Kategorie-Archiv: Blutgrätsche

Die Wahrheit über den 30. Spieltag

Als Rummenigge über die Details beim Trainerwechsel von Kovac von Frankfurt zu den Bayern gefragt wurde, hörte sich der nur pflichtgemäß optimistisch an. Eigentlich wollten die Bayern Tuchel verpflichten, zu dem Rummenigge, wie er sagte, schon immer ein gutes Verhältnis gehabt habe, wie überhaupt in der Branche jeder mit jedem gut befreundet ist, und deshalb tritt Kovac in der nächsten Saison seinen Job zunächst einmal als Notnagel an. Rummenigge tröstete sich damit, dass Kovac schon mal bei Bayern gespielt habe und deshalb die Vereinsstrukturen kenne, d.h. er weiß, wer die Platzhirsche sind und wo der Hammer hängt. Kovac hatte eine Ausstiegsklausel im Vertrag und natürlich wussten die Bayern davon, und sie wussten, wie billig der Mann zu haben sein würde, denn mit der Eintracht im oberen Mittelfeld mitzuspielen, mag für manche zwar erstaunlich sein, aber ein richtiger Leistungsnachweis ist es eigentlich nicht. Zudem sind bei den Bayern andere Fähigkeiten gefragt als aus einer mittelmäßigen Mannschaft eine etwas bessere mittelmäßige Mannschaft zu formen. Auch wenn in Frankfurt eine hohe Fluktuation herrscht, weil der Eintracht die guten Spieler immer weggekauft wurden, hat Kovac das gut kompensieren können, was man als Trainer allerdings auch können muss, denn mit diesem Problem sind alle Vereine konfrontiert. Natürlich ist es für jeden Trainer attraktiv, wenn man die restliche Liga als Shopping-Center benutzen kann, dennoch heißt das alles noch lange nicht, dass es mit den Bayern und Kovac klappt. Und dass es nicht klappt, ist die einzige schwache Hoffnung der anderen Vereine, dass den Bayern vielleicht nicht der siebte Durchmarsch gelingt. Aber wenn es nicht gelingt, kann man immer noch Heynckes aus der Gruft holen. Interessanter wird sein, wer in Dortmund den uninspirierten Stöger ablösen wird, der an der Seitenlinie so depressiv und leidenschaftslos herumsteht wie seine Spieler auf dem Platz agieren. Wer die ersten dreißig Minuten des letzten Spiels zu Hause gegen Stuttgart gesehen hat, war schockiert über den sagenhaften Rumpelfußball, den man da geboten bekam, bevor Pulisic durch einen Zufallstreffer das 1:0 gelang. Bei dieser Spielweise kann man kaum fassen, dass der BVB immer noch auf Platz 3 steht, denn Leverkusen, Hoffenheim, die Eintracht und Leipzig spielen viel besseren und ansehnlicheren Fußball. Vor allem die Leverkusener, die zu Hause gegen Frankfurt souverän und mit blitzsauberem Konterfußball 4:1 gewannen, was man in München wahrscheinlich mit einem Stirnrunzeln registriert haben wird, haben spielerisch wenigstens etwas zu bieten. Das wird gegen die Bayern zwar nicht ausreichen, wenn die beiden Mannschaften am Dienstag im Pokalhalbfinale aufeinander treffen, aber immerhin scheint Heiko Herrlich den Spielern Selbstvertrauen vermitteln können, was den Dortmundern völlig fehlt. Ebenso den Gladbachern, die sich in München mit 5:1 fast so blamabel abfertigen ließen wie Dortmund. Köln und Hamburg, die am letzten Spieltag nochmal kurz Morgenluft wittern durften, wurden in Hoffenheim und in Berlin wieder auf Normalmaß zurechtgestutzt. Rechnerisch ist der Relegationsplatz zwar noch drin, aber da müsste schon ein Wunder passieren. Und Wunder in der Liga gibt es keine mehr, seitdem die Bayern keine Wunder mehr zulassen, weshalb auch der Zauber des Fußballs verloren gegangen ist.

