Archiv für den Monat: April 2013

Die Wahrheit über den 31. Spieltag

Nach dem Bekanntwerden des Wechsels von Götze zu Bayern, hatte ich einen Tag schlechte Laune. Das Imperium schlägt zurück nach zwei verlorenen Meisterschaften und einer Pokalschlappe. Aber wie Klopp sehr plausibel erklärte, Gladbach dürfte auch nicht begeistert gewesen sein, als Reus zum BVB wechselte. Natürlich handelt es sich im Prinzip um ein normales Geschäftsgebaren, solche Talente zu kaufen, wenn sie zu haben sind. Und Götze hielt sich diese Option durch die Ausstiegsklausel ja offen, war also durchaus wechselwillig. Und das enttäuscht, denn er macht die Perspektive, die sich in Dortmund durch eine goldene Generation angekündigt hatte, zunichte. Es hätte so etwas wie Barcelona entstehen können. Jetzt sieht es so aus, als ob Dortmund wieder von vorne anfangen muß, denn auch Robert Lewandowski wird spätestens in einem Jahr weg sein und Hummels vielleicht nach Barcelona wechseln. Und drei Leistungsträger zu ersetzen hat noch nie geklappt. Auch ist es fraglich, ob Dortmund wieder so ein glückliches Händchen wie mit Kagawa, Lewandowski und Gündogan haben wird. Vor allem gibt es keine Zeit der Vorbereitung mehr, es gibt die zwei oder drei Spielzeiten nicht mehr, in der sich so eine Mannschaft zusammenstellen läßt. Jetzt muß sofort möglichst ein gleichwertiger Ersatz her, um im internationalen Geschäft mithalten zu können. Die Zeit der Entwicklung, an deren Ende das rauschhafte 4:1 gegen Real Madrid steht, ist mit dem Beginn der nächsten Saison vorbei. Und das ist enttäuschend, aber eigentlich auch logisch. Die Bayern werden, wie in dieser Saison bereits angekündigt, keinen Gegner mehr finden, der es spannend machen kann. Es wird sich wieder Langeweile ausbreiten, die auch Breitner im Sportstudio verströmte durch die schlichte Wahrheit, daß man die beste Bank, die besten Spieler, den besten Trainer, das beste Management, das meiste Geld hat. Sympathisch ist das nicht, und niemand klatschte über die aus einem anderen Jahrhundert stammenden Arroganz der demonstrierten Macht. Symbolisch für „etwas besseres als die Bayern findest du allemal“ hingegen war der jugendliche, gut aussehende Ricken, der die Prinzipien des Fußballgeschäfts zwar nicht aus den Angeln heben kann und auch nicht den Standortnachteil, den Dortmund hat, aber wenigstens nicht wie ein verknarzter, rumpelrübiger Zwerg Neid auf alles Schöne ausstrahlt, das man jetzt in München zu imitieren sucht, als ob das eine Kategorie sei, die sich kaufen läßt. Aber wer weiß, vielleicht ist es so. Immer noch sieht man den Unterschied im Jubel, im Triumphgeheul eines Müllers mit weit aufgerissenem Mund nach seinen Toren gegen Barcelona oder im Lachen, Ausdruck der bloßen Freude über ein schönes Tor. Aber vielleicht ist das nur Einbildung. Keine Einbildung hingegen ist es, daß die meisten Bayern-Fans sich vom Verein abwenden würden, wäre die Mannschaft erfolglos. Was sie an den Verein bindet ist der Erfolg, die Affinität der Erfolglosen zu den Erfolgreichen. Das gilt natürlich grundsätzlich, bei manchen Verein jedoch mehr und bei manchen weniger. Die Zukunft Dortmunds stand auf dem Platz in Düsseldorf. Bis auf Hummels niemand, der gegen Real auf dem Platz stand, also die B-Elf mit Leuten, die bis jetzt kaum gespielt haben. Die Spielanlage war da, aber nicht die Präzision. Diese Mannschaft hat nicht die Zeit, sich zu entwickeln. Gegen Düsseldorf aber reichte es, und das war wichtig, denn durch den Sieg Augsburgs gegen Stuttgart trudeln die Düsseldorfer jetzt dem Abstieg entgegen.

