Archiv für den Monat: August 2013

Die Wahrheit über den 3. Spieltag

In München hat ein Tor nicht Freude und Jubel zur Folge, sondern einen einzigartigen aggressiven Balztanz, und wenn man Ribéry nach dem 1:0 gegen den Club gesehen hat, dann weiß man, dass der Weg von ihm zum Gorilla nicht weit ist. Was dahinter zum Vorschein kommt, ist das Triumphale, dieses unsportliche »Wir habens euch gegeben, ihr Arschgeigen!» und »Ich bin der Größte!« Das ist armselig, und genau das, was das Unsympathische dieser Mannschaft ausmacht. Immerhin gab es dabei keine Verletzten zu beklagen. Obwohl Götze zum ersten Mal für Bayern auftrat, färbt diese Haltung schon irgendwie ab. Viele Bayern-Fans mögen ihn nicht. Sein Auftritt war eher dürftig, aber Rummenigge sagte: »Man hat gesehen, daß er ein großartige Fußballer ist.« Und man fragt sich, ob ihm das erst jetzt aufgefallen ist. Hört sich an, als ob er schon jetzt die 37 Millionen Ablöse rechtfertigen müßte.
Christian Füller hat in der taz in einem Artikel den sexuellen Mißbrauch von Kindern als der Ideologie der Grünen inhärent beschrieben. Er wurde zwar nicht gedruckt, ist aber selbstverständlich dennoch überall einzusehen. Ich wußte gar nicht, daß die Hertha-Spieler alle Mitglieder der Grünen sind. Im Gegensatz zu Füller muß man hier nicht in der Vergangenheit von längst geläuterten Grünen wühlen, um auf eher fragwürdige Ergebnisse zu stoßen, in denen es vor allem an eins mangelt: an Opfern. Bei Hertha ist das wesentlich klarer. Eine Minderjährige beschreibt, wie sie mit mehreren Hertha-Profis Sex hatte. Und was macht Luhukay? Er eiert herum. Empörend findet er nicht die Tatsache, daß seine Schützlinge sich an einer Minderjährigen vergreifen, sondern daß diese Tatsache doch tatsächlich vom Boulevard aufgegriffen wird und als dankbare Vorlage benutzt wird. Er konnte sogar nicht schlafen. »Wir werden mit privaten Dingen konfrontiert. Das ist sehr sehr peinlich für uns alle.« Auch nicht schlecht, das ganze als privat abzutun. Hertha gewann trotzdem 1:0 gegen den HSV, der jetzt ohne Pünktchen dasteht. Würde man darauf wetten, daß Fink der erste Trainer ist, der entlassen wird, hätte man als ernsthaften Konkurrenten nur Jens Keller von Schalke, die ebenfalls verloren. In Hannover, nach einer blamablen Vorführung. Bei der Begegnung Mainz gegen Wolfsburg, die man nach der Verpflichtung von Gustavo ganz weit vorne sieht, mußten bereits nach der dritten Partie Abstriche gemacht werden. Gustavo flog völlig zu Recht nach einem groben Foul vom Platz. Bei den Bayern passierte ihm das nie. Was sagt uns das? Hat er seine Spielweise geändert? Nicht das ich wüßte. Nein, bei den Bayern wird eben kaum jemand vom Platz gestellt. Wäre ja auch Majestätsbeleidigung. Denn auch bei den Bayern hat Gustavo rotwürdige Fouls begangen. Und schließlich gab es noch das denkwürdige 3:3 zwischen Hoffenheim und Freiburg, weil Salihovic direkt nach einem versenkten Elfer gegen einen Freiburger tätlich wurde und vom Platz flog. Und der Freiburger Coqeulin flog ebenfalls vom Platz, allerdings nach einer völlig regulären Grätsche, worauf Streich völlig ausrastete, und zwar zu Recht, denn er ist einer der Kronzeugen dafür, daß das  in München nie passiert wäre. Und Dortmund? Waren gegen Bremen hoch überlegen, gewannen aber trotzdem nur 1:0, weil Werder im Bunde mit dem Glück war, und die Dortmunder an diesem Tag kein Zielwasser getrunken hatten.