Die Wahrheit über den 29. Spieltag

Fünf Spieltage vor Saisonende ist Bayern Meister. In Augsburg machte Bayern mit einem standesgemäßen 4:1 alles klar. Bayern hat das schon mal schneller geschafft, aber immer noch rechtzeitig vor den entscheidenden Finalspielen in der Champions-League, und damit ist nicht Sevilla gemeint, die in der Liga gerade 4:0 gegen Celta Vigo verloren, sondern die Halbfinalrunde, in der es dann tatsächlich nur noch starke Gegner gibt, denn bislang hatte Bayern einen unglaublichen Dusel, denn nur weil man Zweiter in der Gruppenphase wurde, bekam man es nicht gleich mit Madrid zu tun und stattdessen mit den jeweils schwächsten Teams im Topf (Istanbul und Sevilla) zu tun. Dennoch ist die Bundesliga schon lange kein Maßstab mehr für die Bayern, denn dort ist niemand mehr in der Lage, gute Spieler, die dort aufblühen, zu halten. Gladbachs Manager Eberl hofft zwar, dass die Umbruchsphase des eigentlich überalterten Bayern-Kaders dazu führt, dass auch mal wieder ein anderer Verein Meister werden könnte, aber er vergisst hinzuzufügen, dass es einfach der Verein mit dem meisten Geld ist, der attraktivste Verein, der den Spielern am verlässlichsten Titel beschert. Immer wieder wird betont, was für gute Arbeit der Verein leisten würde. Aber daran liegt es nicht allein. Sondern ganz einfach daran, dass Bayern seine Spieler nur selten abgeben muss. Bayern muss eigentlich nur winken und schon kommen die Nachwuchstalente aus den Vereinen auch ablösefrei zu Bayern, auch wenn sie dort gar keine Chance haben zu spielen. Die Liga ist eigentlich nur noch ein Nachwuchszentrum für die Bayern. Und so lange man nichts gegen diese Entwicklung tut, wird Bayern auch mit seiner B-Elf noch weitere zwanzig Mal hintereinander deutscher Meister. Hätte Dortmund Dembélé, Aubameyang, Mkhitaryan, Gündogan, Hummels, Lewandowski etc. halten können, wäre Bayern ein ernstzunehmender Gegner erwachsen. Aber da kein Verein immer solche Treffer mit der Verpflichtung von Nachwuchsspielern wie Dembélé landen kann, war der BVB der letzte Verein, der den Bayern einmal etwas streitig machen konnte. Das wird jetzt nicht mehr passieren. Diese Monokultur im Fußball ist kein Wettkampf mehr und die Hoffnung, dass Bayern mal versagen könnte, löst sich meistens schnell in Luft auf. Die Folge dieser Langeweile kann man immer mehr beobachten im Desinteresse am Produkt Fußball, denn immer weniger gucken sich normale Spiele an, weder in den Stadien noch vor dem Fernseher. Das war vor sechs Jahren, als der BVB die Liga aufmischte noch anders. Heute gucken nur noch Masochisten die öden Spiele des BVB an, die hilflos sind gegen Vereine, von denen man z.T. noch nie gehört hat. Diese nationale Entwicklung greift auch auf internationaler Ebene. Es gibt Gerüchte, dass Lewandowski zu Real Madrid wechselt, und wenn ein englischer Verein von den Top Five einen Spieler aus den Bundesliga verpflichten will, dann ist das kein Problem, das an finanziellen Mitteln scheitert. Bayern hat sich bislang dieser Entwicklung gut entziehen können, ist aber auch der einzige deutsche Verein, der hier noch mithalten kann. Vereine wie Schalke, die sich für die Champions-League zu qualifizieren scheinen, verlieren gegen Absteiger wie Hamburg, wenn die nur ein bisschen entschlossen spielen. Und dem BVB wie jedem anderen Verein, der um die internationalen Plätze spielt, wäre das gleiche passiert.

