Die Wahrheit über den 20. Spieltag

Mit der Prognose, dass in Hoffenheim jetzt langsam die Lichter ausgehen, war ich natürlich zu voreilig, weil der Wunsch der Vater des Gedankens war. Ausgerechnet gegen die hochgelobten und sich im Aufwind befindlichen Freiburger gewannen die Hoffenheimer 2:1. Hopp kam deshalb extra aus Florida zurück und drohte: »Ich bleibe jetzt hier.« Ich weiß nicht, ob er damit Panik im Kader ausgelöst hat, aber jetzt hat sich Hoffenheim auf den Relegationsplatz vorgerobbt nach der Devise: Ein Hoffenheimer stirbt zuletzt. Wie z.B. Tim Wiese, der nach seinen phänomenalen Aussetzern in der letzten Partie jetzt angeblich von Marco Kurtz »in Schutz genommen« wird. So heißt das in Hoffenheim, wenn jemand aussortiert wird und auf der Tribüne landet. Ersetzt wurde Wiese durch den kurzfristig verpflichteten Heurelho Gomes, einer genauen Kopie von Tim Wiese, denn auch von ihm gibt es im Internet eine schöne Sammlung von peinlichen Fehlgriffen. Dass eine solche Mannschaft drei Punkte holt war fast so sensationell wie die 2:1-Niederlage der Schalker zu Hause gegen den Tabellenletzten Fürth. Der Traum von Büskens wurde wahr. Andere Spieler sind zurückhaltend, wenn sie gegen ihren ehemaligen und langjährigen Verein gewinnen, aber auf Schalke ist das anders. Büskens ging in der Traube jubelnder Spieler unter. Er feierte vor den Augen seiner ehemaligen Fans ausgelassen den in letzter Sekunde erzielten Siegtreffer. Und die Schalker Fans wiederum ließen Asamoah hochleben, der auf seine alten Tage bei Fürth gelandet ist, während sie die eigene Mannschaft auspfiffen. Das dies nicht besonders toll ist, fiel sogar Jermaine Jones auf, der normalerweise mit Fouls beschäftigt ist und dem sonst gar nichts auffällt. Der vor kurzem verpflichtete Schalker Trainer Jens Keller kann einem leid tun, denn er wird auf Schalke gründlich verbrannt, was er nicht verdient hat. Noch hält Horst Held zu ihm, aber er weiß schon jetzt, dass er den falschen verpflichtet hat, aber schließlich kann er einen Trainer nicht nach vier Spielen schon wieder entlassen. Davon hat Jens Keller zumindest eines gewonnen. Bruno Labbadia hingegen hat alle vier verloren, worauf sein Vertrag bis 2015 verlängert wurde. Ausgerechnet gegen die dussligen Düsseldorfer verlor der VfB. Und als ob das nicht schon genug wäre, verlor auch noch die 2. Mannschaft des VfB in der dritten Liga gegen die Stuttgarter Kickers. Auch in Hamburg sitzt der Haussegen nach einer 2:0-Niederlage zu Hause gegen die Eintracht schief, denn die Frankfurter gewannen hochverdient trotz van der Vaart und trotz der Tatsache, dass Sylvie im Stadion gewesen sein soll. Und Uwe Seeler, eigentlich der ideale Partner für Sylvie, denn beide waren oder sind in der Vertreterbranche tätig, ließ auch kein gutes Haar an seinem Verein, weil der seinen Enkel Levin Öztunali an Leverkusen verkauft hatte. Was ich jetzt nicht so spannend finde, vielmehr frage ich mich, wie eigentlich ein Türke in die Familie der Seelers kommt. Und Werder ist wieder auf Kurs. Mit zwei späten Toren gegen Hannover befindet man sich zwar immer noch auf dem 11. Platz, aber ich bin sicher, Werder kommt wieder.