Die Wahrheit über BVB – Arsenal London

Nach achteinhalb Jahren betrat der BVB wieder die CL-Bühne, formal gesehen als krasser Außenseiter, war man durch die lange Absenz in Topf 4 der Auslosung gelandet, und spielte nun gegen das gesetzte Arsenal, das sich zum 14. Mal hintereinander qualifiziert hatten. Aber Arsenal hatte nicht nur wie der BVB seinen besten Mann, Fabregas, an Barcelona verloren, sondern auch in der Liga gleich eine historische 8:2-Schlappe gegen Mancheser United einstecken müssen. Und tatsächlich wurde Arsenal zu Beginn an die Wand gespielt. Kagawa, Großkreutz und Lewandowski vergaben im Minutentakt Großchancen, während Götze in seinen besten Momenten wie von einem anderen Stern wirkte. Das war die alte Borussia der letzten Saison. Nur fehlte Sahin, der dem Sturm und Drang Struktur und Präzision hätte geben können. Der zuletzt gegen Hertha völlig untergegangene Gündogan wurde durch Kehl ersetzt, der Ruhe und Stabilität ausstrahlen sollte und dessen CL-Erfahrung von allen Moderatoren als gewichtiges Pfund gehandelt wurde, aber ausgerechnet Kehl spielte einige seiner berüchtigten Fehlpässe, von denen einer von van Persie zum 1:0 kurz vor der Pause ausgenutzt wurde. In der 2. Halbzeit wurde das Spiel konturloser, die Überlegenheit Dortmunds noch deutlicher, aber da sich Arsenal nunmehr in der eigenen Hälfte verschanzte, waren die Dortmunder plötzlich mit dem alten Problem konfrontiert, gegen eine Mannschaft spielen zu müssen, die ausschließlich defensiv agierte. Das leidenschaftliche Anrennen gegen das Arsenal-Bollwerk wurde schließlich durch einen glücklichen Volleyschuß in den Winkel durch Periši? belohnt, der während seiner Arbeitszeit in der Liga bislang immer nur Pfosten und Latte getroffen hatte. Am Ende konnte man froh sein, daß man wenigstens nicht mit einer Pleite gestartet war, aber eigentlich wäre ein Sieg verdient gewesen. Es wird höchste Zeit, daß endlich wieder jemand bei den Schwarzgelben trifft, denn irgendwie scheinen alle Ladehemmungen zu haben.