Die Wahrheit über den 28. Spieltag

»Absolut katastrophal«, »desaströs«, »inakzeptabel«, so oder ähnlich klangen die Beurteilungen der Reporter und der Fußballexperten Lothar Matthäus und Metzelder. Und auch wenn ich das ungern schreibe, leider hatten sie alle recht. Schmelzer sagte nach dem Spiel, dass sich die Mannschaft viel vorgenommen hätte, und in den ersten Minuten konnte man davon zumindest etwas erahnen. Man wollte mitpielen, was man daran erkennen konnte, dass es sogar munter nach vorne ging und Hummels sogar einmal einen Schuss von Pulisic blocken musste, aber nach dem frühen 1:0, das aus einer leichten Abseitsposition erzielt wurde, waren alle guten Vorsätze wie weggewischt. Was der BVB dann spielte, war so erbärmlich, dass Mr. Fup, den ich über Jahre hinweg vorsichtig zum Fan der Schwarzgelben erzogen habe, enttäuscht aufstand und ging, weil er sich das Trauerspiel nicht länger angucken wollte. Und er hatte völlig recht. Es gibt bald keinen Grund mehr, Fan dieser Mannschaft zu sein. Und der Verein trägt mittlerweile auch einiges dazu bei, seine Fans zu verkraulen. Anders lässt es sich nicht erklären, dass man nun Sammer als externen Berater eingestellt hat, weil Watzke seine Analysefähigkeiten schätzt. Wenn man Sammer auf Eurosport einmal gesehen hat, wie er Magnete auf einer Schautafel hin- und herschiebt und dabei stulles Zeug redet, das angeblich irgendeine Taktik erklären soll, dann kann man nur beten, dass wieder Vernunft einkehren möge beim Verein. Es machte einen regelrecht wütend, die Dortmunder so zu sehen, erkennen zu müssen, wie mittelmäßig die einzelnen Spieler sind, was man nicht so gut sieht, wenn sie gegen einen Gegner spielen, der eben auch nur mittelmäßige Spieler hat. Die Dortmunder waren in jeder Situation in Unterzahl, die weiten Pässe landeten entweder bei den Münchnern oder im Seitenaus, während man die Präzision von Boatengs Pässen quer übers Spielfeld genau auf den Fuß von Ribéry bewundern musste. Castro verstolperte im Mittelfeld wie ein Anfänger den Ball und sah dann nur hinterher, wie die Angriffswelle aufs Tor rollte. Der für ihn schon nach einer halben Stunde eingewechselte Weigl spielt ohne Bedrängnis und Not den Ball vor dem eigenen Tor zum Gegner, die wie im Training sich mit einem Treffer dafür bedanken. Als Ribéry sich gegen Piszczek durchsetzte, sahen in unmittelbarer Nähe drei Dortmunder paralysiert zu, wie ein weiteres Tor fiel. Niemand ging in die Zweikämpfe, sondern man hielt immer einen Sicherheitsabstand von ein, zwei Metern. Dahoud völlig überfordert. Die Bayern bestimmten nach Belieben das Spiel und das Tempo. Und hätten sich die Münchner in der 2. Hälfte nicht für das CL-Spiel am Dienstag geschont, wäre die Niederlage vermutlich zweistellig ausgefallen. Woran diese Verunsicherung liegt, wusste auch Schmelzer nicht zu beantworten, aber jeder im Verein spürt sie. Dazu passt es, dass Zorc, wie ein Reporter berichtete, zu Gerland gesagt haben soll: »Seid heute bitte gnädig mit uns.« Die Dortmunder waren also schon mit der Erwartung nach München gefahren, unter die Räder zu kommen. Und genau das war auch die Haltung, die die Spieler ausstrahlten. Es war wie eine kollektive Lähmung. Es ist schade, aber es sieht so aus, als ob Dortmund gerade einen ziemlich großen Imageschaden erleidet. Die Fans, die ihnen in den letzten Jahren in Scharen zugelaufen sind, werden sich das kaum länger antun mögen. Und das ist nur zu verständlich. Es bleiben dann die Hardcore-Fans, und um die ist kein Verein zu beneiden.

Die Wahrheit über den 27. Spieltag

Wenn eine Mannschaft in einem ansonsten langweiligen Spiel mit wenig Torraumszenen und noch weniger Chancen zuerst einen Elfmeter verschießt und anschließend ein Eigentor zur 1:0-Niederlage fabriziert, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Wolfsburg, die gegen Mainz um den Relegationsplatz kämpfen. Wenn der glückliche Sieger aber Schalke heißt, die mit diesem Sieg Platz 2 festigt, dann kann man ersehen, dass nicht Können, Souveränität, Spielvermögen entscheidend sind, sondern Zufall die größte Rolle im Kampf um die CL-Plätze spielt, denn die anderen Mannschaften, die da oben herummurksen, sind auch nicht besser, auch sie tun sich schwer, Spiele zu gewinnen, und man hat immer das Gefühl, als ob ein Zufallsgenerator darüber entscheidet, wer welche Spiele gewinnt oder verliert. Auch der HSV hat nach einer stalinistischen Säuberungswelle und neuem Trainer, dessen Namen man sich vermutlich gar nicht merken muss, weil er ganz schnell wieder entlassen wird, noch einmal alles probiert und kam mit einer jungen Mannschaft und einer Spielidee auf das Feld, und sogar optimistische Fans gab es, die die Mannschaft gegen Hertha unterstützten, was sich die eher stumpfen Hertha-Fans jedoch nicht gefallen ließen, weshalb es zu einigen Rangeleien kam. Der HSV war tatsächlich überlegen und erzielte nach einer sehenswerten Kombination sogar das 1:0, aber dann kam die 2. Halbzeit und plötzlich setzte sich in den Köpfen der Hamburger die Idee fest, den Vorsprung verteidigen zu müssen. Sie ließen die Berliner besser ins Spiel kommen und gaben damit selbiges aus der Hand. 2:1 stand es am Ende für die Berliner und damit zementierten die Hamburger ihren Anspruch auf die 2. Liga, während einer der aussortierten Spieler Papadopoulos sich bei den Reportern darüber beschwerte, dass er nicht spielen durfte, womit er ganz wesentlich etwas zum Mannschaftsklima beitrug. Zum Glück muss der BVB nicht gegen einen abstiegsbedrohten Verein spielen, die alles in die Waagschale werfen, denn gegen solche Gegner hat die Mannschaft echte Probleme, wie man beim Ausscheiden aus der Euroleague gegen Salzburg sehen konnte. Kaum tritt den Dortmunder Spielern jemand auf die Zehen, verunsichert man sie, denn spielen und brillieren können sie nur, wenn der Gegner einen Sicherheitsabstand einhält, ihnen quasi Raum für die Inspiration lässt. Deshalb will kaum jemand der BVB-Fans, dass der Verein mit Stöger verlängert, denn auch wenn Dortmund unter ihm noch kein Spiel verloren hat (dafür allerdings reichlich Remis), ist die Spielweise eher unterirdisch, so dass sich nicht mal Mannschaften, die gegen den Abstieg spielen, fürchten, gegen den BVB anzutreten. Nur die Eintracht stach unter dem Mittelmaß ein bisschen heraus und erledigte seinen Job souverän, allerdings gegen völlig indisponierte Mainzer, gegen die jede andere Mannschaft an diesem Tag auch gewonnen hätte, weshalb der Sieg kein stichhaltiges Indiz für einen der internationalen Plätze ist. Immerhin haben sich die Bremer mit einem starken Auftritt in Augsburg und einen 3:1-Sieg von den Abstiegsplätzen weiter distanziert und haben jetzt Anschluss an das große Mittelfeld gefunden, von dem es dann auch nicht mehr weit zu einem der internationalen Plätze ist, von denen sie gerade mal sieben Punkte entfernt sind, weshalb die bei noch sieben Spielen und 21 zu vergebenden Punkten noch durchaus erreichbar sind.

