Die Wahrheit über den 17. Spieltag

In Dortmund ist das Glück zurückgekehrt, aber nicht das Vermögen, richtig guten Fußball zu spielen, mit dem sie ihre Fans verzaubert haben. Zu Hause gegen Hoffenheim waren sie die schlechtere Mannschaft, die Gäste aus der Provinz spielten die genaueren Pässe, kombinierten geschickter und gewannen mehr Zweikämpfe, jedenfalls hatte man den Eindruck, denn laut Statistik war der BVB zweikampfstärker. Aber die Domäne der Dortmunder mit der Anzahl der gespielten Pässe war mit 493 gegenüber den 586 der Hoffenheimer verloren gegangen, was in den Niederungen der Liga immer mehr zu einem Zeichen der Niederlage wird, denn je mehr eine Mannschaft Pässe spielt, desto häufiger scheint sie zu verlieren, was in der Regel damit zusammenhängt, dass man sich den Ball in der eigenen Hälfte gegenseitig zuschiebt, weil nach vorne niemand anspielbar ist. Zudem waren die Hoffenheimer zielstrebiger und entschlossener und hatten mehr Ballbesitz. Und folgerichtig gingen sie mit einem präzisen Pass in die Tiefe in Führung, eine schöne Kombination, die man gerne auch mal von den Dortmundern gesehen hätte, aber bei denen blieb das Spiel nach vorne Stückwerk. Erst ein Elfer nach der ersten wirklich schnellen Kombination in der 2. Halbzeit brachte den Ausgleich durch den nervenstarken Aubameyang. Hoffenheim aber blieb überlegen, bis Kagawa, der einzige Dortmunder, der so etwas wie Spielwitz versprühte, mit einem präzisen Ball in die Tiefe Pulisic bediente, der den Ball genial am Torhüter vorbeihob und mit dem anderen Fuß direkt verwandelte. Das war bereits in der 89. Minute, eigentlich die Zeit, in der Dortmund sonst die Tore kassiert und nicht erzielt. Symptomatisch für die anhaltende Unsicherheit war Yarmolenko, der sich immer wieder verzettelte und beste Chancen vergab, dessen Körpersprache Enttäuschung und Frust ausdrückte und keinen Kampfgeist. So jedenfalls hat man keine Chance gegen die Bayern im anstehenden Pokalachtelfinale, obwohl die Bayern sogar noch mehr Glück hatten als Dortmund, weil Stuttgart in der Schlussminute einen Elfer verschoss und damit den Ausgleich vergab, und auch sonst hatten die Stuttgarter einige Chancen, die sie leichtfertig vergaben, und das unterscheidet eben die Bayern von den anderen Bundesligamannschaften, weil sie sich immer auf die schlechte Chancenverwertung des Gegners verlassen können. Und auch sonst war es der Tag der last-minute-Tore. Die Bremer, die trotz des Ausfalls ihres wichtigsten Mannes Kruse mit 2:0 gegen Mainz in Führung gingen, kassierten in der letzten Minute noch den Ausgleich und verpassten es, den Relegationsplatz zu verlassen. Die Frankfurter führten zu Hause gegen Schalke ebenfalls schon mit 2:0, als in der letzten Sekunde wie schon gegen den BVB Naldo noch der Ausgleich gelang. Und auch Freiburg lag schon mit 2 Toren in Augsburg vorne, als der Heimmannschaft in der Nachspielzeit noch zwei Treffer zum Ausgleich gelangen. Während man sich in der deutschen Liga abarbeitete, gelang es Real Madrid mit Standfußball gegen die argentinische Mannschaft Gremio mit einem 1:0-Sieg, Klub-Weltmeister zu werden. Wenn es schon in der Liga nicht klappt, wo man weit abgeschlagen hinter Barcelona steht.