Die Wahrheit über den 2. Spieltag

Wieso, frage ich mich immer wieder erstaunt, werden die Bayern, die sowieso die beste Mannschaft haben und das auch gleich noch in doppelter Ausführung, eigentlich auch noch von den Schiedsrichtern bevorteilt? Natürlich werden die Schiedsrichter von Hoeneß nicht dafür bezahlt, ab und zu mal ein Auge zuzudrücken, aber es ist der Sog der dunklen Macht, die sie das ganz freiwillig tun läßt, ohne daß sie sich gewahr werden, was sie da eigentlich tun. Sogar „Bild“ ist das aufgefallen und gab Peter Gagelmann die Note 5, denn der hat durch zwei krasse Fehlentscheidungen die Eintracht um den Sieg gebracht. Nicht dass Bayern nicht überlegen gewesen wäre, aber es schoss nun mal nur Mandzukic ein Tor. Viele Chancen auszulassen ist selbstverschuldet, der Eintracht hingegen einen regulären Treffer wegen abgeblichen Abseits abzuerkennen und in der Schlußminute einen eindeutigen Elfer nicht zu geben, das ist eine Kunst, die vor allem Schiedsrichter beherrschen, die sich ihr Fortkommen nicht dadurch erschweren wollen, daß sie gegen den Primus der Liga pfeifen. Aber das ist ein internationales Phänomen. In Italien wurde und wird gerne Juventus bevorzugt, in Spanien Real Madrid, und in einem Endspiel der Champions-League der Verein, der mehr Gewicht und Macht hat wie im letzten Endspiel die Bayern, als der Gegner Dortmund hieß. Auch da wurden die Bayern eklatant bevorzugt und holten den Pokal nur durch Mithilfe des Schiedsrichtern. Auf die Unterstützung der Schiedsrichter darf nun auch Guardiola zählen, der den Bayern das Barca-System einzutrichtern versucht. Ob das wirklich eine gute Idee ist, darf man bezweifeln, wenn man die zwei empfindlichen Pleiten von Barca gegen die Bayern in den letzten Halbfinals der CL begutachtet. Wie im Handball um die Abwehr zu kreisen und nach der Lücke zu suchen, ist enervierend für den Gegner, aber nur so lange, bis der ein Gegenmittel gefunden hat. Barca, viel zu abhängig von Messi, der damals verletzt war, hätte auch gegen Dortmund keine Chance gehabt. Dafür macht Schalke gerade viel Freude, denn nach einem mageren Unentschieden gegen den HSV gingen die Schalker in Wolfsburg gleich mit 4:0 unter. Ob das wirklich ausschließlich an dem von den Bayern zu Wolfsburg gewechselten Gustavo lag, darf man bezweifeln, denn es gibt kaum einen Spieler, der so uninspiriert und langweilig spielt wie Gustavo, und wenn 98 Prozent seiner Pässe ankommen, dann ist das keine Kunst, weil es sich in der Regel um gefahrlose Querpässe handelt. 4:0 hört sich deutlich an, aber es waren einige Duseltore dabei, die rein zufällig ins Tor gehen. Das war bei der Demontage der Hamburger durch die Hoffenheimer schon ein bißchen anders. Spätestens nach dieser netten Blamage wird man im Hamburger Vorstand mit anderen Fragen beschäftigt sein als sich in Augenhöhe mit Bayern, Dortmund und Schalke zu wähnen, nur weil man auf Schalke einen Punkt geholt hat. „Das letzte Mal war‘s gut, heute war‘s scheiße“, sagte Trainer Fink. „Ich gebe trotzdem nicht auf.“ Das wäre nach nur zwei Spieltagen vielleicht auch etwas zu viel verlangt. Trotzdem ist es schön, die jahrelangen Hamburger Bemühungen zu beobachten, Anschluß an die Spitze zu kriegen und dabei mit großem komödiantischen Talent immer wieder zu scheitern. Das muß den Hamburgern erstmal jemand nachmachen.

