euroleague-Platz drin sein.

Die Wahrheit über den 20. Spieltag

So, wie der BVB z.Z. spielt, muss man seine Erwartungen erheblich herunterschrauben, was nicht leicht fällt, wenn man an den Anfang der Saison denkt, als es mit spielerischer Leichtigkeit gelang, hohe Siege einzufahren und sogar kurzfristig mit fünf Punkten Vorsprung auf Platz eins zu stehen. Aber selbst in dieser Phase musste sich Dortmund mit einem Unentschieden in Freiburg zufriedengeben, ein Ergebnis, das durch die folgenden ein wenig unter den Tisch fiel. Jetzt wäre der Zeitpunkt gekommen, sich am Lieblingsgegner wieder aufzurichten, denn das letzte Mal, dass Freiburg in Dortmund Punkte holte war 2002. Andererseits sind die Freiburger nicht umsonst seit sieben Spieltagen ohne Niederlage. Und das Spiel gegen Hertha noch in frischer Erinnerung war klar, dass ein Unentschieden mehr als wahrscheinlich sein würde. Dann jedoch befand sich Aubameyang in der Startelf, mit seinem wahrscheinlich letzten Spiel vor heimischer Kulisse und sofort hatte man das Gefühl, dass er sich mit einer Glanzleistung verabschieden wollte, und wahrscheinlich war das auch sein Plan, aber mit den uninspiriert auftretenden Mannschaftskollegen, war der schnell Makulatur. Nils Petersen stehl ihm die Show. Er allein brachte die Dortmunder Abwehr ein ums andere Mal in Verlegenheit. Zwang sie zu Rückpässen, und das mit Erfolg, denn als Sahin, der es nicht schaffte, dem Spiel so etwas wie eine Struktur zu verleihen, angelaufen von Petersen zurückspielen wollte, blockte Petersen den Pass und hob den Ball mit einem 30-Meter-Schuss über Bürki zum 2:1. Dabei hatte es so gut angefangen, als Dortmund Druck machte und ein Abpraller Kagawa vor die Füße fiel, der mit einem Seitenfallzieher ästhetisch einwandfrei verwandelte. Freiburg ließ sich aber nicht beeindrucken. Haberer wurde mit einem Steilpass zur Grundlinie geschickt, während Sahin nur gemächlich hinterhertrottete. Ein scharfer Pass in den 5-Meter-Raum verwandelte Petersen zum Ausgleich, umringt von gleich drei Dortmundern, die interessiert zuguckten. Ich beschreibe das Zustandekommen der Freiburger Tore deshalb, um zu zeigen, wie dilettantisch die Abwehr immer noch zu Werke geht, während der underdog in jeden Zweikampf geht, auch wenn die Aussichten schlecht sind. Fast alle statistischen Werte sprachen für Dortmund und dennoch war die Körpersprache bei den beiden Mannschaft völlig unterschiedlich. Leidenschaft bei den Freiburger, Halbherzigkeit bei den Dortmundern, Risiko gegen einfallslose Sicherheitspässe. Den ganz anderen BVB, den Stöger in der Winterpause angekündigt hat, sucht man vergeblich. Gegen kompakt stehende Mannschaften, die als Kollektiv auftreten und nicht mal einen genialen Spieler benötigen, hat Dortmund nur bescheidene Chancen. Am Ende hatten die Schwarzgelben dann sogar noch unverschämtes Glück, denn in der Nachspielzeit schoss Toljan einen ihm vor die Füße flippernden Ball durch die Beine von gleich Freiburgern ins Tor. Dortmund hätte eigentlich nicht gewinnen dürfen, denn die beiden Tore kamen durch Zufall zustande, die beiden Freiburger Tore hingegen waren geplant und so gewollt. Als nächstes geht es nach Köln, gegen die der BVB kaum eine Chance haben wird, denn noch mehr als gegen Freiburg hat man es hier mit einem leidenschaftlich kämpfenden Gegner zu tun. Und diesem Konzept hat Dortmund z.Z. nichts entgegenzusetzen.

