Kategorie-Archiv: Blutgrätsche

Die Wahrheit über den 15. Spieltag

Ein Sieg »ohne Wenn und Aber« sei Pflicht, nahm Nuri Sahin seine Mannschaft in die Pflicht, aber schon nach kurzer Zeit wurde klar, dass es jede Menge Wenn und Abers gab, und zwar soviel wie Dortmunder auf dem Platz standen. Man konnte dem Offenbarungseid einer Mannschaft zugucken, die kein Konzept hatte, keinen Mut, keine Zweikampfstärke, kein Selbstvertrauen, weshalb das nach dem Trainerwechsel und der Rückkehr Kruses wiedererstarkte Werder völlig zu Recht gewann, denn sie verstanden es, die Schwächen der Dortmunder zu nutzen. Sie konnten sich die Bälle am Sechszehner zuspielen, ohne von einem Dortmunder in Bedrängnis gebracht zu werden. Die Bremer wussten genau, was sie taten. Sie hinderten beispielsweise den schnellen Pulisic daran, überhaupt erst Fahrt aufnehmen zu können, sie waren nah am Mann und nahmen die Zweikämpfe auf, denen die Dortmunder vornehm aus dem Weg zu gehen schienen. Es bot sich das gleiche Bild wie sonst auch: Am Ende hatte der BVB stolze 68 % Ballbesitz zu verzeichnen, 725 gespielte Pässe mit einer Quote von 84 %, die Bremer hingegen spielten 344 Pässe mit einer lausigen Quote von 66 %, am Ende aber stand es 2:1 für Bremen und niemand hegte Zweifel daran, dass der Sieg in Ordnung ging. Nur die ersten zehn Minuten nach der Pause baute der BVB etwas Druck auf. Es gelang ihnen sogar der Anschlusstreffer, der mehr erzwungen als erzielt wurde, was aber in einer solchen Situation keine Rolle spielt. Und dann kam das Erstaunliche. Für die Dortmunder war der Ausgleich nicht etwa ein Aufbruchssignal, sondern ein Grund, wieder in die alte Letharie zurückzufallen und den Bremern den Platz zu überlassen, die das Angebot dankend annahmen und nach einer Ecke erneut in Führung gingen, und das, obwohl nach Verletzung von Bartels und Junuzovic zwei wichtige Bremer ausfielen. Bislang haben die Fans den Spielern trotz mauer Leistungen den Rücken gestärkt, aber diesmal verfiel auch sie in Lethargie, um nach dem Schlusspfiff den Spielern ein Pfeifkonzert zu geben. Die Verunsicherung sitzt also sehr tief, und sie geht immer tiefer, je länger Bosz als Trainer weitermachen durfte. Das hat die Vereinsführung nicht wahrhaben wollen. Jetzt aber war sie gezwungen zu handeln. Nachdem sie aus den letzten beiden Spielen einen Sieg gefordert hatte, musste sie das auch. Bosz jedenfalls würde sich ja nicht um die Abfindung bringen wollen, weshalb er weitergemacht hätte, bis die Mannschaft auf dem letzten Platz gestanden wäre. Aber es war nicht nur das unglaubwürdige Mantra, mit dem er verkündete, die Mannschaft weiterhin erreichen zu können, es stand ihm auch die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben, die zeigte, dass er auch nicht mehr wusste, was er noch hätte machen können. Noch am Samstag hat sich die Vereinsführung beraten und den Mannschaftsrat (Sahin, Schmelzer und Reus) hinzugezogen. Heute um 12 Uhr verkündete man in einer kurzfristig einberaumten Pressekonferenz, dass Bosz entlassen worden war, und präsentierte gleichzeitig den neuen Trainer: Peter Stöger, der eilig aus Wien importiert worden war. Wer sich die Pressekonferenz allerdings angesehen hat, hatte anschließend nicht das Gefühl, es würde ein neuer Aufbruch stattfinden. Zu sehr wanden sich Watzke, Zorc und Stöger, dem ganzen eine positive Seite abzugewinnen, aus der Not eine Tugend zu machen. Aber klar, wie soll das auch gehen, jedenfalls kann sich niemand sicher sein, ob unter einem Trainer, der beim 1. FC Köln gerade mal drei Punkte gemacht hat, also bewiesen hat, dass auch er keinen Zugang zu seiner Mannschaft mehr herstellen konnte, wirklich alles besser wird, der also in der Lage ist, das Selbstvertrauen der Dortmunder wieder herzustellen. Auch Watzke und Zorc sind sich nicht sicher, weshalb Stöger erstmal nur bis Ende der Saison verpflichtet wird. Danach soll dann Nagelsmann verpflichtet werden. Alles keine schöne Aussichten.