Die Wahrheit über den 30. Spieltag

Eigentlich ein perfekter Spieltag. Dortmund gewinnt souverän und locker mit 2:0 gegen Mainz, was keine Selbstverständlichkeit ist, und Schalke verliert bei der Eintracht verdient mit 1:0 und schafft es nicht mal, den Torhüter-Oldie Nikolov mit einem Elfer zu überwinden. Jetzt ist die Eintracht, die schon seit Ewigkeiten nicht mehr gewonnen hat, plötzlich wieder einen Punkt hinter Schalke und damit in unmittelbarer Nähe zu Platz 4, auf dem man sich für die CL qualifizieren könnte. In Frankfurt geht es also noch um etwas. Dortmund hingegen ist mit freundlicher Unterstützung von Frankfurt jetzt durch und hat die nächste CL-Teilnahme entgültig in der Tasche. Unten hingegen hat sich nichts geändert, weil alle Mannschaften, die das rettende Ufer erreichen wollen, verloren haben. Zwischen Bremen, Düsseldorf, Augsburg und Hoffenheim wird es spannend. Bremen ist nach dem Verkauf vieler Leistungsträger völlig abgerutscht und wurde sogar zu Hause gegen Wolfsburg vorgeführt, die vor nicht allzulanger Zeit selber gegen den Abstieg zu kämpfen hatten. Schaaf scheint am Ende seines Lateins zu sein, und man muß kein Hellseher sein, um zu wissen, daß mit ihm eine Ära zu Ende geht. Dortmunds Sieg allerdings war nicht wirklich überzeugend. Auch Hummels meinte, daß man mit dieser Leistung gegen Real Madrid die Hütte vollkriegen würde. Zuviele Fehler im Aufbau und in der Abwehr, und die würde Real ganz anders ausnutzen als Mainz, wo man auf einige Spieler verzichten mußte. Dortmund spielte in Bestbesetzung, weil einige Leute nach längerer Verletzungspause Spielpraxis bekommen sollten, aber es wurde nicht offenbar, was wirklich drin ist in dieser Konstellation, und das ist auch nicht verwunderlich, weil es um nicht sehr viel ging in dieser Partie, die es mit einer gewissen Routine zu gewinnen galt. Die Einstellung wird gegen Real eine ganz andere sein, aber es ist unwahrscheinlich, daß Mourinho zum zweiten Mal gegen Dortmund den Kürzeren ziehen wird. Er ist immerhin der einzige, der inzwischen gegen Barca zu gewinnen versteht, auch wenn Real in der Meisterschaft hinterherhinkt. Und Real Madrid ist eine ähnliche Maschine wie Bayern, gegen die Barca wiederum nur eine Chance hat, wenn es so spielt wie beim 4:0 gegen AC Milan, ein Spiel wie von einem anderen Stern. Wahrscheinlich aber wird sich der Maschinenfußball durchsetzen. Nicht schön, nicht dramatisch, aber effektiv. Vom Gewinn der CL wird dann nicht mehr zurückbleiben im kollektiven Gedächtnis als beim letzten CL-Gewinn der Bayern, bei dem die meisten nicht mal wissen dürften, gegen wen es da eigentlich ging. Pünktlich zum wahrscheinlichen Triple sah sich Uli Hoeneß genötigt, seine in der Schweiz geparkten Millionen den Steuerbehörden zu offenbaren. 2005 hat er noch gesagt: »Ich weiß, daß das doof ist. Aber ich zahle volle Steuer.« So voll scheint das nicht gewesen zu sein. Vorab hat er jetzt 6 Millionen an den Fiskus bezahlt. Das ist mehr als der Jahresetat so manchen Fußballvereins. Da ist es schön, daß sich Hoeneß immer wieder um die gerechte Verteilung der Gelder im deutschen Fußball kümmert.

