Die Wahrheit über den 1. Spieltag

Vor einem Jahr startete der BVB mit einem eher glücklichen Sieg gegen Bremen in die neue Saison, und die Neuerwerbung Reus nutzte auch gleich den ersten Fehler der Bremer zum 1:0. Ein gelungener Einstand, aber das war nichts gegen den Einstand des 13-Millionen-Mannes Pierre-Emerick Aubameyang, der aus St. Etienne kam und dem auf Anhieb ein Hattrick gelang. Ein Tor schöner als das andere. Er wurde mit einer gefühlvollen Flanke Schmelzers bedient, die er per Kopfball verwertete, und Reus und Lewandowski legten ihm so zauberhaft genau den Ball in den Lauf, daß es ein Leichtes schien, die Bälle zu verwerten, aber genau das muß man erstmal schaffen. 4:0 stand es am Ende in Augsburg, als Lewandowski noch einen Elfer verwandelte, den Jonas Hofmann auf erstaunlich geschickte Weise herausholte. Hofmann ist eins der neuen Juwele aus der Dortmunder Talentschmiede. Er durfte zwar nur für die letzten zehn Minuten ran, aber schon in den Vorbereitungsspielen zeigte er, das mit ihm zu rechnen sein wird. Und das bei einem aufgerüsteten Kader, bei dem es extrem schwer sein wird, sich durchzusetzen. Denn wenn der armenische Götze-Ersatz Henrikh Mkhitaryan einsatzfähig sein wird, wird auch Aubameyang nicht immer spielen, denn auch wenn Gündogan, der zentral in der Offensive spielte, wieder die Sechserposition von Sahin einnimmt, ist ja auch noch Kuba da, der bereits ankündigte, die gleiche sensationelle Saison spielen zu wollen wie letztes Jahr. Und vielleicht kommt ja sogar ein Rückkauf Sahins zustande, da Madrid jede Million gebrauchen kann, um den Walisischen Wunderstürmer Gareth Bale von Tottenham für sagenhafte 120 Millionen loseisen zu können. Da ist Götze dagegen ein Schnäppchen gewesen, aber Real bleibt seinem Prinzip treu, nur das Teuerste vom Teuren zu kaufen, egal, ob man das Teuerste überhaupt gebrauchen kann oder nicht. Vermutlich wäre Real besser bedient gewesen, wenn man Götze und Lewandowski gekauft hätte, die zusammen gerade mal die Hälfte gekostet hätten. Aber obwohl zwei deutsche Mannschaften die Champions-League unter sich ausmachten, genießen Spieler aus der Bundesliga in Spanien z.Z. kein besonderes Ansehen. Jedenfalls häufen sich die Stimmen, ob man bei diesem Dortmunder Kader nicht vielleicht auf Lewandowski verzichten sollte. Er könnte bei den Bayern prima die Ersatzbank bevölkern mit anderen Spielern, die in erster Linie möglichst viel Geld verdienen wollen und erst in zweiter Linie auch spielen. Schön wäre ein Dortmunder Champions-League-Gewinn schon allein deshalb, weil Götze dann offensichtlich zum falschen Verein gewechselt wäre. Aber das sind leider nur kleine Träumereien. Die Wirklichkeit in Augsburg sah nicht so aus, als ob man den neuen Champions-League-Sieger gesehen hätte, denn die Augsburger machten dem BVB vor allem in der ersten Halbzeit das Leben schwer, weil sie mit vollen körperlichen Einsatz dagegenhielten und ihnen erst die letzte halbe Stunde die Luft ausging. Kurioses am Rande: Aufsteiger Hertha siegt gegen desolate Frankfurter 6:1 und steht an der Spitze der Tabelle, und dem Gladbacher Dominguez gelingt es, innerhalb von nur einer Minute zweimal ein Handspiel im Strafraum zu begehen. Bei soviel Hingabe bleibt den Bayern gar nichts anderes übrig als 3:1 zu gewinnen. Und Wolfsburg mag auch in der neuen Saison nicht. Gleich zwei Mann lassen sich vom Platz stellen.