Archiv für den Monat: August 2014

Die Wahrheit über den 2. Spieltag

Augsburg war nach den Weggängen der besten Spieler der Aufbaugegner, den Dortmund nach der Niederlage gegen Leverkusen bitter nötig hatte. Ohne den noch nicht ins System integrierten Immobile entwickelten Aubameyang und Mkhitaryan und Reus einen Schwung, dem die vorsichtig spielenden Augsburger nicht wirklich etwas entgegenzusetzen hatten. 3:2 gewannen die Dortmunder ziemlich knapp, aber nur deshalb, weil ihnen ein klarer Elfer verweigert wurde und im Gegenzug der Anschlusstreffer fiel. Das war schon alles nicht schlecht, aber Augsburg ist in dieser Verfassung auch kein Maßstab. Sowieso wurde alles von der Rückkehr Kagawas überschattet. Kagawas Pech war, dass er zu seinem Lieblingsverein stieß, als es mit ManU abwärts ging. Jetzt hat ihn der Holzkopf van Gaal aussortiert. Voraussichtlich läßt er ihn für acht Millionen ziehen, weil van Gaal stattdessen für 75 Millionen ein Di Maria von Real Madrid loseiste, der bereits sagte, daß ManU nicht sein Wunschverein sei. Nicht nur flog ManU gegen einen Drittligisten mit 4:0 aus dem Pokal, auch bei Aufsteier Burnley reichte es nur zu einem torlosen Unentschieden, und das mit Di Maria und einem Kapitän Wayne Rooney, über den manche lästern, dass selbst die Titanic einen besseren Kapitän gehabt hätte. Das muß man auch erst einmal schaffen, einen der umsatzstärksten und angesehendsten Vereine der Welt so schnell in die Grütze zu reiten. Aber das kommt davon, wenn man als Retter in der Not autoritäre Betonköpfe verpflichtet und das Schicksal des Vereins an Einzelspieler wie Rooney knüpft und sich abhängig macht von deren Launen. Ähnlich ist das bei Barcelona, der inzwischen auch FC Messi heißen könnte. Das tut dem Verein nicht gut, jedenfalls sportlich gesehen, denn die letzte Saison war entsprechend mau und von schwachen Auftritten geprägt. Finanziell jedoch scheint das alles keine Rolle zu spielen. 20 % Umsatzsteigerung vermeldete Barcelona und man fragt sich warum? Im Fußball geht es ähnlich wie in der Kunst irrational zu, obwohl oder vielleicht gerade wegen der Tatsache, daß immer mehr Finanzinstitute sich in diesen Geschäftszweigen tummeln. Insofern ist es vielleicht gar nicht schlecht, wenn Dortmund immer wieder seine besten Spieler ziehen lassen muß, denn dadurch ist der Verein gezwungen, sich immer neu zu erfinden, neue Talente zu entdecken. Es wird zwar schwer, einen Titel zu holen, aber für Leute, die nicht ganz so einfach gestrickt sind, sind Titel nicht alles, sondern Drama, Leidenschaft, Aufregung, Genialität. Man kann sich natürlich einen Xabi Alonso holen und mit Hängen und Würgen ein 1:1 auf Schalke abgreifen. Das ist dann gerade mal halb so spannend wie das 1:0 durch Reus nach genialem Doppelpaß mit Großkreutz. Allerdings ist der Hang Dortmunds, im Ausland gescheiterte Ex-Stars zurückzuholen, zumindest fragwürdig, denn die Sehnsucht nach der Wiederauferstehung alter glorreicher Zeiten wird sich nicht erfüllen, aber immerhin könnte die Mannschaft mehr Stabilität kriegen. Und wenn Reus gehen sollte, hat man immerhin schon mal einen Ersatz. Als nächster wird dann Gündogan gehen. Aber für den hat man ja schon Ersatz und es ist nicht so, daß Sahin wirklich schlechter gewesen war. Sowieso kommt es darauf an, dass die vielen Verletzten langsam wieder zurückkehren. Auch bei Dortmund wird es eine ganze Zeit brauchen, bis die Mannschaft ins Rollen kommt.

