Archiv für den Monat: November 2014

Die Wahrheit über den 13. Spieltag

Nach der Überforderung gegen Chelsea, als Schalke 5:0 unterging, wurde der Schuldige ausgemacht. Der Trainer, so Christian Fuchs, hat das falsche System spielen lassen: »Der Trainer hat seine Vorstellungen. Das hat nicht funktioniert. Daraus kann man nur lernen.« Man? Gegen Mainz kehrte »man« wieder zum 3-5-2-System zurück und prompt schlug man Mainz mit 4:1 und bescheinigte sich anschließend »Charakter«, der im Fußball ein sehr ominöses Ding ist, denn gegen Chelsea schien der »Charakter« verloren gegangen zu sein. Wie überhaupt der »Charakter« einmal da ist und dann wieder weg. Und niemand weiß, wohin. Vielleicht lag es auch an Clemens Tönnies, dass der »Charakter« wieder zurückkehrte, denn es wurde berichtet, er sei vor dem Spiel in der Kabine aufgetaucht und habe alle Spieler »abgeklatscht«. Und nach dem Spiel sagte Tönnies: »Ich habe wieder alle abgeklatscht.« Mainz fand dagegen kein Mittel. In Leverkusen im Derby gegen Köln machte trotz des 5:1 nur der Schiedsrichter von sich reden. Kinhöfer scheint sich an der Leistung seines Kollegen Stark im letzten Spiel der Dortmunder ein Beispiel genommen zu haben. Offenbar wollte er lieber selbst das Spiel entscheiden als das den Spielern zu überlassen. Leverkusens Torhüter Leno holte, nachdem er elf Minuten vorher schon einen Elfer verursacht hatte und dafür gelb gesehen hatte, in der 15. Minute Kölns Stürmer Ujah so von den Beinen, dass der eine sehenswerte Flugbahn beschrieb und eine Landung hinlegte, bei der sich andere alles mögliche gebrochen hätten. Kinhöfer schien das für völlig normal zu halten und gab weder Elfer noch gelb/rot. Eine spielentscheidende Situation, denn ob die Leverkusener nach einem 2:0 und zu zehnt zurückgekommen wären, ist eher zweifelhaft. Stuttgart ist auf die grandiose Idee verfallen, den Last-Minute-Retter der letzten Saison Huub Stevens wieder zu verpflichten, und prompt punktete der VfB in Freiburg mit 4:1. Huub Stevens gab die Mannschaftsaufstellung erst in allerletzter Sekunde bekannt, weil: »In der heutigen Zeit mit Twitter und Handy kommt sonst oft etwas raus.« Stevens wurde danach als Taktikfuchs gefeiert. Stürmer Harnik drückte das so aus: »Wir wussten nicht wirklich, wie wir spielen.« Und manchmal scheint das offenbar zu funktionieren, was einiges über den hohen Prozentanteil des Zufalls am Fußball aussagt. Hoffenheim gegen Hannover ging 4:3 aus und dennoch gab es zwei Verlierer. Die Hoffenheimer sagten nach dem Spiel: »Es kann nicht sein, dass wir vier Tore schießen müssen, um mit einem Tor Unterschied zu gewinnen.« Und die Hannoveraner sagten: »Wenn man auswärts drei Tore schießt, sollte man nicht verlieren.« Bremen spielte Paderborn, die zuletzt gegen den BVB sensationell einen 2:0-Rückstand egalisierten und das als größten Erfolg in der Vereinsgeschichte bezeichneten, mit 4:0 gegen die Wand, und das mit gleich drei neuen Spielern. Skripnik, der neue Trainer Bremens, testete nach der 2:0-Niederlage gegen Hamburg einen merkwürdig neuen Ansatz. Er sagte: »So wissen wir, ob die jungen Spieler schwimmen können, wenn man sie ins Wasser schmeißt.« Der HSV wiederum, der vor einer Woche noch Charakter hatte, ließ in Augsburg selbigen plötzlich vermissen, aber auch »Mentalität und Persönlichkeit«. »Diese Eigenschaften«, sagte Hamburgs Mittelfeldspieler Behrami, »kann man nicht kaufen – die hat man oder nicht.«

