Die Wahrheit über den 18. Spieltag

Diesmal würde es nicht wieder eine so klare Angelegenheit werden wie beim Auftaktspiel der Hinrunde, als der BVB die Borussen aus Mönchengladbach überrollte. Für den BVB war dies der Beginn einer sensationellen Siegesserie, für die Gladbacher der Beginn einer sensationellen Niederlagenserie, die sie schließlich auf den letzten Platz führte. Aber dann schmiss Favre die Brocken hin, und es begann eine wiederum sensationelle Siegesserie, die sie bis auf den 4. Platz katapultierte. Und auf diesem Weg konnten sie nicht einmal die Bayern stoppen, die ihre einzige Hinrundenniederlage durch die Gladbacher hinnehmen mussten. Die Karten waren also neu gemischt. Dass der BVB diese Partie mit 3:1 für sich entscheiden konnte, war nicht so eindeutig wie das Ergebnis vermuten lässt. Schon in der 6. Minute setzte Christensen einen Kopfball an die Dortmunder Latte, und wäre der Ball drin gewesen, hätte die Sache schon wieder anders ausgesehen, aber insgesamt gingen die Dortmunder ein höheres Tempo und hatten auch die bessere Spielanlage, aber es dauerte über 40 Minuten, bis Gündogan mit einem präzisen Pass Reus so in Position bringen konnte, dass dieser mit einem Schuss in die lange Ecke dem Gladbacher Keeper Sommer keine Chance ließ, ein Schuss, von dem Hummels sagte, dass er ihn nicht zustande gebracht hätte. Das 2:0 bereitete Reus mit einer genauen flachen Hereingabe auf Mkhitaryan vor. Und so wurde Reus gleich ein »Raketenstart« ins neue Jahr prognostiziert. Aber so grandios war Reus auch wieder nicht. Dass er einigermaßen glänzen konnte, lag nicht zuletzt daran, dass Gladbach eine ähnliche Spielweise wie der BVB pflegt, also hoch verteidigt, was die Gefahr mit sich bringt, ausgekontert zu werden, aber immerhin wurden dadurch die Voraussetzungen geschaffen für ein gutes, attraktives Spiel. Dortmund war aber auch deshalb im Vorteil, weil man mit der nominell stärksten Mannschaft auflaufen konnte, während bei Gladbach Xhaka eine Rotsperre absitzen musste und Dominguez, Jantschke, Hermann und Schulz verletzt fehlten. Das neue Jahr fängt also gut, denn auch Hertha auf Platz 3 patzte zu Hause gegen Augsburg mit einer unansehnlichen Nullnummer. Bayern hingegen konnte sich mit einem mühsamen 2:1 gegen die Kloppertruppe auf Hamburg durchsetzen und beklagt mit dem beim Spiel verletzten Boateng nun schon den 7. Spieler, der mit Muskelproblemen ausfällt. Hannover verliert trotz des neuen Trainers Schaaf zu Hause gegen Darmstadt mit 2:1, und Stuttgart gewinnt in Köln mit seinem Zugang aus Istanbul gleich 3:1, wobei dem Ex-Dortmunder Großkreutz nachgesagt wurde, dass er wie ein Pferd gelaufen sei, und dass nicht viele das von sich behaupten können, wenn sie ein halbes Jahr lang nicht spielen konnten. Und Leverkusen kommt nicht so richtig in Gang. Auch beim Tabellenletzten Hoffenheim bekamen sie nur ein mühsames 1:1 zustande. Alles in allem also ein prima Spieltag.