Die Wahrheit über den 26. Spieltag

So langsam macht man sich in Dortmund Sorgen. Als nach dem furiosen Anfangsstart der Knacks kam, dachte man noch an eine vorübergehende schlechte Phase, die jede Mannschaft mal hat, aber mit dem Rausschmiss von Bosz wurde die Sache unter Stöger nicht besser, aber immerhin wurde hin und wieder mal gewonnen, und das hatte man unter Bosz lange nicht mehr. Die Spielweise wurde etwas defensiver, man rannte nicht mehr so häufig ins Messer, aber unter dem Sicherheitsfußball wurde das Spiel nicht attraktiver. Seither kann man sich die Spiele der Dortmunder nur ansehen, wenn man eine gewisse Nervenstärke besitzt oder immun ist gegen Langeweile. Nach ein paar zähen Siegen und nicht minder zähen Remis gegen Vereine, die nicht gerade zur Creme de la Creme des deutschen Fußballs zählen, hat man im Achtelfinale der Euroleague gegen Salzburg gezeigt, dass man für einen der erfolglosesten Vereine im internationalen Fußball ein Herz hat und dass man offenbar gewillt ist, ihm in dieser Kategorie den Rang abzulaufen. Und das, obwohl die Mannschaft in Bestbesetzung auflaufen konnte, wenn man einmal von Schürrle absieht, der mit seinem Gestochere und Ballverluste immer wieder dafür sorgt, dass die Hintermanschaft in die Bredouille kommt, weshalb niemand weiß, wie Stöger auf die absurde Idee kommt, ihn für einen Stammspieler zu halten. Aber Stöger hat sowieso keine Idee, wie der Abstieg der Mannschaft in die Mittelmäßigkeit aufzuhalten ist, denn er hat keine Idee, die im Spiel der Dortmunder irgendwie erkennbar wäre. Gegen Mannschaften jedenfalls, die wenigstens alles geben, wenn sie schon technisch minderbemittelt sind, die jedem Ball hinterherlaufen und die sich sofort auf den Ballbesitzenden stürzen, die also den Gegner auf das chaotische Niveau ihrer Möglichkeiten herabziehen, verzagen die Dortmunder. Als allgemeiner Trend wird es in der Tabelle also nach unten gehen, denn gegen die Mannschaften, die um die CL-Plätze mitmischen, haben sie einfach nicht die Mittel mehr herauszuholen als ein Remis, auch wenn diese Mannschaften auch nicht gerade konstant oder aufregend spielen. Immerhin hat Schalke mit einem knappen 1:0 in Mainz die Pole Position hinter Bayern (mit einem Sicherheitsabstand von 20 Punkten) übernommen. Auch Bayer hat im Derby gegen Gladbach gewonnen und ist den CL-Plätzen näher gekommen. Mit weiteren Remis wird der BVB da nicht weiter kommen. Sieht man dagegen in die Premierleague, dann kann man wenigstens richtigen Fußball gucken und wird nicht ständig mit Unfähigkeit konfrontiert. Auch wenn Liverpool im Kampf um Platz zwei gegen ManU verloren hat, konnte man zumindest den unbändigen Willen der Mannschaft erkennen, den Gegner niederzuringen. Das war ein Spiel auf höchsten Niveau, ein Spiel, das Spaß machte, mit Torraumszenen, Chancen, dramatischen Zweikämpfen, eben alles, was ein Spiel bieten muss, um attraktiv für den Zuschauer zu sein. Das wird es hierzulande aber immer weniger. In Dortmund, in dem in den vergangenen Jahren kaum ein Spiel nicht ausverkauft war, kriegt man jetzt wieder Karten. In anderen Stadien gähnen einen immer wieder leere Ränge an. Und das liegt nicht nur am schlechten Fußball, der einem zu überteuerten Preisen angeboten wird, sondern auch an der mangelnden Spannung, denn nicht nur der Meister, sondern auch die Absteiger stehen längst fest.

