Die Wahrheit über den 21. Spieltag

Eine große englische Sportzeitung hat mit Dortmund auf dem Titel aufgemacht. Warum der BVB das Erbe von Barca antreten würde. Große Worte und im Prinzip ja berechtigt, aber wie weit Dortmund von einer systematischen Überlegenheit entfernt ist, zeigte sich gegen Hamburg, als der BVB »überrollt« wurde. Überrollt wurde Dortmund aber weniger auf dem Rasen als vielmehr von Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. Für die deutliche Niederlage gab es allerdings auch noch andere Gründe. Zunächst mußten vier Spieler antreten, die angeschlagen waren. Götze und Weidenfeller hatten einen Virus. Jetzt mußten sie sich auf dem Platz herumquälen. Reus hatte es mit den Adduktoren, Pisczcek Hüftprobleme und der zuletzt überragende Gündogan hatte auch irgendwas. Für Schmelzer mußte Bender spielen. Sahin war zum ersten Mal von Anfang an dabei und erlebte gleich ein Desaster, denn er fand keine Bindung zum Spiel, kaum Ballkontakte und seine Werte waren schwach, womit sich bewahrheitete, daß sich nach eineinhalb Jahren Abwesenheit nicht einfach dort beginnen läßt, wo man aufgehört hat. Hummels hatte einen gebrauchten Tag, denn er schaute bei zwei Toren einfach nur zu. Und vergab auch noch eine Großchance, die dem Spiel vielleicht eine Wende hätte geben können. Klopp hatte bereits vorher gesagt, daß er versuchen würde, sowas ähnliches wie eine Mannschaft auf den Platz zu schicken. Daß sie in dieser Zusammensetzung noch nie gespielt hatte und dann noch in einem Zustand, wo man sonst besser im Bett liegen bleibt, ließ sich gegen einen HSV nicht kaschieren, der nach einer erbärmlichen Heimniederlage gegen Frankfurt seine beste Saisonleistung abrufen konnte. Trotz allem passierte der Knackpunkt nach einer halben Stunde, als Lewandowsky vom Platz gestellt wurde, weil er im Kampf um den Ball »voll durchgezogen« hatte. Eine eigenartige Definition für eine rote Karte, denn Lewandowsky war nicht mit den Stollen voraus in den Mann gegrätscht, wie das Rincon ein paar mal machte. Und weil das höchstens gelb war, half van der Vaart nach: »Der Schiedsrichter wollte keine Rote geben. Da habe ich ein wenig Theater gemacht. Dann hat er sich mit seinen Assistenten besprochen und dann doch die Rote gegeben.« Van der Vaart wurde später von einem Zippo an der Brust getroffen, wie die TV-Bilder sehr schön zeigten, während sich der fiese Holländer an die Stirn griff. Dafür wurde van der Vaart von der BamS mit einer 1 benotet. Und Manuel Gräfe war reingefallen. Oder er ist von den Bayern bezahlt, die zu Beginn der Saison sicher gehen wollten, daß der BVB ihnen auf dem Weg zur erneuten Meisterschaft nicht in die Quere kommt, wobei sich inzwischen herausstellt hat, daß das unnötig war. Aber Geld spielt ja sowieso keine Rolle. Weshalb sie trotz der vier Stürmer, die sie schon haben, jetzt auch noch Lewandowsky kaufen, einfach, um ihn vom Markt zu holen, und der Pole ist tatsächlich so dämlich und glaubt, er würde dort spielen. Ob Dortmund wirklich das Erbe von Barca antreten wird, wird sich gerade in solchen Situationen zeigen, wenn Lewandowsky nach München geht, wie übrigens das Plappermaul Matthäus ausgeplappert hat. Man erinnere sich daran, daß auch Ibrahimovic mal bei Barca gespielt hat, und Barca ohne ihn dann erst recht den spanischen Fußball dominierte.