Die Wahrheit über den 14. Spieltag

BVB-Boss Watzke forderte einen Tag nach der unerklärlichen 4:4-Niederlage der Dortmunder auf einer Mitgliederversammlung Bosz dazu auf, jeden Stein umzudrehen und »alles auf den Prüfstand« zu stellen. Leider konnte niemand in Erfahrung bringen, ob sich nun jemand erklären kann, wie die merkwürdige Serie von sieglosen Spielen zustande kommt. Ein Werbefilmchen für Opel gibt darüber vielleicht unfreiwillig Auskunft. Vier Dortmunder Spieler steigen in einen Opel, während sie auf ihren Handys daddeln und ihren Spaß haben, bis Schmelzer auffällt, dass niemand auf Steuer sitzt und alle zu schreien anfangen. Kein Steuermann an Bord, oder wie die SZ vermutet, lauter Indianer, aber kein Häuptling. Immerhin eine Erklärung, aber natürlich keine, die wirklich standhalten könnte, denn der BVB wurde im letzten Jahr trotz flacher Hierarchie und trotz Anschlag auf den Mannschaftsbus immerhin Pokalsieger und erreichte den 3. Platz. Das alles kann auch nicht mit dem Weggang von Dembélé erklärt werden. Als Grund des ganzen Desasters bleibt da nicht mehr viel übrig und kann eigentlich nur mit dem Trainer zu tun haben, der mit seiner ruhigen Art die Spieler eher einschläfert als aufrüttelt. Daran hat sich auch im Spiel gegen Leverkusen nichts geändert. Immer wieder versuchen die Dortmunder sich langsam nach vorne zu tasten, wo dann eine dicht- und gutgestaffelte Abwehr nur auf einen Fehler lauert, um die alle in der gegnerischen Hälfte herumstehenden Dortmunder auszukontern. Diesmal war es Subotic, dem im Zentrum mit einer verunglückten Kopfballabwehr der Fehler unterlief, so dass Volland steil geschickt werden konnte und das gesamte Dortmunder Halbfeld für sich allein hatte. Da hatten die Leverkusener  schon einige Großchancen vertan und einmal nur die Querlatte getroffen, während sich auf Dortmunder Seite schon früh Philipp schwer verletzte und auch Castro vom Platz humpelte, weil Wendell ihm kurz vor dem Pausenpfiff auf den Knöchel sprang. Dafür bekam der Leverkusener dann völlig zu recht die rote Karte. Der BVB konnte also die gesamte 2. Halbzeit mit einem Mann mehr spielen, was sich aber nur in optischer Überlegenheit ausdrückte. Die Chancen hatte weiterhin Leverkusen. Denn wieder konnte Volland allein auf Bürkis Tor zulaufen und hatte das 2:0 auf den Fuß, aber er traf nur den herauslaufenden Bürki. Stattdessen gelang Yarmolenko im Gegenzug der Ausgleich. Typisch für das Spiel sind folgende Statistikwerte: 744:266 gespielte Pässe und 88 Prozent Ballbesitz für den BVB, aber 15:9 Torschüsse für Leverkusen. Und dennoch bleibt Bosz aus Mangel an Alternativen im Amt. Wie groß die Not beim BVB ist, zeigt die Tatsache, dass offenbar auch Sammer als Trainer angefragt wurde, den in Dortmund niemand leiden kann. Jedenfalls kann man ausschließen, dass es mit Dortmund in diesem Jahr nochmal aufwärts geht, während Hoffenheim, die auch eine Flaute hatten, sich mit einem beeindruckenden 4:0 gegen Leipzig durchsetzten. Und selbst Köln schaffte mit einer starken Vorstellung auf Schalke ein 2:2. Das wird Stöger allerdings nicht retten. Und damit wird ein Mann arbeitslos, den Dortmund bei seiner Trainersuche im Sommer auf den Zettel hatte. Schön wäre das nicht, wenn Stöger als Bosz-Ersatz weiterwursteln dürfte, aber die Alternativen sind rar gesät. »Klopp muss wieder zurück«, sagt Guy. Er ist 8 Jahre alt.

