Kategorie-Archiv: Blutgrätsche

Die Wahreit über den 7. Spieltag

Fast 85 Prozent von immerhin 150.000 Befragten glauben, dass der BVB das Zeug dazu hat, in dieser Saison Meister zu werden. Sollte jemand von den 150.000 das Spiel in Ausburg gesehen haben, dann ist entweder BVB-Fan und sowieso nicht zurechnungsfähig, hat wenig Ahnung oder ist ein unverbesserlicher Optimist. »Das schlechteste Spiel, seit ich BVB-Trainer bin«, sagte Bosz und da kann man ihm kaum widersprechen. Bosz hat zwar die Mannschaft nach dem Spiel gegen Real Madrid runderneuert, die Mittelfeldachse ausgetauscht gegen die nicht minder erstklassigen Weigl, Dahoud und Kagawa, und auch sonst rotiert, wo es eben ging, denn immer noch fehlen dem Dortmunder Aufgebot wichtige Spieler, die verletzt sind, aber dennoch spielten sie, als würden ihnen die englischen Wochen in den Knochen stecken. Sehenswert waren nur die ersten 25 Minuten, die Zeit, in der auch die drei Tore zum 2:1 für den BVB fielen, ein furioser Beginn, der einen schon an den Kantersieg gegen Gladbach denken ließ, aber als kurz danach der Ausgleich fiel, wurde man schmerzlich an die Schwächen in der Abwehr erinnert. Aber mit dieser Schwäche konnten die Augsburger durchaus mithalten, denn dem wunderbaren Tor-des-Monats-Lupfer von Kagawa ging ein kurioses Mißverständnis von zwei Augsburger Abwehrspielern voraus. Danach allerdings zerfaserte das Spiel und vor allem in der 2. Halbzeit hatten die Augsburger mit ihrer unattraktiven Spielweise mit langen nach vorne geschlagenen Bällen und einer extrem harten Spielweise, die vor allem Yarmolenko wahrscheinlich als Rache für sein kurioses Hackentor zu spüren bekam, das Heft in die Hand genommen. Dortmund fehlte die Möglichkeit, sich dieses aggressiven Spielweise anders zu entziehen, als die Zweikämpfe anzunehmen und die Bälle ebenfalls nach vorne zu bolzen. Schön war das nicht. Kombination sieht anders aus. Dennoch hatte Aubameyang dreimal eine 100prozentige auf dem Fuß, und dreimal patzte er. Sogar einen Elfer lupfte er in die Arme des Augsburger Schlussmanns Hitz, aber der Elfer war fast ein wenig geschenkt und kam erst durch den Videobeweis zustande, als die Augsburger ihren Gegenangriff schon abgeschlossen hatten, also reichlich spät, als niemand mehr daran dachte, dass da was war. Piszczek war aber tatsächlich im Augsburger Strafraum ziemlich hartnäckig gehalten worden, was Sokratis hin und wieder allerdings auch macht. Aber selbst dieses Geschenk ließen die Dortmunder einfach liegen und machten es bis zum Schluss spannend, denn die Augsburger rannten bedingungslos an und zeigten, dass sie nicht umsonst auf Platz 5 standen. Das Mißverständnis Ancelotti hat nach dem 3:0 gegen Paris dann doch ein sehr schnelles Ende gefunden, und wie es aussieht, hat es Ancelotti darauf angelegt mit seiner merkwürdigen Aufstellung, weil er wusste, dass seine Entlassung sowieso bevorsteht, weshalb er sie dann eben ein wenig beschleunigte. Vielleicht kommt ja jetzt Tuchel, der einzige, der z.Z. zu haben wäre, obwohl bereits etliche Bayern-Fans damit gedroht haben, sich in diesem Fall umzubringen. Und tatsächlich wäre ein Crash zwischen den Münchner Alpha-Tierchen und dem asketischen Kontrolletti vorprogrammiert. Und deshalb wäre Tuchel die ideale Besetzung für den vakanten Posten. Er kann dann z.B. Hummels auf die Tribüne setzen, so wie er das schon in Dortmund mit Sahin getan hat.

