Die Wahrheit über den 28. Spieltag

Bayern ist Meister. Überraschend ist das nicht, schon allein deshalb nicht, weil die Konkurrenz es den Bayern leicht gemacht hat. Den Rest besorgten die Schiedsrichter, wie Referee Meyer, der den Bayern den Weg zum Sieg ebnete, indem er ein klares Handspiel von Dante im Strafraum übersah. Aber auch Lakic verhalf den Bayern zum Sieg, indem er eine hundertprozentige Chance versiebte. Unter dieser tätigen Mithilfe war es kaum mehr zu vermeiden, dass Bayern den kollektiven Wünschen endlich entsprechen konnte. Im Chancenversieben allerdings kann den Dortmundern niemand das Wasser reichen. Vor allem Götze ist in dieser Disziplin kaum zu bremsen. Hatte er es schon in Malaga peinlichst vermieden, ins Netz des Gegners zu treffen, so schien seine Kunst gegen Augsburg ebenfalls darin zu bestehen, das Tor nicht zu treffen, was ja manchmal schwieriger ist als das Tor zu schießen. Klopp musste auf einige Stammspieler verzichten, ein paar andere wollte er schonen, so daß sogar die Amateure Hofmann und Bittencourt zum Einsatz kamen. Die B-Elf schlug sich nicht schlecht, kassierte jedoch kurz vor der Pause innerhalb von zwei Minuten zwei Gegentreffer, einen Glückstreffer und einen Konter, der nach einem Ballverlust von Leitner zustande kam. Klopp mußte also doch noch Götze und Lewandowski bringen, denen es tatsächlich gelang, das Spiel zu drehen. Aber wer weiß, wie alles ausgegangen wäre, wenn die Augsburger ihre Chancen konsequenter genutzt hätten. Schmelzer tat alles dafür und eröffnete den Augsburgern alle Möglichkeiten, einen Punkt aus Dortmund mitzunehmen, und ich wäre der letzte gewesen, der Schmelzer dafür getadelt hätte, denn schließlich kann ich Franz Dobler keinen Wunsch abschlagen, der mich extra vor dem Spiel anrief und die Punkte für seinen Verein reklamierte. Natürlich setzte ich mich dafür ein, aber auf mich hört ja niemand. Trotzdem hat Augsburg noch alle Chancen, die Klasse zu halten. Zwar ist der Vorsprung auf Hoffenheim und auf einen direkten Abstiegsplatz auf einen Punkt geschmolzen, der Abstand auf den rettenden 15. Platz zu Düsseldorf aber blieb bei fünf Punkten. Und so wie Augsburg auftritt, gibt es noch genügend Gelegenheiten für sie, selbst Düsseldorf einzuholen, die in der letzten Zeit gar nichts mehr reißen. Dortmund hat sich mit dem Sieg ein kleines Abstandspolster geschaffen zu Leverkusen und Platz 3, denn der Tablettenelf gelang es zu Hause nicht, gegen Wolfsburg zu gewinnen, die sogar so nett waren, ihnen ein Tor zu schenken. Aber Leverkusen war unfähig, dieses Geschenk anzunehmen. Und Bremen? Stürzt immer mehr ab. Sogar Schalke wurde von den Grünweißen geschont, obwohl sie in der ersten Hälfte heillos überlegen waren. Aber Lukimya im Abwehrzentrum war wie schon im letzten Spiel für ein paar sensationelle Schnitzer gut, die der Gegner einfach nicht ungenutzt lassen konnte. Sieben Punkte Vorsprung sind es noch auf einen Relegationsplatz, aber wenn man sieben Spiele hintereinander nicht mehr gewonnen hat, dann setzt das eine Abwärtsspirale in Gang, die nur ganz schlecht zu stoppen ist.