Die Wahrheit über den 25. Spieltag

Der BVB macht so langsam aber sicher Wolfsburg Konkurrenz als Remis-König, wobei der VfL alternativ verliert, so wie diesmal gegen Leverkusen und wieder einmal unter Beweis stellte, wie dringend es ihn in die 2. Liga zieht, was auch die Fans so sahen, die sich in sarkastischen Sprechgesängen schon darauf freuen, zusammen mit Labbadia abzusteigen. Die Wolfsburger Verantwortlichen haben davon aber nichts mitgekriegt, wie sie auch sonst nicht allzuviel mitkriegen, weil sie vermutlich von dem Elend, das die Wölfe auf dem Platz bieten, vollkommen absorbiert sind. Der skandalgeschüttelte Konzern, der trotzdem von Rekordgewinn zu Rekordgewinn eilt, scheint das Interesse an seinem Spielzeug verloren zu haben, weil die Mannschaft die Ausstrahlung von Valium hat und ein überzeugendes Argument darstellt, sich alles mögliche zu kaufen, aber bestimmt keinen VW. In der Abteilung Inkompetenz aber kann selbst Wolfsburg dem HSV das Wasser nicht reichen. Im Abstiegsduell ließen die Hamburger gegen völlig indisponierte Mainzer selbst beste Chancen liegen und wenn sie mal das Tor trafen, scheiterten sie an den Mainzer Schlussmann Müller, der zum ersten Mal das Tor hüten durfte und das richtig gut machte. Sogar einen Elfmeter hielt er und vermittelte den Hamburgern das Gefühl, an diesem Tag kein Tor mehr zu treffen. Ein Noname hat also den sog. »Dino« auf dem Gewissen, und wenn diese Bezeichnung hält, was sie verspricht, dann kann man sich schon mal auf eine HSV-freie Bundesliga-Saison freuen. Auch den Verantwortlichen dämmert neun Spieltage vor Saisonende, dass sie mit diesen Vorstellungen die Liga nicht werden halten können und dass ein Trainer wie der Haudegen Bernd Hollerbach, der von 18 möglichen Punkten gerade mal drei holt, auch nicht die richtige Lösung ist. Aber auch der BVB quält sich, nur ein bisschen weiter oben, beim Kampf um die CL-Plätze, denn der Abstand zum Relegationsplatz ist geringer als der zu Platz eins. Immerhin war die Vorstellung in Leipzig beim 1:1 ein bisschen attraktiver als zuletzt zu Hause gegen Augsburg, als die Dortmunder mit Hängen und Würgen auch nur ein 1:1 zustande brachten. Gegen die offensive Spielweise der Leipziger kam man irgendwie besser zurecht, zudem profitierte man von der Ladehemmung Timo Werners der seit sechs Spieltagen nicht mehr trifft, obwohl er allein vor dem Tor nur Bürki traf, was fast schon eine Kunst war. Allerdings stand ihm Batshuayi in nichts nach, denn der traf nach einer Flanke nicht mal den Ball, um ihn irgendwie ins leere Tor zu stolpern. Wieder musste Reus ran, um nach genialem Pass vom ansonsten indisponierten Dahoud, wenigstens einen Punkt zu retten. Da alle anderen um die internationalen Plätze sich balgenden Vereine diesmal gewannen, rutschten die Dortmunder auf Platz 3 ab. Immer noch Champions League, aber mit Frankfurt, 96 und den Bayern vor der Brust, sind die Chancen mehr als gering, weiter vorne mitzumischen. Dabei wäre die Chance, sich für die Heimpleite gegen Leizig in der Hinrunde zu revanchieren, ziemlich gut gewesen, denn bei einem Gegner, der wie Leipzig zu Hause sogar gegen Hertha verliert – ein Kunststück, das nicht mal dem BVB gelungen ist –, hätte zur Abwechslung auch mal ein Sieg drin sein können, aber das Können der Stars blitzt immer nur kurz auf. Dann sieht man von ihnen nichts mehr. Bis sie ausgewechselt werden.

