Die Wahrheit über den 28. Spieltag

Tuchel analysierte das Spiel seiner Elf in München als vollkommen chancenlos, nie hätte der BVB Zugriff auf das Spiel gehabt, und nur einem BVB mit einem guten Tag und in guter Form mit allen Spielern an Bord, wie den verletzten Reus, Weigl und dem zuletzt starken Kagawa, hätte es gelingen können, den Bayern etwas entgegenzusetzen. So aber wären die Dortmunder meistens hinterhergelaufen, waren zweikampfschwächer und immer etwas zu spät. Das ist natürlich richtig, auf der anderen Seite hätte sich Tuchel mit der Mannschaft, die ihm zur Verfügung stand, vielleicht auch mal etwas anderes probieren müssen. So stand Schmelzer auf der linken Seite völlig allein gegen Robben, der immer mit Tempo den Dortmunder Kapitän anlaufen konnte und mit der einzigen ihm zur Verfügung stehenden, aber effektiven Finte nach innen den Abschluss suchte, was dann in der 49. Minute zum 3:1 führte, womit die Partie kurz nach der Halbzeit entschieden war. Wie man Robben und Ribéry aber schachmatt setzt, hatte Klopp in den Meisterjahren bewiesen, als man die Flügelzange der Bayern doppelte und die beiden wenn möglich gar nicht erst die Zeit hatten, den Ball anzunehmen. So aber ließ Tuchel Robben und Ribéry jede Menge Raum, den die natürlich zu nutzen wussten. Tuchel, dessen taktische Variabilität gerühmt wird, setzte auf das Konzept einer Dreierkette, die durch die Außen notfalls zu einer Fünferkette ergänzt werden konnte. Aber so richtig funktioniert hat das schon in den letzten Spielen nicht. Vor allem war klar, dass der BVB nicht wie gegen viele andere Bundesligamannschaften seinen Ballbesitzfußball würde etablieren können, denn dafür ist Bayern zu stark und zu präsent und spielt ihnen zudem in die Karten. Vielleicht hätte eine andere Taktik den Dortmundern auch nichts genutzt, aber dass mit der herkömmlichen Taktik mit diesem zur Verfügung stehenden Mannschaftskader kein Blumentopf zu gewinnen war, ließ sich jedenfalls ziemlich leicht voraussehen. Aber vielleicht wollte Tuchel keine Experimente eingehen, weil er in seinem ersten Spiel gegen die Bayern damit baden gegangen war. Die Niederlage ist jedoch leicht zu verschmerzen und es würde völlig reichen, wenn man dafür das Halbfinale der CL gegen die Bayern gewinnt, die den Dortmundern dann drohen, falls sie Monaco schlagen, was nicht ausgemacht ist. Für Tabelle ist die Pleite unerheblich, weil man den 4. Platz ziemlich sicher hat, und nach der Niederlage der Hoffenheimer in Hamburg ist der Kontakt auf einen Platz weiter vorn noch da. Leipzig hat zwar mit einem glücklichen Tor in der 93. Minute sich gegen Leverkusen durchsetzen können, aber gegen eine Mannschaft, die sich gerade in der Krise befindet, nur mit Glück zu gewinnen, ist nicht gerade eine tolle Leistung. Mainz befindet sich gerade mit der fünften Niederlage in Folge im freien Fall, weil man auch bei den starken Freiburgern in einem umkämpften und unansehlichen Spiel nicht zu einem Tor kam. Langsam rückt den Mainzern Ingolstadt auf dem Pelz und nach oben leisten ihnen nur noch die Wolfsburger enge Gesellschaft, die auf Schalke hoffnungslos unterlegen waren.