Die Wahrheit über den 15. Spieltag

Mit dem BVB-Experten und Dichter Fritz Eckenga war ich mir einig, dass der Club ein harter Brocken werden und wohl die Tagesform entscheiden würde, denn beide Mannschaften schwanken extrem in ihren Leistungen. Es ist nur zwei Spieltage her, als der Club Wolfsburg niedergerungen hat, und das muss der BVB nächsten Sonntag erstmal schaffen, denn so schlecht wie ihr Tabellenplatz ist der aktuelle Meister nicht. Und auch wenn Dortmund in Hoffenheim Rache für die Pleite im Vorjahr genommen und vor allem dank Sahin grandios aufgetrumpft hat, rissen einen die Spiele vorher nicht gerade von den Socken. Aber das war alles nur Makulatur, nur die Skepsis vor dem Spiel, von der jeder BVB-Fan gequält wird. Danach sagte Sahin, dass man über das souveräne 4:0 nicht meckern könnte, auch wenn der Club noch gut damit bedient war, wobei man allerdings konzedieren muss, dass der Club in dieser Form nicht mehr allzu viel Punkte holen wird, denn wenn man nicht mal in der Lage ist, ein Tor von jemanden zu verhindern, der Kevin heißt, dann sieht es ziemlich mau aus mit dem Klassenerhalt. Bald wird man sich auch in der Liga nicht mehr vor Kevins retten können, die jetzt in das bundesligataugliche Alter kommen, bzw. es schon sind. Und wieder ein Grund mehr, sich vor der Liga zu gruseln, viel mehr jedenfalls als vor irgendwelchen harmlosen Wettskandalen in der 3. Liga. Viel skandalöser jedenfalls war die rote Karte für Diego Klimowicz, die er nach einem harmlosen Foul kassierte. Es war schon die vierte Karte vom gleichen Schiri, der entweder keine Argentinier mag oder dem Klimowicz mal die Frau ausgespannt hat, wie ein Kollege vermutete. Dennoch schaffte Bochum ein Remis bei dem tief im Sumpf steckenden VFB durch einen genau in den Winkel platzierten Freistoßtreffer in allerletzter Sekunde. Jetzt hat Babbel ausgebabbelt und Heldt ist auch nur noch der Held aus vergangenen Tagen. Und das ist schon erstaunlich, dass zwei Spitzenmannschaften, die international spielen, die letzten beiden Plätze belegen, und auch die anderen, wie Bayern und Wolfsburg, nicht unerhebliche Schwierigkeiten haben. Bayern jedenfalls gewann nur mit Mühe und Glück gegen überlegene Gladbacher, die einfach ihre Chancen nicht nutzten. Das war natürlich schade, denn der BVB hätte dann mit Bayern punktemäßig gleichziehen können, und noch schader ist es, dass Dortmund nicht jetzt auf die Bayern treffen kann, wo die Vorzeichen umgekehrt sind und Bayern wahrscheinlich schlechte Karten hätte. Der neue Supertorjäger Kießling sagt zwar, dass Bayer nicht wieder einbrechen wird, ich aber sage, Bayer tut es doch, nicht nur, weil sie in Hannover damit schon begonnen haben, wo sie nur mit Dusel ein Remis herausholten, sondern weil Heynckes ein Depp ist. Sie finden das zu unqualifiziert? Da könnten Sie gar nicht so unrecht haben. Aber moralisch und fachlich liege ich da nicht falsch, denn der Mann ist aus einem anderen Jahrhundert, und wenn der Lauf weg ist und die Krise anfängt, ist Heynckes der letzte, der begreifen würde, woran das liegen könnte.