Die Wahrheit über den 13. Spieltag

4:1 tippte ich für Schalke vor dem Spiel, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass der BVB nach den letzten Auftritten auch nur eine leise Chance haben würde. Aber dann sah man ein Schalke, dass durch übermotivierte Härte die Dortmunder verunsichern wollte, stattdessen aber selbst den Faden verlor, wobei die Schalker Glück hatten, dass Schiedsrichter Aytekin Kehrer nach zwei üblen Fouls nicht vom Platz stellte. Das holte er dann später bei Aubameyang nach, der für einen normalen Zweikampf und ein harmloses Foul gelbrot bekam. Aber das war gar nicht mal spielentscheidend in einem Match, das in zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten auseinanderfiel. Dem BVB nämlich gelang in der ersten Halbzeit alles. Jeder Schuss ein Treffer, und wenn dei Dortmunder nicht trafen, dann halfen die Schalker mit einem Eigentor aus. Nach dem wunderbaren 4:0 durch Guerreiro in der 25. Minute, der einen geblockten Schuss volley in die lange Torecke wuchtete, war für alle das Spiel entschieden, derartig dominant spielte Dortmund, während Schalke nur durch die Großmut Aytekins weiterhin zu elft auf dem Platz stand. Bereits in der 34. Minute korrigierte der Schalker Trainer Tedesco mit zwei Auswechslungen die Spielweise seiner Mannschaft und schaffte es damit zumindest, dass es nicht noch schlimmer kam. In der zweiten Hälfte begann das Spiel zu kippen. Die Schalker spielten jetzt überlegter und geordneter und kamen in der 53. Minute durch Naldo zum Anschlusstreffer, der jedoch wegen einer leichten Abseitsstellung nicht zählte. Drei Minuten später hatte Aubameyang das 5:0 auf dem Fuß, als er dem Schalker Torhüter Fährmann den Ball wegnahm, aber gleich darauf wieder vertändelte. Die große Chance war vertan. Stattdessen schlichen sich wieder die bekannten merkwürdigen Aussetzer in der Abwehr ein, als Burgstaller einen langen Ball über Weidenfeller hinweg ins Tor köpfte, während Toprak und Sokratis zusahen und Weidenfeller viel zu weit vor dem Tor stand. Dann ging es Schlag auf Schlag: Nur fünf Minuten später viel das 2. Schalker Tor und Bosz bekam plötzlich Angst, wechselte Bartra für Yarmolenko ein, und als Aubameyang kurz darauf den Platz verlassen musste, stand Dortmund ohne Sturm da. Bosz setzte weiter auf totale Defensive und wechselte einen der besten Dortmunder Guerreiro gegen Zagadou ein, der kurz darauf sich von Caligiuri gleich zweimal austanzen ließ, während fünf andere Dortmunder im Strafraum interessiert dabei zusahen, wie der Schalker in der 86. Minute den Anschlusstreffer erzielte. Die Dortmunder waren nun vollkommen von der Rolle und schlugen die Bälle nur noch blindlings nach vorne, wo niemand mehr stand, so dass die Schalker einen Angriff nach dem anderen setzen konnten. In der 4. Minute der Nachspielzeit verlor wieder Zagadou die Orientierung und ließ Naldo frei zum Kopfball und zum Ausgleich kommen. Danach hatte niemand mehr eine Erklärung parat. Das, was da passiert ist, hätte nicht passieren dürfen, analysierte Bosz präzise die Lage und drückte damit nur aus, was jeder wusste, aber sich deshalb noch lange nicht erklären konnte. Die große Verunsicherung geht also weiter, und zwar verschärft, weil man es erstmal schaffen muss, einen 4:0-Vorsprung sich wieder abnehmen zu lassen. Das geht noch mehr in die Knochen und die Psyche als eine vermurkste knappe 2:1-Niederlage. Bosz hat einfach kein Konzept und keine Vorstellung, wie der Hebel wieder umzulegen ist. Als er zielsicher Spieler einwechselte, die zur endgültigen und faktischen Niederlage beitrugen, machte er deutlich, dass er kein Händchen besitzt und seiner Mannschaft nichts mehr zutraut. Er hat damit das falsche Zeichen gesetzt und es ist nicht das erste Mal, dass der BVB nach der Halbzeit die Luft ausgeht, eine weitere rätselhafte Seuche, geht man davon aus, dass, wie Bosz behauptet, die Mannschaft fit ist. Am Sonntag nach Redaktionsschluss gibt es eine Mitgliederversammlung, auf der Watzke und Zorc erklären müssen, was sie zu tun gedenken, um aus der Krise wieder herauszukommen. Es würde mich nicht wundern, wenn Bosz entlassen wird. Ein Bekenntnis zu ihm wie noch vor zwei Wochen gab es diesmal nach dem Spiel nicht, stattdessen verschwanden die Verantwortlich schnell und heimlich durch die Hintertür.