Adel verpflichtet

Jessica Mitford war eine von sechs Schwestern, die David Bertram Ogilvy Freeman-Mitford, der 2. Baron Redesdale, in die Welt gesetzt hat. Dieser Mann war nicht sehr angenehm und Jessica bezeichnete ihn als »Faschist von Natur aus«, und auch ihre Mutter war eher konservativ gestrickt und im Zweifelsfall auf der Seite ihres Mannes. Ihre Schwestern Boud und Diana waren glühende Verehrerinnen von Hitler, der wiederum die beiden für »vollkommene Beispiele arischer Weiblichkeit« hielt.
Bei dieser reaktionären Übermacht ist es erstaunlich, dass Jessica Mitford genau in die entgegengesetzte Richtung ausschlug und Kommunistin wurde. Wenn eine Landadlige, die nie auch nur einen Finger krumm machen und sich nicht mal um ihre eigene Unterwäsche kümmern musste, zur Kommunistin konvertiert, dann kann das eigentlich nur schrullige Züge annehmen. In ihrem Fall sogar sehr liebenswürdige. Die 1917 geborene Jessica jedenfalls beklagt sich in ihren bereits 1960 und nun zum ersten Mal auch auf deutsch erschienenen Jugenderinnerungen »Hunnen und Rebellen« hauptsächlich über die trostlose Langeweile des Landlebens, über die reaktionäre Gesinnung ihrer engsten Verwandten spottet sie leicht amüsiert.
Als ihre Schwester Boud durch längeres Herumlungern im Münchner Hofbräuhaus irgendwann Hitler kennenlernt, stellt sie ihm später auch ihre Eltern vor, die vom Führer sehr angetan waren. Ihre Eltern, so Jessica, wurden von den Nazis »zum ersten Mal in ihrem Leben als wichtige Persönlichkeiten behandelt, weil sie eine vollkommen falsche Vorstellung vom politischen Einfluß solch obskurer Provinzadliger hatten.«
Jessica Mitford kann es gar nicht erwarten, aus ihrem Gefängnis zu entfliehen, in dem nicht mal eine Schule für Abwechslung sorgt, die sich für eine Tochter aus höherem Hause nicht schickt. Ständig schmiedet sie neue Fluchtpläne, die in einem sehr abenteuerlichen Licht erscheinen, weil sie auf der freien Wildbahn der Gesellschaft gar nicht überlebensfähig wäre, denn in ihrer behüteten Kindheit wurde ihr alles abgenommen, was das praktische Leben einem Menschen üblicherweise abfordert. Ihr Wissen bezieht sie aus Zeitungen, und als dort einmal zu lesen steht, dass das Ungeheuer von Loch Ness Leute fressen würde, die sich unvorsichtig dem See nähern, trägt sie sich eine Zeitlang mit dem Gedanken, ein paar ihrer Kleider am Ufer zu drapieren und dem Ungeheuer ihr Verschwinden in die Schuhe zu schieben, um den Nachforschungen zu entkommen. Das Problem war nur, daß sie nicht wußte, was sie anschließend machen sollte.
In London schließt sie sich gleich der studentischen Linken an und unternimmt mit dieser auch gleich eine spontane Demo vom Buckingham Palace zur Downing Street. Da stellt sich heraus, daß niemand den Weg kennt. Sie müssen erst einen Polizisten fragen, der ihnen höflich den Weg weist. »›Sir, ich fürchte, Sie gehen in die falsche Richtung.‹ ›Zur Downing Street‹, rief Peter, und wieder folgten wir ihm gehorsam. Doch als wir ankamen, war die Downing Street abgesperrt. ›Typischer Trick der herrschenden Klasse!‹ sagte Peter, obwohl ich fand, es sehe eher so aus, als würden hier Bauarbeiten durchgeführt. Die Demonstranten murmelten, es sei nun wohl bald Zeit zum Tee, und zerstreuten sich.«
Aber die politische Lage wurde ernst und in Spanien fand das Preludium des bevorstehenden Weltkriegs statt. Jessica Mitford gelingt es, zu einem seit langem bewunderten und bekannten Linken Kontakt aufzunehmen und plant mit diesem die große Flucht, denn noch ist sie nicht volljährig. Die beiden schaffen es tatsächlich nach Spanien, allerdings nicht ins umkämpfte Madrid – sie hatte auch gar nichts Passendes für den Kampf dabei –, sondern nur nach Bilbao, wohin ihr ihre Familie einen englischen Zerstörer nachschickt. Der Kapitän lädt sie zum Dinner auf das Schiff ein, aber auch wenn die mittellose Jessica Mitford ziemlichen Hunger hat, weiß sie doch, daß es sich um eine Falle handelt.
Jessica Mitford und ihr Freund sehen die einzige Möglichkeit, von den Eltern in Ruhe gelassen zu werden, in der Heirat. Ein paar Anarchisten, die sie im Café treffen, bieten ihre Dienste an. Sie haben einen Priester gefangen genommen und sind sich sicher, daß sie ihn dazu überreden könnten, die beiden zu trauen.
Schließlich müssen sie Spanien verlassen. In Südfrankreich heiraten sie dann ganz legal, bevor sie sich auf die große Reise nach New York machen, ebenfalls eine wilde Unternehmung, die Jessica Mitford mit dem berühmten unterkühlten Humor beschreibt, der in dieser Beiläufigkeit und mit dieser Lakonie nur den Briten wirklich gelingt. Ein tolles Buch, dem man das Alter von nunmehr 53 Jahren nicht ansieht, so frisch, lustig und so vollkommen ohne Belehrung kommt es daher, dabei spielt das Buch in einer Zeit, in der es nicht gerade viel Grund zu lachen gab, denn bald brach der 2. Weltkrieg aus.
Aus der Zeitung erfährt sie, daß sich ihre Schwester Boud umzubringen versuchte, und trotz aller politischen Differenzen war Boud Jessicas Lieblingsschwester. Und auch andere Lebenskatastrophen stürzen über sie herein. Ihr Kind stirbt nach nur wenigen Wochen und ihr Mann wird bei einem Einsatz als Flieger von den Deutschen abgeschossen. Allein daraus hätten andere Schriftsteller fünf Bücher mit tragischem Inhalt gemacht. Jessica Mitford hingegen belästigt den Leser nicht mit ihren Gefühlen. Alles andere allerdings hätte zu einer Adligen gar nicht gepaßt.