Die Wahrheit über den 24. Spieltag

Die Remis-Könige aus Wolfsburg haben nicht nur Martin Schmidt zerschlissen, sie sind auch unter dem neuem Mann, dem Spezialisten für die Rettung vor dem Abstieg Bruno Labbadia, ihrem Konzept treu geblieben: Nähre dich redlich und nimm besser einen Punkt mit als gar keinen. In Wolfsburg wird ein Beamtenfußball zelebriert, der nur gedeihen kann, wenn er künstlich hochgepäppelt wird wie in der VW-Stadt, wo die größte Attraktion der Bahnhof ist, um schnell woanders hinzukommen. Bruno Labbadia soll nun die Leidenschaft zurückbringen, die es da nie gegeben hat. Der Mann, der bald alle Erstligisten durch hat, wird aber auch in Wolfsburg scheitern. Er wird den Klassenerhalt nur deshalb schaffen, weil es mit Hamburg und Köln zwei Vereine gibt, die es noch eiliger haben, in die Bedeutungslosigkeit abzutauchen. Auch Hamburg hat mit Hollerbach bereits einen Trainer engagiert, den nicht mal die Vereine in der 2. Liga haben wollen, aber synonym für Kampf und Krampf steht, also genau das, was den HSV-Vereinsbossen bei ihren Spielern fehlt, weil sie glauben, nur damit bestehen zu können. In Bremen traf der »Dino« auf den Abstiegskonkurrenten, und entsprechend ansehnlich war auch das Spiel. Hollerbach hatte hinten Beton angerührt und ließ den genialen Kruse aus dem Spiel nehmen. Folge war, dass nach vorne so gut wie gar nichts stattfand, weshalb in der ersten Halbzeit die HSV-Fans mit Pyrotechnik die Initiative übernahmen, damit wenigstens ein bisschen was passierte. Zweimal unterbrach der Schiedsrichter das Spiel, und das waren auch schon die Höhepunkte der ersten Halbzeit. Belohnt wurde das Engagement der Fans nicht, denn irgendwann zahlte sich dann doch der größere Wille der Bremer aus, gewinnen zu wollen, der sich ziemlich deutlich in der Statistik ausdrückte: Von 526 Pässen kamen 104 nicht an, die Hamburger spielten 107 Fehlpässe, allerdings bei nur insgesamt 290 Abspielen, was eine ziemlich grottige Passquote von 63% ergibt. Und deshalb ist es mehr als gerecht, als den Bremern in der 86. Minute nach einem wilden Gestochere der entscheidende Treffer gelang. Hollerbach ist nicht zu beneiden, denn nach den letzten Saisons, in denen der HSV immer nur im allerletzten Moment den Hals aus der Schlinge zog, sieht aktuell nichts danach aus, als ob man das rettende Ufer noch irgendwie erreichen würde. Schade wärs nicht wirklich um den Verein, schließlich hat Hamburg doch mit St. Pauli schon einen Fußballverein. Zu was braucht man da noch den HSV? Auch die anderen Spiele waren eher zum Abwinken. Nicht mal Bayern hatte diesmal Lust, seinen eigenen Rekord von 14 Siegen hintereinander zu brechen. Hingegen schaffte Hertha einen neuen Rekord, der darin bestand, in drei aufeinanderfolgenden Auswärtsspielen zu Null gespielt zu haben. Und so jagt ein Rekord den anderen, was allerdings nicht darüber hinwegtäuscht, dass Bayern kein Rezept fand, den Herthaner Abwehrriegel zu knacken, der sich vor allem auf Lewandowsi konzentrierte, weil es sich sogar bis zum Fuchs Dardai herumgesprochen hatte, dass der in sieben oder noch mehr Heimspielen in Folge (noch irgendein Rekord) getroffen hatte. Das hieß allerdings auch, dass Heynckes auf einen Torhüter hätte verzichten können. Aber was solls, einen Punkt aus München entführt. Das ist nicht schlecht, obwohl Hertha das bei anderen Mannschaften einfacher hätten haben können.

