Die Wahrheit über den 6. Spieltag

Die fünf Tore Lewandowskis in zehn Minuten gegen Wolfsburg waren nach dem Rücktritt Winterkorns wegen der Abgasmanipulation schon der 2. Tiefschlag gegen den VW-Konzern innerhalb kurzer Zeit und sie zeigten auf, wie schnell die Rolle des ernsthaften Bayern-Konkurrenten schon wieder ausgespielt war. Und bei den Bayern muss man sich fragen, wo man wohl stünde, wenn nicht zwei Ex-Borussen die ganzen Punkte einholen würden, wobei einer sogar kaum spielt. Dass der BVB ebenso souverän und schnell in Hoffenheim nachziehen würde, davon konnte niemand ausgehen, denn Hoffenheim, die mit einem Punkt einen grandiosen Fehlstart hingelegt hatten, würden alle Register ziehen, um den Dortmundern das Leben schwer zu machen. Dennoch war ein Sieg nicht gänzlich ausgeschlossen, aber als die Mannschaftsaufstellung bekannt gegeben wurde, sank die Hoffnung doch beträchtlich, denn Tuchel glaubte, ohne Mkhitaryan und Gündogan auskommen zu können, die Leistungsträger der letzten Spiele. Zwar spielte Reus wieder mit, aber bei ihm weiß man, dass er erst wieder ein paar Spiele benötigt, um nach einer Auszeit wieder Fahrt aufzunehmen. Und so kam es, wie es kommen musste. Die zunächst dominierenden Dortmunder wurden in der Abwehr immer unsicherer gegen die anlaufenden Hoffenheimer, die hinten äußerst engmaschig spielten und die hochstehenden Außen mehr oder weniger kaltstellten. Dortmund hatte zwar mehr vom Spiel, Hoffenheim aber die besseren Chancen, von denen eine Rudy dann verwertete, ein Konter, den Schmelzer nicht schnell genug antizipierte. Tuchel korrigierte in der zweiten Hälfte dann zwar mit der Hereinnahme von Mkhitaryan und Gündogan seinen Irrtum, aber Hoffenheim hatte da bereits Oberwasser, das so schnell dann auch wieder nicht abgelassen werden kann. Dass Dortmunds Ersatzspieler doch eher in die Kategorie Zweitklassigkeit gehören und vielleicht einem abstiegsbedrohten Verein nützlich sein könnten, aber nicht, um jemanden aus der ersten Mannschaft des BVB adäquat zu ersetzen, ließ sich an der Hereinnahme von Ramos ablesen, der den Druck auf Hoffenheim verstärken sollte. Ramos hatte die letzten beiden Großchancen, die einen Sieg bedeutet hätten, aber einmal traf er freistehend vor dem Tor eine flache Hereingabe nicht und beim zweiten Mal schoss er in aussichtsreicher Position den Ball weit übers Gehäuse. Vielleicht machte das Hummels so sauer, wobei ausgerechnet er es war, der in der ersten Halbzeit immer wieder Pässe in den leeren Raum spielte. Jedenfalls konnte man mit der Mannschaftsleistung nicht zufrieden sein, das Passspiel war zu ungenau und einige der entscheidenden Zweikämpfe gingen ebenfalls gegen eine Mannschaft verloren, die bislang die schwächsten Zweikampfwerte aufwies. Eine Auferstehung hingegen feierte Gladbach, die nach dem überraschenden Rücktritt Favres mit dem Interimscoach André Schubert gegen Augsburg nach 21 Minuten bereits 4:0 führten. Schwer anzunehmen, dass nach den ganzen Pleiten jemals ein Sieg so herbeigesehnt wurde wie in Gladbach