Die Wahrheit über den 25. Spieltag

In der Hinrunde war Gladbach zum Stolperstein geworden nach furiosen Auftaktspielen, bei denen es so aussah, als ob Dortmund vielleicht doch wieder an der Form in den Meistersaisons würde anknüpfen können. Und furios war auch das Spiel. Mit drückender Überlegenheit und zahlreichen Chancen. Nur am Ende hatte Gladbach gewonnen und niemand konnte sagen, wie das zustande gekommen war. Diesmal gewann Gladbach nicht zu unrecht, denn mit den Dortmunder Mitteln des frühen Pressings setzten sie die Dortmunder schon früh unter Druck, und das zeigte bei den Dortmundern Wirkung. Sie hatten nur wenig Ballsicherheit, und wenn sich Chancen auftaten gegen defensive Gladbacher, wurden sie vergeben. Daß die Dortmunder am besten mit ihren eigenen Spielstil zu schlagen sind, hat sich inzwischen herumgesprochen, und wenn man defensiv dicht gestaffelt ist, in die Zweikämpfe geht und auf Konter setzt, dann sind das drei taktische Punkte, die gegen den BVB in der Regel Wirkung zeigen, vor allem, weil viele Dortmunder einfach nicht die Form aufweisen, die nötig wäre, um gegen eine solche Taktik zu bestehen. Ohne die üblichen Langzeitverletzten fehlten nun auch Mhkitaryan wegen der 5. gelbe Karte und Reus, weshalb die Offensivformation Aubameyang, Hoffmann und Großkreutz hieß, die einfach kein großes kreatives Potential besitzt, und da auch Sahin nicht mehr der ordnende und gestaltende Faktor ist, ist Dortmund noch nie so einfach zu schlagen gewesen wie jetzt. Zudem hat der BVB offenbar eine soziale Ader, Mannschaften, die in der Krise stecken und schon seit zehn Spielen keinen Sieg mehr landen konnten, unter die Arme zu greifen. Das war gegen Hamburg so und jetzt auch gegen Gladbach. Häufig wurde Hamburg als Ausrutscher angesehen, weil Dortmund inzwischen ein paar Spiele gewinnen konnte, aber schon das zuletzt dürftige 1:0 gegen Freiburg war kein Argument mehr gegen die schwache Verfassung, in der sich Dortmund befindet. So jedenfalls hat Dortmund keine Chance gegen Schalke, und auch gegen Peterburg am kommenden Mittwoch wird es noch einmal sehr spannend mit offenem Ausgang. Es sieht so aus, als ob die Dortmunder Spielweise nicht mehr greift, vor allem, weil dem BVB das Personal dazu fehlt. Bayern München hat gegen Bayer eine Taktik angewandt, gegen die noch niemand ein Mittel gefunden zu haben scheint. Und diese Taktik heißt hohe Ball- und Paßsicherheit, den Gegner möglichst erst gar nicht in Ballbesitz kommen zu lassen. Diese Taktik ist der Fußballphilosophie von Barcelona nicht unähnlich, aber um so etwas spielen zu können, muss man auch das Peronal haben, das so etwas spielen kann. Gegen eine engmaschige Leverkusener Verteidigung hatten die Bayern bis zu 80 Prozent Ballbesitz, mit unendlichen Ballstafetten ließen sie die Leverkusener laufen und warteten auf den sich irgendwann öffnenden Raum oder auf den Fehler des Gegners. Das ist keine attraktive, aber eine sehr effektive Spielweise, die niemand so gut beherrscht wie Bayern, wahrscheinlich auch nicht Barcelona, wo man sich zu sehr von Messi abhängig gemacht hat.