Die Wahrheit über den 19. Spieltag

Aubameyang kehrt nach dem sich abzeichnenden desaströsen Verlauf der Saison dem BVB nun endgültig den Rücken und versucht, durch sein unwilliges Verhalten der Vereinsführung die Entscheidung, ihn zu Arsenal ziehen zu lassen, zu erleichtern. Das ist für den Fan nicht schön, wenn wieder einer der wirklich Guten den BVB verlässt, aber auch durchaus verständlich, denn die Mechanismen im Profigeschäft sind so, dass jeder als Vollidiot gilt, der das nicht täte und entsprechend seinem Marktwert das Maximale herauszuholen versucht. Und das ist nicht nur im Fußball so, sondern überall auf dem freien Markt. Wenn Heynckes also einen Appell gegen diese Gepflogenheiten richtet, dann ist das nicht nur naiv, sondern auch zynisch, denn er selbst hat sich diesen Marktgesetzen unterworfen, und nicht nur das, er arbeitet für einen Verein, der diesen Neoliberalismus in der Liga durch seine marktbeherrschende Position schon immer praktiziert hat. Ich erinnere mich vage daran, wie Bayern Mario Götze geholt hat, und sich dabei nicht gerade dem fair play verpflichtet fühlte. Inzwischen muss Bayern allerdings sowieso nur noch kurz zu winken und der Spieler steht sofort bereit und lässt trotz gegenteiliger Bekenntnisse, die er mal für seinen alten Verein gegeben hat, diesen im Regen stehen, wie man gerade wieder bei Goretzka beobachten kann. Wenn Heynckes also die Spieler an ihre »Verantwortung« erinnern will, so ist die wohl kaum zu trennen von der Verantwortung, die die Vereine auch nicht haben. Und weil sich das ganz öffentlich abspielt, kann jeder beobachten, dass es im internationalen Fußball eine Nahrungskette gibt, und ganz oben stehen vier, fünf englische Mannschaften, drei spanische, Paris St. Germain und Bayern. Nicht mal Juve gehört da mehr dazu, bzw. ist in die zweite Kategorie gerutscht, denn auch Turin konnte einen Pogba nicht halten. Deutlicher als sonst wird das alles nur dadurch, weil durch den Megatransfer von Neymar etwas in Rutschen geraten ist und fast alle Vereine durch absurde Magedeals sich möglichst weit oben in der Hierarchie behaupten wollen, wo die wirklich großen Summen generiert oder verbrannt werden, denn der Fußball ist immer noch ein Spekulationsgeschäft. Wenn Heynckes also von »Verantwortung« schwafelt und dafür auch noch gelobt und bewundert wird als moralisch integere Person, so könnte man vielleicht glauben, er sei ein bisschen dumm, in Wirklichkeit aber gehört das einfach zum Geschäft, Heynckes suggeriert durch seine Kritik, dass es so etwas wie Fairness im Fußballgeschäft noch gebe, und das in der einer Zeit, in der die Financial Fairplay-Richtlinien der Uefa noch nie so unterlaufen wurden wie in Zeiten der großen Tranfers. Natürlich schreibe ich das nur, weil es über den BVB nichts gutes zu berichten gibt, außer dass sich nun auch noch Schürrle zu Wort gemeldet hat, der das Verhalten Aubameyangs kritisiert, obwohl er gemessen an seinem geringen Talent nicht nur einer der größten Transferabsahner gewesen ist, sondern auch als Nutznießer der Aubameyangschen Lustlosigkeit seine fußballerische Unfähigkeit unter Beweis stellen darf, wie gerade eben in Berlin, wo er sehr engagiert über den Platz hastete, ohne dass ihm etwas gelungen wäre. Es ist bitter, dass der BVB alle seine wirklich guten Spieler verloren hat und sich nun offenbart, dass der Rest gerade mal gut genug ist, um im oberen Drittel herumzukrebsen, weil es ihm nicht einmal mehr gelingt, gegen mittelmäßige Mannschaften wie Hertha mehr zustande zu bringen als ein uninspiriertes Gekicke und ein unansehnliches Unentschieden. Es tröstet dabei nicht wirklich, dass die Konkurrenz auch nicht viel besser ist.