Die Wahrheit über den 6. Spieltag

Die Bayern haben das Kunststück vollbracht, gegen die derangierten und gerupften Volkswagenwölfe zu Hause ein 2:2 zu erreichen, und das nach einer 2:0 Pausenführung. Auch wenn mit dem Ex-Trainer aus Mainz Schmidt seit kurzem ein neuer Besen kehrt, hat sich an der pomadigen Spielweise der Wolfsburger nichts geändert, weshalb dieses Ergebnis wirklich überraschend war. Vielleicht brachten sich die Münchner auch für ihr Spiel gegen Paris in Stellung, weshalb sich niemand mehr so richtig auf Wolfsburg fokussieren mochte, denn wer will sich schon mit einem potentiellen Absteiger beschäftigen. Auch Paris hat vor dem Treffen am nächsten Mittwoch nur ein torloses Remis geschafft, und das ist etwas wenig bei einem Sturm, der so an die 300 Millionen gekostet hat. Immerhin hat sich Dortmund diesmal nicht der Münchner Pleite angepasst, was sie häufig genug schon getan haben, sondern sich ziemlich bravourös in Szene gesetzt und die Fans mit einem 6:1 gegen Gladbach beglückt, obwohl Bosz das Mittelfeld vollkommen austauschte und mit Götze, Dahoud und Weigl neu zusammensetzte. Der zuletzt auftrumpfende Yarmolenko wurde für Madrid geschont, aber Philipp bildete mit Aubameyang ein Traumduo, das die Gladbacher ziemlich durcheinanderwirbelte, denn die kriegten nie richtig Zugriff auf die Dortmunder Stürmer, denn auch Pulisic ließ sich nicht so leicht stoppen. Dennoch hatten die sehr defensiv auftretenden Gladbacher die erste hundertprozentige Chance, und es blieb nicht bei dieser einen, aber Gladbach machte aus vielleicht vier oder fünf hochkarätigen Möglichkeiten nur ein Tor. Eigentlich kein guter Schnitt für den BVB, wenn er sich weiterhin an der Spitze halten will, denn vor allem Madrid wird am nächsten Dienstag aus solchen Chancen ein paar mehr Tore machen. Auch die Dortmunder verwerteten nicht jede Chance, und wenn der sensationell aufgelegte Gladbacher Torhüter Sippel nicht einige Unhaltbare verhindert hätte, hätte Dortmund auch zweistellig gewinnen können. Der BVB umkreiste den Gegner wie ein lauerndes Raubtier, um dann immer wieder mit steilen Pässen und präzisen Flanken blitzschnell zuzustoßen. Aubameyang auf Philipp, Philipp auf Aubameyang, Götze auf Aubameyang, Sokratis auf Aubameyang. Der Mann mit den wenigen Ballkontakten konnte sich diesmal nicht beschweren, und er dankte seiner Mannschaft mit drei Toren. Lewandowski wird vor Ärger bald an einem Magengeschwür leiden, weil sein mühsam erzielter Vorsprung in der Torschützenliste wieder zunichte gemacht wurde. Es war wieder einer dieser magischen Abende, von denen Dortmund früher mehr geboten hat. Bei den Neueinkäufen hat Zorc wieder ein gutes Händchen bewiesen, denn Yarmolenko und Philipp, die mit den Dembélé-Millionen finanziert wurden, haben den Franzosen schnell vergessen lassen, der in Barcelona sich inzwischen einen Muskelfaserriss zugezogen hat, weshalb man ihn in diesem Jahr nicht mehr sehen wird, ein Umstand, der Dortmund an die 40 Millionen kosten wird, denn er wird wohl kaum mehr die Einsätze erreichen, die an diese fette Nachzahlung geknüpft sind. Hoffenheim konnte sich gegen Schalke behaupten und sitzt den Dortmundern nur mit zwei Punkten Rückstand im Nacken, und auch Leipzig profitierte vom Münchner Ausrutscher und konnte sich mit einem kaum verdienten Sieg gegen Frankfurt nach vorne robben.

Die Wahrheit über den 5. Spieltag

Die Hamburger wollten es unbedingt wissen. Mit allen ihnen zur Verfügung stehenden unfairen Mitteln, mit einem ungeheuren Laufpensum in aussichtslose Räume und mit hohen Bällen nach vorne versuchten sie, die Dortmunder in Bedrängnis zu bringen. Immerhin stellten sie sich nicht vor den eigenen Sechzehner in der Hoffnung auf einen Punkt. Und indem sie, wie der Moderator ständig betonte, »mutig« nach vorne spielten, schien es so, als wollten sie tatsächlich gewinnen. Ein zweifellos ehrgeiziges Unternehmen, das den Dortmundern nicht etwa in die Karten spielte, sondern sie erstaunlicherweise dazu zwang, sich der unattraktiven Spielweise anzupassen mit langen Bällen, die regelmäßig bei den Hamburgern landeten. Immerhin aber ergaben sich durch die »mutige« Spielweise der Gastgeber Räume, die sich den Dortmundern im Liga-Alltag sonst eher weniger bieten, die jedoch von Sahin viel zu wenig genutzt wurden. Aber wenn sie es dann mal spielerisch schafften, die unermüdlich anlaufenden Hamburger abzuschütteln, wurden sie auch durchaus gefährlich. Vor allem Yarmolenko zeigte, zu was er in guten Momenten in der Lage ist, und zwar auf einem technisch hohen Niveau, dem sein Gegenspieler häufig nicht gewachsen war, vor allem aber kann er vernünftige Flanken schlagen, die auch mal ankommen, wie auf den Kopf Aubameyangs, der den Ball jedoch nur an den Außenpfosten setzte. Aber auch wenn viele hochkarätige Chancen vergeben wurden, hatte sich Dortmund genügend herausgespielt, um am Ende ziemlich eindeutig mit 3:0 zu gewinnen durch Tore von Kagawa, Aubameyang auf Vorlage von Yarmolenko und Pulisic nach einem hinreißenden Sololauf. In diesem Spiel bestand der Unterschied in der individuellen Klasse der Spieler, denn das Dortmunder Kombinationsspiel war oft nicht besonders gut. Gegen Real Madrid werden sie sich steigern müssen, wenn sie in der CL nicht gleich die zweite Niederlage in Folge einheimsen wollen. Aber erstmal kommt Gladbach, und die sind ein besserer Test als Hamburg. Leider haben sie Bayern sehr souverän auf Schalke gewonnen und warten auf den ersten Ausrutscher des BVB, um sich wieder an die Spitze schieben zu können.

