Die Wahrheit über das CL-Viertelfinale

Nach dem jeweils verdienten Ausscheiden von Bayern und dem BVB aus der Champions-League steht seit 2009 zum ersten Mal kein deutscher Verein im Halbfinale. Rummenigge erwies sich dabei als schlechter Verlierer und gab dem Schiedsrichter die Schuld an der Niederlage gegen Real Madrid, weil er zwei Abseitstore durch Ronaldo gegeben hatte und den chilenischen Irokesen vom Platz gestellt hatte in einer Situation, in der er ausnahmsweise mal nicht Foul gespielt hatte. Genaugenommen hätte Vidal schon viel früher vom Platz gestellt werden müssen, und wenn Real nur die Hälfte der zahlreichen Chancen verwandelt hätte, wäre die Niederlage viel höher ausgefallen. Aber bei den Bayern kann nicht sein, was nicht sein darf, also war der Schiedsrichter schuld, auch wenn beide Niederlagen mehr als hoch verdient waren, denn obwohl der Mann in schwarz einige Fehlentscheidungen traf, so traf er sie nicht nur gegen Bayern, denn auch der Anschlusstreffer der Bayern zum 2:1 war irregulär. Es ist einfach so, dass die Bayern auf eine Mannschaft getroffen sind, die ihnen letztlich sehr ähnlich ist und gegen die der in der Bundesliga immer wieder verfangende Ballbesitzfußball gegen sie selbst gewendet wurde, d.h. sie wurden mit den gleichen Waffen geschlagen, mit denen sie die Bundesliga dominieren. Real war einfach besser, und wahrscheinlich war es diese offensichtliche Tatsache, die Rummenigge von Betrug und Schiebung schwafeln ließ, dabei haben die Bayern schon häufig genug genau davon profitiert und sogar durch krasse Fehlentscheidungen einmal die Champions-League gewonnen. Gegen den BVB. Aber der war diesmal genauso chancenlos gegen Monaco, die als Außenseiter gerade die französische Liga aufmischen und inzwischen kaum mehr als Außenseiter gehandelt werden können. Trotzdem war das Ausscheiden der Dortmunder unglücklich, nicht nur wegen der 3:2-Heimniederlage einen Tag nach dem Anschlag, als man sehen konnte, dass die Dortmunder vor allen in der ersten Halbzeit einfach nicht auf dem Platz waren und krasse Fehler zu einem schnellen 2:0 führten, Fehler, die wahrscheinlich noch aus der Verunsicherung herrührten, die die Explosion hinterlassen hatte. Auch in Monaco saßen die Spieler aus Sicherheitsgründen plötzlich eine halbe Stunde im Bus fest und vermutlich wurden die Traumata wieder reaktiviert, die den Spielern sowieso in den Knochen steckten. Jedenfalls begann die erste Halbzeit ähnlich desaströs wie beim Hinspiel. Die Spieler standen zu weit von den Gegenspielern entfernt, Bürki patzte schon in der 3. Minute, und auch Pisczcek spielte als letzter Mann einem Monegassen den Ball in die Füße. Wären den Dortmundern all die Fehler, die zu Toren führten, nicht unterlaufen, wären sie sogar weiter gekommen, und dennoch waren die Monegassen überlegen und machten im Unterschied zum BVB eben auch keine Fehler. Unter normalen Umständen und mit einer normalen Form, wäre der BVB vielleicht ein ebenbürtiger Gegner gewesen, so aber trug sogar Tuchel seinen Teil zur Niederlage bei, auch wenn er es nicht zugab. Aber dass er schon in der 27. Minute den völlig überforderten Durm, der in einer halben Stunde gerade mal einen Zweikampf gewonnen hatte, durch Dembélé ersetzte, war wie ein Eingeständnis, sich völlig verschätzt zu haben. Aber auch sonst spielten viele Dortmunder einfach das, was sie eigentlich können, wie z.B. Guerreiro, der sonst eine Bank ist, diesmal aber blass blieb, und auch Aubameyang machte keinen Stich gegen die kompakte Defensive der Monegassen. Und schließlich kam auch noch Pech dazu, als Sahin einen Freistoß an den Pfosten setzte. Andererseits gingen auch die Monegassen sehr großzügig mit ihren Chancen um, und deshalb muss man sagen, dass sie nicht nur die glücklicheren, sondern auch die verdienten Sieger waren. Barcelona ist ein weiteres Wunder nicht gelungen, nicht gegen Juve, die die beste Defensive in der CL haben. Auch Atletico ist weiter. Schon wieder ein Endspiel zwischen den Madrider Mannschaften wäre allerdings so langsam etwas öde.