Die Wahrheit über den 12. Spieltag

Es macht keinen Spaß mehr, sich die Spiele der Dortmunder anzusehen. Da ist keine Spielfreude mehr, kein blindes Verstehen, keine schnellen Kombinationen, nur noch eine große Verunsicherung, die sich auch gleich in der 5. Minute zeigte, als Bartra und Bürki slapstickhaft dem Stuttgarter Akolo den Ball vor die Füße legten, damit der nur noch einzuschieben brauchte. Bartra schoss den Ball viel zu scharf zurück auf Bürki, der völlig unmotiviert aus dem Tor gelaufen war, so dass der Ball von ihm abprallte. Den zweiten Treffer der Stuttgarter ließ Bürki durch seine Beine passieren. Wieder zwei dicke Patzer in einem Spiel. Und man fragt sich verwundert, wie lange Dortmund noch mit einem solchen Sicherheitsrisiko dem Gegner die Punkte schenken will, wie lange man noch zusehen will, wie sich die Aktie, die nach Bürkis Patzer im Nikosia-Spiel um 36 Millionen absackte, im Sinkflug befindet. Warum investieren sie nicht mal ein paar Millionen in einen guten Torhüter wie Kevin Trapp, der bei Paris nur auf der Bank sitzt? Stattdessen streichen sie Aubameyang aus Disziplinargründen aus dem Kader, damit er mal sehen kann, dass er unersetzlich ist, denn der Millionenflop Schürrle, der statt Aubameyang stürmen durfte, war eine einzige Blamage, der nicht mal imstande war, einen Elfer zu verwandeln, und niemand kann sich heute mehr vorstellen, dass für diesen Mann einmal an die 30 Millionen verschleudert wurden, der in der 2. Liga wahrscheinlich Schwierigkeiten hätte, einen Stammplatz auf der Bank zu ergattern. Der einzige Dortmunder Unruheherd Pulisic hatte sich verletzt. Die Offensive mit Yarmolenko und Philipp trat eher bieder auf und strahlte keine Gefahr für die Stuttgarter Verteidigung aus. Der einzige Aktivposten auf BVB-Seite war Götze, bei dem es jedoch immer nur für eine Halbzeit reicht. In der 2. Halbzeit jedenfalls war er kaum mehr zu sehen und die Stuttgarter konnten das Heft in die Hand nehmen. Und wieder musste der Gegner den Ball einfach in die verwaiste Dortmunder Hälfte schlagen, um sie auszukontern. Es war so einfach und absehbar, dass man nur ungläubig den Kopf schütteln konnte. Es ist immer wieder das gleiche Vorgehen, mit dem sich die hoch aufgerückte Abwehr der Dortmunder aushebeln lässt. Das alles sind Probleme, die der Trainer offensichtlich nicht in den Griff kriegt. Weder scheint er in der Lage zu sein, die Mentalität der Spieler zu heben, noch kann er ihnen eine Spielweise verständlich machen, mit denen sie umgehen können. Stattdessen schlagen die Abwehrspieler die Bälle blind ins Aus wie in der Kreisliga, wenn ihnen einen Gegner im Nacken sitzt, weil sie Angst haben, einen Fehler zu machen, und genau deshalb machen sie dann auch solche Fehler, wie er Bartra und Bürki unterlief. Wie lange will sich der Verein diesen Trainer noch leisten? Sehen Watzke und Zorc nicht, wie dramatisch die Situation ist? Dass sie den Absturz der Mannschaft in Kauf nehmen? Wie viele Spiele darf eine verunsicherte Mannschaft unter Bosc noch verlieren? Am Dienstag gegen Tottenham? Und dann am Samstag gegen Schalke? Muss der BVB erst wieder auf einen Abstiegsplatz stehen, bis dem Verein vielleicht mal dämmert, dass es vielleicht keine gute Idee ist, den Trainer weiterwursteln zu lassen und den Kader auseinanderfliegen zu lassen? Denn nach einer solchen Saison werden die letzten guten Spieler die Flucht ergreifen.