Die Wahrheit über den 22. Spieltag

Obwohl nach dem Abschied von Aubameyang zu Arsenal wieder Ruhe beim BVB eingekehrt sein müsste, nach der sich alle Beteiligten sehnen, die das sogenannte »Wechseltheater« für die schlechten Leistungen der Mannschaft verantwortlich machen, wird es nicht besser auf dem Rasen. Auch gegen den ziemlich sicheren Absteiger aus Hamburg, spielten die Dortmunder nicht etwa befreit auf, und auch die Rückkehr von Marco Reus nach acht Monaten Verletzungspause ließ die Leistungskurve nicht etwa steigen, nein, vor allem in der ersten Halbzeit konnte man ein müdes und ödes Hin- und Hergeschiebe des Balles bewundern, weil jeder offenbar Angst hatte, einen Fehlpass zu prouduzieren, von Kombinations- oder One-touch-Fußball war nichts zu sehen. Nur wenn Marco Reus am Ball war, blitzte ein bisschen von dem auf, was die Dortmunder früher ausmachte. So fiel das 1:0 für die Dortmunder eher überraschend und zufällig, als ein mißglückter Torschuss des ansonsten sehr schwachen Pulisic zur Torvorlage für Batshuayi geriet. Die Hamburger aber kämpften unverdrossen weiter und setzten die Dortmunder unter Druck, und immer wieder gelang es ihnen, gefährlich vors Tor zu kommen, oder Bürki glänzte mit einer seiner Spezialitäten, indem er dem Gegner den Ball zuspielte, aber die Hamburger ließen alle Möglichkeiten konsequent aus. Kein Wunder, dass die BVB-Spieler schon zur Halbzeit ausgepfiffen wurden, obwohl sich viele über das Comeback von Reus freuten. Niemand weiß genau, woran es liegt, dass fast alle unter ihren Möglichkeiten spielen und man gegen einen tief stehenden Gegner ratlos ist. Watzke sagte auf diese Situation angesprochen in einem Interview für die FAZ, dass der BVB im internationalen Ranking immer noch auf Platz 10 zwischen Manchester City und Manchester United stehe, und man merkte sofort, da will sich einer was schön reden, denn das diese Tabelle nicht die Wirklichkeit spiegelt ist so offensichtlich, dass man Watzke zurufen möchte, träum weiter. Schließlich waren laut Watzke Dembelé und Aubameyang die letzten Spieler, die der BVB habe ziehen lassen, das habe er vor versammelter Mannschaft sehr laut und deutlich zum Ausdruck gebracht, aber als börsennotierter Verein habe man nicht so einfach die Angebote ablehnen können. Klar, es ist ja auch niemand mehr da, den ein anderer Verein unbedingt haben möchte, abgesehen vielleicht von Marco Reus, aber der ist viel zu verletzungsanfällig, um für einen englischen Verein interessant zu sein. Es gibt eben nur noch Mittelmaß beim BVB wie Schürrle, der auch in diesem Spiel wieder sehr engagiert und maximal ineffektiv auf dem Platz herumstolperte und die einfachsten Bälle verlor, der überhaupt nur eine Aktion hatte, nämlich die Vorlage auf Götze zum 2:0 in der letzten Minute der Nachspielzeit, als die Partie bereits entschieden war. Batshuayi wird sich bereits fragen, wo er da hineingeraten ist, denn wenn Toprak bereits zu den besseren Spielern zählt, kann man sich vorstellen, wie traurig die Vorstellung seiner Kollegen war, sieht man vielleicht ein wenig von Götze ab, der aber immer nur eine Halbzeit gut ist. Schließlich sagte Watzke noch, dass man wieder mehr Spieler mit dem sogenannten »Siegergen« verpflichten wolle, solche Leute wie Bender, der zu Leverkusen wechselte. Aber wenn schon solche Spieler den Verein verlassen, dann stimmt irgendetwas im Verein ganz grundsätzlich nicht.