Die Wahrheit über den 18. Spieltag

Die Bayern zieht wieder seine einsamen Kreise an der Tabellenspitze und niemand in weiter Sicht, der ihnen in irgendeiner Weise gefährlich werden könnte. Auch nicht die zuletzt ziemlich stark auftretenden Leverkusener, die zwar ein paar Chancen herausspielen und verdatteln durften, die aber die Überlegenheit der Münchner nie ernsthaft in Zweifel zogen, nicht einmal gegen einen Ribery, der mit 34 im Spitzenfußball schon als Dinosaurier gilt. Im Abstand von 13 Zählern tummelt ein dicht gestaffeltes Mittelfeld von neun Mannschaften, zwischen denen gerade mal 5 Zähler Unterschied liegen. Und in diesem Mittelfeld herrschen Mittelmaß und große Leistungsschwankungen. Jeder kann sich hier gegen jeden blamieren, auch gegen Mannschaften, die ganz unten stehen. So schaffen es die auf Platz 7 stehenden und um einen internationalen Wettbewerb spielenden Augsburger mal gerade mit Mühe und Not ein 1:0 gegen ein schwaches Hamburg, das jede Inspiration missen lässt und wie schon in den letzten Jahren um den Abstieg bettelt, der von den Vereinsstrukturen begünstigt wird, aber nicht sein darf. Immerhin kann man sich in Hamburg mit der Elbphilharmonie trösten. Auch mit ihr hat man Millionen in den Sand gesetzt, aber sie ist wenigstens über die nächsten Jahre ausverkauft. Das lässt vom Hamburger Sportverein nicht behaupten, und es verwundert sehr, mit welcher Langmut und großartigen Frustrationstoleranz die Hamburger dem »Tennisverein mit angeschlossener Fußballabteilung« (Harry Rowohlt) bei einem Gekicke zugucken, das man sich auch wesentlich billiger auf irgendwelchen Bolzplätzen ansehen kann. Vielleicht sollte man ein Jahr in der 2. Liga Pause machen und sich regenerieren, um so wie Hannover als Phönix aus der Asche wieder aufzusteigen und auf erstaunliche Weise zu brillieren. Gegen Mainz holte man einen 2:0-Rückstand nicht nur auf, sondern verwandelte ihn in einen Sieg, weil die Mannschaft sich einfach nicht aufgibt und immer an seine Möglichkeiten glaubt. Hier stimmt das Mannschaftsgefüge, das in Dortmund einen Knacks hat, weil man nicht mehr über die eigenen Möglichkeiten hinausgeht. Und plötzlich sieht man da eine ganz normale Mannschaft, die wie jede andere mittelmäßige Mannschaft ohne überraschende Momente die Bälle verwaltet, und der Wille, gewinnen zu wollen, zu eigenartigen Verkrampfungen führt. Bei Peter Bosh, deutete Guerreiro einmal an, hätte niemand mehr so genau gewusst, was er zu tun hatte. Ob Stöger einen Masterplan hat, der den Dortmundern den alten Schwung wieder zurückgibt und der ihnen soviel Fans zugeführt hat, mag man nicht glauben. Aber die Situation der Dortmunder ist auch nicht besonders einzigartig, auch Real Madrid leidet unter extremer Erfolgslosigkeit. Real liegt nun schon 16 Punkte hinter Barcelona und verlor das letzte Punktspiel zu Hause gegen Villarreal zwar etwas unglücklich, aber eben doch 1:0. Es hatte nichts genützt, dass Zidane versucht hatte, den ganzen Unwillen auf sich zu ziehen. Umso bitterer ist es, dass es trotz dieser Schwäche in der Liga gegen den BVB noch dicke reichte, und irgendwie ist das ziemlich deprimierend, weil das schon ein wenig über die Schwäche der deutschen Klubs auf internationaler Ebene aussagt. Aber es gibt natürlich auch kein Fairplay. ManU plant schon wieder eine »Transfer-Offensive«, Real Madrid hat angeblich 600 Millionen für Neymar geboten, Barcelona hat sich nun auch noch Liverpools Coutinho für 160 Millionen geholt. Und der BVB kriegt in diesem Konzert gerade noch einen Verteidiger aus Basel, den niemand kennt, für erstaunliche 21,6 Millionen, die damals nicht mal Reus gekostet hat.