Die Wahrheit über den 12. Spieltag

Nach zwei Wochen Pause und dem zuletzt so souveränen Sieg gegen Gladbach durch das kuriose Eigentor aus 45 Metern durch Kramer, musste sich der BVB beim benachbarten Aufsteiger Paderborn beweisen, der im Vorfeld schon ordentlich tief stapelte. Dennoch war der BVB gewarnt, denn Paderborn hatte immerhin fünf Punkte mehr auf dem Konto als die Borussia. Trotzdem war ich eigentlich guter Dinge, denn viel mehr Pech geht doch eigentlich gar nicht. Und schließlich schien die Sache auch ganz nach Plan zu laufen, denn bereits in der 12. Minute kam Durm völlig überraschend auf der linken Seite einmal durch und zur Flanke, wobei der Ball genau auf dem Fuß von Aubameyang landete und von dort ins Tor prallte. Und auch sonst hatten die Dortmunder die Paderborner fest im Griff. Es gab keine besonderen Vorkommnisse, außer dass man auf den zweiten Treffer wartete, der dann auch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit fiel nach einer wunderschönen Vorlage von Aubameyang auf Reus. Und alles war gut. So ein Spiel konnte man nicht mehr aus der Hand geben, dafür zeigten sich die Paderborner einfach zu limitiert, die zu genau einer Chance kamen nach Vorlage von Ginter, dem Ersatzmann von Hummels, aber Weidenfeller hielt mit einer Weltklasseparade und ließ seinen Patzer gegen Hannover wieder vergessen. Aber dann legten die Paderborner ihre Ehrfurcht gegen Dortmund ab und setzten die Dortmunder schon in der Abwehr unter Druck, und wieder erwies die sich alles andere als sattelfest. Sie ließ sich tatsächlich unter Druck setzen, statt souverän zu kombinieren. Und das machte skeptisch, bis die langsam anwachsenden Befürchtungen schließlich eintrafen und die Paderborner nach einer abgefangenen Ecke der Dortmunder sich bis in den Strafraum Weidenfellers durchkombinierten. Ohne Überzahl ließ Lukas Rupp sowohl Ginter als auch Subotic schlecht aussehen und erzielte den Anschlusstreffer. Und dann begann wieder einer dieser Tage, bei denen den Dortmundern Pech und Unglück und ein unfähiger Schiedsrichter an den Hacken klebte. Im Übereifer trat der Paderborner Bakalorz Reus um, der mit Verdacht auf Außenbandriss in diesem Jahr wohl nicht mehr auflaufen wird. Wolfgang Stark zeigte gelb statt rot. Vor zwei Jahren zeigte er sich bei einem angeblichen Handspiel von Schmelzer weniger zimperlich. Damals entschied er auf rot plus Strafstoß für Wolfsburg und das Spiel zu ungunsten für den BVB. Und auch diesmal war gegen Wolfgang Stark das Spiel nicht zu gewinnen, denn als Großkreutz zum 3:1 traf, wurde der Treffer für alle überraschend als abseits gewertet, was es aber nicht war. Auf der anderen Seite dann erzielte der kurz zuvor eingewechselte Ex-Borusse Saglik mit einem Kopfballtreffer nach einer Ecke das 2:2. Niemand störte ihn dabei. Es war ihm schon fast peinlich, dass es so einfach ging. Klar ist es schwer, mit einem Schiedsrichter wie Wolfgang Stark das Spiel zu gewinnen, der den BVB regelmäßig mit krassen Fehlentscheidungen benachteiligt, aber Dortmund hatte trotz des Schocks durch die neuerliche Verletzung von Reus die Möglichkeit, das Spiel ganz einfach zu gewinnen. Dass das nicht gelingt, wird langsam zu einem echten Mysterium, einer ausgewachsenen Psychose. Aber jetzt steht fest, dass der BVB tatsächlich im Abstiegskampf steckt, denn wer sich eine 2. Halbzeit so aus der Hand nehmen lässt, der kriegt gegen jede Mannschaft aus der Liga Probleme.

