Die Wahrheit über den 13. Spieltag

Angesprochen auf seine Brandrede nach dem Spiel gegen die Eintracht, sagte Tuchel, er hätte von „wir“ gesprochen, d.h. er hätte sich ausdrücklich mit einbezogen. Das macht die Vorwürfe, die er erhob, allerdings nicht verständlicher, denn das hieß, dass auch seine Leistung als Trainer unter allem Niveau blieb und er nichts getan hat, um seine Spieler zu motivieren und sonstwie voranzubringen. Aber das alles störte niemanden mehr, denn der BVB glänzte zu Hause gegen angeschlagene Mönchengladbacher mit einer Galavorstellung. Zwar musste Dortmund bereits früh ein Gegentor durch Raffael hinnehmen, weil Bartra eine Flanke in die Mitte des Feldes köpfte, aber nicht mal eine Minute später hatte Aubameyang nach Vorlage von Reus schon wieder ausgeglichen. Überhaupt war Marco Reus der Spieler des Tages. Er war nicht nur an allen Toren beteiligt, er glänzte immer wieder durch präzise Pässe und Spielintelligenz. Vor allem das 4:1 war eine hinreißende Kombination auf engstem Raum, als Reus mit einem Hackentrick Aubameyang für ein todsicheres Tor freispielte. Dortmund war im Vergleich zum Frankfurt-Spiel auf vier Positionen verändert, Reus, Dembele, Sahin und Bartra kamen für Götze, Schürrle, Weigl und Ramos, der nicht mal auf der Bank saß. Leider musste Sahin schon in der 36. Minute verletzungsbedingt wieder vom Platz, aber dass Tuchel wieder auf ihn zurückgreift und Weigl wenigstens ab und zu eine Verschnaufpause gönnt, hat dem Dortmunder Spiel gut getan. Die Dortmunder hatten in manchen Phasen des Spiels bis zu 80 % Ballbesitz, was, wie man weiß, manchmal nicht allzuviel aussagt, aber Mönchengladbach hat hinten nicht die Stabilität der Eintracht und spielte auch nicht Manndeckung oder Pressing. Sie wollten selbst kombinieren und nach vorne spielen, weil das ihre Spielanlage ist (die sie in besseren Zeiten ja auch auszeichnete), und es ist auch nicht so, dass sie es vollständig verlernt hätten, aber das Selbstbewusstsein ist weg nach vielen z.T. völlig unnötig verlorenen Spielen. Immerhin haben die Gladbacher tolle Fans, denn sie feierten trotz Niederlage die Mannschaft, weil sie anerkannten, dass ihre Jungs nicht etwa schlecht gespielt haben, sondern die Dortmunder an diesem Tag einfach besser waren. Richtig aussagekräftig ist das Spiel allerdings nicht, denn Gladbach ist angeschlagen. Bei den nächsten Auswärtsgegnern Köln und Hoffenheim ist das nicht der Fall, denn obwohl Köln in Hoffenheim gleich mit 4:0 unterging, war Köln nicht unbedingt die schlechtere, wohl aber die unglücklichere Mannschaft. Und wie man sich vielleicht erinnern wird, sah Dortmund in den letzten Jahren nicht sehr gut in Köln und Hoffenheim aus. Sonst sah alles nach business as usual aus. Die Bayern gewannen in Mainz und Leipzig war gegen Schalke die bessere Mannschaft und spielte so wie die Dortmunder früher unter Klopp, also mit Pressing und Hurra, was gegen konventionelle Schalker immer noch funktioniert. Allerdings gewann Leipzig nur wegen eines ergaunerten Elfers, aber das Ergaunern gehört ja nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb des Platzes zum normalen Gebaren.