Die Wahrheit über den 17. Spieltag

In Dortmund ist das Glück zurückgekehrt, aber nicht das Vermögen, richtig guten Fußball zu spielen, mit dem sie ihre Fans verzaubert haben. Zu Hause gegen Hoffenheim waren sie die schlechtere Mannschaft, die Gäste aus der Provinz spielten die genaueren Pässe, kombinierten geschickter und gewannen mehr Zweikämpfe, jedenfalls hatte man den Eindruck, denn laut Statistik war der BVB zweikampfstärker. Aber die Domäne der Dortmunder mit der Anzahl der gespielten Pässe war mit 493 gegenüber den 586 der Hoffenheimer verloren gegangen, was in den Niederungen der Liga immer mehr zu einem Zeichen der Niederlage wird, denn je mehr eine Mannschaft Pässe spielt, desto häufiger scheint sie zu verlieren, was in der Regel damit zusammenhängt, dass man sich den Ball in der eigenen Hälfte gegenseitig zuschiebt, weil nach vorne niemand anspielbar ist. Zudem waren die Hoffenheimer zielstrebiger und entschlossener und hatten mehr Ballbesitz. Und folgerichtig gingen sie mit einem präzisen Pass in die Tiefe in Führung, eine schöne Kombination, die man gerne auch mal von den Dortmundern gesehen hätte, aber bei denen blieb das Spiel nach vorne Stückwerk. Erst ein Elfer nach der ersten wirklich schnellen Kombination in der 2. Halbzeit brachte den Ausgleich durch den nervenstarken Aubameyang. Hoffenheim aber blieb überlegen, bis Kagawa, der einzige Dortmunder, der so etwas wie Spielwitz versprühte, mit einem präzisen Ball in die Tiefe Pulisic bediente, der den Ball genial am Torhüter vorbeihob und mit dem anderen Fuß direkt verwandelte. Das war bereits in der 89. Minute, eigentlich die Zeit, in der Dortmund sonst die Tore kassiert und nicht erzielt. Symptomatisch für die anhaltende Unsicherheit war Yarmolenko, der sich immer wieder verzettelte und beste Chancen vergab, dessen Körpersprache Enttäuschung und Frust ausdrückte und keinen Kampfgeist. So jedenfalls hat man keine Chance gegen die Bayern im anstehenden Pokalachtelfinale, obwohl die Bayern sogar noch mehr Glück hatten als Dortmund, weil Stuttgart in der Schlussminute einen Elfer verschoss und damit den Ausgleich vergab, und auch sonst hatten die Stuttgarter einige Chancen, die sie leichtfertig vergaben, und das unterscheidet eben die Bayern von den anderen Bundesligamannschaften, weil sie sich immer auf die schlechte Chancenverwertung des Gegners verlassen können. Und auch sonst war es der Tag der last-minute-Tore. Die Bremer, die trotz des Ausfalls ihres wichtigsten Mannes Kruse mit 2:0 gegen Mainz in Führung gingen, kassierten in der letzten Minute noch den Ausgleich und verpassten es, den Relegationsplatz zu verlassen. Die Frankfurter führten zu Hause gegen Schalke ebenfalls schon mit 2:0, als in der letzten Sekunde wie schon gegen den BVB Naldo noch der Ausgleich gelang. Und auch Freiburg lag schon mit 2 Toren in Augsburg vorne, als der Heimmannschaft in der Nachspielzeit noch zwei Treffer zum Ausgleich gelangen. Während man sich in der deutschen Liga abarbeitete, gelang es Real Madrid mit Standfußball gegen die argentinische Mannschaft Gremio mit einem 1:0-Sieg, Klub-Weltmeister zu werden. Wenn es schon in der Liga nicht klappt, wo man weit abgeschlagen hinter Barcelona steht.

