Streeruwitz bringt Butler in die Breduoille. Ein kurzes PS

Auf 3sat Kulturzeit gab Marlene Streeruwitz, die als Mitglied des Adorno-Kuratoriums an der Preisvergabe für Judith Butler beteiligt war, ein lustiges Interview, denn sie behauptete, Butler sei »zum Abschuß freigegeben«. Meines Wissens haben die Kritiker der Preisverleihung nicht die Absicht, Butler zur Strecke zu bringen, hingegen hat sie alles in allem recht lebendig gewirkt, als sie den Adorno-Preis heute abend entgegengenommen hat. Judith Butler ist zu bedauern, daß sie solche Fürsprecher wie Marlene Streeruwitz ertragen muß. Streeruwitz nimmt nämlich Butler allen Ernstes vor dem Vorwurf, sie würde die Hamas und die Hisbollah für soziale Organisationen halten, mit dem Argument in Schutz, Butler hätte schon viel in ihrem Leben gesagt und das wäre nur eine von Millionen Aussagen, die Butler getroffen habe. Wie könne man sich das denn alles merken? Ein typisch Wienerisches Argument, was schert mich mein Geschwätz von gestern, und eine der großartigsten Begründungen, um jemanden so richtig in die Bredouille zu bringen. Und das lustigste daran: Niemand merkt es.