Die Wahrheit über den 1. Spieltag

Vor einem Jahr startete der BVB mit einem eher glücklichen Sieg gegen Bremen in die neue Saison, und die Neuerwerbung Reus nutzte auch gleich den ersten Fehler der Bremer zum 1:0. Ein gelungener Einstand, aber das war nichts gegen den Einstand des 13-Millionen-Mannes Pierre-Emerick Aubameyang, der aus St. Etienne kam und dem auf Anhieb ein Hattrick gelang. Ein Tor schöner als das andere. Er wurde mit einer gefühlvollen Flanke Schmelzers bedient, die er per Kopfball verwertete, und Reus und Lewandowski legten ihm so zauberhaft genau den Ball in den Lauf, daß es ein Leichtes schien, die Bälle zu verwerten, aber genau das muß man erstmal schaffen. 4:0 stand es am Ende in Augsburg, als Lewandowski noch einen Elfer verwandelte, den Jonas Hofmann auf erstaunlich geschickte Weise herausholte. Hofmann ist eins der neuen Juwele aus der Dortmunder Talentschmiede. Er durfte zwar nur für die letzten zehn Minuten ran, aber schon in den Vorbereitungsspielen zeigte er, das mit ihm zu rechnen sein wird. Und das bei einem aufgerüsteten Kader, bei dem es extrem schwer sein wird, sich durchzusetzen. Denn wenn der armenische Götze-Ersatz Henrikh Mkhitaryan einsatzfähig sein wird, wird auch Aubameyang nicht immer spielen, denn auch wenn Gündogan, der zentral in der Offensive spielte, wieder die Sechserposition von Sahin einnimmt, ist ja auch noch Kuba da, der bereits ankündigte, die gleiche sensationelle Saison spielen zu wollen wie letztes Jahr. Und vielleicht kommt ja sogar ein Rückkauf Sahins zustande, da Madrid jede Million gebrauchen kann, um den Walisischen Wunderstürmer Gareth Bale von Tottenham für sagenhafte 120 Millionen loseisen zu können. Da ist Götze dagegen ein Schnäppchen gewesen, aber Real bleibt seinem Prinzip treu, nur das Teuerste vom Teuren zu kaufen, egal, ob man das Teuerste überhaupt gebrauchen kann oder nicht. Vermutlich wäre Real besser bedient gewesen, wenn man Götze und Lewandowski gekauft hätte, die zusammen gerade mal die Hälfte gekostet hätten. Aber obwohl zwei deutsche Mannschaften die Champions-League unter sich ausmachten, genießen Spieler aus der Bundesliga in Spanien z.Z. kein besonderes Ansehen. Jedenfalls häufen sich die Stimmen, ob man bei diesem Dortmunder Kader nicht vielleicht auf Lewandowski verzichten sollte. Er könnte bei den Bayern prima die Ersatzbank bevölkern mit anderen Spielern, die in erster Linie möglichst viel Geld verdienen wollen und erst in zweiter Linie auch spielen. Schön wäre ein Dortmunder Champions-League-Gewinn schon allein deshalb, weil Götze dann offensichtlich zum falschen Verein gewechselt wäre. Aber das sind leider nur kleine Träumereien. Die Wirklichkeit in Augsburg sah nicht so aus, als ob man den neuen Champions-League-Sieger gesehen hätte, denn die Augsburger machten dem BVB vor allem in der ersten Halbzeit das Leben schwer, weil sie mit vollen körperlichen Einsatz dagegenhielten und ihnen erst die letzte halbe Stunde die Luft ausging. Kurioses am Rande: Aufsteiger Hertha siegt gegen desolate Frankfurter 6:1 und steht an der Spitze der Tabelle, und dem Gladbacher Dominguez gelingt es, innerhalb von nur einer Minute zweimal ein Handspiel im Strafraum zu begehen. Bei soviel Hingabe bleibt den Bayern gar nichts anderes übrig als 3:1 zu gewinnen. Und Wolfsburg mag auch in der neuen Saison nicht. Gleich zwei Mann lassen sich vom Platz stellen.