Die Wahrheit über den 4. Spieltag

Obwohl in der frühen Phase der Saison noch einiges unsortiert ist, wie man am Aufsteiger Hannover 96 sehen kann, die ihr drittes Spiel gewinnen konnten, diesmal gegen den dankbaren Gegner HSV, der wie immer in den letzten Jahren gar nicht schnell genug in den Tabellenkeller kommen kann, zeichnet sich schon jetzt eine Tendenz ab, die auf the same procedure as every year hinausläuft, denn Bayern München ließ der Niederlage in Hoffenheim und trotz einiger Unstimmigkeiten und Querelen in der Mannschaft ein lockeres 3:0 gegen Anderlecht folgen und einen überzeugenden 4:0-Sieg gegen Mainz, die so ziemlich gegen die Wand gespielt wurden und den Münchnern Gelegenheit gab, sich von der unangenehmsten Seite zu zeigen und sich in atavistischem Torjubel zu üben. Und es sieht nicht so aus, als ob die Dortmunder ihnen gefährlich werden könnten, denn gegen das schwache torlose Remis in Freiburg folgte eine herbe 3:1-Pleite bei Tottenham. Zwar versuchte man sich die Niederlage schön zu reden, schließlich hatte man bis zu 68 Prozent Ballbesitz, aber das heißt im modernen Fußball nicht mehr viel. Und auch wenn den Dortmundern ein wunderschöner Treffer von Aubameyang aberkannt wurde, hatte man am Ende nicht zu Unrecht verloren. Das von Bosz verordnete hohe Pressing birgt eben gewisse Risiken, denen die Dortmunder Abwehr nicht gewachsen ist. Trotzdem kann natürlich noch viel passieren. Dazu gehört allerdings nicht, dass sich Hannover oben wird halten können, denn selten wurden mit solchen schwachen Spielen wie sie Hannover abliefert, so viele Punkte gesammelt, weshalb der Trainer Breitenreiter froh ist, dass er sich schon mal ein gewisses Punktepolster anlegen konnte. Hingegen wird Leipzig wieder um die internationalen Tabellenplätze mitspielen, denn auch wenn sie gegen Gladbach zu Hause nur ein 2:2-Unentschieden schafften, lieferten sie doch ein gutes Spiel ab, das ganz anders war als beispielsweise das mehr als unansehnliche Spiel der Stuttgarter zu Hause gegen Wolfsburg, und auch die Frankfurter lassen schon früh erkennen, dass sie keine Rolle in dieser Saison spielen werden, denn zu Hause gegen Augsburg schafften sie es gegen eine diszipliniert auftretende Mannschaft mit gleichwohl limitierten Mitteln nicht mehr als eine Niederlage. Schalke gelang in Bremen nach einer guten Leistung ein Auswärtssieg, so dass die Bremer jetzt gerade mal mit einem Punkt dastehen, weil sie das Pech hatten, gleich zu Saisonbeginn gegen die schwersten Brocken antreten zu müssen. In England, wo sich ein paar mehr Mannschaften als eine um den Meistertitel streiten, stellte Manchester-City mit einem grandiosen 6:0-Torschützenfest in Watford seine Ambitionen auf den Titel unter Beweis. Und diesmal könnte es klappen, denn Gündogan ist nach 9-monatiger Verletzungspause wieder zurück. Liverpool hingegen kam zu Hause gegen Burnley über ein Unentschieden nicht hinaus, und auch Arsenal schwächelt schon wieder. Zwar reicht ihr Potential noch für einen souveränen 3:1-Sieg in der Euro-League gegen Köln aus, aber in der heimischen Liga hat man es mit anderen Kalibern zu tun.

