Die Wahrheit über den 27. Spieltag

Mit dem HSV stand der Angstgegner des BVB auf dem Rasen, diese unangenehme Kloppertruppe, die nur Grätschen, Ackern und Foulen kennt und der ein schönes, elegantes Spiel fremd ist. Aber auch wenn der HSV in der Foulstatistik souverän mit 12:6 führte, waren es immerhin nicht die weit über 20 Fouls, die der BVB sonst erleiden muss, so dass das Spiel insgesamt relativ fair und ohne größere Verletzungen verlief. Wieder glänzte der BVB mit einer riesigen Zahl vergebener Chancen und das bereits in der 13. Minute durch Castro erzielte direkte Freistoßtor verlieh alles andere als Sicherheit. Es war Castros erster gelungener Versuch in seiner Karriere, und dieser Schuss war nicht gerade unhaltbar, weil Rene Adler auf einen Ball ins lange Eck spekuliert hatte. Immerhin überhaupt einmal ein direktes Freistoßtor. Die Hamburger waren zwar in fast allen Belangen unterlegen, aber sie fügten sich nicht in die Rolle des Unterlegenen, sondern suchten ihr Glück auch vorne in der nicht allzu abwegigen Annahme, dass man ja selber auch ein Tor erzielen kann, wenn es schon die Dortmunder nicht tun. Und Chancen hatten die Hamburger, aber offenbar hatten sie sich ein Beispiel am Gegner genommen. Der amerikanische Stürmerstar Wood sorgte zwar für Unruhe, vergab aber wie Aubameyang auch alleinstehend vor dem Torhüter. Das Spiel war ein ständiges Auf und Ab, rief ein ständiges Wechselbad der Gefühle hervor, und mit jeder neu vergebenen Chance ging einem langsam die Luft aus. Die Dortmunder machten es bis zum Schluss spannend, aber bevor wieder eine Diskussion anfangen konnte darüber, ob Aubameyang nun an einer Torblockade leiden würde, stürmte er nach feiner Vorlage von Kagawa einfach auf und davon und machte in der 92. Minute dann doch noch den ersehnten Treffer, den alle von ihm erwartet hatten. Mit dieser Leistung allerdings haben die Dortmunder in München wenig Aussichten, auch nur einen Punkt mitzunehmen, vor allem, weil sich Bayern nach dem 1:0 in Hoffenheim keine zweite Niederlage in Folge leisten kann. Und Bayern war ja auch nur in der ersten Halbzeit schlecht, in der 2. Hälfte hatte Hoffenheim Glück, dass auch Bayern verschwenderisch mit seinen Möglichkeiten umgehen kann, wie um zu beweisen, dass dies kein Alleinstellungsmerkmal der Borussen ist. Und wenn Hoffenheim dann weiter gewinnt, kann sich der BVB schon mal mit dem 4. Platz abfinden, denn auch Leipzig scheint sich wieder gefangen zu haben, bzw. das Glück wiedergefunden zu haben, denn in einer heiß umkämpften und hart geführten Partie in Mainz waren sie die coolere und abschlusssicherere Mannschaft, was schade ist, denn Mainz war die bessere und sympathischere Mannschaft sowieso. Bremen hingegen hat einen Lauf, fertigt wie nebenbei Schalke mit 3:0 ab und setzt sich nicht nur von den Abstiegsrängen ab, sondern kann sogar nach oben schielen, denn zu den internationalen Rängen sind es nur 5 Punkte, zu den Abstiegsrängen allerdings auch nur 6, was zeigt, wie dicht die Liga zusammengerückt ist, sieht man von den ersten vier Plätzen ab.