Die Wahrheit über den 26. Spieltag

Vielleicht kam das Geraune auf den Rängen im Westfalenstadion im CL-Spiel gegen St. Petersburg, über das sich Großkreutz, Sahin und Kehl via TV beschwerten („Immer dieses Stöhnen, wenn mal was schief läuft“), genau zur rechten Zeit, um der Öffentlichkeit in der anschließenden Debatte noch einmal vor Augen zu führen, was eigentlich jeder weiß, aber nicht wirklich wahrhaben will. Als der BVB das grandiose 4:1 im CL-Halbfinale gegen Real Madrid spielte, war das eine der großen Sternstunden. Der BVB war als Mannschaft in Bestform und in bester Besetzung. Von der damaligen Elf fehlen verletzungsbedingt fünf Spieler, Lewandowski, der vierfache Torschütze ist gesperrt und Götze hat sich bei einem Verbrecher verdingt. Die Mannschaft, die übrig geblieben ist, spielt wahrscheinlich so gut sie kann, ist aber weit davon entfernt, das Pressing und das schnelle Umschaltspiel umzusetzen. Real Madrid hingegen ist stärker geworden und befindet sich gerade auf der Höhe seiner Möglichkeiten, während es vor einem Jahr unter Mourinho in den Mannschaft rumorte. Und schon damals war das Weiterkommen gegen Real eine äußerst hart umkämpfte Angelegenheit. Es ist schön, unter den besten acht Mannschaften zu sein, oder wie Klopp es ausdrückte, da sind die sieben besten Mannschaften … und wir (die wir eigentlich nicht dazugehören). Unter dieser Voraussetzung kann man das Viertelfinale gelassen auf sich zukommen lassen. Und wenn das auch die Spieler tun, dann könnten das zwei schöne Abende werden, auch wenn die Spannung gleich Null sein dürfte. Immerhin konnte sich Dortmunds Rumpfelf mit Kirch, Durm und Hofmann mit 3:0 gegen Hannover behaupten. U.a. mit einem sensationellen Sololauf Lewandowskis. Aber auch der eingewechselte Schieber hatte eine grandiose Szene, die mich mehr erstaunte als das schöne Lewandowski-Tor, weil man die fein herausgespielte Flanke auf den freistehenden Reus nicht erwartet hatte, während Reus nur wenige Meter vor dem Ziel den Ball übers Tor schoss, wie Reus überhaupt seiner Form hinterherhinkt. Wenn also gegen Schalke am kommenden Dienstag überhaupt was drin sein sollte, dann nur über den Kampf. Aber viel mehr als Kampf hat Schalke z.Z. auch nicht zu bieten, denn auch Schalke geht personell auf Reserve und muß auf seinen eigenen Nachwuchs vertrauen. Weil Dortmund und Schalke gewonnen haben, ist Bayern immer noch nicht Meister. Gegen gut aufgelegte Mainzer zeigten sie wieder, das ein Spiel, das den Bayern gefährlich werden könnte, nicht über 90 Minuten durchzuhalten ist, weshalb sie meistens in den letzten zehn Minuten eine Partie entscheiden. Im Abstiegsduell zwischen Stuttgart und dem HSV zog Hamburg den Kürzeren. Sieht so aus, als ob der Notgroschen, den Dortmund für die Hamburger gespendet hat, völlig umsonst war. Ich hätte nichts dagegen. Und Stuttgarts Manager Bobic muß schon sehr verzweifelt sein, daß er dem holländischen Proll van Stevens die Rettung seines Vereins anvertraut. Schlimm allerdings wäre es, wenn Dortmund in einer Woche auch dem VfB Schützenhilfe leistete.