Die Wahrheit über den 3. Spieltag

Es war eins der schlechtesten Spiele Dortmund seit sehr langer Zeit, und ich sage es ungern, aber mit einem Dembélé hätte das Spiel anders ausgesehen, weil er einer der Ausnahmespieler ist, der durch seine verwirrenden Finten ein Bollwerk, wie es die Freiburger vor dem 16er errichtet hatten, auch mal durchbrochen hätte, auch wenn er vielleicht zehnmal vorher hängen geblieben wäre. So kann Dortmund noch von Glück sagen, dass sie nicht verloren haben, denn schon früh tauchte ein Freiburger mit dem unglücklichen Namen Kleindienst allein vor Bürki auf, brachte es aber nur fertig, den Dortmunder Schlussmann anzuschießen. Im übrigen versuchten es die Freiburger mit hartem Einsteigen. Vor allem Ravet tat sich da hervor und trat den gerade wiedergenesenen Schmelzer so um, dass dieser vom Platz getragen werden musste. Ravet erhielt dafür nur gelb, aber als der Schiedsrichter sich das ganze nochmal auf dem Bildschirm angesehen hatte, zückte er völlig zu recht rot. Dortmund spielte also eine Stunde lang in Überzahl. Die Freiburger zogen sich noch mehr zurück, und häufig befanden sich alle Feldspieler außer Bürki 25 Meter vor dem Freiburger Tor. Die ließen sich einschnüren und konnten sich darauf verlassen, dass die Dortmunder sich hintenrum die Bälle zuschoben, weshalb Sokratis die meisten Ballkontakte der Dortmunder hatte. Wenn aber ein derart langweiliges Spiel entsteht, in dem sich präzise wie ein Uhrwerk bestimmte Spielzüge wiederholen, wie z.B. Sahin auf den linken Flügel zu Zagadu und wieder zurück. Wenn man aber sieht, wozu man kein großer Fußballkenner oder Stratege sein muss, dass das Spiel völlig schematisch verläuft und auch Spieler wie Sahin, Götze oder Castro nichts daran ändern, dann ist man gezwungen, mehr Risiko zu gehen, d.h. häufiger mal eins gegen eins zu spielen, um eine Lücke zu reißen, und häufiger auch mal von 20 Metern aus zu schießen. Nichts davon war zu erkennen. In der 2. Halbzeit kam zwar etwas mehr Zug ins Spiel und Pulisic (wer auch sonst) gelang nach einem schönen Zuspiel von Sahin ein gefährlicher Drehschuss, der aber nicht gefährlich genug war, um nicht von Keeper abgewehrt werden zu können. Und dann schloss sich auch noch der Schiedsrichter der allgemeinen schlechten Leistung an und ließ nach einem Foul an Sokratis zunächst das Spiel weiterlaufen, um es erst genau zwei Sekunden, bevor Aubameyang der entscheidende Treffer gelang, doch noch abzubrechen und den Dortmundern den Vorteil zu nehmen. Und das muss man auch erstmal hinkriegen. Wieso gilt da eigentlich kein Videobeweis? Und auch, dass der Schiedsrichter und nicht mal die Videoanalysten nach einem Ellbogencheck gegen Piszczek im Sechzehner, bei dem ihm Stenzel eine blutige Schläfe verpasste, nicht auf Elfer entschieden, ist ein Geheimnis. Die Dortmunder Ideenlosigkeit war jedenfalls erschreckend, Schmelzers Verlust herbe, denn der Beamtenfußball Zagadus auf der linken Seite war noch einschläfernder als das übrige Spiel. Sahin, Götze und Castro bemühten sich zwar, brachten aber kaum etwas zustande, und der 25 Millionen-Mann Yarmolenko, der am Ende eingewechselt wurde, glänzte lediglich mit einem imposanten Fehlschuss. Da sahen die Bayern in Hoffenheim wesentlich besser aus, jedenfalls wurde ihnen von allen Seiten ein hervorragender Fußball attestiert, verloren haben sie aber trotzdem. Und das war noch das schönste an diesem Tag.

