Die Wahrheit über den 25. Spieltag

Der BVB macht so langsam aber sicher Wolfsburg Konkurrenz als Remis-König, wobei der VfL alternativ verliert, so wie diesmal gegen Leverkusen und wieder einmal unter Beweis stellte, wie dringend es ihn in die 2. Liga zieht, was auch die Fans so sahen, die sich in sarkastischen Sprechgesängen schon darauf freuen, zusammen mit Labbadia abzusteigen. Die Wolfsburger Verantwortlichen haben davon aber nichts mitgekriegt, wie sie auch sonst nicht allzuviel mitkriegen, weil sie vermutlich von dem Elend, das die Wölfe auf dem Platz bieten, vollkommen absorbiert sind. Der skandalgeschüttelte Konzern, der trotzdem von Rekordgewinn zu Rekordgewinn eilt, scheint das Interesse an seinem Spielzeug verloren zu haben, weil die Mannschaft die Ausstrahlung von Valium hat und ein überzeugendes Argument darstellt, sich alles mögliche zu kaufen, aber bestimmt keinen VW. In der Abteilung Inkompetenz aber kann selbst Wolfsburg dem HSV das Wasser nicht reichen. Im Abstiegsduell ließen die Hamburger gegen völlig indisponierte Mainzer selbst beste Chancen liegen und wenn sie mal das Tor trafen, scheiterten sie an den Mainzer Schlussmann Müller, der zum ersten Mal das Tor hüten durfte und das richtig gut machte. Sogar einen Elfmeter hielt er und vermittelte den Hamburgern das Gefühl, an diesem Tag kein Tor mehr zu treffen. Ein Noname hat also den sog. »Dino« auf dem Gewissen, und wenn diese Bezeichnung hält, was sie verspricht, dann kann man sich schon mal auf eine HSV-freie Bundesliga-Saison freuen. Auch den Verantwortlichen dämmert neun Spieltage vor Saisonende, dass sie mit diesen Vorstellungen die Liga nicht werden halten können und dass ein Trainer wie der Haudegen Bernd Hollerbach, der von 18 möglichen Punkten gerade mal drei holt, auch nicht die richtige Lösung ist. Aber auch der BVB quält sich, nur ein bisschen weiter oben, beim Kampf um die CL-Plätze, denn der Abstand zum Relegationsplatz ist geringer als der zu Platz eins. Immerhin war die Vorstellung in Leipzig beim 1:1 ein bisschen attraktiver als zuletzt zu Hause gegen Augsburg, als die Dortmunder mit Hängen und Würgen auch nur ein 1:1 zustande brachten. Gegen die offensive Spielweise der Leipziger kam man irgendwie besser zurecht, zudem profitierte man von der Ladehemmung Timo Werners der seit sechs Spieltagen nicht mehr trifft, obwohl er allein vor dem Tor nur Bürki traf, was fast schon eine Kunst war. Allerdings stand ihm Batshuayi in nichts nach, denn der traf nach einer Flanke nicht mal den Ball, um ihn irgendwie ins leere Tor zu stolpern. Wieder musste Reus ran, um nach genialem Pass vom ansonsten indisponierten Dahoud, wenigstens einen Punkt zu retten. Da alle anderen um die internationalen Plätze sich balgenden Vereine diesmal gewannen, rutschten die Dortmunder auf Platz 3 ab. Immer noch Champions League, aber mit Frankfurt, 96 und den Bayern vor der Brust, sind die Chancen mehr als gering, weiter vorne mitzumischen. Dabei wäre die Chance, sich für die Heimpleite gegen Leizig in der Hinrunde zu revanchieren, ziemlich gut gewesen, denn bei einem Gegner, der wie Leipzig zu Hause sogar gegen Hertha verliert – ein Kunststück, das nicht mal dem BVB gelungen ist –, hätte zur Abwechslung auch mal ein Sieg drin sein können, aber das Können der Stars blitzt immer nur kurz auf. Dann sieht man von ihnen nichts mehr. Bis sie ausgewechselt werden.