Die Wahrheit über den 29. Spieltag

Fünf Spieltage vor Saisonende ist Bayern Meister. In Augsburg machte Bayern mit einem standesgemäßen 4:1 alles klar. Bayern hat das schon mal schneller geschafft, aber immer noch rechtzeitig vor den entscheidenden Finalspielen in der Champions-League, und damit ist nicht Sevilla gemeint, die in der Liga gerade 4:0 gegen Celta Vigo verloren, sondern die Halbfinalrunde, in der es dann tatsächlich nur noch starke Gegner gibt, denn bislang hatte Bayern einen unglaublichen Dusel, denn nur weil man Zweiter in der Gruppenphase wurde, bekam man es nicht gleich mit Madrid zu tun und stattdessen mit den jeweils schwächsten Teams im Topf (Istanbul und Sevilla) zu tun. Dennoch ist die Bundesliga schon lange kein Maßstab mehr für die Bayern, denn dort ist niemand mehr in der Lage, gute Spieler, die dort aufblühen, zu halten. Gladbachs Manager Eberl hofft zwar, dass die Umbruchsphase des eigentlich überalterten Bayern-Kaders dazu führt, dass auch mal wieder ein anderer Verein Meister werden könnte, aber er vergisst hinzuzufügen, dass es einfach der Verein mit dem meisten Geld ist, der attraktivste Verein, der den Spielern am verlässlichsten Titel beschert. Immer wieder wird betont, was für gute Arbeit der Verein leisten würde. Aber daran liegt es nicht allein. Sondern ganz einfach daran, dass Bayern seine Spieler nur selten abgeben muss. Bayern muss eigentlich nur winken und schon kommen die Nachwuchstalente aus den Vereinen auch ablösefrei zu Bayern, auch wenn sie dort gar keine Chance haben zu spielen. Die Liga ist eigentlich nur noch ein Nachwuchszentrum für die Bayern. Und so lange man nichts gegen diese Entwicklung tut, wird Bayern auch mit seiner B-Elf noch weitere zwanzig Mal hintereinander deutscher Meister. Hätte Dortmund Dembélé, Aubameyang, Mkhitaryan, Gündogan, Hummels, Lewandowski etc. halten können, wäre Bayern ein ernstzunehmender Gegner erwachsen. Aber da kein Verein immer solche Treffer mit der Verpflichtung von Nachwuchsspielern wie Dembélé landen kann, war der BVB der letzte Verein, der den Bayern einmal etwas streitig machen konnte. Das wird jetzt nicht mehr passieren. Diese Monokultur im Fußball ist kein Wettkampf mehr und die Hoffnung, dass Bayern mal versagen könnte, löst sich meistens schnell in Luft auf. Die Folge dieser Langeweile kann man immer mehr beobachten im Desinteresse am Produkt Fußball, denn immer weniger gucken sich normale Spiele an, weder in den Stadien noch vor dem Fernseher. Das war vor sechs Jahren, als der BVB die Liga aufmischte noch anders. Heute gucken nur noch Masochisten die öden Spiele des BVB an, die hilflos sind gegen Vereine, von denen man z.T. noch nie gehört hat. Diese nationale Entwicklung greift auch auf internationaler Ebene. Es gibt Gerüchte, dass Lewandowski zu Real Madrid wechselt, und wenn ein englischer Verein von den Top Five einen Spieler aus den Bundesliga verpflichten will, dann ist das kein Problem, das an finanziellen Mitteln scheitert. Bayern hat sich bislang dieser Entwicklung gut entziehen können, ist aber auch der einzige deutsche Verein, der hier noch mithalten kann. Vereine wie Schalke, die sich für die Champions-League zu qualifizieren scheinen, verlieren gegen Absteiger wie Hamburg, wenn die nur ein bisschen entschlossen spielen. Und dem BVB wie jedem anderen Verein, der um die internationalen Plätze spielt, wäre das gleiche passiert.