Die Wahrheit über das Pokalendspiel BVB-Eintracht

Toll war es nicht, da waren sich alle einig. Vor allem der BVB blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Noch vor einer Woche lieferte man sich ein rasantes und grandioses letztes Bundesligaspiel gegen Bremen, in dem es um den 3. Platz ging und jetzt ging es um nicht weniger als darum, nach vier verlorenen Endspielen hintereinander endlich mal wieder zu gewinnen, und das schien gegen die Eintracht durchaus im Bereich des Möglichen. Und Dortmund begann auch furios und kam früh durch einen schönen Spielzug und eine Einzelaktion im Weltklasseformat von Dembélé zum 1:0. Aber dann ließ man wie schon häufig in den Ligaspielen zu beobachten nach und baute den Gegner auf, plötzlich wackelte die Abwehr, fand niemand mehr einen Abnehmer für die Bälle und schlug sie stattdessen weit nach vorne ins Niemandsland. Eintracht nahm die Einladung gerne an und erzielte nach einem Fehler von Sokratis den Ausgleich, und nach einer weiteren schönen Kombination traf Seferovic nur den Pfosten. Und Reus hatte schon in der 1. Halbzeit »ein bisschen Kreuzband«, wie er später sagte, so dass er zur Pause ausgewechselt werden musste. Mit Pulisic und Castro kam endlich mehr Schwung ins Spiel, was man mit Ginter statt des verletzten Weigl und des wieder einmal nicht berücksichtigten Sahin auch nicht erwarten konnte, weil Ginter vielleicht ein Abräumer ist aber eben kein kreativer Spieler. Jetzt geriet die Eintracht wieder in die Defensive. Aubameyang, von dem vorher kaum etwas zu sehen war, hätte mit einem technisch anspruchsvollen Seitenfallzieher fast die Führung erzielt, aber der Ball wurde noch von der Torlinie gekratzt. Kurze Zeit später, nach einem Foul an Pulisic, chippte er den Ball vom Elfmeterpunkt lässig in die Mitte als der Keeper schon ins linke Toreck abgetaucht war. Das waren dann aber auch schon die Highlights des Spiels, von dem auch Reus sagte, dass es nicht gut gewesen sei. Hauptsache gewonnen hört sich bei einem Pokalfinale allerdings nicht so gut an, denn einen Titel will man ja schließlich glanzvoll gewinnen und nicht mit Ach und Krach, und deshalb wird dieser Titelgewinn im vereinsinternen Mythenranking nicht sonderlich hoch im Kurs stehen, höchstens bemerkenswert dadurch, dass es sich um den ersten Titel handelt, den Reus nun auf seine Fahnen schreiben kann, aber selbst Reus hat diesen Medienhype relativiert und gesagt, dass der Titelgewinn zwar schön sei, aber immer noch wichtiger sei, wie man sich als Mannschaft verstünde. Der DFB zeigte mal wieder seinen unterirdischen, aber bestimmt extraordinär teuren Geschmack, indem man die Schnulzensängerin Helene Fischer engagierte, die von den Fans ausgepfiffen wurde. Vor allem von den Eintracht-Fans, weil die Herz-und-Schmerz-Schreckschraube, wie ich zu meinem Entsetzen erfahren musste, sich schon mal in ein BVB-Trikot gezwängt hatte. Die ARD blendete das Stadionmikrophon einfach aus und ergoss den schlimmen Gesang ungefragt über alle Zuschauer, die keine Chance hatten zu flüchten. Und dann der ganze Proll-Goldlametta-Geschmack und die als Statuen in goldenen Abendkleidern missbrauchten Damen, die als Zierat herhalten mussten, all das zeugte davon, wie wenig der DFB von den Fußballfans hält, indem sie ihnen all das zumutet. Interessanter war an diesem Abend das FA-Cup-Finale zwischen Arsenal und Chelsea, das Arsenal souverän mit 2:1 gewann. Und dass sich Bartra ein Stück von einem Tornetz als Trophäe abschnippelte. Und dass Tuchel gerne Trainer bleiben würde, aber damit ziemlich allein steht. Und dass Schmelzer eine Frage zum Trainer einfach unbeantwortet ließ und stattdessen nur die Leistung und den Zusammenhalt der Spieler analysierte. Und dass Aubameyang gehen will. Weshalb dieser Abend einen nach dem verkorksten Spiel dann doch wehmütig stimmte, denn ohne Aubameyang würde sich der Verein schon wieder neu ausrichten müssen.

Die Wahrheit über den 34. Spieltag

Nach der letzten verkrampften und unansehnlichen Partie in Augsburg war dieses Sensationsspiel nicht unbedingt zu erwarten. Im Unterschied zu fast allen anderen Partien ging es allerdings noch um den 3. Platz, also um die direkte Qualifikation zur Champions-League. Aber auch für Bremen ging es um etwas, denn die hätten mit einem Sieg noch die Euroleague erreichen können. Und Bremen war unglaublich stark, spielfreudig und kombinationssicher. Vor allem Kruse und Bartels, die mit je einem Treffer die Bremer nach der Pause zur 3:2-Führung schossen und damit ihren Traum wahrgemacht hätten, ließen die BVB-Abwehr häufig nicht gut aussehen. Aber dann drückten die Dortmunder wieder aufs Pedal und erhöhten den Druck so sehr, dass den Bremern ein Foul im Strafraum unterlief. Reus verwandelte den Elfer zum Ausgleich, und in der 88. Minute schließlich spitzte sich das Drama zu, denn da flog Pulisic in den Strafraum. Das war zwar kein Elfer, was sich aber erst nach mehreren Zeitlupenaufnahmen erkennen ließ. Da die Dortmunder aber schon in der ersten Halbzeit einen Elfer nicht bekommen hatten, handelte es sich um ausgleichende Gerechtigkeit. Reus überließ Aubameyang die Kugel, der einige der letzten Elfer nicht mehr verwandelt hatte, aber unbedingt mit 31 Treffern die Torschützenkanone haben wollte, was möglich war, weil Lewandowski in München trotz des 4:1 gegen Freiburg kein Tor mehr gelang. Es war ein unglaublich rasantes Spiel, in dem es hin und her wogte und Tore fielen, die einem im Traum noch verfolgen, so schön waren sie, wie Dembélés gelupfter Ball in den Strafraum, den Aubameyang direkt annahm und verwandelte, ein Tor des Jahres. Danach fielen sich alle glücklich in die Arme. Bartra hielt seinen bandagierten Arm, der beim Anschlag verletzt worden war, vor der gelben Wand in die Luft wie als Zeichen, dass man sich nicht unterkriegen lassen würde. Sogar Tuchel und Watzke umarmten sich kurz. Aber wahrscheinlich waren sie sich nur zufällig über den Weg gelaufen, denn immer noch stehen die Zeichen auf Trennung. Das wurde inzwischen auch von der FAZ bestätigt, die vergeblich ein Interview mit Watzke zu bekommen versucht hatte und dann mit dem Berater von Tuchel vorlieb nehmen musste, der bestätigte, dass es keine direkten Gespräche zwischen Tuchel und Watzke gegeben hatte und alles über den Berater lief. Aber die Vertragsverlängerung mit Tuchel stand diesmal nicht im Vordergrund, vielmehr das Gerücht um Aubameyang, für den China 80 Millionen zu zahlen bereit sein soll. Und es sah im Interview nach dem Spiel ganz danach aus, als ob Aubameyang nicht abgeneigt ist, ein solches Angebot anzunehmen, wenn es das tatsächlich geben sollte. Schade, wieder wird eine Mannschaft geschwächt kurz bevor sie zu den Sternen greifen könnte. Aber so ist das in der Hackordnung der Vereine. Und jetzt mischt auch noch China mit, weil man dort jetzt auch Fußballmacht werden will. Und vermutlich wird auch das wie alles andere eben auch bei den Chinesen eine noch größere Sache. Im direkten Duell um den Platz für den Nachsitzer der Saison verlor mit Wolfsburg die bessere Mannschaft. Die Hamburger wussten, dass ein erneutes Relegationsspiel bei dem Zustand der Mannschaft riskant wäre. Deshalb feierten sie den Sieg und den Erhalt der Klasse wie eine Meisterschaft. »Ich bin einfach dankbar und froh, dass wir heute den Sack zumachen konnten«, stammelte Gisdol in die Kamera. »Wir wollten die Geschichtsbücher neu schreiben«, hieß es, und daran sieht man, dass in Hamburg Anspruch und Wirklichkeit schon immer weit auseinanderklaffen.