Die Wahrheit über den 23. Spieltag

Die Liga wird hierarchisch gesehen immer flacher, und ansehen mag man sich das zunehmend öder werdende Gekicke auch nicht. Das fällt einem umso mehr auf, wenn man sich ein Spiel wie das von Real Madrid gegen PSG ansieht und dann weiß, welche Attraktivität in einem solchen Spiel stecken kann, wie präzise Pässe sein können, wie ein Rädchen sich ins andere fügt, wie Spieler wie Neymar sich zwischen seinen Gegenspielern hindurchschlängelt. Dann fällt einem plötzlich das Gewürge wie zwischen Freiburg und Bremen sehr unangenehm auf. Nun kann sich nicht jeder Verein einen Neymar leisten, aber attraktive Spiele können auch Freiburg und Bremen liefern. Vielleicht hatten sie einen schlechten Tag, was vorkommen kann, aber vermutlich war das in der vorgegebenen Taktik angelegt, dass beide Vereine unbedingt gewinnen wollten, um aus dem Abstiegssumpf herauszukommen. Und deswegen war es eben eher ein Geholze und Gebolze, ein unbedingtes Wollen, aber nicht Können. Aber so geht es fast allen Mannschaften, selbst solchen, die eigentlich um einen internationalen Platz spielen, denn sie brauchen nur zwei, drei Spiele zu verlieren, um Anschluss nach unten zu kriegen, und deshalb legt sich eine Verkrampfung über die Spiele, in denen nichts klappt und nur der Gegenspieler und der Rasen zu Schaden kommen, was nicht sehr viel ist für das Geld, das man zahlt, um sich sowas anzusehen. Dass dafür der Freiburger Trainer Streich gelobt wird, hat etwas absurdes an sich. Niemand will absteigen, das ist verständlich, aber eigentlich will auch niemand mehr in die Euroleague, denn wie man an zahlreichen Beispielen gesehen hat, wie aktuell bei Köln, heißt das, seine Existenz in der Liga zu gefährden. Wenn eine Mannschaft also mal zufällig eine gute Phase erwischt, die einen sehr schnell nach oben katapultiert, weil sonst jeder gegen jeden verlieren oder auch gewinnen kann, dann verheißt das inzwischen nichts mehr gutes. Darauf sind inzwischen auch die Vereine gekommen, dass die paar Millionen, die sie aus dem europäischen Fußball bekommen, nichts sind gegen den Verlust, den es bedeutet, aus der 1. Liga zu fliegen. Deshalb ist Neapel in der Euroleague mit einer 2. Mannschaft gegen Leipzig angetreten. Lieber will man aus dem Wettbewerb fliegen, als die vor Augen liegende italienische Meisterschaft zu gefährden. Dort liefert man sich ein Kopf an Kopf Rennen mit Juventus, und zum ersten Mal seit fünf oder sechs Jahren ist es im Bereich des Möglichen, das die Turiner mal nicht Meister werden. Und auch für Köln scheint der Preis ziemlich hoch zu sein, abzusteigen dafür, dass man einmal gegen Arsenal spielen durfte. Nur die Bayern können machen, was sie wollen, sie kriegen einfach keine Niederlage zustande, weil es niemanden gibt, der die Gelegenheit beim Schopf ergreifen würde, wenn sich die Möglichkeit schon mal bietet, wie Wolfsburg, die nicht mal eine B-Elf der Bayern davon abhalten konnten, in letzter Minute den Siegtreffer zu erzielen. Aber auch Dortmund würde sich da schwer tun, würde ihnen diese Chance mal eingeräumt werden, was nicht der Fall ist, weil die Bayern Dortmund immer noch für einen ernst zu nehmenden Gegner halten, der er aber nicht mehr ist. Inzwischen hält man sogar Schürrle für einen guten Spieler, der in Bayern nicht mal zum Training zugelassen werden würde, nur weil er mal wieder aus Zufall getroffen hat.

Die Wahrheit über den 22. Spieltag

Obwohl nach dem Abschied von Aubameyang zu Arsenal wieder Ruhe beim BVB eingekehrt sein müsste, nach der sich alle Beteiligten sehnen, die das sogenannte »Wechseltheater« für die schlechten Leistungen der Mannschaft verantwortlich machen, wird es nicht besser auf dem Rasen. Auch gegen den ziemlich sicheren Absteiger aus Hamburg, spielten die Dortmunder nicht etwa befreit auf, und auch die Rückkehr von Marco Reus nach acht Monaten Verletzungspause ließ die Leistungskurve nicht etwa steigen, nein, vor allem in der ersten Halbzeit konnte man ein müdes und ödes Hin- und Hergeschiebe des Balles bewundern, weil jeder offenbar Angst hatte, einen Fehlpass zu prouduzieren, von Kombinations- oder One-touch-Fußball war nichts zu sehen. Nur wenn Marco Reus am Ball war, blitzte ein bisschen von dem auf, was die Dortmunder früher ausmachte. So fiel das 1:0 für die Dortmunder eher überraschend und zufällig, als ein mißglückter Torschuss des ansonsten sehr schwachen Pulisic zur Torvorlage für Batshuayi geriet. Die Hamburger aber kämpften unverdrossen weiter und setzten die Dortmunder unter Druck, und immer wieder gelang es ihnen, gefährlich vors Tor zu kommen, oder Bürki glänzte mit einer seiner Spezialitäten, indem er dem Gegner den Ball zuspielte, aber die Hamburger ließen alle Möglichkeiten konsequent aus. Kein Wunder, dass die BVB-Spieler schon zur Halbzeit ausgepfiffen wurden, obwohl sich viele über das Comeback von Reus freuten. Niemand weiß genau, woran es liegt, dass fast alle unter ihren Möglichkeiten spielen und man gegen einen tief stehenden Gegner ratlos ist. Watzke sagte auf diese Situation angesprochen in einem Interview für die FAZ, dass der BVB im internationalen Ranking immer noch auf Platz 10 zwischen Manchester City und Manchester United stehe, und man merkte sofort, da will sich einer was schön reden, denn das diese Tabelle nicht die Wirklichkeit spiegelt ist so offensichtlich, dass man Watzke zurufen möchte, träum weiter. Schließlich waren laut Watzke Dembelé und Aubameyang die letzten Spieler, die der BVB habe ziehen lassen, das habe er vor versammelter Mannschaft sehr laut und deutlich zum Ausdruck gebracht, aber als börsennotierter Verein habe man nicht so einfach die Angebote ablehnen können. Klar, es ist ja auch niemand mehr da, den ein anderer Verein unbedingt haben möchte, abgesehen vielleicht von Marco Reus, aber der ist viel zu verletzungsanfällig, um für einen englischen Verein interessant zu sein. Es gibt eben nur noch Mittelmaß beim BVB wie Schürrle, der auch in diesem Spiel wieder sehr engagiert und maximal ineffektiv auf dem Platz herumstolperte und die einfachsten Bälle verlor, der überhaupt nur eine Aktion hatte, nämlich die Vorlage auf Götze zum 2:0 in der letzten Minute der Nachspielzeit, als die Partie bereits entschieden war. Batshuayi wird sich bereits fragen, wo er da hineingeraten ist, denn wenn Toprak bereits zu den besseren Spielern zählt, kann man sich vorstellen, wie traurig die Vorstellung seiner Kollegen war, sieht man vielleicht ein wenig von Götze ab, der aber immer nur eine Halbzeit gut ist. Schließlich sagte Watzke noch, dass man wieder mehr Spieler mit dem sogenannten »Siegergen« verpflichten wolle, solche Leute wie Bender, der zu Leverkusen wechselte. Aber wenn schon solche Spieler den Verein verlassen, dann stimmt irgendetwas im Verein ganz grundsätzlich nicht.