Die Wahrheit über den 11. Spieltag

Diesmal war ich mir sicher, dass der Schalter umgelegt werden würde, denn es ging gegen Gladbach, die zwar einen hervorragenden Lauf haben, aber deren offensive Spielweise den Dortmundern entgegenkommt. Und auch das Spiel zu Hause gegen Galatasaray trug zu meinem Optimismus bei, denn den türkischen Meister legten die Dortmunder mit großer taktischer Disziplin völlig lahm, ließen so gut wie keine Chancen zu und wirkten in ihren Aktionen klar und zielstrebig. Ein Abend, der so völlig ohne Überraschung war, wie man es in Dortmund eigentlich kaum mehr gewöhnt ist. Immerhin gab es einen neuen Rekord, denn als Bremen gegen Stuttgart gewonnen hatte, rutschten die Dortmunder, die erst am Sonntag spielten, für 24 Stunden sogar auf Platz 18, das hieß, der BVB war die erste Mannschaft, die auf dem letzten Tabellenplatz stand, sich aber in der CL-Gruppenphase nach vier Spielen und vier Siegen bereits qualifiziert hatte. Gegen Gladbach ging dann auch alles glatt. Von Beginn an wurden die Gladbacher an die Wand gespielt. 17:0 stand es zur Pause nach Torschüssen, das Ergebnis aber hieß 0:0, weil die Dortmunder wieder einmal unglaublich fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen waren. Es musste erst ein Gladbacher zu Hilfe kommen. Der überall als »Weltmeister« titulierte Kramer schlug aus 45 Metern einen Rückpass und lupfte den Ball sehenswert über seinen Keeper Sommer, der weit vor seinem Tor steht. Auch wenn das jetzt schon zu einem der kuriosesten Eigentore der Bundesligageschichte geworden ist, fiel das Tor doch deshalb, weil Dortmund die Gladbacher ständig unter Druck setzte und sie so zu Fehlern zwang. Aber auch danach wurde die Chancenverwertung der Dortmunder nicht besser. Und niemand hätte es gewundert, wenn die Dortmunder trotz drückender Überlegenheit noch irgendein krummes Ding bekommen hätten. Gegen Gladbach hat man in dieser Hinsicht Erfahrung, denn vor zwei Jahren ging schon mal so ein Spiel gegen Gladbach verloren und niemand konnte es anschließend glauben. Jetzt ist vielleicht endlich der Bann gebrochen, vielleicht auch deshalb, weil Klopp zum ersten Mal in der Saison die gleiche Elf aufstellen konnte, die sich immer mehr einzuspielen scheint. Es könnte also so weitergehen. Die Wechselgerüchte um Reus halten inzwischen an. Auch wenn Watzke dementiert und Dortmund ein neues Angebot unterbreitet hat, wird Reus kaum zu halten sein. Und wahrscheinlich wird er zu den Bayern gehen, denn dort ist die Wahrscheinlichkeit, Titel zu holen, auf die es Reus ankommt, am größten. Und in München kommen Robben und Ribéry in die Jahre und sind nicht mehr einfach gesetzt. Die Chancen für Reus, auch spielerisch an den Titeln beteiligt zu sein und nicht nur von der Bank aus dabei zuzusehen, ist in der Tat relativ groß. Und auch Gündogan wird sich bald verabschieden, der schon signalisiert hat, gehen zu wollen, woran ihn nur seine lange Verletzung gehindert hat. Hatte man bislang bei den Transfers immer Glück und konnte gute Spieler immer wieder hervorragend ersetzen, habe ich bei den neuen Verpflichtungen nicht den Eindruck, als sei das wirklich gelungen. Jetzt ist Schürrle, der bei Chelsea von Mourinho aussortiert wurde, im Gespräch, um Reus zu ersetzen, aber Schürrle zeigt sehr schwankende Leistungen, die Dortmund nicht wirklich weiterbringen würden. Dennoch, Dortmund hat Luxusprobleme im Vergleich zu Schalke, wo Di Matteo nach der grottenschlechten Leistung seiner Mannschaft und der Niederlage in Freiburg befürchtet, dass die auf Platz 11 stehenden Schalker »die ganze Saison hinterherlaufen«. Dabei hatten die Schalker Glück, nicht noch höher als 2:0 verloren zu haben. An der desolaten Leistung der Schalker soll jetzt Jens Keller schuld sein, der angeblich nicht genug auf die Fitness der Spieler geachtet haben soll. Und auch Leverkusen hängt in der Liga den Erwartungen hinterher. Kiessling schießt keine Tore mehr, und auch seine Kollegen verballern alles, was ihnen auf den Schlappen kommt. Das aufregendste Spiel fand in Hoffenheim statt gegen Köln. Eine Begegnung, die einen nicht wirklich vom Hocker reißen kann, aber zur Halbzeit stand es bereits 3:3, ein munteres Auf und Ab, das allerdings in der 2. Hälfte verflachte. Hoffenheim war spielbestimmend, aber Köln erzielte schließlich den Siegtreffer. Und Frankfurt fiel an diesem Spieltag die undankbare Aufgabe zu, gegen die Bayern antreten zu müssen, die sich gerade in einer außergewöhnlichen Form befinden und schon jetzt die Meisterschaft zu einer faden Angelegenheit machen. Der Eintracht muss man immerhin zugestehen, dass sie nicht schon vor dem Spiel auf Schadensbegrenzung aus war und alles gab. Es reichte aber gerade mal zu einem 4:0.

