Die Wahrheit über den 2. Spieltag

Wieso, frage ich mich immer wieder erstaunt, werden die Bayern, die sowieso die beste Mannschaft haben und das auch gleich noch in doppelter Ausführung, eigentlich auch noch von den Schiedsrichtern bevorteilt? Natürlich werden die Schiedsrichter von Hoeneß nicht dafür bezahlt, ab und zu mal ein Auge zuzudrücken, aber es ist der Sog der dunklen Macht, die sie das ganz freiwillig tun läßt, ohne daß sie sich gewahr werden, was sie da eigentlich tun. Sogar „Bild“ ist das aufgefallen und gab Peter Gagelmann die Note 5, denn der hat durch zwei krasse Fehlentscheidungen die Eintracht um den Sieg gebracht. Nicht dass Bayern nicht überlegen gewesen wäre, aber es schoss nun mal nur Mandzukic ein Tor. Viele Chancen auszulassen ist selbstverschuldet, der Eintracht hingegen einen regulären Treffer wegen abgeblichen Abseits abzuerkennen und in der Schlußminute einen eindeutigen Elfer nicht zu geben, das ist eine Kunst, die vor allem Schiedsrichter beherrschen, die sich ihr Fortkommen nicht dadurch erschweren wollen, daß sie gegen den Primus der Liga pfeifen. Aber das ist ein internationales Phänomen. In Italien wurde und wird gerne Juventus bevorzugt, in Spanien Real Madrid, und in einem Endspiel der Champions-League der Verein, der mehr Gewicht und Macht hat wie im letzten Endspiel die Bayern, als der Gegner Dortmund hieß. Auch da wurden die Bayern eklatant bevorzugt und holten den Pokal nur durch Mithilfe des Schiedsrichtern. Auf die Unterstützung der Schiedsrichter darf nun auch Guardiola zählen, der den Bayern das Barca-System einzutrichtern versucht. Ob das wirklich eine gute Idee ist, darf man bezweifeln, wenn man die zwei empfindlichen Pleiten von Barca gegen die Bayern in den letzten Halbfinals der CL begutachtet. Wie im Handball um die Abwehr zu kreisen und nach der Lücke zu suchen, ist enervierend für den Gegner, aber nur so lange, bis der ein Gegenmittel gefunden hat. Barca, viel zu abhängig von Messi, der damals verletzt war, hätte auch gegen Dortmund keine Chance gehabt. Dafür macht Schalke gerade viel Freude, denn nach einem mageren Unentschieden gegen den HSV gingen die Schalker in Wolfsburg gleich mit 4:0 unter. Ob das wirklich ausschließlich an dem von den Bayern zu Wolfsburg gewechselten Gustavo lag, darf man bezweifeln, denn es gibt kaum einen Spieler, der so uninspiriert und langweilig spielt wie Gustavo, und wenn 98 Prozent seiner Pässe ankommen, dann ist das keine Kunst, weil es sich in der Regel um gefahrlose Querpässe handelt. 4:0 hört sich deutlich an, aber es waren einige Duseltore dabei, die rein zufällig ins Tor gehen. Das war bei der Demontage der Hamburger durch die Hoffenheimer schon ein bißchen anders. Spätestens nach dieser netten Blamage wird man im Hamburger Vorstand mit anderen Fragen beschäftigt sein als sich in Augenhöhe mit Bayern, Dortmund und Schalke zu wähnen, nur weil man auf Schalke einen Punkt geholt hat. „Das letzte Mal war‘s gut, heute war‘s scheiße“, sagte Trainer Fink. „Ich gebe trotzdem nicht auf.“ Das wäre nach nur zwei Spieltagen vielleicht auch etwas zu viel verlangt. Trotzdem ist es schön, die jahrelangen Hamburger Bemühungen zu beobachten, Anschluß an die Spitze zu kriegen und dabei mit großem komödiantischen Talent immer wieder zu scheitern. Das muß den Hamburgern erstmal jemand nachmachen.