Die Wahrheit über den 33. Spieltag

Vor einer Woche erschien ein Hintergrundbericht über die Querelen beim BVB von Freddie Röckenhaus in der SZ, der für Furore sorgte. Röckenhaus ist nicht irgendjemand. Er hat die Machenschaften des damaligen BVB-Bosses Niebaum aufgedeckt und ihn zu Fall gebracht. Er ist ein ausgezeichneter Kenner des Vereins, und er ist dem BVB sehr zugeneigt. Er ist also nicht darauf aus, dem Verein zu schaden. Wenn er also schreibt, dass das Zerwürfnis so weit geht, dass auch Spieler sich über Tuchel beklagen, dann ist das nicht erfunden, wie das vielleicht Bild machen würde, um den Konflikt anzuheizen. Natürlich kann der Spieler nicht seinen Namen nennen, denn dann wäre er weg vom Fenster. Aber das lieferte Tuchel den Vorwand, den Konflikt am Schwelen zu halten. Es seien viele Unwahrheiten über ihn verbreitet worden, die die persönliche Grenze überschritten hätten. Wenn er sich dabei auf den Bericht in der SZ bezieht, dann allerdings lässt sich ihm schwerlich zustimmen und es macht nur eines deutlich, nämlich dass das Verhältnis von Vereinsführung und dem Trainer völlig zerrüttet ist. Davon zeugt auch das Auftreten von Nuri Sahin im zdf-Sportstudio, der auf diesen Konflikt angesprochen natürlich nicht offen Partei ergreifen konnte, aber es wurde durch das, was er nicht sagte, auch so ziemlich deutlich. Er sprach nur von dem rein professionellen Verhältnis, das die Spieler zum Trainer hätten, und gab nicht den Hauch eines Bekenntnisses zu Tuchel ab. Warum auch, denn es ist kein Geheimnis, dass Tuchel ihn kaum berücksichtigte, der wiederum es wahrscheinlich als Affront begriffen haben dürfte, dass der Verein den Vertrag mit Sahin gerade um zwei Jahre verlängert hatte. Und obwohl der Berater Tuchels darauf drängte, dass beide Seiten sich langsam mit Äußerungen zurückhalten sollten, hört Tuchel nicht auf, sich über irgendwelche nicht näher benannten Anschuldigungen und über ihn verbreiteten Unwahrheiten zu beschweren, ohne jedoch Anstalten zu machen, sich mal mit der Vereinsführung zu treffen, um den Dissens und die Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Dass dieser Konflikt die Mannschaft unberührt lässt, ist schwerlich zu glauben. Das Spiel in Augsburg jedenfalls war alles andere als ansehnlich, obwohl Tuchel die nominell stärkste Mannschaft aufgestellt hatte. Dann verletzte sich auch noch Weigl schwer und fällt für die restlichen zwei Spiele aus. Und Tuchel lässt am Ende nicht etwa auf Sieg spielen, sondern auf Ergebnishalten eines traurigen Remi. Jetzt ist Hoffenheim im Kampf um Platz 3 wieder dran und nur 4 Tore schlechter. Irgendwie kann man den Eindruck bekommen, dass Tuchel genau weiß, dass seine Zeit beim BVB abgelaufen ist und nun aus Rache versucht, das letzte Spiel zu vergeigen, was gegen Bremen z.Z. auch gar nicht so schwer sein dürfte. Und das Pokalfinale gegen die Eintracht? Da weiß man schließlich, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat. Wahrscheinlich deshalb redet Tuchel die ganze Zeit davon, dass er sich auf die letzten Spiele fokussieren will, wobei ihm aber immer noch Zeit genug bleibt, Öl ins Feuer zu gießen. Z.Z. macht es jedenfalls keinen Spaß, dem BVB zuzusehen. Fast alle anderen Spiele sind da interessanter, wie das Mainzer Spiel gegen die Eintracht, das sie nach 0:2 noch 4:2 gewannen, womit sie einen großen aus dem Abstiegssumpf heraus gemacht haben. Oder das 1:1 zwischen Schalke und dem HSV, als Schalke in der Nachspielzeit der Siegtreffer aberkannt wurde, weil der Ball bei einer Ecke angeblich die Torauslinie überschritten hatte, wofür es aber keinen Beweis gab, was wieder mal ein Beleg für den unglaublichen Dusel der Hamburger in ihrem schon jahrelang andauernden zähen Abstiegskampf ist. Ingolstadt hingegen ist durch dieses eine nicht anerkannte Tor nun endgültig abgestiegen. Jetzt gibt es am letzten Spieltag ein echtes Finale um den Abstieg in Hamburg gegen Wolfsburg. Der HSV muss siegen, aber es sieht nicht so aus, als ob er das könnte. Immerhin ein Spiel, das man sich gelassen angucken kann, denn egal, wie das Spiel ausgeht, es hat auf jeden Fall den richtigen getroffen.

