Die Wahrheit über den 3. Spieltag

So schöne Inszenierungen gibt es nur in Dortmund. Nur wenige Tage nach der Rückholung des Lieblings aller Fans Kagawa von Manchester United wurde der Japaner sofort eingesetzt, weil Reus sich bei einem überflüssigen Länderspiel wieder verletzt hat. Aber das System Klopp hat sich in den zwei Jahren seiner Abwesenheit nicht verändert, und die meisten kennt Kagawa noch aus seiner Zeit, als er den BVB zur Meisterschaft führte. »Kevin hat mich am herzlichsten empfangen«, sagte er, und man mag von Großkreutz halten, was man will, aber in solchen Dingen ist er für den Verein unschätzbar wertvoll, denn er ist eben nicht nur ein hochdotierter Profi, der nur darauf guckt, wo er das meiste Geld bekommt, sondern der auch für ein gutes Betriebsklima sorgt. Und sofort war Kagawa wieder der Mittelpunkt des Dortmunder Spiels, war ständig anspielbar, gab den feinen Pass auf Großkreutz, der in der Mitte für Ramos auflegte. Und dieses 1:0 in der 34. Minuten war »der Dosenöffner« (Oliver Kirch). Danach fingen die Dortmunder, die sich eine halbe Stunde lang gegen tiefstehende Freiburger schwer taten, an zu zaubern. Man konnte ihnen die Spielfreude ansehen. Und Großkreutz überraschte als ständiger Unruheherd, denn an fast allen torgefährlichen Aktionen war er beteiligt. Das 2:0 besorgte dann Kagawa selbst, als nach flacher Ballhereingabe durch Ramos zunächst Mkhitaryan verpasste. Die Südtribüne, die fast komplett mit rotem Punkt auf weißen Stirnband angetreten war, feierte ihren neuen alten Liebling, und der Japaner breitete glücklich die Arme aus. Nach 64 Minuten plagten ihn nach 8,4 km Krämpfe und musste durch Immobile ersetzt werden. Das wunderte mich etwas, denn andere Dortmunder laufen 12 km, ohne Krämpfe zu kriegen. Ist das ein Hinweis darauf, warum es mit ManU bergab geht? Kagawa kann von Glück sagen, rechtzeitig davongekommen zu sein. Van Gaal ist gerade dabei, den Verein richtig vor die Wand zu fahren. Kagawa, der den Verein liebte, für 8 Millionen rauszuschmeißen, um stattdessen Di Maria, der lieber woanders spielen würde, für 75 Millionen zu holen, ist ein 67 Millionen teurer Irrtum. Denn Kagawa ist bestimmt nicht um diesen Betrag schlechter. Dafür kann er bei Dortmund CL spielen, während Di Maria ein Jahr lang international unsichtbar bleiben wird, und es sieht nicht so aus, als ob ManU nächste Saison wieder dabei ist. In Dortmund freut man sich bereits auf das neue Traumduo Reus-Kagawa. Wäre natürlich nicht schlecht. Und warum nicht das neue magische Dreieck ergänzt durch Mkhitaryan. Aber Freiburg ist nicht nur der Lieblingsgegner des BVB, ein richtiger Prüfstein war Freiburg nur die erste halbe Stunde. Immer noch geht es hauptsächlich darum, ohne Hummels, Reus, Sahin, Gündogan, Kuba, Schmelzer in den nächsten spielreichen Wochen einigermaßen über die Runden zu kommen. Die Bayern gewannen in Stuttgart durch ein Tor von Götze und durch eine Vorlage von Lewandowski. Eine mit Hahn und Kruse antretende Gladbach-Elf spielte lahme Schalke wie in alten Fohlenzeiten völlig an die Wand. Mit 4:1 war Schalke gut bedient und Manager Heldt redete bereits wie ein Roboter, bei dem eine Schraube locker sitzt, immer dasselbe: Intern aufarbeiten. Na dann. Ach ja: Müller, dessen Vorname mir gerade nicht einfällt, aber ich meine den von Bayern, rasiert sich unter den Achseln und Bild zeigt das auf einer ganzen Seite.