Das Club-WM-Endspiel Barca gegen Santos

Was gibt es schöneres, als an einem kalten Tag schon um 11 Uhr 30 das Endspiel in der Club-WM zwischen dem FC Santos und Barcelona anzugucken. Eine Gala von Barca, die mit spielerischer Leichtigkeit 4:0 gewannen, über 70 % Ballbesitz und eine Sicherheit im Paßspiel hatten, die einfach sensationell ist. Wie sie sich den Ball selbst in großer Bedrängnis in der eigenen Hälfte zuschieben, ist dabei nicht einfach riskant, wie es beim BVB der Fall wäre, sondern gekonnt. Immer finden sie die spielerische Lösung eines Problems. Und Messi ist tatsächlich das non plus ultra des Fußballs, mehr an Eleganz, Schnelligkeit, Antizipation des Spielgeschehens und Technik geht vermutlich nicht. Und wie Iniesta den Ball zuerst mit der Hacke sich vorlegt, um dann einen genialen Paß auf Messi zu spielen, der in Hochgeschwindigkeit in den Strafraum wieselt, um den Ball über den Santos-Keeper zu löffeln, das ist einfach nur ein Zauber, wie man ihn ganz selten zu sehen bekommt.
Bei Barca kommen mehrere Faktoren zusammen, die sie zur absolut besten Mannschaft der Welt machen, was sie zuletzt gegen Real Madrid unter Beweis stellten. Es liegt zum einen an der Philosophie der Bescheidenheit, also nie Verachtung oder Haß für seinen Gegner zu empfinden, die völlige Konzentration auf das eigene Spiel. Die Strategie des Ballbesitzfußballs ist einschläfernd für den Gegner und vor allem auch zermürbend, denn bei der ersten Unaufmerksamkeit kassiert der Gegner gleich ein Tor, weil niemand den genauen Paß in die Tiefe vorhergesehen hat, den niemand besser spielen kann als Iniesta und Xavi, die terrible twins, die plötzlich und aus heiterem Himmel die Nadelstiche setzen und die gegnerische Verwirrung zu nutzen wissen, um dann wieder in den Schlafmodus zurückzuschalten, sich wieder die Kugel hin und herzuschieben wie im Training, immer den freistehenden Mann im Auge habend und mit One-touch-Fußball die Kugel flippern zu lassen. Dann kommt noch der ehrgeizige Alves auf dem rechten Flügel, der ständig lauert und gefährliche Flanken oder Pässe in den Strafraum spielt wie beim 2:0. Diese Art von Fußball zelebriert Barca bis zur Perfektion, und wenn andere Mannschaften versuchen, das nachzumachen, dann haben sie eben immer noch nicht das Personal dazu, diese Spielphilosophie auch umzusetzen. Und wenn sie technisch brillante Leute haben, dann fehlt wie bei Real Madrid immer noch das Vermögen, so zusammenzuspielen und zu kombinieren, wie Barca das tut, wo man auf ein perfekt eingespieltes Team zurückgreifen kann. Niemand kann ihnen das Wasser reichen, und es muß schon der Fußballgott persönlich eingreifen, um diese Mannschaft zu bremsen, aber sie haben es fast geschafft, die Macht des Zufalls, der sonst immer gern ein Spiel auf den Kopf stellt, auszuschalten. Und das gelingt nicht mal Mourinho so genial und verläßlich.