Die Wahrheit über den 28. Spieltag

Ohne Spannung und Aufreger geht es bei Dortmund einfach nicht. Nicht mal gegen den Absteiger Stuttgart, der schon nach 20 Minuten 2:0 führte, in denen der BVB so schlecht spielte wie seit langem nicht mehr, und zwar einzeln genauso wie als Mannschaft. Der Steilpaß von Hofmann auf Reus war vielleicht der erste gelungene Spielzug. Aber dann kam Dortmund immer besser ins Spiel und drückte die Stuttgarter in die eigene Hälfte. Als Niedermeier dann gegen Lewandowski rot sah, fiel nicht nur der Ausgleich, es war auch nur noch eine Frage der Zeit, bis der Führungstreffer fallen würde. Und obwohl Reus nicht wirklich ein gutes Spiel machte, er schoß alle drei Tore.
Die Schiedsrichter standen an diesem Spieltag im Mittelpunkt. Weimer, der das Dortmundspiel pfiff und sich an der Achillessehne verletzte, fiel immer wieder auf Stuttgarter Schwalben herein, konnte den verdienten Sieg der Dortmunder aber nicht verhindern. Beim 2:1 der Frankfurter in Wolfsburg erkannte Gagelmann den regulären Frankfurter Treffer zur 2:0-Führung wegen Abseits nicht an, baute so die Wolfsburger auf, die durch einen Glücksschuß dann auch noch unverdient gewannen. Und auch die Braunschweiger hatten jede Menge Grund, sich beim Schiedsrichter Winkmann zu beschweren, denn der ahndete ein brutales Foul von Can an Vrancic nicht, sondern ließ weiter spielen. Vrancic mußte wegen Nasenbeinbruchs behandelt werden. In Unterzahl kassiert Braunschweig den Ausgleich zum 1:1. Und auch einen Stinkefinger von Spahic ließ Winkmann ungesühnt. Im Abstiegskampf zwischen Nürnberg und Freiburg, das Freiburg 3:2 für sich entschied, geriet der Schiedsrichter Drees ins Kreuzfeuer der Kritik von Verbeck, der sogar meinte, daß der nie wieder ein Spiel pfeifen dürfe.
Immer wieder wird darüber geschrieben, wie langweilig die Liga mit derart überlegenen Bayern geworden ist. Und in der Tat scheint trotz des 3:3 gegen Hoffenheim gegen sie kein Kraut gewachsen zu sein, aber ein Mittel, ihnen dabei den Spaß zu verderben gibt es dennoch. Man müßte sich in der Liga nur darauf einigen, daß alle ihre B-Elfs oder ihre Jugendmannschaften gegen Bayern auflaufen lassen. Wenn man gegen die Bayern sowieso keine Chance hat, kann man der ersten Elf auch mal eine Pause gönnen. Bayern hätte dann einen der bestbezahlten Kader der Welt und müßte sich ständig mit Mannschaften auf Zweitliganiveau herumschlagen. Ich nehme mal an, es wäre kein schönes Gefühl, gegen solche Mannschaften Meister zu werden, es wäre keine Herausforderung, und Spaß würde es auch keinen machen. Man würde sich dann fragen, warum man unbedingt einen so hochdotierten Kader benötigt für Spiele gegen B-Elfs. Vermutlich würde bei den Münchnern auch das Zuschauerinteresse abnehmen, denn langweilig werden würde es allemal. Die ganzen taktischen Einstellungen und Kniffs von Guardiola würden ins Leere laufen, denn gegen seine Gegner würde seine Mannschaft auch ohne spielerische Feineinstellung gewinnen. Er müßte sie nicht mal motivieren. Der Trainer wäre überflüssig und er würde es wissen und daran verzweifeln. Und die ganzen Titel, die man sich dann noch ins Vereinsheim hängen könnte, wären wie Muster ohne Wert. Darüber sollte die Liga im Ernst nachdenken. Wenn Bayern durch seine finanziellen Möglichkeiten alle anderen Vereine weit hinter sich läßt, dann kann man sie da oben an der Spitze auch verhungern lassen. Dort oben können sie dann ganz allein für sich ihre Kreise ziehen.