Die Wahrheit über den 25. Spieltag

Die Nervosität und die Turbulenzen in der Liga nehmen langsam zu. Einige in der Gefahrenzone stehenden Vereine erweisen sich als überraschend zäh wie Ausburg und Freiburg, andere rutschen unaufhaltsam ab wie Hertha und Kaiserslautern. Der Froschverein, in der letzten Woche noch großzügig von Bremen mit drei Punkten beschenkt, versagte im Kampf gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Köln. Dieser Untergang hat einen Namen: Preetz, der seit Jahren eine Fehlentscheidung nach der anderen trifft und sich trotzdem hartnäckig als Manager hält. Ich will das nicht verurteilen, denn irgendeiner muß ja das Schwein machen, und wenn Preetz Hertha wieder in die 2. Liga führt, dann ist das natürlich auch ein großer Verdienst, und auch die Tatsache, daß man dann Dortmund nicht mehr im Olympiastadion angucken kann, ist noch lange kein Grund, dem Abstieg Herthas auch nur eine Träne nachzuweinen. Auch Köln kann von mir aus wieder zweitklassig spielen, und die Zeichen stehen dafür nicht schlecht, denn Volker Finke hat die Brocken hingeworfen. Er war sich in wichtigen Fragen über die Zukunft und die Ausrichtung des Vereins mit dem Trainer Solbakken nicht einig, aber Finke und Köln war sowieso ein großes Mißverständnis, und Finke hat auch nicht das Beharrungsvermögen eines Preetz. Und nachdem voraussichtlich Podolski am Ende der Saison zu Arsenal wechselt, wie ein Gerücht hartnäckig besagt, sieht es so aus, als ob Köln ein schwerer Seegang bevorsteht. In Wolfsburg hat der VW-Vorstand die Nase von Magath langsam voll, der von seinen Freiheiten, VW-Gelder zu verschwenden, reichlich Gebrauch gemacht hat, ohne daß irgendein Spieler irgendetwas gebracht hätte. Noch kriegt Magath vom VW-Boss Winterkorn Rückendeckung, und da kam der Sieg gegen Leverkusen gerade recht, die allerdings ihr 7:1-Trauma in Barcelona noch nicht verarbeitet zu haben schienen. Dort jedenfalls hatte sich gezeigt, wie wenig Leverkusen im internationalen Vergleich zu bieten hat, während man bei Barcelona beobachten konnte, wie der derzeit weltbeste Fußball funktioniert, ein Stil, der sich allerdings nicht so einfach kopieren läßt, weil man auch die Spieler dafür braucht, die die Technik beherrschen. Als Leverkusen mitspielen wollte, nahm das Desaster seinen Lauf und setzte sich in Wolfsburg fort. Bei Bayern ist mal wieder der Knoten geplatzt, wie schon häufiger in dieser Saison. Mit 7:1 spielten sie Hoffenheim in Grund und Boden. Aber gegen Hoffenheim ist das keine große Kunst, denn Hopp wollte endlich Kasse machen und hat die besten Spieler verkauft. Damit hat München den Boden, den sie vor einer Woche verloren hat, wieder gut gemacht, denn nicht nur Gladbach wollte in Freiburg ein Treffer gelingen trotz bester Gelegenheiten, auch Dortmund traf in Augsburg auf einen unerwartet starken Gegner, dem man den 16. Tabellenplatz nicht ansah, denn sie spielten auf einem Niveau, das die meisten Gegner Dortmunds nicht haben. Augsburg hat sich dieses Remis zwar verdient, aber ich finde, Augsburg sollte sich die Punkte woanders holen und nicht der Dortmunder Meisterschaft in die Suppe spucken.