Jessica Mitford, »Hunnen und Rebellen. Meine Famlie und das 20. Jahrhundert«, Berenberg, Berlin 2013

Die Wahrheit über den 29. Spieltag

Mourinho flog mit einem Privatjet nach Fürth, oder wie die Fürther sagen würden, Fädd, um sich seinen Gegner im Halbfinale der CL anzusehen. Der BVB glänzte in der ersten Halbzeit und schoß fünf Tore, Mitte der zweiten dann brach Mourinho auf und ließ sich in einer Limousine mit getönten Scheiben zum Flugplatz bringen. Er sah nicht den Anschlußtreffer der »Fädder« in der 71. Minute, aber der war auch unerheblich, weil Dortmund sowieso nur noch hintenrum und im Schongang spielte. Mourinho bezeugte dem BVB dadurch seinen Respekt, obwohl in der Tat sehr unklar ist, welche Erkenntnisse sich Mourinho von dem Spiel erhoffte. Subotic, Schmelzer, Reus und Bender fehlten, weil sie angeschlagen waren, aber der Rest spielte wie aufgedreht und man konnte nicht verstehen, warum sich Dortmund letztes Jahr im Pokal so schwer getan hatte, immerhin ein Spiel auf Messers Schneide, das erst Gündogan zu Gunsten Dortmunds entschied. Und auch diesmal spielte Gündogan eine besondere Rolle und erzielte zum ersten Mal zwei Tore. Auch das Zusammenspiel mit Sahin klappte prima. Götze brillierte und flankte mit seinem rechten Fuß hinter dem linken Standbein, ein fußballerisch gesehen nicht ganz einfacher Trick, der aber wenig effektiv ist, denn er täuscht nichts an und verwirrt auch niemanden. Der damals bei Barcelona spielende Rivaldo benutzte manchmal diesen Trick, aber gern gesehen ist er bei den Trainern nicht, weil sie sofort eine gewisse Überheblichkeit wittern, und deshalb war auch Klopp nicht damit einverstanden, dabei war es vermutlich nur die überschäumende Freude am Spiel. Angst wird dieser Trick Mourinho nicht gemacht haben, den in Madrid wahrscheinlich alle können, aber er sah eine spielerisch gut aufgelegte Borussia gegen einen Gegner, der mitspielen wollte, dabei aber seine Möglichkeiten ein bißchen überschätzte, was den Dortmundern auf wunderbare Weise in die Karten spielte. Keins der in »Fädd« gefallenen Tore wäre gegen Madrid zustande gekommen, denn die werden sich taktisch besser auf Dortmund einstellen. Mourinho wird nicht nur versuchen, die Zentrale des Dortmunder Spiels lahmzulegen, sondern ihnen auch keine Räume zum Kombinieren anbieten. Mourinho ist bislang der einzige, der es geschafft hat, seine Mannschaft auf die Spielweise der Barcelonesen einzustellen, und auch wenn er kaum neue Erkenntnisse über das Spiel der Dortmunder gewonnen haben dürfte, er verliert selten zweimal hintereinander gegen einen Gegner. Klopp witzelte zwar, daß Mourinho ihn hätte auch anrufen können, wenn er wissen wollte, ob Götze auch auf der linken Seite spielen kann, und daß er die Schwächen der Dortmunder gar nicht gesehen hätte, weil er zu früh gegangen sei, aber Mourinho sah, daß die Dortmunder gut drauf waren, und das ist das einzige, was ihm Sorgen machen muß. Und sonst? Leverkusen gelingt nur ein 2:2 gegen Schalke, mein Traumergebnis, denn es verschafft den Dortmundern zwei weitere Punkte Vorsprung auf seine Verfolger. Und unten spielen alle nur Unentschieden. Das Robben auf die rettenden Plätze geht also weiter.