Die Wahrheit über den 12. Spieltag

Es macht keinen Spaß mehr, sich die Spiele der Dortmunder anzusehen. Da ist keine Spielfreude mehr, kein blindes Verstehen, keine schnellen Kombinationen, nur noch eine große Verunsicherung, die sich auch gleich in der 5. Minute zeigte, als Bartra und Bürki slapstickhaft dem Stuttgarter Akolo den Ball vor die Füße legten, damit der nur noch einzuschieben brauchte. Bartra schoss den Ball viel zu scharf zurück auf Bürki, der völlig unmotiviert aus dem Tor gelaufen war, so dass der Ball von ihm abprallte. Den zweiten Treffer der Stuttgarter ließ Bürki durch seine Beine passieren. Wieder zwei dicke Patzer in einem Spiel. Und man fragt sich verwundert, wie lange Dortmund noch mit einem solchen Sicherheitsrisiko dem Gegner die Punkte schenken will, wie lange man noch zusehen will, wie sich die Aktie, die nach Bürkis Patzer im Nikosia-Spiel um 36 Millionen absackte, im Sinkflug befindet. Warum investieren sie nicht mal ein paar Millionen in einen guten Torhüter wie Kevin Trapp, der bei Paris nur auf der Bank sitzt? Stattdessen streichen sie Aubameyang aus Disziplinargründen aus dem Kader, damit er mal sehen kann, dass er unersetzlich ist, denn der Millionenflop Schürrle, der statt Aubameyang stürmen durfte, war eine einzige Blamage, der nicht mal imstande war, einen Elfer zu verwandeln, und niemand kann sich heute mehr vorstellen, dass für diesen Mann einmal an die 30 Millionen verschleudert wurden, der in der 2. Liga wahrscheinlich Schwierigkeiten hätte, einen Stammplatz auf der Bank zu ergattern. Der einzige Dortmunder Unruheherd Pulisic hatte sich verletzt. Die Offensive mit Yarmolenko und Philipp trat eher bieder auf und strahlte keine Gefahr für die Stuttgarter Verteidigung aus. Der einzige Aktivposten auf BVB-Seite war Götze, bei dem es jedoch immer nur für eine Halbzeit reicht. In der 2. Halbzeit jedenfalls war er kaum mehr zu sehen und die Stuttgarter konnten das Heft in die Hand nehmen. Und wieder musste der Gegner den Ball einfach in die verwaiste Dortmunder Hälfte schlagen, um sie auszukontern. Es war so einfach und absehbar, dass man nur ungläubig den Kopf schütteln konnte. Es ist immer wieder das gleiche Vorgehen, mit dem sich die hoch aufgerückte Abwehr der Dortmunder aushebeln lässt. Das alles sind Probleme, die der Trainer offensichtlich nicht in den Griff kriegt. Weder scheint er in der Lage zu sein, die Mentalität der Spieler zu heben, noch kann er ihnen eine Spielweise verständlich machen, mit denen sie umgehen können. Stattdessen schlagen die Abwehrspieler die Bälle blind ins Aus wie in der Kreisliga, wenn ihnen einen Gegner im Nacken sitzt, weil sie Angst haben, einen Fehler zu machen, und genau deshalb machen sie dann auch solche Fehler, wie er Bartra und Bürki unterlief. Wie lange will sich der Verein diesen Trainer noch leisten? Sehen Watzke und Zorc nicht, wie dramatisch die Situation ist? Dass sie den Absturz der Mannschaft in Kauf nehmen? Wie viele Spiele darf eine verunsicherte Mannschaft unter Bosc noch verlieren? Am Dienstag gegen Tottenham? Und dann am Samstag gegen Schalke? Muss der BVB erst wieder auf einen Abstiegsplatz stehen, bis dem Verein vielleicht mal dämmert, dass es vielleicht keine gute Idee ist, den Trainer weiterwursteln zu lassen und den Kader auseinanderfliegen zu lassen? Denn nach einer solchen Saison werden die letzten guten Spieler die Flucht ergreifen.

Die Wahrheit über den 11. Spieltag

Immerhin waren die Dortmunder besser als man erwarten konnte nach den zuletzt eher erbärmlichen Auftritten. Aber bei einem Gegner wie Bayern hat man es natürlich auch nicht mit einer Mannschaft zu tun, die sich hinten einigelt und auf Konter lauert, d.h. die Dortmunder waren selbst defensiv gefordert, aber obwohl sie versuchten forsch aufzutreten, gaben sie den Bayern einfach zuviel Räume, und das ist bei diesem Gegner tödlich, wie sich gleich beim ersten Treffer zeigte, als Robben von seiner Lieblingsposition innerhalb des Sechszehners in aller Ruhe seine Ecke anvisieren konnte. Danach war es eigentlich schon vorbei, denn das sowieso schon angeknackste Selbstbewusstsein löste sich dadurch noch mehr auf und spätestens in der 37. Minute, als Lewandowski ein abgefälschter Hackentrick gelang, war klar, dass die Glücksgöttin auf seiten der Bayern stand. Dortmund hingegen hatte durchaus Chancen, und zwar ziemlich klare, aber sie ließen sich ablaufen wie Aubameyang oder schossen den Torhüter an wie Yarmolenko, oder sie standen sich beim Abschluss gegenseitig im Weg. Mit Glück hätte der BVB sogar gewinnen können, wenn sie diese Chancen konsequent genutzt hätten und Bayern ihre Chancen nicht, weil dann vielleicht ein anderes Spiel entstanden wäre, vielleicht hätten die Bayern dann aber auch den Druck erhöht, dem die Dortmunder wahrscheinlich nicht standgehalten hätten, aber das sind alles Spekulationen. Sicher ist nur, dass der BVB verdient verloren hat, nicht nur weil die Bayern mit dem Rückenwind von sechs Siegen in Folge antraten, während der BVB nur auf einen Sieg gegen einen Drittligisten zurückblicken konnte, sondern weil Bayern auch die besseren Einzelspieler hat, die sich obendrein in besserer Form befinden. Die Ausnahme war wieder einmal nur Pulisic. Der BVB hätte nur dann eine Chance gehabt, wenn sie als Mannschaft aufgetreten wäre, die sich spielerisch blind versteht, wie z.B. der SC Neapel, der ohne Neuzugänge und Stars sogar Manchester City Paroli geboten hat und auf Platz 1 der Serie A steht. Aber davon ist der BVB weit entfernt. Und das liegt auch am Trainer, wenn er im Training so wenig so bieten hat wie in den Interviews. »Das war nicht gut«, »wir waren nicht aggressiv genug« oder »wir standen zu weit weg« ist eine magere Bestandsaufnahme, aber keine Analyse. Und irgendwie verhält sich die Mannschaft gerade wie Bosz am Spielfeldrand: Unbeweglich und irgendwie unbeteiligt, ohne Regung. Die Krise kam schleichend und verdeckt durch die anfänglichen Erfolge gegen mittelmäßige Mannschaften. Da hätte Bosz bereits sehen müssen, dass etwas nicht stimmt, dass es im Mannschaftsgefüge nicht stimmt, dass sich die Dortmunder selbst einlullten mit ihrer Siegesserie, mit dem Gefühl, alles würde von allein gehen, weshalb die Anspannung verloren ging. Bosz aber ist nicht in der Lage, der Mannschaft das Gefühl zu geben, sie könnte das ändern, wie auch, sieht Bosz doch selbst nicht so aus, als könne er Spannung und Leidenschaft erzeugen. Fußball ist aber keine technokratische Angelegenheit, wo man an bestimmten Stellen ein Schräubchen dreht, damit das Ganze wieder funktioniert. Hinzu kommt allerdings auch, und das muss man fairerweise sagen, dass Dortmund von großem Verletzungspech geplagt ist, vor allem in der Verteidigung. So richtig deutet nichts darauf hin, dass der BVB so schnell wieder aus der Krise kommt.