Pressschlag

Nur sieben Punkte. So wenig hatte der BVB noch nie nach zehn Spielen in der Bundesligageschichte. Da stellen sich dann Fragen nach Klopps Spielsystem. Ist es gescheitert? Haben sich die Mannschaften in der Liga inzwischen darauf eingestellt? Nein. Die Probleme liegen woanders. Dortmund hat, wie Klopp sagt, einfach „zu viele Baustellen“. Der BVB war trotz Erweiterung des Kaders nicht in der Lage, die verletzten Spieler adäquat zu ersetzen, denn fast alle Schlüsselspieler waren verletzt. Eine Vorbereitung auf die Saison war kaum möglich, weil viele Spieler erst spät von der WM wieder zurückkamen. Und wenn Spieler nach längerer Pause wieder eingesetzt wurden, dann war das häufig kontraproduktiv, denn wie Gündogan verschuldeten sie oft die Gegentore, so dass eine allgemeine Verunsicherung um sich griff. Ramos, Ginter und Immobile sind noch lange nicht integriert, und vor allem Immobile hat die Spielidee Klopps noch lange nicht verinnerlicht. Und schließlich muss man konzedieren, dass viele Spieler einfach nicht auf dem Niveau mithalten können, das Bayern hat. Es ist nicht die Spielidee, die gescheitert ist, wenn sich die Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen hinten reinstellen. Dortmund tut sich zwar schwer, hätte aber die Spiele nicht verlieren müssen. Vielleicht ab und zu ein Unentschieden zuviel, aber die Gegner konnten verlässlich darauf zählen, dass dem BVB hinten krasse Abwehrfehler unterliefen. Als Hummels in München zur Pause verletzt vom Platz musste schwante vielen, dass das spielentscheidend sein könnte, denn Hummels hatte 71% seiner Zweikämpfe gewonnen, antizipierte viel und kam seiner alten Form wieder ziemlich nahe. Guardiola nutzte diese Situation aus. Er brachte Ribéry für den blassen Götze und gab Anweisung, dass sich alle auf Subotic stürzen sollten, der seit seiner langen Verletzungspause immer noch in einem Formtief steckt und auch nur 33% seiner Zweikämpfe gewann. Die Taktik hatte Erfolg. Subotic musste beide Gegentreffer auf seine Kappe nehmen. Aber auch wenn das der entscheidende Kniff war, der die Bayern das Spiel gewinnen ließ, die Münchner waren auch insgesamt stärker und kombinationssicherer und spielten sich demzufolge auch die besseren Möglichkeiten heraus. Warum die Dortmunder allerdings in der 2. Halbzeit immer mehr unpräzise lange Bälle nach vorne schlugen und die Bayern einen Druck aufbauen ließen, dem sie dann nicht mehr gewachsen waren, ist etwas, das sich wahrscheinlich nur als Versagensangst erklären lässt, denn schließlich lagen die Dortmunder bis zur 72. Minute in Führung. Aber die mögliche Sensation verlieh ihnen nicht etwas den zweiten Atem, vielmehr verlegten sie sich auf das Halten des knappen Vorsprungs. Jetzt haben die Dortmunder ein echtes Problem, denn die Champions-League-Plätze sind bei einem Abstand von 13 Punkten in weite Ferne gerückt. Und auch wenn sich Reus nach seinem Führungstreffer auf das BVB-Emblem geklopft hat, wird er dann doch lieber dorthin gehen, wo die Aussichten auf einen Titel größer sind.