Die Wahrheit über den 1. Spieltag

Es war schon in bei den Stuttgarter Kickers im Pokal abzusehen und schon vorher bei der 4:0-Klatsche gegen Liverpool, dass Dortmund noch lange nicht in dem Spielmodus ist, um ein ernsthafter Kandidat für Platz 2 zu sein. Nicht nur fehlen acht Verletzte oder Spieler, die sich noch im Aufbautraining befinden, bei der Mannschaft, die auf dem Platz stand, klappte auch nicht das reibungslose Zusammenspiel. In Stuttgart hatte Dortmund noch Glück, dass die Kickers ihre Chancen nicht konsequent verwerteten. Das ließ sich gegen Leverkusen nicht behaupten, denn bereits nach 9 Sekunden stand es 1:0 für Leverkusen, ein Tor, das »besprochen« war, wie der neue von Redbull Salzburg kommende Trainer Roger Schmidt behauptete, das in Wirklichkeit aber nur durch die Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände zustande kam, wobei den Leverkusenern der unbedingte Wille zur Offensive nicht abgesprochen werden konnte. Schon früh setzten sie die verunsicherte Dortmunder Abwehr unter Druck, wo nur Sokratis als unermüdlicher und konsequenter Zweikämpfer die Pläne des Gegners durchkreuzte. Durm hingegen war ein konsequenter Unsicherheitsfaktor und Jojic war zwar bemüht, aber ist technisch einfach limitiert. Reus, der in Stuttgart nach schneller Genesung das erste Mal spielte und so gut wie alle Bälle verlor, konnte sich kaum durchsetzen, weil die Leverkusener das Spielfeld sehr klein machten und kaum Raum für sein Spiel blieb. Dieses Problem hätte man spielerisch lösen können, aber dazu fehlt z.Z. die Form, der die meisten Spieler noch hinterherlaufen. Bei Immobile wurde besonders deutlich, dass die Spielumstellung von Lewandowski auf ihn noch nicht klappte, denn er hatte kaum Ballkontakte. Als Strafraumspieler und »Krieger« wurde er gekauft, aber im gegnerischen Strafraum hielt er sich kaum auf, weshalb alle Flanken der Dortmunder wirkungslos verpufften. Das frühe Tor verunsicherte die Dortmunder sichtlich, und sie brauchten eine halbe Stunde, bis sie anfingen, den Leverkusenern etwas entgegenzusetzen, aber auch als sie in der 2. Halbzeit aufdrehten, gelang es ihnen nicht wirklich, gute Torchancen zu gerieren, und das lag schlicht auch daran, dass Leverkusen nicht nur eine gute Mannschaft hat, sondern auch im Unterschied zu Dortmund an ihrem Limit spielte, und wenn alle Stricke rissen, dann begingen sie ein taktisches Foul, weil der Schiedsrichter dafür kein gelb zeigte. Auch für Bayern hätte die Premiere ins Auge gehen können, aber im Unterschied zu Dortmund kann Bayern seine Verluste besser kompensieren und hatte gegen Wolfsburg einfach das nötige Glück, denn es hätte auch anders ausgehen können, aber dafür hätte Gustavo und Hunt besser in Form sein müssen. Das alles ist aber noch nichts gegen Schalke, die nicht nur im Pokal grandios an dem tapferen Drittligisten Dresden ausgeschieden sind, sondern jetzt auch gleich noch das Auftaktspiel in Hannover vergeigten. Und da am nächsten Spieltag die Bayern kommen, könnten wieder schwere Zeiten für Jens Keller anbrechen. Die zwei Abstiegskandidaten Köln und Hamburg trennten sich mit einem öden torlosen Remis und zeigten, was von ihnen in dieser Saison zu erwarten ist. Zumindest die Kölner Fans seien erstklassig, wird immer wieder betont, weil sie karnevalsmäßig mit Konfetti um sich werfen. Das war aber nichts gegen das Dortmunder Pfeifkonzert in den fünf Minuten der Nachspielzeit.