Die Wahrheit über den 10. Spieltag

Nachdem Bosz dem Reporter erklärt hatte, dass der BVB im Spiel gegen Hannover nicht etwa zu hoch gespielt hätte, sondern der Gegner das getan hätte, dass man verloren habe, weil man nicht aggressiv genug gespielt hätte, und dass die Niederlage keinesfalls eine Frage des Systems gewesen sei, waren sich fast alle Experten, die das Spiel gesehen hatten, einig: der Mann muss weg. Denn zu offensichtlich war es, dass die Dortmunder mit langen Bällen in die verwaiste eigene Hälfte extreme Schwierigkeiten hatten. Und Hannovers Coach Breitenreiter hatte ganz bewusst darauf gesetzt, mit den schnellen Spitzen die Dortmunder Verteidiger zu düpieren. Dass es so gut gelang, mag vielleicht auch ein wenig glücklich gewesen sein, aber nicht unverdient, denn die 96er hatten die klareren Chancen, die ein Gegner mit besseren Einzelspielern wahrscheinlich noch konsequenter genutzt hätte, so dass die Niederlage noch höher hätte ausfallen können als nur 4:2. Wie kann man das einfach ignorieren, wenn ein ums andere Mal die 96er-Stürmer allein vor Bürki auftauchen und die Dortmunder nur hinterherlaufen können, dass Zagadou sogar die rote Karte kassierte, weil er Jonathas im Wettlauf in die Hacken geriet. Wie kann man das ignorieren, wenn ein Konter so klassisch verläuft wie das 2:1 durch Bebou? Zwar erzielten die Hannoveraner zwei ihrer Tore durch einen Elfer und einen direkten Freistoß, aber der BVB geriet immer wieder durch die langen Bälle der Hannoveraner in Bedrängnis. Und wenn es denn wirklich an der mangelnden Aggressivität gelegen hätte, wie Bosz monierte, wogegen im übrigen eine Zweikampfquote von 57 % für Dortmund spricht, dann handelt es sich um ein Mentalitätsproblem, für das nun mal der Trainer zuständig ist, dann heißt das nur, dass die Spieler offenbar nicht auf den Trainer hören, und das heißt wiederum, dass der Trainer mit dieser Behauptung einen Offenbarungseid geleistet hat. Aber daran liegt es nicht. Jeder Bundesligaverein weiß inzwischen, dass sich dem taktischen Manko der Dortmunder am besten mit hohen Bällen in die gegnerische Hälfte begegnen lässt. Das größte Problem der Dortmunder besteht darin, dass sie sich die Spielweise des nominell schwächeren Gegners aufdrängen lassen, nämlich hohe Bälle, die dem Gegner Zeit lassen, den Spieler, der den Ball aus der Luft annehmen muss, zu attackieren. Die Bälle fliegen dann sinnlos hin und her, und zwar so lange, bis einer in die leere Dortmunder Hälfte gelangt und ein schneller Gegenspieler an den Ball kommt. Plötzlich tun sich da nämlich Räume auf (mit denen laut Bosz angeblich die Niederlage nichts zu tun hatte), die dem Angreifer klare Vorteile verschafft, denn in der Regel hat er nur einen Verteidiger vor sich und er hat immer die Option, diesen zu überspielen oder zu passen. Mit beiden Optionen muss der Verteidiger rechnen, weshalb er ohne Absicherung immer im Nachteil ist. Genau so kam schließlich auch das 4. Tor durch Bebou gegen Bartras zustande. Dass die Dortmunder nicht zu ihrem Flachpassspiel finden, jeder sich hilfesuchend nach einem anspielbaren Mitspieler umsieht, den Ball viel zu lange am Fuß führt, all das ist keine Frage der Mentalität und der fehlenden Aggressivität. Schon beim grandiosen 6:1 gegen Gladbach, als die Welt noch in Ordnung schien, waren die riesigen Torchancen der Gladbacher kaum zu übersehen. Im folgenden Spiel gegen Real Madrid kann man zwar verlieren, aber vor allem anfangs hatte man das Gefühl, dass hier jemand ins offene Messer rennt. In Augsburg dann hatten die Dortmunder Glück, danach aber wurde die Schwachstelle der Borussen auch in den Ergebnissen deutlich. In den letzten fünf Spielen zwei Niederlagen, zwei Unentschieden und ein Sieg gegen einen Drittligisten. Jetzt steht das Schicksalsspiel gegen Apoel Nikosia an, denn da geht es um das Erreichen der Euroleague, und dann kommen die Bayern, die nicht nur um die Schwäche der Dortmunder wissen, sondern auch noch die besseren Einzelspieler haben. Und das gibt ein Massaker. Besser wäre es, Bosz gleich zu entlassen, bevor das Unheil noch länger seinen Lauf nimmt.