Die Wahrheit über den 32. Spieltag

Es sieht nicht gut aus beim BVB. Watzke ist erstaunt und irritiert über die Kritik von Tuchel an der schnellen CL-Spielansetzung nach dem Anschlag auf den Bus, und äußert das auch noch. Tuchel verbietet sich jeden Kommentar dazu, weil er sich auf die Saisonziele (Platz 3 in der Bundesliga und Pokalendspiel) fokussieren will. Warum das alles nicht intern geklärt wird, sondern von der Presse breittreten lässt, weiß man nicht, aber es lässt auf einen ausgewachsenen Streit zwischen Vorstand und Trainer schließen. Jetzt äußerte Watzke auch noch, dass mindestens Platz 3, eigentlich Platz 2, der kaum mehr zu erreichen sein dürfte nach dem Sieg der Leipziger bei einer indisponierten Hertha, wie ein Zeugnis sei, das bei den Vertragsverhandlungen mit Tuchel am Saisonende eine Rolle spielen würde. Das aber ist keine gute Voraussetzung für Gespräche, ganz zu schweigen davon, dass es erstaunlich ist, wie hoch die Ziele bei der Borussia gesteckt waren nach dem Totalumbruch der Mannschaft. Das Betriebsklima war also ziemlich schlecht vor dem vorentscheidenden Spiel gegen Hoffenheim um Platz 3. Und genauso schlecht war auch das Spiel selbst. Nominell stand die stärkste Formation auf dem Platz, aber das Zusammenspiel war von unerklärlichen Fehlpässen und Missverständnissen geprägt. Es war phasenweise grausam anzusehen. Hauptsache gewonnen, kann man nach einem solchen Spiel nur sagen, denn verdient war der Sieg nicht, obwohl die Hoffenheimer auch nicht gerade glänzte und mit Schwalben und üblen Fouls versuchten, die Dortmunder aus dem Takt zu bringen, was ihnen auch gelang. Das ging dann ungefähr so: Ein Hoffenheimer attackiert Reus mit allen Mitteln, der sich beschwert, worauf der Hoffenheimer sich zu Boden fallen lässt, als hätte ihn der Blitz getroffen, worauf Reus die gelbe Karte erhält. Ein tolles Spiel kommt mit dieser Spielweise nicht zustande, und ich frage mich, warum Nagelsmann als Trainer so hoch im Kurs steht, wenn er seine Mannschaft mit dieser Einstellung auf den Platz schickt? Dafür übersah der Schiedsrichter dann die klare Abseitsposition von Reus, bevor er das 1:0 erzielte. Und er übersah auch noch einiges andere, aber da das Endergebnis stimmte, sollte man da nicht allzu sehr darauf herumreiten, denn schließlich kann sich Hoffenheim noch heute dafür bedanken, dass Dortmund ihnen vor zwei Jahren die Punkte geschenkt hat, die sie vor dem sicheren Abstieg retteten. Aber da Hoffenheim keine Fans hat, gibt es auch kein kollektives Gedächtnis, und deshalb auch keine Dankbarkeit oder Zuneigung, sondern nur Hauen, Kratzen und Stechen, weshalb es kein Wunder ist, dass solche Vereine in Dortmund auf wenig Liebe stoßen. Im Kampf um den Relegationsplatz haben Mainz und Wolfsburg gepunktet, jetzt stehen Mainz und Hamburg unter Zugzwang, die am Sonntag aufeinandertreffen (Ergebnis bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt). Bremen hat in einem furiosen Spiel in Köln verloren und musste die Rheinländer an sich vorbeiziehen lassen, weshalb es im Kampf um die Euroleague-Plätze noch einmal richtig spannend wird, denn sogar Schalke und Frankfurt im Mittelfeld können da noch mitmischen.

