Die Wahrheit über den 2. Spieltag

Bevor es in die fränkische Bratwurstmetropole ging, wurde die CL ausgelost, und man muß sagen, daß Real Madrid die Todesgruppe erwischt hat. Gleich vier Meister befinden sich in der Gruppe D, außer Spanien auch noch die von England, den Niederlanden und Deutschland. In dieser Gruppe gibt es also nur Klassiker, und wenn Real Madrid so weitergurkt wie z.Z. gerade in der Primera Division, dann sind sie diesmal schon in der Vorgruppe weg vom Fenster. Für die Dortmunder hätte es gar nicht besser kommen können, denn das sind alles ausgezeichnete Reiseziele und vor allem durchaus machbare Gegner, denn Man City wurde ja gerade mal auf dem letzten Drücker Meister, und wenn die nur entfernt so spielen wie am Freitag Chelsea im europäischen Supercupfinale gegen Athletico Madrid, dann kann man sich hier schon mal die Hände reiben. Aber dann ging es nach Nürnberg, und Nürnberg war schon immer ein unangenehmer Gegner. Und diesmal besonders, und man weiß nicht wirklich warum, denn dem Club werden Jahr für Jahr die besten Spieler weggekauft, kaum daß sie beim Club zu Leistungsträgern wurden. Aber irgendwie regeneriert sich der Club immer wieder aufs Neue. Zunächst suchte er sein Heil in der Defensive, gegen die den Dortmunder zunächst nicht sehr viel einfiel, jedenfalls nichts, was zwingend gewesen wäre. Dann gab es die erste Ecke für die Nürnberger, Pekhart übersprang Hummels und köpfte zum 1:0 ein, wobei Weidenfeller nicht sehr gut aussah. Ein Ball wie durch ein Nadelöhr. Immerhin schafften die Dortmunder noch vor der Halbzeit den verdienten Ausgleich durch Kuba, aber mehr mit Gewalt als mit Spielkunst. In der 2. Halbzeit entwickelte sich das Spiel zu einem offenen Schlagabtausch, weil sich die Nürnberger mehr zutrauten, und das zu recht. Und insofern war die Punkteteilung auch gerecht, auch wenn ich das nur ungern zugebe. Die Dortmunder sind einfach noch nicht auf der spielerischen Höhe, die sie erreichen können. Götze kam erst eine halbe Stunde vor Schluß auf den Platz, aber irgendwie hatten die Nürnberger im letzten Augenblick immer noch ein Bein dazwischen, und der Rest wurde mit Fouls oder mit der einen oder anderen kleinen Showeinlage erledigt. Wenigstens nicht verloren und zum 30. Mal ungeschlagen geblieben. Nach 30 Mal kann man sich eine Niederlage gar nicht mehr vorstellen, und sogar ein Unentschieden ist nur schwer zu verstehen, aber irgendwann wird es soweit sein. Zuletzt hatte der HSV in den Siebzigern so eine Serie und verlor dann in Bremen das 36. Spiel. Und das taten sie auch diesmal wieder. Damit sich das ändert wurde van der Vaart zurückgekauft zusammen mit seiner kitschigen Frau aus dem Quelle-Katalog. Ob es was hilft? Eine Mannschaft ohne Mumm und Konzept zu retten bedarf es vermutlich etwas mehr als einen von Real Madrid ausgemusterten Profi. Am lustigsten aber war es diesmal in Hoffenheim, wo die Blauen gegen die Eintracht eine 4:0-Klatsche hinnehmen mußten, weil die Blauen ihre spielerische Überlegenheit nicht in Tore umwandeln konnten, während Frankfurt sich nicht lange bitten ließ. Und am Ende hatte Hoffeinheim nur noch 9 Feldspielern, wobei vor allem der in der 66. Minute eingewechselte Salihovic das Kunststück fertig brachte, bereits nach vier Minuten wieder den Platz verlassen zu müssen. Und müde Gladbacher schenkten dem Aufsteiger Düsseldorf einen Punkt.