Die Wahreit über den 7. Spieltag

Fast 85 Prozent von immerhin 150.000 Befragten glauben, dass der BVB das Zeug dazu hat, in dieser Saison Meister zu werden. Sollte jemand von den 150.000 das Spiel in Ausburg gesehen haben, dann ist entweder BVB-Fan und sowieso nicht zurechnungsfähig, hat wenig Ahnung oder ist ein unverbesserlicher Optimist. »Das schlechteste Spiel, seit ich BVB-Trainer bin«, sagte Bosz und da kann man ihm kaum widersprechen. Bosz hat zwar die Mannschaft nach dem Spiel gegen Real Madrid runderneuert, die Mittelfeldachse ausgetauscht gegen die nicht minder erstklassigen Weigl, Dahoud und Kagawa, und auch sonst rotiert, wo es eben ging, denn immer noch fehlen dem Dortmunder Aufgebot wichtige Spieler, die verletzt sind, aber dennoch spielten sie, als würden ihnen die englischen Wochen in den Knochen stecken. Sehenswert waren nur die ersten 25 Minuten, die Zeit, in der auch die drei Tore zum 2:1 für den BVB fielen, ein furioser Beginn, der einen schon an den Kantersieg gegen Gladbach denken ließ, aber als kurz danach der Ausgleich fiel, wurde man schmerzlich an die Schwächen in der Abwehr erinnert. Aber mit dieser Schwäche konnten die Augsburger durchaus mithalten, denn dem wunderbaren Tor-des-Monats-Lupfer von Kagawa ging ein kurioses Mißverständnis von zwei Augsburger Abwehrspielern voraus. Danach allerdings zerfaserte das Spiel und vor allem in der 2. Halbzeit hatten die Augsburger mit ihrer unattraktiven Spielweise mit langen nach vorne geschlagenen Bällen und einer extrem harten Spielweise, die vor allem Yarmolenko wahrscheinlich als Rache für sein kurioses Hackentor zu spüren bekam, das Heft in die Hand genommen. Dortmund fehlte die Möglichkeit, sich dieses aggressiven Spielweise anders zu entziehen, als die Zweikämpfe anzunehmen und die Bälle ebenfalls nach vorne zu bolzen. Schön war das nicht. Kombination sieht anders aus. Dennoch hatte Aubameyang dreimal eine 100prozentige auf dem Fuß, und dreimal patzte er. Sogar einen Elfer lupfte er in die Arme des Augsburger Schlussmanns Hitz, aber der Elfer war fast ein wenig geschenkt und kam erst durch den Videobeweis zustande, als die Augsburger ihren Gegenangriff schon abgeschlossen hatten, also reichlich spät, als niemand mehr daran dachte, dass da was war. Piszczek war aber tatsächlich im Augsburger Strafraum ziemlich hartnäckig gehalten worden, was Sokratis hin und wieder allerdings auch macht. Aber selbst dieses Geschenk ließen die Dortmunder einfach liegen und machten es bis zum Schluss spannend, denn die Augsburger rannten bedingungslos an und zeigten, dass sie nicht umsonst auf Platz 5 standen. Das Mißverständnis Ancelotti hat nach dem 3:0 gegen Paris dann doch ein sehr schnelles Ende gefunden, und wie es aussieht, hat es Ancelotti darauf angelegt mit seiner merkwürdigen Aufstellung, weil er wusste, dass seine Entlassung sowieso bevorsteht, weshalb er sie dann eben ein wenig beschleunigte. Vielleicht kommt ja jetzt Tuchel, der einzige, der z.Z. zu haben wäre, obwohl bereits etliche Bayern-Fans damit gedroht haben, sich in diesem Fall umzubringen. Und tatsächlich wäre ein Crash zwischen den Münchner Alpha-Tierchen und dem asketischen Kontrolletti vorprogrammiert. Und deshalb wäre Tuchel die ideale Besetzung für den vakanten Posten. Er kann dann z.B. Hummels auf die Tribüne setzen, so wie er das schon in Dortmund mit Sahin getan hat.

