Die Wahrheit über den 10. Spieltag

Mario Götze war mit 12,3 km der laufstärkste des BVB. Genutzt hat es leider nichts. Offensichtlich gibt es einen Fluch gegen Stuttgart, denn schon seit Jahren kommen die Dortmunder über ein Unentschieden gegen die Schwaben nicht hinaus. »Wir müssen bei Heimspielen damit leben, daß sich ein Unentschieden wie eine Niederlage anfühlt«, sagte Klopp, vor allem, wenn man die Möglichkeit hatte, zu gewinnen. So ein schönes Spiel wie letzte Saison, das 4:4 endete, gab es diesmal leider nicht. Das lag an den Stuttgartern. In der 18. Minute nahm Holzhauser jeden Schwung aus der Partie, indem er mit seinem Ellbogen das Nasenbein Kehls zertrümmerte, und obwohl der Schiedsrichter beste Sicht hatte, gab er nur gelb. Eine durchaus spielentscheidende Situation, denn an diesem Tag hätte Dortmund es vermutlich nur gegen zehn Gegner geschafft, wenn überhaupt. Nach dem Foul und dem rüden Einsteigen von anderen Stuttgartern war die Luft raus. Hummels und Lewandowski trafen nur die Latte und Schieber, der beim 4:4 in Dortmund noch zwei Tore für Stuttgart gemacht hatte, vergab alleinstehend vor Ullreich. Bislang konnte er sich noch nie wirklich empfehlen, schon gar nicht als Lewandowski-Ersatz. Aber Klopp scheint in ihm ein großes Potential zu sehen, und da Klopp bis jetzt immer recht hatte mit seiner Einschätzung der Spieler, muß man wahrscheinlich einfach nur Geduld haben. Aber wer hat die schon, hat Dortmund von zehn Spielen doch gerade mal vier gewonnen, was ein bißchen wenig ist für die eigenen Ansprüche. Man muß allerdings auch feststellen, daß die Gegner Dortmunds immer richtig gut gespielt haben, und der Moderator der Partie sagte auch, daß dies die beste Saisonleistung der Stuttgarter gewesen sei. Während Dortmund also aus seinen Gegnern alles herausholt, scheint das Auftreten der Bayern alle zu lähmen. Seit sechs Jahren hatten die Bayern nicht mehr in Hamburg gewonnen, diesmal mit 3:0, ein Klassenunterschied, wie auch die Hamburger zugaben, die froh waren, nicht höher verloren zu haben. Die letzte Niederlage der Bayern gegen Leverkusen war kein Knacks, wie einige gehofft hatten, sondern nur ein kurioser Ausrutscher, was an den lustigen Toren der Leverkusener ja auch zu beobachten war. Solche Niederlagen sind kaum zu vermeiden, aber sie sind selten, und mit nunmehr sieben Punkten Vorsprung, sieht es nicht so aus, als ob die Verfolger da noch viel ausrichten könnten. Vor allem, wenn sie sich so anstellen wie Schalke in Hoffenheim, wo die Blauweißen mit 22:8 Torschüssen absolut überlegen waren, um dann noch in der Schlußminute die Niederlage zu kassieren. Und das, obwohl im Hoffenheimer Tor wieder Tim Wiese stand. Ein Fan hatte auf ein Pappschild gemalt: »Tim, wir stehen hinter Dir.« Als Wiese noch bei Bremen spielte, lief er gerne in rosafarbenen Trikots herum und war so auffällig wie eine violette Kuh, ein Trick, mit dem er die Bälle magisch anzog. In Hoffenheim trägt er unauffälliges unterwäschegrau, mit dem er keine Bälle mehr magisch anzieht, die ihm vielmehr um die Ohren fliegen. Auch bei den Frankfurtern scheint die Luft raus zu sein. Gegen den Tabellenletzten Fürth holten sie gerade mal ein mageres 1:1, und waren damit sogar noch gut bedient. In dieser Form werden auch die Frankfurter nur eine kleine Hürde für die Bayern sein, wohin die Hessen nächste Woche reisen müssen.