Die Wahrheit über den 16. Spieltag

Immerhin hat Stöger das Kunststück fertig gebracht, Köln vier Jahre lang in der Liga zu halten und am Ende sogar in die Euroleague zu befördern. Er konnte sich sogar einmal einen Sieg gegen den BVB auf die Fahnen schreiben. Jetzt feierte er seinen ersten Sieg in dieser Saison, denn mit Köln schaffte er gerade mal drei Remis, so dass die Rheinländer die schlechteste Punkteausbeute vorzuweisen haben, die jemals einer Mannschaft gelungen ist. Und auch gegen Bayern reichte es nur zu einer 1:0-Niederlage. Fast hätte man die Bayern mit der Defensive und zwei Kontern zermürbt, aber einer geht bei den Münchnern eben immer irgendwie rein. Der Sieg der Dortmunder war ebenso alles andere als glanzvoll, und wenn Mainz in seiner ersten besseren Halbzeit aus seinen Chancen ein Tor gemacht hätte, hätte auch das Elend des BVB seinen Lauf genommen. So kamen die Dortmunder, die auf ihr bewährtes System mit Viererkette umstellten, zum Führungstreffer durch einen Gewaltschuss von Sokratis. Die Mainzer mussten in die Offensive gehen, es ergaben sich Konterchancen und Räume, in denen Aubameyang und Kagawa ein bisschen so wie früher glänzen konnten. Es ist allerdings kaum anzunehmen, dass Dortmund schnell wieder zu alter Stärke zurückfindet, weshalb es am Samstag zu einer Zitterpartie gegen Hoffenheim kommen wird mit einem völlig offenen Ausgang, der davon abhängig sein wird, welchen Tag Hoffenheim mit seinen schwankenden Leistungen erwischt. Zwar reichte es gerade mal noch gegen Stuttgart zu einem 1:0, aber sehr überzeugend war es nicht, und wenn es am Ende 1:0 für den VfB gestanden hätte, hätte sich auch niemand beschweren können. Stöger, dessen größtes Problem sein wird, ob die Spieler sein österreichisches Genuschel überhaupt verstehen, wirkte durchaus sympathisch, denn er widmete den Sieg seinem Vorgänger Peter Bosz, wohl wissend, dass er in zwei Tagen natürlich keine Akzente setzen konnte. Man sah den Spielern die Erleichterung an. Endlich mal kein am Schuh klebendes Pech, kein Glücksschuss, keine abgefälschter Ball, keine Schiedsrichterfehlentscheidung, alles lief normal, und vielleicht deshalb war es dann auch ein Trauerspiel, denn es war ein Spiel ohne Inspiration. Immer noch ist Dortmund eine Mannschaft, an der sich der Gegner aufrichten kann, bei denen sich Selbstvertrauen tanken lässt. Dabei könnten sie glänzen, denn in der Liga gibt es außer Bayern keine Mannschaft, die konstant wirklich gut spielen würde, und auch Schalke, das nach einem schmeichelhaften Unentschieden der Leipziger in Wolfsburg auf Platz 2 steht, verdankte seinen Sieg gegen bessere Augsburger nur einem ungerechtfertigten Elfmeter.