Die Wahrheit über den 6. Spieltag

Die Bayern haben das Kunststück vollbracht, gegen die derangierten und gerupften Volkswagenwölfe zu Hause ein 2:2 zu erreichen, und das nach einer 2:0 Pausenführung. Auch wenn mit dem Ex-Trainer aus Mainz Schmidt seit kurzem ein neuer Besen kehrt, hat sich an der pomadigen Spielweise der Wolfsburger nichts geändert, weshalb dieses Ergebnis wirklich überraschend war. Vielleicht brachten sich die Münchner auch für ihr Spiel gegen Paris in Stellung, weshalb sich niemand mehr so richtig auf Wolfsburg fokussieren mochte, denn wer will sich schon mit einem potentiellen Absteiger beschäftigen. Auch Paris hat vor dem Treffen am nächsten Mittwoch nur ein torloses Remis geschafft, und das ist etwas wenig bei einem Sturm, der so an die 300 Millionen gekostet hat. Immerhin hat sich Dortmund diesmal nicht der Münchner Pleite angepasst, was sie häufig genug schon getan haben, sondern sich ziemlich bravourös in Szene gesetzt und die Fans mit einem 6:1 gegen Gladbach beglückt, obwohl Bosz das Mittelfeld vollkommen austauschte und mit Götze, Dahoud und Weigl neu zusammensetzte. Der zuletzt auftrumpfende Yarmolenko wurde für Madrid geschont, aber Philipp bildete mit Aubameyang ein Traumduo, das die Gladbacher ziemlich durcheinanderwirbelte, denn die kriegten nie richtig Zugriff auf die Dortmunder Stürmer, denn auch Pulisic ließ sich nicht so leicht stoppen. Dennoch hatten die sehr defensiv auftretenden Gladbacher die erste hundertprozentige Chance, und es blieb nicht bei dieser einen, aber Gladbach machte aus vielleicht vier oder fünf hochkarätigen Möglichkeiten nur ein Tor. Eigentlich kein guter Schnitt für den BVB, wenn er sich weiterhin an der Spitze halten will, denn vor allem Madrid wird am nächsten Dienstag aus solchen Chancen ein paar mehr Tore machen. Auch die Dortmunder verwerteten nicht jede Chance, und wenn der sensationell aufgelegte Gladbacher Torhüter Sippel nicht einige Unhaltbare verhindert hätte, hätte Dortmund auch zweistellig gewinnen können. Der BVB umkreiste den Gegner wie ein lauerndes Raubtier, um dann immer wieder mit steilen Pässen und präzisen Flanken blitzschnell zuzustoßen. Aubameyang auf Philipp, Philipp auf Aubameyang, Götze auf Aubameyang, Sokratis auf Aubameyang. Der Mann mit den wenigen Ballkontakten konnte sich diesmal nicht beschweren, und er dankte seiner Mannschaft mit drei Toren. Lewandowski wird vor Ärger bald an einem Magengeschwür leiden, weil sein mühsam erzielter Vorsprung in der Torschützenliste wieder zunichte gemacht wurde. Es war wieder einer dieser magischen Abende, von denen Dortmund früher mehr geboten hat. Bei den Neueinkäufen hat Zorc wieder ein gutes Händchen bewiesen, denn Yarmolenko und Philipp, die mit den Dembélé-Millionen finanziert wurden, haben den Franzosen schnell vergessen lassen, der in Barcelona sich inzwischen einen Muskelfaserriss zugezogen hat, weshalb man ihn in diesem Jahr nicht mehr sehen wird, ein Umstand, der Dortmund an die 40 Millionen kosten wird, denn er wird wohl kaum mehr die Einsätze erreichen, die an diese fette Nachzahlung geknüpft sind. Hoffenheim konnte sich gegen Schalke behaupten und sitzt den Dortmundern nur mit zwei Punkten Rückstand im Nacken, und auch Leipzig profitierte vom Münchner Ausrutscher und konnte sich mit einem kaum verdienten Sieg gegen Frankfurt nach vorne robben.

