Die Wahrheit über den 31. Spieltag

Verlieren ist zwar nie schön, aber wenn, dann gegen Gladbach. Die haben die Punkte bitter nötig und dürfen jetzt noch etwas Mut schöpfen, denn schließlich geht es um einen Relegationsplatz, und Frankfurt ist auch noch nicht aus dem Schneider, nachdem Gekas ganz allein mit dem Ball einen Meter vor dem leeren Tor ein Luftloch schlug und damit den sicheren Sieg gegen die Bayern verdaddelte, die mit dem Remis wiederum ihren Vorsprung auf Hannover gleich wieder verspielten, denn die hatten mit einem souveränen 3:1 in Freiburg vorgelegt. Jetzt kommt Hoeneß ins Schwitzen, denn es droht die Euro-League, ein »Scheißgefühl«, wie Müller meinte, aber für viele Leute ganz lustig, denn Milchbubi Neuer wechselt zu Bayern mit dem erklärten Ziel, CL spielen zu wollen. Nachdem er lange herumgedruckst  hatte, obwohl es alle Spatzen von den Stadiendächern pfiffen, gab er jetzt immerhin gehörig betroffen zu, wie es neuerdings Mode geworden ist, daß er seinen Vertrag nicht verlängert. Anschließend war selber erstaunt, daß die Fans ihn nicht auspfiffen, was darauf schließen läßt, daß die Spieler von ihren Fans, aber auch die Fans von ihren Spielern nicht viel halten, ja sogar froh sind, daß eine Wurst weniger den Verein verunziert. Auch mit der Leverkusener »Fankultur« ist es nicht weit her, denn für den Fußball-Greis Heynckes hatte man nur Hohn und Spott übrig, weil seine Mannschaft grauenhaft öde spielte und nur deshalb gewann, weil Hoffenheim noch öder und belangloser zu Werke ging, was wirklich schwer war, weshalb der Bayer-Konzern tief in die Taschen gegriffen haben muß, denn negative Schwerstarbeit ist nicht billig. Aber ist die Schadenfreude nicht auch verständlich? Da hatte Heynckes mit der Klatsche in München alles getan, um den Bayern den 3. Platz und sich selber als künftiger Bayern-Trainer die CL im nächsten Jahr zu sichern, und dann droht den Bayern doch der »Cup der Verlierer«, wie Hoeneß die Euroleague genannt hat. Und der BVB? Nachdem die Dortmunder so souverän und leichtfüßig 3:0 gegen Freiburg gewonnen hatten, ist ihnen nach dem 5:1-Abgesang in München Leverkusen wieder mit 5 Punkten auf den Pelz gerückt. Irgendwie scheinen sich alle gegen Dortmund verschworen zu haben, denn kaum geht es gegen die Schwarzgelben rufen sogar die größten Ligaluschen wie Hoffenheim Höchstleistungen ab. In der Regel reicht denen dann eine Chance, ein guter Moment eine Glanztat, während gegen die Dortmunder der Tormann, die gesamte Restmannschaft und der Pfosten im Weg steht. Diesmal erhöhte der BVB die Treffer ans Gestänge auf 21. Höchstwert natürlich, wie fast alles, was der BVB in dieser Saison macht. Abgesehen davon allerdings, daß die Gladbacher zweikampfstark und taktisch diszipliniert auftraten, ließen die Dortmunder das schnelle Umschalten vermissen. Der Ersatzmann des verletzten Sahin da Silva verursachte nicht nur den Katastrophenpaß, der zum 1:0 führte, er verschleppte auch das Spiel so lange, bis sich die Gladbacher wieder sortiert hatten, aber abgesehen von diesem individuellen Fehler gelang einfach zu wenig. Jetzt muß man aus den verbliebenen drei Spielen gegen den Club, Bremen und Frankfurt noch vier Punkte holen. Beim Club geht es noch um die Euroleague, während es bei  Bremen um nichts mehr geht und gegen Frankfurt noch die Rache aus der Niederlage in der Vorrunde aussteht. Das müßte doch alles noch irgendwie hinzukriegen sein.