Archiv für den Monat: August 2015

Die Wahrheit über den 2. Spieltag

Spannend ist gerade, was in der Premier League passiert. Durch absurd hohe TV-Gelder rüsten die englischen Vereine auf wie noch nie, denn niemand will absteigen, jeder will an die Millionen ran, die es auf die Liga regnen wird. Selbst ein Verein, der ganz unten steht, wird dreimal soviel kassieren wie der FC Bayern. Rummenigge wird darüber not amused sein. Das wird »Krieg« geben gegen die verdammten Engländer, schwört er sich und kaut an seinen bereits abgenagten Fingernägeln. Dabei profitiert ja auch die Bundesliga von den englischen Fernsehgeldern, denn die Vereine auf der Insel kaufen alles auf dem Markt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Die Bayern haben sogar den verletzungsanfälligen und bereits sowieso mehr oder weniger ausgemusterten Schweinsteiger an ManU für eine ordentliche Summe verscheuern können, Firmino von Hoffenheim wechselte für 40 Millionen auf die Insel und für einen gewissen Baba, von dem ich noch nie gehört habe, zahlte Chelsea 20 Millionen an Augsburg. Und für den Belgier mit dem rot leuchtenden Kopf Kevin werden von Manchester City 70 Millionen aufgerufen, den Mourinho vor zwei Jahren noch als entbehrlich an Wolfsburg abgegeben hatte. Nur der BVB profitiert nicht von diesem Geldregen. Großkreutz beschwert sich, dass seit Wochen niemand mit ihm geredet hat und dass er sich vorstellen könnte, den Verein zu wechseln, aber nicht mal Köln und Frankfurt, mit denen er in Verbindung gebracht wurde, wollen ihn haben. Auch die Zeit von Kuba scheint abgelaufen zu sein. Seine Verletzungen haben ihn so weit zurückgeworfen, dass er nicht mal mehr im Aufgebot steht, genausowenig wie der ausgeliehene und nun zurückgekehrte Moritz Leitner, dessen Position im Mittelfeld überbelegt ist, seit Castro aus Leverkusen verpflichtet wurde und Gündogan überraschend blieb, weil seine Traumvereine Bayern und Barcelona sich zurückhielten, und das aus guten Gründen, denn so gut, wie sich Gündogan möglicherweise selbst hält, ist er nicht, jedenfalls nicht auf dem Platz. Die schönste Nachricht ist, das Aubameyang beim BVB bis 2020 verlängert hat. Weniger schön ist, dass der seit acht Jahren beim BVB tätige Chefscout Mislintat von Hannover umworben wird. Das hört sich zwar weniger spektakulär an als irgendwelche absurden Transferrekorde, könnte sich aber als wesentlich gewichtiger herausstellen, denn in seine Zeit fällt die Dortmunder Erfolgsphase. In dieser Saison dürfte Mislintat allerdings wenig zu tun gehabt haben, denn abgesehen davon, dass einige ausgeliehene Spieler wie Hoffmann zurückgekommen sind war der teuerste Transfer der Leverkusener Castro, und den kann man nicht gerade als Entdeckung ansehen, vielmehr erwischte er einen rabenschwarzen Tag im Euroleague-Qualifikationsspiel gegen Odds BK, wo er gleich in der 1. Minute von seinem Gegenspieler düpiert wurde und das 1:0 verschuldete. Alle hingegen sind voll des Lobes für den von den Münchner Sechziger kommenden Julian Weigl, für sein sicheres Passspiel und sein Raumverständnis auf einer Position, für die es in Dortmund eine Menge Anwärter gibt. Ein Luxus für Dortmund, für die Bayern ganz normal. Die werden jedenfalls wieder Meister, denn dafür sorgen nicht zuletzt wieder zwei Ex-Dortmunder, die auch das Spiel gegen Hoffenheim in der letzten Minute gedreht haben.