Die Wahrheit über den 16. Spieltag

Immerhin hat Stöger das Kunststück fertig gebracht, Köln vier Jahre lang in der Liga zu halten und am Ende sogar in die Euroleague zu befördern. Er konnte sich sogar einmal einen Sieg gegen den BVB auf die Fahnen schreiben. Jetzt feierte er seinen ersten Sieg in dieser Saison, denn mit Köln schaffte er gerade mal drei Remis, so dass die Rheinländer die schlechteste Punkteausbeute vorzuweisen haben, die jemals einer Mannschaft gelungen ist. Und auch gegen Bayern reichte es nur zu einer 1:0-Niederlage. Fast hätte man die Bayern mit der Defensive und zwei Kontern zermürbt, aber einer geht bei den Münchnern eben immer irgendwie rein. Der Sieg der Dortmunder war ebenso alles andere als glanzvoll, und wenn Mainz in seiner ersten besseren Halbzeit aus seinen Chancen ein Tor gemacht hätte, hätte auch das Elend des BVB seinen Lauf genommen. So kamen die Dortmunder, die auf ihr bewährtes System mit Viererkette umstellten, zum Führungstreffer durch einen Gewaltschuss von Sokratis. Die Mainzer mussten in die Offensive gehen, es ergaben sich Konterchancen und Räume, in denen Aubameyang und Kagawa ein bisschen so wie früher glänzen konnten. Es ist allerdings kaum anzunehmen, dass Dortmund schnell wieder zu alter Stärke zurückfindet, weshalb es am Samstag zu einer Zitterpartie gegen Hoffenheim kommen wird mit einem völlig offenen Ausgang, der davon abhängig sein wird, welchen Tag Hoffenheim mit seinen schwankenden Leistungen erwischt. Zwar reichte es gerade mal noch gegen Stuttgart zu einem 1:0, aber sehr überzeugend war es nicht, und wenn es am Ende 1:0 für den VfB gestanden hätte, hätte sich auch niemand beschweren können. Stöger, dessen größtes Problem sein wird, ob die Spieler sein österreichisches Genuschel überhaupt verstehen, wirkte durchaus sympathisch, denn er widmete den Sieg seinem Vorgänger Peter Bosz, wohl wissend, dass er in zwei Tagen natürlich keine Akzente setzen konnte. Man sah den Spielern die Erleichterung an. Endlich mal kein am Schuh klebendes Pech, kein Glücksschuss, keine abgefälschter Ball, keine Schiedsrichterfehlentscheidung, alles lief normal, und vielleicht deshalb war es dann auch ein Trauerspiel, denn es war ein Spiel ohne Inspiration. Immer noch ist Dortmund eine Mannschaft, an der sich der Gegner aufrichten kann, bei denen sich Selbstvertrauen tanken lässt. Dabei könnten sie glänzen, denn in der Liga gibt es außer Bayern keine Mannschaft, die konstant wirklich gut spielen würde, und auch Schalke, das nach einem schmeichelhaften Unentschieden der Leipziger in Wolfsburg auf Platz 2 steht, verdankte seinen Sieg gegen bessere Augsburger nur einem ungerechtfertigten Elfmeter.