Archiv für den Monat: Januar 2014

Die Wahrheit über den 18. Spieltag

Das Spiel in Dortmund war wieder mal ein ganz eigenartiges und einzigartiges. Und dass es am Ende 2:2 stand war eine sehr rätselhafte Angelegenheit, denn während Lewandowski, Reus und Mchitarjan große Chancen vergaben, reichte den Augsburgern nicht mal eine Chance, um zu zwei Toren zu kommen. Weidenfeller hatte an diesem Nachmittag nichts zu tun, er mußte nur zweimal den Ball aus dem Netz holen. Daran allerdings sieht man, dass der Ausfall der beiden Stammkräfte auf der Innenposition Hummels und Subotic, nicht wirklich ersetzt werden kann. Sven Bender köpfte zwar das 1:0 für Dortmund, egalisierte diesen Treffer mit einem Eigentor nach einer flachen Hereingabe von außen, was sich aber auch eleganter hätte lösen lassen wie die Augsburger auf der Gegenseite zeigten. Nach Sahins wunderbarem Freistoßtreffer ließ sich jedoch nicht behaupten, dass das Spiel der Dortmunder ruhiger wurde. Ein ganz normaler Angriff der Augsburger auf der rechten Seite mit einer genauen Flanke auf den Kopf von Dong-Won Ji, der im Sommer zu Dortmund wechselt, brachte den Ausgleich. Und auch da standen die beiden Innenverteidiger Bender und Sokrates nicht gut, wie überhaupt Sokrates nicht gerade als Spieler modernen Typs gelten kann, denn sein Anspiele nach vorne landeten häufig im Aus oder beim Gegner. Das Spiel der Dortmunder war zerfahren und von vielen Abspielfehlern geprägt, die immer wieder die Augsburger ins Spiel brachten. Und die versteckten sich auch nicht. Vorne störten sie die Dortmunder mit gleich drei Spielern beim Aufbau und zwangen sie nicht selten zu langen Bällen, die dann prompt bei den Augsburgern landeten. Dennoch hätten die Dortmunder gewinnen müssen, wenn sie nur eine Chance mehr genutzt hätten. Und das ist die Misere bei den Dortmundern. Nicht nur eine Abwehr, die mit nur wenigen Problemen konfrontiert ist, die dann aber prompt zu Toren führen, und eine Offensive, die knirscht. Mchitarjan und Aubameyang fanden kaum statt, und wenn, dann nicht zum Guten für Dortmund. Klopp nahm einen Teil der Schuld auf sich, weil er zuviel Spannung aufgebaut habe, weil man das Spiel unbedingt gewinnen wollte, um gut in die Rückrunde zu starten und die trostlose Bilanz von vier Punkten aus den letzten sechs Spielen vergessen zu machen. Das aber hat zur »Verkrampfung« geführt, was passieren kann, wenn man sich selbst zu sehr unter Druck setzt. Und schließlich knickte auch noch Kuba bereits in der 5. Minute um und wird die nächsten Monate voraussichtlich mit einem Kreuzbandriß ausfallen. Die Verletztenmisere bei Dortmund geht also weiter. Und wird wahrscheinlich auch nicht so schnell wieder aufhören, denn die Personaldecke ist dünn, die Spieler werden überbelastet, vor allem bei der laufintensiven Spielweise der Dortmunder. Und deshalb wäre ich schon froh, wenn die Dortmunder am Ende auf einem CL-Platz stehen. Sie müssen dabei gehörig auf die Unfähigkeit der Konkurrenz setzen, denn auch Leverkusen verlor in Freiburg, wie dieser Tag überhaupt ein Tag der Underdogs war, denn auch Frankfurt (gegen Hertha) und Nürnberg (gegen Hoffenheim) gewannen.