Die Wahrheit über den 22. Spieltag

»The hottest club in Europe« heißt der BVB seit neuestem. Aber was macht der? Verliert gegen den HSV. Und dann ging es nach Doenzk, zum Club eines Oligarchen, der, wie man im ukrainischen Kohlerevier munkelt, den Präsidenten des Clubs kurzerhand in die Luft sprengen ließ, um selber Schachtar Donezk zu übernehmen und ein Spielzeug zu haben. Das Stadion ist rund um die Uhr illuminiert und der Boss ist sich sicher, die Champions-League zu gewinnen. Er hat Donezk mit lauter Brasilianern aufgerüstet, und wie man weiß, kann man bei solchen Vereinen nie wissen, woran man ist. Und prompt litt Dortmund an dem Syndrom, von dem sie in ihrer ersten Champions-League-Saison befallen waren. Mit zwei dicken Schnitzern schenkte man dem Oligarchen-Verein gleich zwei Tore. Wenigstens ist die Offensive immer gut für ein paar Tore. Und auch Hummels machte seinen Stellungsfehler, der zum Führungstreffer der Ukrainer führte, wieder wett und wuchtete in 87. Minute einen Kopfball ins Netz. Es war also schwer zu sagen, wo der BVB steht, wenn es gegen die Eintracht ging, der Überraschungsmannschaft der Vorrunde, die letzten Herbst den Dortmundern ein überraschendes 3:3 abgerungen hatten. Und dann noch ohne Lewandowsky, der für drei Spiele gesperrt war und für den der 5,5 Millionen-Mann Schieber aufs Feld lief, allerdings nur für eine halbe Stunde. Dann wurde auch er mit gelb-rot vom Platz gestellt. Schiedsrichter Dr. Brych saßen die gelben Karten sehr locker, obwohl keine Veranlassung dazu bestand, denn die Partie wurde von keiner Seite übermäßig hart geführt. Auf internationaler Ebene wäre vielleicht nicht mal ein Foul gepfiffen worden. Aber immerhin sorgte Brych dafür, daß die Partie nochmal spannend wurde, denn Dortmund führte durch zwei schnelle und sensationell gut kombinierte Treffer von Reus zu diesem Zeitpunkt schon 2:0, und natürlich ging einem gleich das 3:3 in der Vorrunde durch den Kopf, als Dortmund auch mit 2:0 führte. Diesmal jedoch ließen die Dortmunder der Eintracht keine Chance. Gündogan war wieder zurück und verlieh der Mannschaft die nötige Stabilität. Überhaupt ist er z.Z. wohl einer der besten Mittelfeldregisseure in der Bundesliga. Und die terrible twins Reus und Götze wirbelten, daß es eine Art hatte. Und dann war da noch Hummels, der viele Spielsituationen entscheidend antizipierte und mit seinen eleganten Vorstößen eine überirdische Präsenz ausstrahlte. Und wieder bot Dortmund ein großes Spektakel und Fußball zum Verlieben. Da macht es gar nichts, wenn die Bayern 15 Punkte Vorsprung haben und ihren langweiligen Wehrmachtsfußball spielen. Wen interessiert das schon. Jetzt allerdings gehen Klopp die Stürmer aus, was aber egal ist, denn Schieber war auch nicht besonders ins Spiel intergriert. Als Reus seinen 2. Treffer markierte, hätte er eigentlich die einfachere Variante wählen müssen, denn neben ihm war Schieber frei, der in Ruhe hätte einschieben können, wonach aber natürlich niemand mehr fragt, wenn der Ball dann im Netz zappelt. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, daß Schieber in Dortmund nicht wirklich eine Zukunft hat.