Die Wahrheit über den 5. Spieltag

Die Hamburger wollten es unbedingt wissen. Mit allen ihnen zur Verfügung stehenden unfairen Mitteln, mit einem ungeheuren Laufpensum in aussichtslose Räume und mit hohen Bällen nach vorne versuchten sie, die Dortmunder in Bedrängnis zu bringen. Immerhin stellten sie sich nicht vor den eigenen Sechzehner in der Hoffnung auf einen Punkt. Und indem sie, wie der Moderator ständig betonte, »mutig« nach vorne spielten, schien es so, als wollten sie tatsächlich gewinnen. Ein zweifellos ehrgeiziges Unternehmen, das den Dortmundern nicht etwa in die Karten spielte, sondern sie erstaunlicherweise dazu zwang, sich der unattraktiven Spielweise anzupassen mit langen Bällen, die regelmäßig bei den Hamburgern landeten. Immerhin aber ergaben sich durch die »mutige« Spielweise der Gastgeber Räume, die sich den Dortmundern im Liga-Alltag sonst eher weniger bieten, die jedoch von Sahin viel zu wenig genutzt wurden. Aber wenn sie es dann mal spielerisch schafften, die unermüdlich anlaufenden Hamburger abzuschütteln, wurden sie auch durchaus gefährlich. Vor allem Yarmolenko zeigte, zu was er in guten Momenten in der Lage ist, und zwar auf einem technisch hohen Niveau, dem sein Gegenspieler häufig nicht gewachsen war, vor allem aber kann er vernünftige Flanken schlagen, die auch mal ankommen, wie auf den Kopf Aubameyangs, der den Ball jedoch nur an den Außenpfosten setzte. Aber auch wenn viele hochkarätige Chancen vergeben wurden, hatte sich Dortmund genügend herausgespielt, um am Ende ziemlich eindeutig mit 3:0 zu gewinnen durch Tore von Kagawa, Aubameyang auf Vorlage von Yarmolenko und Pulisic nach einem hinreißenden Sololauf. In diesem Spiel bestand der Unterschied in der individuellen Klasse der Spieler, denn das Dortmunder Kombinationsspiel war oft nicht besonders gut. Gegen Real Madrid werden sie sich steigern müssen, wenn sie in der CL nicht gleich die zweite Niederlage in Folge einheimsen wollen. Aber erstmal kommt Gladbach, und die sind ein besserer Test als Hamburg. Leider haben sie Bayern sehr souverän auf Schalke gewonnen und warten auf den ersten Ausrutscher des BVB, um sich wieder an die Spitze schieben zu können.

Die Wahrheit über den 4. Spieltag

Obwohl in der frühen Phase der Saison noch einiges unsortiert ist, wie man am Aufsteiger Hannover 96 sehen kann, die ihr drittes Spiel gewinnen konnten, diesmal gegen den dankbaren Gegner HSV, der wie immer in den letzten Jahren gar nicht schnell genug in den Tabellenkeller kommen kann, zeichnet sich schon jetzt eine Tendenz ab, die auf the same procedure as every year hinausläuft, denn Bayern München ließ der Niederlage in Hoffenheim und trotz einiger Unstimmigkeiten und Querelen in der Mannschaft ein lockeres 3:0 gegen Anderlecht folgen und einen überzeugenden 4:0-Sieg gegen Mainz, die so ziemlich gegen die Wand gespielt wurden und den Münchnern Gelegenheit gab, sich von der unangenehmsten Seite zu zeigen und sich in atavistischem Torjubel zu üben. Und es sieht nicht so aus, als ob die Dortmunder ihnen gefährlich werden könnten, denn gegen das schwache torlose Remis in Freiburg folgte eine herbe 3:1-Pleite bei Tottenham. Zwar versuchte man sich die Niederlage schön zu reden, schließlich hatte man bis zu 68 Prozent Ballbesitz, aber das heißt im modernen Fußball nicht mehr viel. Und auch wenn den Dortmundern ein wunderschöner Treffer von Aubameyang aberkannt wurde, hatte man am Ende nicht zu Unrecht verloren. Das von Bosz verordnete hohe Pressing birgt eben gewisse Risiken, denen die Dortmunder Abwehr nicht gewachsen ist. Trotzdem kann natürlich noch viel passieren. Dazu gehört allerdings nicht, dass sich Hannover oben wird halten können, denn selten wurden mit solchen schwachen Spielen wie sie Hannover abliefert, so viele Punkte gesammelt, weshalb der Trainer Breitenreiter froh ist, dass er sich schon mal ein gewisses Punktepolster anlegen konnte. Hingegen wird Leipzig wieder um die internationalen Tabellenplätze mitspielen, denn auch wenn sie gegen Gladbach zu Hause nur ein 2:2-Unentschieden schafften, lieferten sie doch ein gutes Spiel ab, das ganz anders war als beispielsweise das mehr als unansehnliche Spiel der Stuttgarter zu Hause gegen Wolfsburg, und auch die Frankfurter lassen schon früh erkennen, dass sie keine Rolle in dieser Saison spielen werden, denn zu Hause gegen Augsburg schafften sie es gegen eine diszipliniert auftretende Mannschaft mit gleichwohl limitierten Mitteln nicht mehr als eine Niederlage. Schalke gelang in Bremen nach einer guten Leistung ein Auswärtssieg, so dass die Bremer jetzt gerade mal mit einem Punkt dastehen, weil sie das Pech hatten, gleich zu Saisonbeginn gegen die schwersten Brocken antreten zu müssen. In England, wo sich ein paar mehr Mannschaften als eine um den Meistertitel streiten, stellte Manchester-City mit einem grandiosen 6:0-Torschützenfest in Watford seine Ambitionen auf den Titel unter Beweis. Und diesmal könnte es klappen, denn Gündogan ist nach 9-monatiger Verletzungspause wieder zurück. Liverpool hingegen kam zu Hause gegen Burnley über ein Unentschieden nicht hinaus, und auch Arsenal schwächelt schon wieder. Zwar reicht ihr Potential noch für einen souveränen 3:1-Sieg in der Euro-League gegen Köln aus, aber in der heimischen Liga hat man es mit anderen Kalibern zu tun.