Die Wahrheit über den 15. Spieltag

Ein Sieg »ohne Wenn und Aber« sei Pflicht, nahm Nuri Sahin seine Mannschaft in die Pflicht, aber schon nach kurzer Zeit wurde klar, dass es jede Menge Wenn und Abers gab, und zwar soviel wie Dortmunder auf dem Platz standen. Man konnte dem Offenbarungseid einer Mannschaft zugucken, die kein Konzept hatte, keinen Mut, keine Zweikampfstärke, kein Selbstvertrauen, weshalb das nach dem Trainerwechsel und der Rückkehr Kruses wiedererstarkte Werder völlig zu Recht gewann, denn sie verstanden es, die Schwächen der Dortmunder zu nutzen. Sie konnten sich die Bälle am Sechszehner zuspielen, ohne von einem Dortmunder in Bedrängnis gebracht zu werden. Die Bremer wussten genau, was sie taten. Sie hinderten beispielsweise den schnellen Pulisic daran, überhaupt erst Fahrt aufnehmen zu können, sie waren nah am Mann und nahmen die Zweikämpfe auf, denen die Dortmunder vornehm aus dem Weg zu gehen schienen. Es bot sich das gleiche Bild wie sonst auch: Am Ende hatte der BVB stolze 68 % Ballbesitz zu verzeichnen, 725 gespielte Pässe mit einer Quote von 84 %, die Bremer hingegen spielten 344 Pässe mit einer lausigen Quote von 66 %, am Ende aber stand es 2:1 für Bremen und niemand hegte Zweifel daran, dass der Sieg in Ordnung ging. Nur die ersten zehn Minuten nach der Pause baute der BVB etwas Druck auf. Es gelang ihnen sogar der Anschlusstreffer, der mehr erzwungen als erzielt wurde, was aber in einer solchen Situation keine Rolle spielt. Und dann kam das Erstaunliche. Für die Dortmunder war der Ausgleich nicht etwa ein Aufbruchssignal, sondern ein Grund, wieder in die alte Letharie zurückzufallen und den Bremern den Platz zu überlassen, die das Angebot dankend annahmen und nach einer Ecke erneut in Führung gingen, und das, obwohl nach Verletzung von Bartels und Junuzovic zwei wichtige Bremer ausfielen. Bislang haben die Fans den Spielern trotz mauer Leistungen den Rücken gestärkt, aber diesmal verfiel auch sie in Lethargie, um nach dem Schlusspfiff den Spielern ein Pfeifkonzert zu geben. Die Verunsicherung sitzt also sehr tief, und sie geht immer tiefer, je länger Bosz als Trainer weitermachen durfte. Das hat die Vereinsführung nicht wahrhaben wollen. Jetzt aber war sie gezwungen zu handeln. Nachdem sie aus den letzten beiden Spielen einen Sieg gefordert hatte, musste sie das auch. Bosz jedenfalls würde sich ja nicht um die Abfindung bringen wollen, weshalb er weitergemacht hätte, bis die Mannschaft auf dem letzten Platz gestanden wäre. Aber es war nicht nur das unglaubwürdige Mantra, mit dem er verkündete, die Mannschaft weiterhin erreichen zu können, es stand ihm auch die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben, die zeigte, dass er auch nicht mehr wusste, was er noch hätte machen können. Noch am Samstag hat sich die Vereinsführung beraten und den Mannschaftsrat (Sahin, Schmelzer und Reus) hinzugezogen. Heute um 12 Uhr verkündete man in einer kurzfristig einberaumten Pressekonferenz, dass Bosz entlassen worden war, und präsentierte gleichzeitig den neuen Trainer: Peter Stöger, der eilig aus Wien importiert worden war. Wer sich die Pressekonferenz allerdings angesehen hat, hatte anschließend nicht das Gefühl, es würde ein neuer Aufbruch stattfinden. Zu sehr wanden sich Watzke, Zorc und Stöger, dem ganzen eine positive Seite abzugewinnen, aus der Not eine Tugend zu machen. Aber klar, wie soll das auch gehen, jedenfalls kann sich niemand sicher sein, ob unter einem Trainer, der beim 1. FC Köln gerade mal drei Punkte gemacht hat, also bewiesen hat, dass auch er keinen Zugang zu seiner Mannschaft mehr herstellen konnte, wirklich alles besser wird, der also in der Lage ist, das Selbstvertrauen der Dortmunder wieder herzustellen. Auch Watzke und Zorc sind sich nicht sicher, weshalb Stöger erstmal nur bis Ende der Saison verpflichtet wird. Danach soll dann Nagelsmann verpflichtet werden. Alles keine schöne Aussichten.

