Die Wahrheit über den 14. Spieltag

BVB-Boss Watzke forderte einen Tag nach der unerklärlichen 4:4-Niederlage der Dortmunder auf einer Mitgliederversammlung Bosz dazu auf, jeden Stein umzudrehen und »alles auf den Prüfstand« zu stellen. Leider konnte niemand in Erfahrung bringen, ob sich nun jemand erklären kann, wie die merkwürdige Serie von sieglosen Spielen zustande kommt. Ein Werbefilmchen für Opel gibt darüber vielleicht unfreiwillig Auskunft. Vier Dortmunder Spieler steigen in einen Opel, während sie auf ihren Handys daddeln und ihren Spaß haben, bis Schmelzer auffällt, dass niemand auf Steuer sitzt und alle zu schreien anfangen. Kein Steuermann an Bord, oder wie die SZ vermutet, lauter Indianer, aber kein Häuptling. Immerhin eine Erklärung, aber natürlich keine, die wirklich standhalten könnte, denn der BVB wurde im letzten Jahr trotz flacher Hierarchie und trotz Anschlag auf den Mannschaftsbus immerhin Pokalsieger und erreichte den 3. Platz. Das alles kann auch nicht mit dem Weggang von Dembélé erklärt werden. Als Grund des ganzen Desasters bleibt da nicht mehr viel übrig und kann eigentlich nur mit dem Trainer zu tun haben, der mit seiner ruhigen Art die Spieler eher einschläfert als aufrüttelt. Daran hat sich auch im Spiel gegen Leverkusen nichts geändert. Immer wieder versuchen die Dortmunder sich langsam nach vorne zu tasten, wo dann eine dicht- und gutgestaffelte Abwehr nur auf einen Fehler lauert, um die alle in der gegnerischen Hälfte herumstehenden Dortmunder auszukontern. Diesmal war es Subotic, dem im Zentrum mit einer verunglückten Kopfballabwehr der Fehler unterlief, so dass Volland steil geschickt werden konnte und das gesamte Dortmunder Halbfeld für sich allein hatte. Da hatten die Leverkusener  schon einige Großchancen vertan und einmal nur die Querlatte getroffen, während sich auf Dortmunder Seite schon früh Philipp schwer verletzte und auch Castro vom Platz humpelte, weil Wendell ihm kurz vor dem Pausenpfiff auf den Knöchel sprang. Dafür bekam der Leverkusener dann völlig zu recht die rote Karte. Der BVB konnte also die gesamte 2. Halbzeit mit einem Mann mehr spielen, was sich aber nur in optischer Überlegenheit ausdrückte. Die Chancen hatte weiterhin Leverkusen. Denn wieder konnte Volland allein auf Bürkis Tor zulaufen und hatte das 2:0 auf den Fuß, aber er traf nur den herauslaufenden Bürki. Stattdessen gelang Yarmolenko im Gegenzug der Ausgleich. Typisch für das Spiel sind folgende Statistikwerte: 744:266 gespielte Pässe und 88 Prozent Ballbesitz für den BVB, aber 15:9 Torschüsse für Leverkusen. Und dennoch bleibt Bosz aus Mangel an Alternativen im Amt. Wie groß die Not beim BVB ist, zeigt die Tatsache, dass offenbar auch Sammer als Trainer angefragt wurde, den in Dortmund niemand leiden kann. Jedenfalls kann man ausschließen, dass es mit Dortmund in diesem Jahr nochmal aufwärts geht, während Hoffenheim, die auch eine Flaute hatten, sich mit einem beeindruckenden 4:0 gegen Leipzig durchsetzten. Und selbst Köln schaffte mit einer starken Vorstellung auf Schalke ein 2:2. Das wird Stöger allerdings nicht retten. Und damit wird ein Mann arbeitslos, den Dortmund bei seiner Trainersuche im Sommer auf den Zettel hatte. Schön wäre das nicht, wenn Stöger als Bosz-Ersatz weiterwursteln dürfte, aber die Alternativen sind rar gesät. »Klopp muss wieder zurück«, sagt Guy. Er ist 8 Jahre alt.