Die Wahrheit über den 6. Spieltag

Die Bayern haben das Kunststück vollbracht, gegen die derangierten und gerupften Volkswagenwölfe zu Hause ein 2:2 zu erreichen, und das nach einer 2:0 Pausenführung. Auch wenn mit dem Ex-Trainer aus Mainz Schmidt seit kurzem ein neuer Besen kehrt, hat sich an der pomadigen Spielweise der Wolfsburger nichts geändert, weshalb dieses Ergebnis wirklich überraschend war. Vielleicht brachten sich die Münchner auch für ihr Spiel gegen Paris in Stellung, weshalb sich niemand mehr so richtig auf Wolfsburg fokussieren mochte, denn wer will sich schon mit einem potentiellen Absteiger beschäftigen. Auch Paris hat vor dem Treffen am nächsten Mittwoch nur ein torloses Remis geschafft, und das ist etwas wenig bei einem Sturm, der so an die 300 Millionen gekostet hat. Immerhin hat sich Dortmund diesmal nicht der Münchner Pleite angepasst, was sie häufig genug schon getan haben, sondern sich ziemlich bravourös in Szene gesetzt und die Fans mit einem 6:1 gegen Gladbach beglückt, obwohl Bosz das Mittelfeld vollkommen austauschte und mit Götze, Dahoud und Weigl neu zusammensetzte. Der zuletzt auftrumpfende Yarmolenko wurde für Madrid geschont, aber Philipp bildete mit Aubameyang ein Traumduo, das die Gladbacher ziemlich durcheinanderwirbelte, denn die kriegten nie richtig Zugriff auf die Dortmunder Stürmer, denn auch Pulisic ließ sich nicht so leicht stoppen. Dennoch hatten die sehr defensiv auftretenden Gladbacher die erste hundertprozentige Chance, und es blieb nicht bei dieser einen, aber Gladbach machte aus vielleicht vier oder fünf hochkarätigen Möglichkeiten nur ein Tor. Eigentlich kein guter Schnitt für den BVB, wenn er sich weiterhin an der Spitze halten will, denn vor allem Madrid wird am nächsten Dienstag aus solchen Chancen ein paar mehr Tore machen. Auch die Dortmunder verwerteten nicht jede Chance, und wenn der sensationell aufgelegte Gladbacher Torhüter Sippel nicht einige Unhaltbare verhindert hätte, hätte Dortmund auch zweistellig gewinnen können. Der BVB umkreiste den Gegner wie ein lauerndes Raubtier, um dann immer wieder mit steilen Pässen und präzisen Flanken blitzschnell zuzustoßen. Aubameyang auf Philipp, Philipp auf Aubameyang, Götze auf Aubameyang, Sokratis auf Aubameyang. Der Mann mit den wenigen Ballkontakten konnte sich diesmal nicht beschweren, und er dankte seiner Mannschaft mit drei Toren. Lewandowski wird vor Ärger bald an einem Magengeschwür leiden, weil sein mühsam erzielter Vorsprung in der Torschützenliste wieder zunichte gemacht wurde. Es war wieder einer dieser magischen Abende, von denen Dortmund früher mehr geboten hat. Bei den Neueinkäufen hat Zorc wieder ein gutes Händchen bewiesen, denn Yarmolenko und Philipp, die mit den Dembélé-Millionen finanziert wurden, haben den Franzosen schnell vergessen lassen, der in Barcelona sich inzwischen einen Muskelfaserriss zugezogen hat, weshalb man ihn in diesem Jahr nicht mehr sehen wird, ein Umstand, der Dortmund an die 40 Millionen kosten wird, denn er wird wohl kaum mehr die Einsätze erreichen, die an diese fette Nachzahlung geknüpft sind. Hoffenheim konnte sich gegen Schalke behaupten und sitzt den Dortmundern nur mit zwei Punkten Rückstand im Nacken, und auch Leipzig profitierte vom Münchner Ausrutscher und konnte sich mit einem kaum verdienten Sieg gegen Frankfurt nach vorne robben.