Die Wahrheit über den 25. Spieltag

Auch in Antalya gibt es Sportsbars, was schon mal mehr ist als die Sport’s-Bar’s eines schon immer im Kopf krausen Kruse’s in Berlin. Und es gibt sie sogar im Sheradon, wo es außerdem einen Schuhputzer, eine Panzersperre und jede Menge schwarzen Marmor gibt, wobei ich mich frage, wozu Panzersperre, denn außer prolligen Marathonläufern aus Neukölln, die statt sich am Meer zu erfreuen, ihr sinnloses Treiben auch noch mit viel Lärm in Szene setzten, gibt es hier nichts, was sich in die Luft zu sprengen gelohnt hätte. Gezeigt wird im Ausland leider immer nur Bayern, was allerdings ausnahmsweise gar nicht schlecht war, weil die Münchner in Köln von der Versagensangst gepackt wurden und nur ein mageres 1:1 herausholten, dabei hätten sie sogar verlieren können. Fast hätte ich gesungen »Ohne Ribery könnt ihr nach Hause gehen«, denn ohne den französischen Künstler und ohne den niederländischen Slalomläufer Robben sind die Bayern eben doch nur Mittelmaß. Lieber guckte ich Arsenal gegen Bromley und genoß das schöne Spiel einer schönen Mannschaft, sah mit Tränen der Rührung das Schnitzelchen Rosicky herumwieseln und ließ mir die elegant herausgespielten Tore schmecken.
Mit türkischer Freundlichkeit wurde mir versichert, daß das Samstagspätspiel des BVB gezeigt werden würde, aber dann hatte TRT3 das Spiel wieder aus seinem Repertoire gestrichen. Nun saß ich mit einem Gladbachfan im gemeinsamen Leid vereint in einer Sportsbar in Antalya und überlegte, wie man das Spiel doch noch gucken könnte. Irgendwann mußten wir aufgeben und der Gladbach-Fan meinte, dann würde er eben ein Buch lesen, was ihn mir sofort sympathisch machte, weil das von Fans, die sogar im Ausland zum Spiel ein Trikot ihrer Mannschaft überstreifen, nicht unbedingt zu erwarten ist, auch nicht, wenn er im Sheradon absteigt.
Wenn Sie heute also etwas über den BVB lesen, dann leider nur aus zweiter Hand, denn ich mußte auf die Berichterstattung im ZDF warten und Carmen Nebel über mich ergehen lassen, nicht ohne ständig daran zu denken, dass die doch ein lohnendes Anschlagsziel wäre, denn ihre unglaubliche Verdummungssendung ist ein wahres Verbrechen gegen die Menschheit. Na wenigstens hat der BVB dann souverän 3:0 gewonnen, die Gladbacher hatten keine Chance, weil sie von den Dortmundern keine Chance eingeräumt bekamen. Kehl war wieder von Anfang an dabei und bekam auch gleich einen Gladbacher Stollen ins Gesicht, aber der Mann ist hart im Nehmen. Nach dem 2:2 der Werderaner und der Stuttgarter hat sich Dortmund wieder etwas Luft verschafft. Nur dumm, daß Schalke schon wieder gewonnen hat, diesmal gegen die Frankfurter, die irgendwie immer bei den Falschen gewinnen und gegen die Falschen verlieren. Das gefällt mir gar nicht. Da muß Skibbe noch erheblich nachbessern, denn sonst geht meine Sympathie für die Eintracht langsam zur Neige.