Die Wahrheit über den 3. Spieltag

In München hat ein Tor nicht Freude und Jubel zur Folge, sondern einen einzigartigen aggressiven Balztanz, und wenn man Ribéry nach dem 1:0 gegen den Club gesehen hat, dann weiß man, dass der Weg von ihm zum Gorilla nicht weit ist. Was dahinter zum Vorschein kommt, ist das Triumphale, dieses unsportliche »Wir habens euch gegeben, ihr Arschgeigen!» und »Ich bin der Größte!« Das ist armselig, und genau das, was das Unsympathische dieser Mannschaft ausmacht. Immerhin gab es dabei keine Verletzten zu beklagen. Obwohl Götze zum ersten Mal für Bayern auftrat, färbt diese Haltung schon irgendwie ab. Viele Bayern-Fans mögen ihn nicht. Sein Auftritt war eher dürftig, aber Rummenigge sagte: »Man hat gesehen, daß er ein großartige Fußballer ist.« Und man fragt sich, ob ihm das erst jetzt aufgefallen ist. Hört sich an, als ob er schon jetzt die 37 Millionen Ablöse rechtfertigen müßte.
Christian Füller hat in der taz in einem Artikel den sexuellen Mißbrauch von Kindern als der Ideologie der Grünen inhärent beschrieben. Er wurde zwar nicht gedruckt, ist aber selbstverständlich dennoch überall einzusehen. Ich wußte gar nicht, daß die Hertha-Spieler alle Mitglieder der Grünen sind. Im Gegensatz zu Füller muß man hier nicht in der Vergangenheit von längst geläuterten Grünen wühlen, um auf eher fragwürdige Ergebnisse zu stoßen, in denen es vor allem an eins mangelt: an Opfern. Bei Hertha ist das wesentlich klarer. Eine Minderjährige beschreibt, wie sie mit mehreren Hertha-Profis Sex hatte. Und was macht Luhukay? Er eiert herum. Empörend findet er nicht die Tatsache, daß seine Schützlinge sich an einer Minderjährigen vergreifen, sondern daß diese Tatsache doch tatsächlich vom Boulevard aufgegriffen wird und als dankbare Vorlage benutzt wird. Er konnte sogar nicht schlafen. »Wir werden mit privaten Dingen konfrontiert. Das ist sehr sehr peinlich für uns alle.« Auch nicht schlecht, das ganze als privat abzutun. Hertha gewann trotzdem 1:0 gegen den HSV, der jetzt ohne Pünktchen dasteht. Würde man darauf wetten, daß Fink der erste Trainer ist, der entlassen wird, hätte man als ernsthaften Konkurrenten nur Jens Keller von Schalke, die ebenfalls verloren. In Hannover, nach einer blamablen Vorführung. Bei der Begegnung Mainz gegen Wolfsburg, die man nach der Verpflichtung von Gustavo ganz weit vorne sieht, mußten bereits nach der dritten Partie Abstriche gemacht werden. Gustavo flog völlig zu Recht nach einem groben Foul vom Platz. Bei den Bayern passierte ihm das nie. Was sagt uns das? Hat er seine Spielweise geändert? Nicht das ich wüßte. Nein, bei den Bayern wird eben kaum jemand vom Platz gestellt. Wäre ja auch Majestätsbeleidigung. Denn auch bei den Bayern hat Gustavo rotwürdige Fouls begangen. Und schließlich gab es noch das denkwürdige 3:3 zwischen Hoffenheim und Freiburg, weil Salihovic direkt nach einem versenkten Elfer gegen einen Freiburger tätlich wurde und vom Platz flog. Und der Freiburger Coqeulin flog ebenfalls vom Platz, allerdings nach einer völlig regulären Grätsche, worauf Streich völlig ausrastete, und zwar zu Recht, denn er ist einer der Kronzeugen dafür, daß das  in München nie passiert wäre. Und Dortmund? Waren gegen Bremen hoch überlegen, gewannen aber trotzdem nur 1:0, weil Werder im Bunde mit dem Glück war, und die Dortmunder an diesem Tag kein Zielwasser getrunken hatten.