Die Wahrheit über den 6. Spieltag

Nur Werder hat in der Liga mehr Gegentore kassiert als Dortmund, und keine andere Mannschaft hat dem Gegner soviel Tore geschenkt. „Wer solche Gegentore kriegt, wird im Fußball selten gewinnen. Das hat das Spiel heute dramatisch beeinflusst. Die Tore haben wir ihnen heute geschenkt. Wir schießen uns selbst ins Bein“, sagte Klopp. Zwei Tore nach zwei Ecken. Bei der ersten Ecke kommt Matip frei zum Kopfball, weil Hummels ihn aus den Augen verliert. Das kann schon mal vorkommen, wenngleich die Häufigkeit, mit der das gerade passiert, phänomenal ist. Das zweite Tor jedoch ist schon fast kurios zu nennen, denn ein von Weidenfeller prima zur Seite gelenkter Ball kommt zu Ramos, der ganz allein ist. Er hat nun verschiedene Optionen. Die Option eines Klassespielers wäre es gewesen, den Ball anzunehmen und einen schnellen Konter einzuleiten. Die Option eines Kreisklassespielers wäre es, den Ball nach vorne zu dreschen. Die Option von Ramos war es, den Ball nach vorne dreschen zu wollen, ihn aber in die Füße eines Schalkers zu spielen, der mühelos zum 2:0 einschießen kann, nicht zuletzt auch deshalb, weil einige Dortmunder glaubten, die Situation sei bereits bereinigt. Und obwohl Ramos die Vorlage zum Anschlusstreffer lieferte, liegt hier auch das Problem. Zu viele nur mittelmäßige Spieler, denen das kreative Zentrum fehlte, denn alle Kreativen sind verletzt, obwohl man mit Mhkitaryan, Reus, Sahin, Gündogan und Kagawa genügend hat, aber Kagawa wurde geschont. Darüberhinaus sind die Dortmunder nicht eingespielt, die Automatismen in der Spitze fehlen, wenn Ramos und Immobile gleichzeitig auf dem Platz stehen, abgesehen davon, dass ihnen die Klasse fehlt. Viele Spieler laufen ihrer Form hinterher, wie z.B. Bender, der den verletzten Kehl ersetzte, oder Ginter, von dem aufgrund seiner Leistungen beim BVB niemand vermuten würde, dass er zum Nationalspielerkreis gehört. Und insofern war eigentlich eher das Spiel gegen Arsenal verwunderlich als die darauf folgenden Bundesligaspiele, in denen man zuverlässig zwei Gegentreffer kassierte. Diese Probleme waren schon vorher so offensichtlich, dass mir schon vor Spielbeginn nicht sehr wohl war. Und Schalke wandte das Rezept an, mit dem alle Mannschaften gegen Dortmund zum Erfolg kommen. Am Anfang Druck ausüben und die Dortmunder hinten zu Fehlern zwingen, die sie dann auch verlässlich tun, und wenn Dortmund sich dann wehrt und offensiv wird, hinten einen Riegel vorschieben und eben keine Fehler machen. Und Dortmund fehlen einfach die Möglichkeiten, klare Torchancen herauszuspielen. Obwohl der Dortmunder Druck in den 2. Halbzeit stieg, es kam nichts Verwertbares dabei heraus, gelungene Kombinationen waren selten, und je näher das Spielende kam, desto blinder wurde der Ball nach vorne in einen leidenschaftlich kämpfenden Schalker Verbund geschlagen, d.h. man hoffte auf einen Zufall, einen abgefälschten Ball, aber der stellt sich bei den Dortmundern z.Z. nicht ein, und schließlich gab es ja noch Herrn Gagelmann, der dafür sorgte, dass für Schalke nichts mehr anbrennen konnte, indem ein eindeutiges Foul als Schwalbe wertete, als Matip an der Strafraumgrenze Ramos schlicht und einfach abräumte und es einen Elfer hätte geben müssen. Bei solchen Schiedsrichtern und solchen Schnitzern in der Abwehr wird es gegen jeden Verein schwer, Punkte zu holen.