Die Wahrheit über den 16. Spieltag

Der letzte Spieltag in diesem Jahr endete so übel wie 2016 auch in jeder anderen Hinsicht war. Und von den schlechten Nachrichten ist die Entlassung des sympathischen André Schubert nur eine. Dabei war sein Vertrag erst im September bis 2019 verlängert worden. Nach einer neuerlichen Pleite der Gladbacher, diesmal nun auch noch zu Hause gegen Wolfsburger, die bislang völlig von der Rolle waren und deswegen Dieter Hecking feuerten, wird nun genau dieser erfolglose und unsympathische Dieter Hecking als Notnagel engagiert. Die Unsicherheit, die die Gladbacher ausgestrahlt haben, hat Max Eberl gezwungen, »einvernehmlich diese Entscheidung zu fällen«. Und wieder kann eine Mannschaft, die im Vorjahr sensationell spielte, im Folgejahr das Niveau nicht halten, weil die CL einfach zu viel Substanz kostet. Dass Bayern in einer souveränen Vorstellung die bisherige Überraschungsmannschaft Leipzig mit einem deutlichen 3:0 abfertigte, ist ebenfalls eine Nachricht, die die Laune nicht unbedingt hebt, denn nachdem es auch aufgrund der Niederlage der Bayern in Dortmund kurz so aussah, als ob wieder Spannung im Kampf um die Meisterschaft geben könnte, machten die Bayern schnell wieder deutlich, dass es sein wird wie immer: the same procedure as every year. Und da wird keine andere Mannschaft mitmischen, auch nicht Hertha, die gegen Darmstadt gewann. Und auch die einzige Mannschaft ohne Niederlage in dieser Saison, Hoffenheim, kommt zu Hause gegen den Tabellenfünfzehnten Bremen nicht über ein Remis hinaus. Und das ist schon eine der wenigen guten Nachrichten, abgesehen von der Pleite der Schalker in Hamburg in einem Festival der Fehlpässe, aber diese kleine Freude wurde durch den Sieg der Hamburger getrübt, die es endlich verdient gehabt hätten abzusteigen. Und ebenfalls deprimierend, dass der BVB einfach nicht mehr gewinnen kann und nun schon elf Punkte weniger hat als zum gleichen Zeitpunkt der letzten Saison. Selbst gegen limitierte Augsburger geriet man schon nach einer halben Stunde in Rückstand. Behilflich bei diesem Treffer war wieder einmal Bartra, der zur Halbzeit dann auch prompt ausgewechselt wurde. Und wieder mussten die Dortmunder eine Aufholjagd starten, ließen aber jede Menge Chancen links liegen und verdankten es am Ende Dembélé, dass man nicht auch noch die erste Heimniederlage der Saison hinnehmen musste. Die Statistik spricht Bände: 23:8 Torschüsse, 732:256 gespielte Pässe, 74% Ballbesitz, 54% Zweikampfquote, aber durch die dicht gestaffelte Augsburger Verteidigung schien kein Durchkommen zu sein. Die Dortmunder Kreativabteilung Götze, Dembélé und Kagawa stand sich im Zentrum selbst im Weg, und man beginnt in Dortmund bereits zu munkeln, dass nicht nur das ständige Personalkarussel, hervorgerufen durch ständige Verletzungen, eine stabile Leistung verhindere, sondern auch die von Tuchel vorgenommenen ständigen taktischen Veränderungen die Mannschaft verwirre. Und dann kommt auch noch Sammer wieder zurück, als TV-Experte. Es wird wirklich alles getan, um einen den Fußball zu vermiesen.