Die Wahrheit über den 14. Spieltag

BVB-Boss Watzke forderte einen Tag nach der unerklärlichen 4:4-Niederlage der Dortmunder auf einer Mitgliederversammlung Bosz dazu auf, jeden Stein umzudrehen und »alles auf den Prüfstand« zu stellen. Leider konnte niemand in Erfahrung bringen, ob sich nun jemand erklären kann, wie die merkwürdige Serie von sieglosen Spielen zustande kommt. Ein Werbefilmchen für Opel gibt darüber vielleicht unfreiwillig Auskunft. Vier Dortmunder Spieler steigen in einen Opel, während sie auf ihren Handys daddeln und ihren Spaß haben, bis Schmelzer auffällt, dass niemand auf Steuer sitzt und alle zu schreien anfangen. Kein Steuermann an Bord, oder wie die SZ vermutet, lauter Indianer, aber kein Häuptling. Immerhin eine Erklärung, aber natürlich keine, die wirklich standhalten könnte, denn der BVB wurde im letzten Jahr trotz flacher Hierarchie und trotz Anschlag auf den Mannschaftsbus immerhin Pokalsieger und erreichte den 3. Platz. Das alles kann auch nicht mit dem Weggang von Dembélé erklärt werden. Als Grund des ganzen Desasters bleibt da nicht mehr viel übrig und kann eigentlich nur mit dem Trainer zu tun haben, der mit seiner ruhigen Art die Spieler eher einschläfert als aufrüttelt. Daran hat sich auch im Spiel gegen Leverkusen nichts geändert. Immer wieder versuchen die Dortmunder sich langsam nach vorne zu tasten, wo dann eine dicht- und gutgestaffelte Abwehr nur auf einen Fehler lauert, um die alle in der gegnerischen Hälfte herumstehenden Dortmunder auszukontern. Diesmal war es Subotic, dem im Zentrum mit einer verunglückten Kopfballabwehr der Fehler unterlief, so dass Volland steil geschickt werden konnte und das gesamte Dortmunder Halbfeld für sich allein hatte. Da hatten die Leverkusener  schon einige Großchancen vertan und einmal nur die Querlatte getroffen, während sich auf Dortmunder Seite schon früh Philipp schwer verletzte und auch Castro vom Platz humpelte, weil Wendell ihm kurz vor dem Pausenpfiff auf den Knöchel sprang. Dafür bekam der Leverkusener dann völlig zu recht die rote Karte. Der BVB konnte also die gesamte 2. Halbzeit mit einem Mann mehr spielen, was sich aber nur in optischer Überlegenheit ausdrückte. Die Chancen hatte weiterhin Leverkusen. Denn wieder konnte Volland allein auf Bürkis Tor zulaufen und hatte das 2:0 auf den Fuß, aber er traf nur den herauslaufenden Bürki. Stattdessen gelang Yarmolenko im Gegenzug der Ausgleich. Typisch für das Spiel sind folgende Statistikwerte: 744:266 gespielte Pässe und 88 Prozent Ballbesitz für den BVB, aber 15:9 Torschüsse für Leverkusen. Und dennoch bleibt Bosz aus Mangel an Alternativen im Amt. Wie groß die Not beim BVB ist, zeigt die Tatsache, dass offenbar auch Sammer als Trainer angefragt wurde, den in Dortmund niemand leiden kann. Jedenfalls kann man ausschließen, dass es mit Dortmund in diesem Jahr nochmal aufwärts geht, während Hoffenheim, die auch eine Flaute hatten, sich mit einem beeindruckenden 4:0 gegen Leipzig durchsetzten. Und selbst Köln schaffte mit einer starken Vorstellung auf Schalke ein 2:2. Das wird Stöger allerdings nicht retten. Und damit wird ein Mann arbeitslos, den Dortmund bei seiner Trainersuche im Sommer auf den Zettel hatte. Schön wäre das nicht, wenn Stöger als Bosz-Ersatz weiterwursteln dürfte, aber die Alternativen sind rar gesät. »Klopp muss wieder zurück«, sagt Guy. Er ist 8 Jahre alt.