Die Wahrheit über den 21. Spieltag

So wirklich verdient war der 3:2-Sieg der Dortmunder in Köln nicht, jedenfalls spielten sie alles andere als dominant gegen den Tabellenletzten, der durchaus auf Augenhöhe mithalten konnte. Das Spiel war ziemlich ausgeglichen und dank des Kölner Engagements wurde es sogar ein ziemlich lebendiges Spiel. Die Kölner hatten durch Jojic sogar die erste Großchance, aber der Ex-Kollege der Dortmunder schoss den Ball großzügig in die Arme von Bürki. Die Dortmunder taten sich schwer, aber als ausgerechnet Toljan, der sonst nie einen Ball in den Strafraum bekommt, es dann tatsächlich mal schaffte, stand da der Aubameyang-Ersatz und die Leihgabe von Chelsea Batshuayi bereit und zeigte seinen Kollegen mal, wie man das so in England macht. Dennoch kamen die Kölner, die sich dadurch überhaupt nicht aus dem Konzept bringen ließen, zurück, weil die Dortmunder das 1:0 offenbar über die Zeit retten wollten und die Kölner spielen ließen. Nach dem Ausgleich der Kölner kurz nach der Pause dauerte es allerdings nur zwei Minuten, bis Batshuayi den alten Toreabstand wieder herstellte, was allerdings nur durch einen Fehler in der Kölner Hintermannschaft möglich wurde und der ansonsten enttäuschende Pulisic mit der Vorlage mal einen Gedankenblitz hatte. Aber die Dortmunder schafften es auch diesmal nicht, den Vorsprung über die Zeit zu retten. Und als die Kölner erneut ausgeglichen hatten, da waren es die Rheinländer, die unbedingt einen Sieg wollten und es sich auch zutrauten. Allerdings haben sie dafür dann doch nicht das Format und liefen in einen hervorragend von Kagawa eingeleiteten Konter hinein. Batshuayi überließ den Ball dem wieder verlässlich herummurksenden Schürrle, wahrscheinlich weil er noch nicht mitbekommen hat, dass man Schürrle besser nicht anspielt, will man den Ball nicht wieder ganz schnell los sein, und natürlich rennt Schürrle los und schießt aus ziemlich großer Entfernung sinnlos aufs Tor, statt einen freien Mitspieler in Szene zu setzen, und was passiert? Vom Fuß eines Kölner Abwehrspielers abgefälscht senkt sich der Tor unhaltbar zum Siegtreffer ins Tor. Ein Glücksschuss, aber da der Ball im Tor landet, fragt niemand mehr danach, ob das klug war, was Schürrle tat, denn nach den Regeln des Fußballs hätte er den Ball unbedingt abspielen müssen. Aber genau nach diesem Prinzip funktioniert z.Z. der Fußball des BVB: dem Prinzip Hoffnung und Glück. Schon die beiden Tore gegen Freiburg waren Glückstore, und richtig herausgespielt war nur das erste Tor der Dortmunder. Auf diesem Level befinden sich gerade alle sechs Mannschaften, die sich um die Plätze hinter den Bayern balgen. Leverkusen, die noch zu den stabileren Mannschaften gehören, kommen über einen torloses Remis in Freiburg nicht hinaus, das nicht etwa glücklich für Freiburg zustande kommt, sondern durchaus leistungsgerecht ist. Schalke verliert zu Hause verdient gegen den Abstiegskandidaten Bremen, während Leipzig zur Abwechslung mal wieder gewinnt, und zwar gegen den Mitkonkurrenten auf die internationalen Plätze Gladbach. Von den letzten Liga-Spielen hatten die Leipziger nur eins gewonnen, befinden sich aber trotzdem auf Platz 3, punktgleich mit den Leverkusenern, während der BVB nur mit einem Punkt weniger auf Platz 4 steht, obwohl man von den letzten vier Liga-Spielen auch nur eins gewonnen hat. Leverkusen ist 18 Punkte von Bayern entfernt, aber nur 14 Punkte von einem Abstiegsplatz. Da müsste für Bremen noch ein Euroleague-Platz drin sein.