Die Wahrheit über den 31. Spieltag

Nach dem sensationellen 3:2 Pokalhalbfinalsieg der Dortmunder in München, der natürlich nicht ohne intensiven Aufwand gelungen war, war die Chance, zu Hause gegen Köln zu gewinnen, mit Sicherheit nicht so groß wie es die Wettquoten vermuten ließen, denn die Kölner spielten so, wie es zu erwarten war, mit zwei Viererketten vor der Abwehr. Die Dortmunder hätten schon fast so viel Glück gebraucht wie in München, um diese taktisch defensive und sehr stabile Grundausrichtung zu erschüttern. Trotzdem ist es immer wieder gelungen, aber entweder die Dortmunder verstolperten beim letzten Zuspiel den Ball wie nach der gefühlvollen Vorlage Dembélés über die Kölner Abwehr auf Castro, der mit der Brust auf Aubameyang weiterleiten wollte, was aber misslang, oder der Kölner Schlussmann Horn hielt sensationell stark wie den Kopfball von Guerreiro in der Nachspielzeit. Die Kölner hatten also das Glück auf ihrer Seite, das Dortmund gegen Bayern hatte, als Lewandowski zweimal und Robben einmal allein vor dem Tor scheiterten, weil Benders seither gefeierte Fußspitze den Ball an den Pfosten lenkte, der von dort an die Latte sprang, um erst dann zur sicheren Beute der Dortmunder zu werden. Und wenn die Kölner kein Glück hatten, dann stand ihnen der Schiedsrichter zur Seite, der gleich zwei Tore annullierte, weil Kagawas Fußspitze im Abseits gewesen sein soll, während im Falle von Reus‘ Tor überhaupt nicht ersichtlich war, wer da abseits gewesen sein sollte. Aber sonst hielt das Bollwerk der Kölner gegen die immer neuen schwarzgelben Angriffe, die zum Ende der ersten und zweiten Halbzeit jedoch langsam abebbten. Der schönste Moment passierte nach dem Spiel, als der Ex-Dortmunder Subotic von den Dortmunder Fans ebenso gefeiert wurde wie von den Kölner Fans. Als echter Stabilitätsfaktor in der Kölner Abwehr wäre er auch ein Gewinn für die Dortmunder gewesen, aber Tuchel mochte nicht mehr auf ihn setzen. Stattdessen lässt er die Dortmunder regelmäßig faktisch mit zehn Mann antreten, indem er immer wieder Durm bringt, der nur nominell als elfter Mann auf dem Rasen steht, aber nichts wirklich zum Spiel beizutragen hat. Und dafür, das muss man anerkennen, haben sich die Dortmunder ganz gut geschlagen. Allerdings reichte der eine Punkt nicht, um den dritten Platz zu halten, den Hoffenheim nach einem unglaublich zähen Spiel in der 90. Minute gegen die Eintracht wieder zurückeroberte, ein Vorgeschmack auf das Pokalendspiel, in dem die Eintracht alles auf rustikale Spielzerstörung setzen wird. Darmstadt zögert mit Siegen in Serie seinen Abstieg immer wieder hinaus, diesmal mit einem grandiosen 3:0 gegen die Freiburger, die sich zuletzt immerhin Hoffnungen auf einen internationalen Platz machten. Die zuletzt arg gebeutelten Augsburger fegten Hamburg mit 4:0 vom Platz und hüpfte auf Platz 13. Und nach der 4:1-Niederlage der Leverkusener zu Hause gegen Schalke, mischt nun auch Rudi Völler wieder im Abstiegskampf mit, in dem Hamburg und Wolfsburg allerdings in der Pole-Position sind. Bremen deklassiert Hertha mit 2:0 und ist den Berlinern, die auf Platz 5 stehen, jetzt bis auf einen Punkt auf den Fersen, und gelten bei ihrem Lauf nunmehr als vielversprechendster Kandidat auf einen der Euroleague-Plätze. Und sonst? Ach ja: Nach dem trostlosen torlosen Remis der Leipziger gegen Ingolstadt steht Bayern nach einem 6:0 beim Schießbudenverein Wolfsburg drei Spieltage vor Schluss zum 5. Mal hintereinander als deutscher Meister fest. Und niemand freut sich. Allen steckt noch das Aus im Pokal und in der CL in den Knochen.