Die Wahrheit über den 15. Spieltag

2:2 hieß es am Ende des spektakulärsten Spiels an diesem Wochenende Hoffenheim gegen Dortmund, aber selten wurde ein Spiel von so krassen Fehlentscheidungen des Schiedsrichters bestimmt wie dieses. Dortmund lief mit seiner letzten Elf auf, denn zehn Spieler waren verletzt, darunter so wichtige Leute wie Guerreiro, Sokratis, Castro und Piszczek. Aber diesmal hatten sie keine schwere englische Woche in den Knochen, und man sah von Anbeginn, dass beide Mannschaften bis in die Haarspitzen motiviert waren. Es entwickelte sich ein sensationeller Hochgeschwindigkeitsfußball, bei dem vor allem Weidenfeller nicht mithalten konnte, denn beide Treffer der Hoffenheimer war nicht unhaltbar, vor allem beim 2:1 machte er eine schlechte Figur. Eine weit schlechtere Figur allerdings machte der Schiedsrichter Benjamin Brand, dessen Entscheidungen meist zu Ungunsten der Dortmunder ausfielen, vor allem der 2:1-Führungstreffer der Hoffenheimer, dem ein Foulspiel von Sandro Wagner vorausging, der im entscheidenden Moment Sven Bender wegschubste und das nach dem Spiel auch zugab. Und schließlich stellte der Referee auch noch Reus vom Platz, der jedoch umgekehrt von seinem Hoffenheimer Gegenspieler gefoult worden war. Mit zehn Spielern aber drehte Dortmund noch einmal auf und das Spiel um nach einer genialen Vorlage von Dembélé, die Aubameyang hervorragend verwertete. Beide Mannschaften hatten noch den Siegtreffer auf den Fuß, aber es blieb beim Remis. Die Hoffenheimer spielten zwar hochklassig und stellten sich nicht hinten rein, aber auch sie nahmen Zuflucht zu vielen taktischen Fouls, unter denen vor allem Dembélé zu leiden hatte, der mit seinen beiden Vorlagen das Spiel für den BVB rettete, the man of the match, der wie von einem anderen Stern spielte, leichtfüßig, blitzschnell und mit Körpertäuschungen, die den Gegner immer wieder in tiefe Verwirrung stürzten, weshalb sie zu meist groben Mitteln griffen und ihn schließlich mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz schickten. Götze konnte da nicht mithalten. Er ist zwar immer noch ein Zauberer und verteilt die Bälle sicher, aber auch uninspiriert, wurde aber von fast allen Gegenspielern überlaufen und ausgespielt und man hat den Eindruck, dass er mit Anabolika vollgepumpt sich kaum mehr bewegen kann. Und sonst: Die Eintracht, die noch gegen Dortmund sich ins Zeug warf, blieb ausgerechnet gegen Wolfsburg blass und verlor zu Recht 1:0. Und Hertha, ebenfalls gegen Dortmund sattelfest und taktisch gewieft, sah gegen die schnellen Leipziger, gegen die es immerhin um die direkte Konkurrenz um die oberen Plätze geht, ganz alt aus und ließ sich, ohne auch nur eine Chance selber zu generieren, in die eigene Hälfte drängen, was aussah wie ein fußballerischer Offenbarungseid. Mönchengladbach kann auswärts einfach nicht gewinnen und setzte diese Tradition in Augsburg mit einem 1:0 fort. Und Heribert Bruchhagen, der bei der Eintracht sein Amt niederlegte, um beim Abstiegskandidaten HSV anzuheuern, konnte sich ansehen, wie die Rautenelf in Mainz 3:1 abgefertigt wurde. Glückwunsch!