Die Wahrheit über den 19. Spieltag

Es ist ein bislang nicht gelüftetes Geheimnis, warum keine Mannschaft außer den Bayern es schafft, sich länger als ein paar Jahre in den oberen Tabellenregionen aufzuhalten. Jetzt hat es die Bremer erwischt. Zwar sind noch jede Menge Punkte im Topf, aber 12 Punkte bis zum 3. Platz ist eine Menge, die statistisch gesehen wahrscheinlich noch nie eine Mannschaft geschafft hat. Im Uefa-Cup geht es gegen den wieder erstarkten AC Milan, gegen den die Chancen weiterzukommen ziemlich gering sind. Und im Pokal müßten sie noch drei Spiele gewinnen, woran auch niemand so recht glaubt, vor allem, weil die Bayern da noch mitmischen. Gemein und fast schon beleidigend fand ich es, daß Werder die Dortmunder aus dem Pokal kegelte und anschließend zu Hause gegen Bielefeld (!) verliert und es jetzt auch noch gegen Schalke (!) versiebt hat. Ein Spiel der unteren Kategorie, über dem die Angst schwebte, einen Fehler zu begehen, mithin die beste Voraussetzung, dann tatsächlich einen zu machen. Der beste Mann auf dem Platz war also die Verunsicherung, auch auf Schalkes Seite, denn auch dort klaffen Anspruch und Wirklichkeit meilenweit auseinander, vielleicht sogar noch mehr als bei Bremen, denn auf Schalke wurde auf Teufel komm raus investiert. Herausgekommen ist dabei kein Titel, und auch diesmal wird es nichts damit. Bayern würde in einer solchen Situation weiter investieren, so lange bis man wieder einen Treffer wie Ribery landet. Bei anderen Vereinen besteht diese Möglichkeit nicht, weil kein Verein über die finanziellen Möglichkeiten der Bayern verfügt, die als einzige auf dem europäischen Transfermarkt mithalten können und nicht auf Schnäppchen angewiesen sind, die zwar billig aber auch nur ohne Garantie zu haben sind. Zudem haben sich die Bremer zu lange auf ihre alten Stammkräfte verlassen und Spieler zurückgeholt, mit denen man früher mal Erfolg hatte wie Frings und Pizarro. Nicht, daß diese Spieler nicht mehr mithalten könnten, aber beobachten läßt sich doch, daß eine Mannschaft länger als 2-3 Jahre – anders als früher – nicht erfolgreich ist. Wer hätte sich vorstellen können, daß Barcelona mit diesen großartigen Spielern so einknicken würde? Oder Chelsea jetzt? Barcelona hat die Mannschaft umstrukturiert, Spieler wie Ronaldinho verkauft, der zwar nur noch ein Schatten seiner selbst war, aber das Fußballspielen ja nicht verlernt haben konnte. Bayern wird nächste Saison vor diesem Problem stehen, und darauf darf man sich schon freuen. In dieser Saison haben sie jedoch keinen ernstzunehmenden Gegner. Der HSV versiebte es beim abstiegsbedrohten KSC, den sie nach Belieben und mit einer 2:0-Führung dominierten, bevor sie vom Aufbäumen der Badener überrascht plötzlich die Flatter bekamen und sich in der allerletzten Minute noch das 3:2 verpassen ließen. Und das wäre Bayern niemals passiert. (Der aufmerksame Leser wird sich natürlich sofort an das 2:2 gegen Gladbach erinnern, und da muß ich ihm recht geben, aber es ist immer noch ein Unterschied, ob man verliert oder noch einen Punkt behält). Berlin ist sowieso zu trantütig und hatte in Bielefeld Glück, überhaupt einen Punkt abzubekommen, nur Hoffenheim hätte die Chance gehabt, aber nicht, wenn man so unglücklich gegen Bayern verliert, dann sich der wichtigste Mann im Sturm dauerhaft verletzt, der durch den Chancentod Sanogo ersetzt wird, wenn schließlich auch noch ein eindeutiger Elfmeter nicht gegeben wird, so daß nur ein dürftiges Unentschieden herausspringt. Bei dieser Konkurrenz muß Bayern einfach Meister werden.