Die Wahrheit über den 13. Spieltag

Dortmund spielt fast in jedem Spiel nicht nur spektakulär, sondern jetzt auch noch effektiv, und das heißt, daß ihnen eine Halbzeit reicht, um alles perfekt zu machen. Sie überlassen dafür sogar dem Gegner den größeren Ballbesitz, wie z.B. den Ajax-Spielern, die sich vergeblich bemühten, in die Nähe des Dortmunder Strafraums zu kommen, bis zu 65 % Ballbesitz hatten und bis zur Pause trotzdem 3:0 zurücklagen, und dafür war nicht nur der weltklasse aufgelegte Götze verantwortlich, sondern eine Mannschaft, die in allen Mannschaftsteilen harmonierte, und die es Götze ermöglichte, seine überirdischen Fähigkeiten zu entfalten. Bei Löw hingegen sitzt Götze meistens auf der Bank, und das ist auch gut so, denn es reicht, wenn das Kleinod für den BVB funkelt. Nach der Galavorstellung in Amsterdam, wo die Dortmunder es mit einem technisch brillanten Gegner zu tun hatten, mußte man sich in die Niederungen von Kampf und Grätsche nach Mainz begeben. Und entsprechend ruppig war die Partie und forderte auch ein Opfer, nämlich Gündogan, dem der Fuß umgetreten wurde, was in der Regel bei Gegnern passiert, die ihre technischen Mängel auf rustikale Weise auszugleichen versuchen. Und dann glückte den Mainzern in der 3. Minute auch noch ein Sonntagsschuß in den Winkel. Aber warum wohl haben die Dortmunder einen Lewandowski in ihren Reihen, wenn nicht dazu, die Angelegenheit noch vor der Halbzeit zu regeln. Der Führungstreffer wurde nach einem scharfen Zuspiel von Götze erzielt, wobei niemand den Ball auf diese elegante und perfekte Weise anzunehmen in der Lage ist wie das polnische Wunderkind. Der Heber über Wetklo war dagegen reine Formsache. Klopp sagte, daß er auf seine Mannschaft deshalb stolz sei, weil sie den Kampf bis aufs Messer angenommen habe, was bei technisch guten Mannschaften nicht immer der Fall ist. Nach dem für Schalke schmeichelhaften 1:1 gegen Frankfurt ist Dortmund nun auf Platz 2 vorgerückt. Das ist zwar schön, aber lieber wäre es mir gewesen, Frankfurt hätte seine Chancen besser genutzt. Und auch der Schiedsrichter hatte seinen Anteil an dem ungerechten Ergebnis, denn er verweigerte der Eintracht einen Elfer, der nicht deutlicher hätte ausfallen können. Und auch Bremen wurde in Wolfsburg benachteiligt, weil der Schiedsrichter Schmitz gelbrot für eine Attacke gab, in der nur der Ball getroffen wurde, weshalb kurz darauf überhaupt erst der Wolfsburger Ausgleich erzielt werden konnte. Und dann mußten sich die Bremer auch noch mit zwei Pfostentreffern begnügen. Der von VW gekaufte Allofs wurde von den Bremer Fans als »Arschloch« und »Verräter« beschimpft. Könnte gut sein, daß da was dran ist, aber Allofs wird in Wolfsburg nicht glücklich werden, weil in Wolfsburg niemand glücklich wird, auch wenn VW alle ehemaligen Bremer Stars zusammenkauft. In Fürth fand das brisanteste und älteste Derby der Republik statt, nämlich gegen den Club, aber Asamoah verstolperte allein vor Schäfer. Ein hartes Derby, in dem es vor allem darum ging, dem Gegner die Knochen zu polieren. Toll ist was anderes.