Die Wahrheit über den 10. Spieltag

Der schlechteste Saisonstart der Dortmunder seit Bestehen der Bundesliga ist perfekt. Aber das war gegen Bayern München nicht wirklich verwunderlich. Bayern spielt mit Hilfe der aus Dortmund verpflichteten Stars einfach einen Fußball, den man als den besten bezeichnen muss, der z.Z. gespielt wird. Und außer Real Madrid gibt es keine Mannschaft, die auf diesem Niveau mithalten kann. Und deshalb war die Stimmung unter den Dortmunder Fans entsprechend pessimistisch. Hauptsache nicht zu hoch verlieren hieß die allgemeine Einschätzung. Am Ende aber ärgerten sich die meisten dann doch, weil die Dortmunder bis zur 72. Minute eine 1:0-Führung gehalten hatten. Und langsam begannen alle zu hoffen, vielleicht mal das Glück zu haben wie es die Hannoveraner in der letzten Bundesligapartie gegen Dortmund hatten. Aber Glück haben die Dortmunder z.Z. nicht. Und sie hätten eine Menge Glück gebraucht, damit keine der Großchancen, die sich München herausspielte, ins Tor ging. Und München spielte ziemlich viele Torchancen heraus. In der 1. Halbzeit jedoch waren die Dortmunder durchaus in der Partie, konnten sich immer wieder befreien und gefährliche Akzente setzen. Mhkitaryan traf einmal nur den Pfosten, aber die Münchner hatten bis zu 70 Prozent Ballbesitz, und der bestand nicht nur in Ballgeschiebe, sondern z.T. in glänzenden Kombinationen, die die sowieso wacklige Abwehr der Dortmunder immer wieder auf eine harte Probe stellten. Durm war auf der linken Seite gegen Robben vollkommen überfordert. Und das war vielleicht auch das entscheidende Problem, denn fast alle Angriffe der Münchner liefen über links. Als dann nach der Pause Hummels verletzt vom Platz musste und durch Subotic ersetzt wurde, schwante einigen schon, dass das eine entscheidende Schwächung sein würde, denn Subotic ist nach seiner langen Verletzung noch nicht in der alten Form und ist zudem nicht in der Lage, ein Spiel von hinten aufzubauen. Er wurde schließlich zur tragischen Figur, weil er einen in die Mitte abgewehrten Steilpass Lewandowski vor die Füsse spielte, der unhaltbar für den glänzend aufgelegten Weidenfeller ins Eck traf. Und schließlich verursachte er auch noch den Elfer gegen Ribery, der von Robben sicher verwandelt wurde. Im Unterschied zu den vergangenen Jahren, als München sich häufig mit üblen Tricks und Fouls behelfen musste, um gegen Dortmund zu bestehen, und häufig genug auf die Hilfe des Schiedsrichters angewiesen war, um ein Spiel zu gewinnen, wie das CL-Finale, muss man diesmal konzedieren, dass Bayern spielerisch ungeheuer stark ist und offenbar immer noch den Druck erhöhen kann, wenn sie müssen, während man bei den Dortmundern in der 2. Halbzeit den Eindruck hatte, als ob sie platt wären. Sie fanden nicht mehr ins Spiel, und bis auf eine Szene, als Kagawa knapp das Tor verfehlte, waren sie nicht mehr in der Lage, nach vorne etwas Konstruktives zustande zu bringen. Die Dortmunder sind für den Aufwand nicht belohnt worden, hatte Klopp später gesagt, aber man hatte nicht den Eindruck, dass Bayern weniger Aufwand betrieben hätte. Jetzt spielt man zu Hause gegen Gladbach, die gerade die einzige Mannschaft ist, die die Bayern an den Rand einer Niederlage brachte. Sie werden kein Aufbaugegner sein. Und dann wird die Tatsache, dass die Champions-League-Qualifikation  in unerreichbar weite Ferne gerückt ist, das kleinste Problem sein.