Die Wahrheit über den 28. Spieltag

Bayern ist Meister. Überraschend ist das nicht, schon allein deshalb nicht, weil die Konkurrenz es den Bayern leicht gemacht hat. Den Rest besorgten die Schiedsrichter, wie Referee Meyer, der den Bayern den Weg zum Sieg ebnete, indem er ein klares Handspiel von Dante im Strafraum übersah. Aber auch Lakic verhalf den Bayern zum Sieg, indem er eine hundertprozentige Chance versiebte. Unter dieser tätigen Mithilfe war es kaum mehr zu vermeiden, dass Bayern den kollektiven Wünschen endlich entsprechen konnte. Im Chancenversieben allerdings kann den Dortmundern niemand das Wasser reichen. Vor allem Götze ist in dieser Disziplin kaum zu bremsen. Hatte er es schon in Malaga peinlichst vermieden, ins Netz des Gegners zu treffen, so schien seine Kunst gegen Augsburg ebenfalls darin zu bestehen, das Tor nicht zu treffen, was ja manchmal schwieriger ist als das Tor zu schießen. Klopp musste auf einige Stammspieler verzichten, ein paar andere wollte er schonen, so daß sogar die Amateure Hofmann und Bittencourt zum Einsatz kamen. Die B-Elf schlug sich nicht schlecht, kassierte jedoch kurz vor der Pause innerhalb von zwei Minuten zwei Gegentreffer, einen Glückstreffer und einen Konter, der nach einem Ballverlust von Leitner zustande kam. Klopp mußte also doch noch Götze und Lewandowski bringen, denen es tatsächlich gelang, das Spiel zu drehen. Aber wer weiß, wie alles ausgegangen wäre, wenn die Augsburger ihre Chancen konsequenter genutzt hätten. Schmelzer tat alles dafür und eröffnete den Augsburgern alle Möglichkeiten, einen Punkt aus Dortmund mitzunehmen, und ich wäre der letzte gewesen, der Schmelzer dafür getadelt hätte, denn schließlich kann ich Franz Dobler keinen Wunsch abschlagen, der mich extra vor dem Spiel anrief und die Punkte für seinen Verein reklamierte. Natürlich setzte ich mich dafür ein, aber auf mich hört ja niemand. Trotzdem hat Augsburg noch alle Chancen, die Klasse zu halten. Zwar ist der Vorsprung auf Hoffenheim und auf einen direkten Abstiegsplatz auf einen Punkt geschmolzen, der Abstand auf den rettenden 15. Platz zu Düsseldorf aber blieb bei fünf Punkten. Und so wie Augsburg auftritt, gibt es noch genügend Gelegenheiten für sie, selbst Düsseldorf einzuholen, die in der letzten Zeit gar nichts mehr reißen. Dortmund hat sich mit dem Sieg ein kleines Abstandspolster geschaffen zu Leverkusen und Platz 3, denn der Tablettenelf gelang es zu Hause nicht, gegen Wolfsburg zu gewinnen, die sogar so nett waren, ihnen ein Tor zu schenken. Aber Leverkusen war unfähig, dieses Geschenk anzunehmen. Und Bremen? Stürzt immer mehr ab. Sogar Schalke wurde von den Grünweißen geschont, obwohl sie in der ersten Hälfte heillos überlegen waren. Aber Lukimya im Abwehrzentrum war wie schon im letzten Spiel für ein paar sensationelle Schnitzer gut, die der Gegner einfach nicht ungenutzt lassen konnte. Sieben Punkte Vorsprung sind es noch auf einen Relegationsplatz, aber wenn man sieben Spiele hintereinander nicht mehr gewonnen hat, dann setzt das eine Abwärtsspirale in Gang, die nur ganz schlecht zu stoppen ist.