Daniel Bax und seine merkwürdigen historischen Parallelen

Daniel Bax tritt in der taz vom Wochenende dafür ein, dass die westlichen Medien über den Video-Clip »Unschuld der Muslime« »umfänglich informieren«. Warum eigentlich? Jeder, der sich den Film angeguckt hat, sagt, daß es sich um völligen Schwachsinn handelt, der in jeder Hinsicht einfach nur schlecht ist und den man nicht ernst nehmen kann und auch nicht darf. Kein vernünftiger Mensch tut das. Genausogut könnte man also die Medien auffordern, »umfänglich« über einen Privatporno in Hintertupfing zu »informieren«. Erst wenn sich jemand wegen des Privatpornos bemüßigt fühlt, jemanden umzubringen, wird der Porno unter Umständen zum Objekt der Berichterstattung.
Zur Nachricht wurde dieser Clip also erst durch islamistische Prediger, die, wie schon bei den läppischen Karikaturen, ihren Anhängern sagten, man sei so beleidigt worden, dass man unbedingt eine amerikanische Botschaft anzünden müsse. Diese Vorgehensweise ist umso eigenartiger, weil niemand weiß, wer diesen Video-Clip überhaupt hergestellt hat.
Daniel Bax tritt für die »umfängliche« Informationspflicht ein, um anschließend zu behaupten, dass dieser Film genauso muslimfeindlich ist wie »Jud Süß« antisemitisch und »dass es vielen Deutschen schwerfällt, die offensichtlichen Parallelen zwischen NS-Rassenideologie von damals und der antimuslimischen Propaganda von heute zu erkennen.« Das ist interessant. Wieso nämlich kommt jemand gerade auf diesen Gedanken, wenn eine amerikanischen Botschaften von offenbar nicht zurechnungsfähigen Islamisten niedergebrannt wurde? Welchen Sinn hat der Vergleich? Der obendrein noch hinkt, denn die antisemitische NS-Propaganda war bekanntlich Staatspropaganda mit dem Ziel, die Juden auszurotten. Wenn nun Bax tatsächlich glauben sollte, dieser alberne Video-Clip wäre im Auftrag der amerikanischen Regierung gedreht worden und hätte nicht nur das Ziel, sondern auch die Macht, die Muslime auszurotten, dann ist das eine sehr eigenwillige und originelle Einschätzung, die nur einen kleinen Haken hat. Diese Meinung nämlich dürfte Bax ganz exklusiv haben. Wenn der Vergleich also vollkommen absurd ist, dann liegt es natürlich nahe, Vermutungen über das Motiv von Bax anzustellen. Ohne an dieser Stelle tief bohren zu müssen, ist man glaube ich nicht allzu verwegen, wenn man die Behauptung aufstellt, dass Daniel Bax die Muslime als bedrohte Rasse sieht, zu deren Rettung er sich aufschwingt, indem er suggeriert, sie wären genauso bedroht wie im 3. Reich die Juden. Die Juden allerdings haben meines Wissens keine amerikanische Botschaft angezündet, nachdem im »Stürmer« ihre Religion verhöhnt wurde. Für die Juden dürfte das das kleinste Problem gewesen sein.
Allerdings gibt es tatsächlich Parallelen zwischen islamistischer Propaganda und der antisemitischen Propaganda der Nazis. Noch heute jedenfalls werden die Deutschen in der muslimischen Welt sehr geschätzt, weil sie es fast geschafft hätten, was die Islamisten heute noch wollen. Da sind Ähnlichkeiten nicht zu vermeiden.