Die Wahrheit über den 21. Spieltag

So wirklich verdient war der 3:2-Sieg der Dortmunder in Köln nicht, jedenfalls spielten sie alles andere als dominant gegen den Tabellenletzten, der durchaus auf Augenhöhe mithalten konnte. Das Spiel war ziemlich ausgeglichen und dank des Kölner Engagements wurde es sogar ein ziemlich lebendiges Spiel. Die Kölner hatten durch Jojic sogar die erste Großchance, aber der Ex-Kollege der Dortmunder schoss den Ball großzügig in die Arme von Bürki. Die Dortmunder taten sich schwer, aber als ausgerechnet Toljan, der sonst nie einen Ball in den Strafraum bekommt, es dann tatsächlich mal schaffte, stand da der Aubameyang-Ersatz und die Leihgabe von Chelsea Batshuayi bereit und zeigte seinen Kollegen mal, wie man das so in England macht. Dennoch kamen die Kölner, die sich dadurch überhaupt nicht aus dem Konzept bringen ließen, zurück, weil die Dortmunder das 1:0 offenbar über die Zeit retten wollten und die Kölner spielen ließen. Nach dem Ausgleich der Kölner kurz nach der Pause dauerte es allerdings nur zwei Minuten, bis Batshuayi den alten Toreabstand wieder herstellte, was allerdings nur durch einen Fehler in der Kölner Hintermannschaft möglich wurde und der ansonsten enttäuschende Pulisic mit der Vorlage mal einen Gedankenblitz hatte. Aber die Dortmunder schafften es auch diesmal nicht, den Vorsprung über die Zeit zu retten. Und als die Kölner erneut ausgeglichen hatten, da waren es die Rheinländer, die unbedingt einen Sieg wollten und es sich auch zutrauten. Allerdings haben sie dafür dann doch nicht das Format und liefen in einen hervorragend von Kagawa eingeleiteten Konter hinein. Batshuayi überließ den Ball dem wieder verlässlich herummurksenden Schürrle, wahrscheinlich weil er noch nicht mitbekommen hat, dass man Schürrle besser nicht anspielt, will man den Ball nicht wieder ganz schnell los sein, und natürlich rennt Schürrle los und schießt aus ziemlich großer Entfernung sinnlos aufs Tor, statt einen freien Mitspieler in Szene zu setzen, und was passiert? Vom Fuß eines Kölner Abwehrspielers abgefälscht senkt sich der Tor unhaltbar zum Siegtreffer ins Tor. Ein Glücksschuss, aber da der Ball im Tor landet, fragt niemand mehr danach, ob das klug war, was Schürrle tat, denn nach den Regeln des Fußballs hätte er den Ball unbedingt abspielen müssen. Aber genau nach diesem Prinzip funktioniert z.Z. der Fußball des BVB: dem Prinzip Hoffnung und Glück. Schon die beiden Tore gegen Freiburg waren Glückstore, und richtig herausgespielt war nur das erste Tor der Dortmunder. Auf diesem Level befinden sich gerade alle sechs Mannschaften, die sich um die Plätze hinter den Bayern balgen. Leverkusen, die noch zu den stabileren Mannschaften gehören, kommen über einen torloses Remis in Freiburg nicht hinaus, das nicht etwa glücklich für Freiburg zustande kommt, sondern durchaus leistungsgerecht ist. Schalke verliert zu Hause verdient gegen den Abstiegskandidaten Bremen, während Leipzig zur Abwechslung mal wieder gewinnt, und zwar gegen den Mitkonkurrenten auf die internationalen Plätze Gladbach. Von den letzten Liga-Spielen hatten die Leipziger nur eins gewonnen, befinden sich aber trotzdem auf Platz 3, punktgleich mit den Leverkusenern, während der BVB nur mit einem Punkt weniger auf Platz 4 steht, obwohl man von den letzten vier Liga-Spielen auch nur eins gewonnen hat. Leverkusen ist 18 Punkte von Bayern entfernt, aber nur 14 Punkte von einem Abstiegsplatz. Da müsste für Bremen noch ein Euroleague-Platz drin sein.